Bildende Kunst im Nationalsozialismus

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Arno Breker in seinem Atelier (1939/40)

Die Bildende Kunst im Nationalsozialismus war in der Malerei von dem Ideal des Idyllischen, in der Bildhauerei vom Ideal des Monumentalen geprägt.

Inhaltsverzeichnis

Erläuterung

„Neue Jugend“ von Anton Hackenbroich (1937)
Das Bild „Arbeitsmaiden“ von Leopold Schmutzler war in der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ von 1940 in München ausgestellt.

Malerei

Die nationalsozialistische Kunst sollte eine Kunst des nordisch-arischen Volkes sein. Die von den Nationalsozialisten propagierte neue Kunst knüpfte an die Malerei der Romantik sowie an die Heimatkunst des Deutschen Kaiserreiches an. Zu den von der NS-Kunstauffassung bevorzugten Motiven gehörten Landschaften, Stilleben, mythologische Szenen und das harte, aber ehrenvolle Leben von Arbeitern, Bauern und Soldaten. Diese wurden dargestellt als ebenmäßig gewachsene Menschen, in – ihrem Geschlecht entsprechender – vornehmer, lebensbejahender Haltung. Diese verkörperten des Ariers körperliche und geistige Schönheit sowie Reinheit, dessen Anmut und Stärke, welcher die schwere Last des Kulturbringers würdig auf sich nimmt.

Viele Werke entsprachen einer auf unvergängliche Werte, Tradition und vorindustrielles Kleinbauerntum gründende Blut-und-Boden-Lehre. Die Darstellung des Bauernlebens war ein beliebtes und bevorzugtes Thema. Anton Lutz präsentierte 1938 sein Gemälde „Die Bauernfamilie“ in der „Großen Deutschen Kunstausstellung“ in München. Wilhelm Dachauer war mit den Gemälden „Die Fruchtbarkeit“ und „Der Frühling geht über’s Land“ bei den Leistungsschauen der Kunst in München vertreten. Daß das Landleben auch hart und entbehrungsreich sein kann, führt Karl Hauk in der „Almwirtschaft“ vor Augen. Fritz Fröhlich verweist in den „Bäuerinnen mit Kindern“ auf eine symbolische Gleichsetzung der Mütter mit christlichen Madonnendarstellungen.

Der deutschen Malerei und der Bildhauerei hatte Adolf Hitlers persönliches Eingreifen eine Zukunft eröffnet, die wieder die Zeiten der großen Münchner Malerfürsten heraufbeschwor. Es waren Trinkgelder, die ein Maler in den Jahren der Weimarer Republik für seine Schöpfungen erhalten hatte, selbst wenn sie von überdurchschnittlichem Wert gewesen waren. Die Leistung galt auf dem Kunstmarkt nichts, die Mode alles.

Wer von jüdischen oder kulturbolschewistischen Kritikern emporgelobt wurde, erhielt für die übelsten Schmierereien höchste Preise, während andere mit dem Erlös nicht einmal die Kosten für Leinwand und Farbe zu decken vermochten. So manches Talent mag damals entmutigt den Pinsel für immer aus der Hand gelegt haben. Niemand vermag zu sagen, ob Deutschland in jener Zeit nicht um große Talente ärmer geworden ist.

Durch den Bau des Hauses der deutschen Kunst in München war fähigen deutschen bzw. europäischen Malern und Bildhauern wieder ein Ausstellungsgebäude geschaffen worden, das in der ganzen Welt Namen und Ruf besaß. Im Juli 1937 fand die Eröffnung statt, und schon weit vorher waren Mittel in einer Höhe zur Verfügung gestellt worden, daß die Ausstellung den Erlös von Millionen Reichsmark erbringen konnte und die deutschen Künstler für ihre Schöpfungen wieder Preise erhielten, die ihnen die Möglichkeit gaben, in Ruhe und ohne Sorgen um das tägliche Brot Werke von höchstem Niveau zu schaffen.

Die Anregung des Präsidenten der Reichskulturkammer an alle Bauherren, bei der Vergebung von Bauaufträgen einen angemessenen Bruchteil der Bausumme für Werke der angewandten Bildhauerei und Malerei und des Kunsthandwerks anzuwenden, war auf so fruchtbaren Boden gefallen, daß der dafür aufgewandte Betrag mehrere Millionen Reichsmark erreicht hatte. Die Heeresbauverwaltung, Reichsbahn, Reichspost, der Generalinspektor für das deutsche Straßenwesen, Städte und insbesondere die NSDAP hatten sich an dieser Aktion mit großem Erfolg beteiligt.

Das Amt für Schönheit der Arbeit hatte ebenfalls zahlreiche deutsche Künstler bei der Neugestaltung von Arbeits-, Aufenthalts- und Eßräumen in großen Werken Gelegenheit verschafft, ihr Können unter Beweis zu stellen. Durch die Veranstaltung von Kunstausstellungen in Betrieben wurden ferner durch die NS-Gemeinschaft „Kraft durch Freude“ die Beziehungen zwischen Volk und Kunst noch enger geknüpft. So wurde jenes überhebliche Wort widerlegt, daß das Volk von der Kunst nichts verstehe und die Kunst immer die Angelegenheit von wenigen bleibe.

Insgesamt wurden im Jahre 1936 60 Fabrikausstellungen mit 5,2 Millionen Besuchern durchgeführt. Auch für die Angehörigen der bildenden Kunst war eine Altersversorgung in Vorbereitung. Für sie wurde auf sozialem Gebiet in drei Jahren mehr geschaffen als vorher in 14 Jahren. Durch die „Entjudung“ des Kunstverlagswesens und des Kunsthandels wurde der Kunsthandel zu einer nationalsozialistischen Aufgabe gemacht, während er vorher lediglich eine Angelegenheit der Spekulation gewesen war. So wurde den deutschen Künstlern für ihre Arbeit auch wieder ein gerechter Lohn gesichert.

Adolf Hitler wies der deutschen Kunst, insbesondere auch der bildenden Kunst, neue Wege. Dadurch, daß er den genialsten Architekten der damaligen Zeit, den früh verstorbenen Professor Paul Ludwig Troost in München mit dem Entwurf der Parteibauten beauftragte, gab er der gesamten deutschen Baukunst eine völlig neue Ausrichtung. Heute stehen als steinerne Zeugen jener Zeit in München und Nürnberg jene Bauschöpfungen, die – aus dem Geist des Nationalsozialismus geboren – der deutschen Baukunst eine neue Blüte brachten. Allmählich hatte sich damals ein Kreis von Architekten gefunden, der in den Gedankengängen des Nationalsozialismus künstlerisch arbeitete. So wurden im nationalsozialistischen Staat den Baukünstlern wieder Aufgaben gestellt, an denen sie selbst wachsen und ihre eigenen Leistungen steigern konnten.

Bildhauerei

Gebäude von Staat und Partei, Aufmarschgelände und Plätze waren mit Figuren von teilweise monumentalen Dimensionen ausgestattet. Aber auch privatwirtschaftlich errichtete Gebäude sollten mit „Kunst am Bau“ geschmückt werden.

Die Plastiken waren durchweg figürlich, zeigten meistens Akte und bezogen sich in ihrer Formensprache direkt auf die Antike. Anders als bei der Malerei, wo man die „Entartete Kunst“ beseitigen mußte, konnte der Nationalsozialismus bei der Plastik an eine Kunstrichtung der Weimarer Zeit anknüpfen: So waren Bildhauer wie Georg Kolbe, Richard Scheibe und Fritz Klimsch schon vor 1933 als Künstler erfolgreich und fest in den Kunstbetrieb integriert.

Nach 1933 trat bei diesen Künstlern eine gewisse Wandlung ein: Die Oberflächen ihrer Aktplastiken wurden glatter, ein neues Pathos wurde spürbar, insgesamt blieben aber alle drei Bildhauer weitgehend beim Menschenmaß, was sie für die „großen Aufgaben der neuen deutschen Bildhauerei“, der monumentalen Bauplastik, weniger prädestinierte. Die Erfüllung dieser Aufgaben kam einer anderen Gruppe von Bildhauern zu, deren bekannteste Arno Breker und Josef Thorak waren: In ihren Aktplastiken steigerte sich die Formensprache zu teilweise monumentalen Ausmaßen.

Von den Plastiken, besonders den Monumentalplastiken, wurden viele zerstört oder verschwanden in Depots oder privaten Sammlungen. Etliche aber stehen nach wie vor in Museen, Parks oder auf Plätzen, ohne auf den ersten Blick als Plastik des Nationalsozialismus erkannt zu werden.

Einzelne Künstler (Auswahl)

„Das größere Opfer“ von Adolf Reich (1943)

Malerei und Graphik

Plakatkunst von Ottomar Anton

Bildhauerei

Lichtbildkunst

Weitere

Hitlers Fotoauftrag: Kunstwerke in den Kriegsjahren sichern

In den Katakomben der ehemaligen Münchner NS-Parteiresidenz lagert ein fast vergessener Kulturschatz – 40.000 Farbdiapositive – im geheimen Auftrag Hitlers entstanden. Der sogenannte Führerauftrag von 1943 sollte Hunderte von Kunstwerken in den Kriegsjahren sichern – Kunstwerke, die heute größtenteils nicht mehr existieren. Alle wichtigen Wandmalereien und Deckenfresken im gesamten Deutschen Reich sollten auf Zelluloid gebannt werden. Die Dias zeigen die Gemälde in einer für diese Zeit ungewöhnlich guten Qualität. Kunstwerke, die in den heftigsten Jahren des Zweiten Weltkrieges fotografiert und dann für immer zerstört wurden – wie auch der Keulenschlag des Herkules in der Dresdner Residenz.

1942 – der Krieg tobte: Die Zerstörungen durch Bomben der Alliierten ließen sich kaum mehr verheimlichen. Hitler besuchte im April 1943 seine Lieblingskirche im österreichischen St. Florian. Dort, unter den jahrhundertealten Deckenfresken, erörterte er mit Denkmalschützern, wie diese monumentalen Malereien konserviert werden könnten. Hitler war überzeugt. Zwei Tage später erteilte er den „Führerauftrag“. Der Befehl lautete, die Farbfotos „im Hinblick auf die durch die feindlichen Luftangriffe hervorgerufenen Zerstörungen“ anzufertigen.

In den Jahren 1943–1945 ließ Adolf Hitler vom Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda eine Fotokampagne durchführen, die gefährdete historisch und künstlerisch wertvolle Malereien und Raumausstattungen dokumentieren sollte. Unter Beteiligung fast aller prominenter Fotografen Deutschlands entstand ein einzigartiges Farbdiaarchiv zur mitteleuropäischen Wand- und Deckenmalerei. Rund 40.000 erhaltene Diapositive illustrieren Dekorationsprogramme von Bauwerken in Deutschland, inklusive Österreich, Ost- und Westpreußen, Böhmen sowie Nordmähren. Sie überliefern in hoher Qualität die letzten, oft die einzigen farbigen Ansichten bedeutender Kunstwerke vor ihrer Zerstörung oder Beschädigung im Zweiten Weltkrieg.

21. Jahrhundert

In den Jahren 2002/03 wurden sie digitalisiert und in einer Bilddatenbank zugänglich gemacht. In der Publikation „Führerauftrag Monumentalmalerei“ wurde die Entstehungs- und Überlieferungsgeschichte des „Führerauftrags“ auf der Grundlage bisher unbekannten Archivmaterials dargestellt. Fotogeschichtliche Untersuchungen, u. a. zur Entwicklung des Farbfilms im Dienste der Propaganda, ermöglichen grundlegende Erkenntnisse für zukünftige Studien zum Bildmedium der Fotografie im Nationalsozialismus.

Bildergalerie

Siehe auch

Literatur

  • Mortimer G. Davidson: Kunst in Deutschland 1933–1945 – Wissenschaftliche Enzyklopädie der Kunst im Dritten Reich – Skulpturen – Band 1, Grabert-Verlag, Tübingen, 2. Aufl. 1992 [534 S.]
  • Werner Rittich: Architektur und Bauplastik der Gegenwart, Rembrandt-Verlag, Berlin 1938 (Einige Bilder)
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