Bismarck (Film)

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FILM

Bismarck (Film).jpg
Filmdaten
Originaltitel: Bismarck
Produktionsland: Deutsches Reich
Erscheinungsjahr: 1940
Laufzeit: 114 Minuten
Sprache: Deutsch
Filmproduktion: Tobis-Filmkunst GmbH
Erstverleih: Tobis-Filmverleih GmbH
IMDb: deueng
Stab
Regie: Wolfgang Liebeneiner
Regieassistenz: Peter Pewas,
Siegfried Krügler
Drehbuch: Rolf Lauckner,
Wolfgang Liebeneiner
Produktionsleitung: Willi Wiesner
Musik: Norbert Schultze
Ton: Hans Grimm
Kamera: Bruno Mondi
Kameraassistenz: Erich Grohmann
Standfotos: Eugen Klagemann
Bauten: Erich Zander,
Karl Machus
Kostüm: Bert Hoppmann
Maske: Carl Eduard Schulz,
Ernst Schülke
Aufnahmeleitung: Georg Mohr,
Cay-Dietrich Voss
Herstellungsleitung: Heinrich Jonen,
Willi Wiesner
Schnitt: Walter von Bonhorst
Besetzung
Darsteller Rolle
Paul Hartmann Fürst Otto von Bismarck
Friedrich Kayßler König Wilhelm I.
Lil Dagover Kaiserin Eugénie
Käte Haack Johanna von Bismarck
Maria Koppenhöfer Königin Augusta
Walter Franck Kaiser Napoleon III.
Ruth Hellberg Kronprinzessin Victoria
Werner Hinz Kronprinz Friedrich
Margret Militzer Komtess Marie von Bismarck
Karl Schönböck Kaiser Franz Joseph
Günther Hadank Minister Moltke
Hellmuth Bergmann Minister von Roon
Karl Haubenreißer Rudolf von Virchow
Karl Meixner Loewe
Hans Junkermann Generalfeldmarschall Wrangel
Jaspar von Oertzen Prinz Friedrich Karl
Franz Schafheitlin Fürst Metternich
Paul Hoffmann Graf von Blome
Theodor Thony Ritter von Benedek
Bruno Hübner Graf Rechberg
Karl Fochler Graf Karolyi
Harald Paulsen Benedetti
Eduard von Winterstein General von Manstein
Otto Graf Herr von Keudell
Otto Below Lothar Bucher
Otto Gebühr König von Sachsen
Otto Stoeckel Ministerpräsident Beust
Erich Ziegel Finanzminister von Bodelschwingh
Karl-Heinz Peters Jakoby
Ingolf Kuntze Patow
Werner Pledath Sybel
Albert Venohr Gneist
Walter Werner 1. Landtagspräsident
Robert Forsch 2. Landtagspräsident
Franz W. Schröder-Schrom Generaladjutant des Königs
Bernhard Goetzke Flügeladjutant des Königs
Wilhelm P. Krüger Lakai Kuhn
Fritz Hintz-Fabricius Nigra, italienischer Gesandter
Hannsgeorg Laubenthal Großherzog von Oldenburg
Karl Morvilius Diener im Arbeitszimmer Bismarcks
Horst Lommer Korrespondet der Kölner Zeitung
Hans Hermann Schaufuß sächsische Gesandte im Bundestag
Ernst Sattler bayerische Gesandte im Bundestag
Peter Busse anhalter Gesandte im Bundestag
Karl Dannemann Adjudant des Prinzen Friedrich Karl
Arthur Fritz Eugens Wilhelm, Bismarcks Sohn
Walter Fischer Herbert, Bismarcks Sohn
Bernhard Gronau Abgeordneter im Landtag Schulze
Carl Günther österreichische Präsident im Bundestag
Fritz Hoel Großherzog von Baden
Karl Jüstel Tänzer der Kaiserin Eugénie
Wilhelm Kaiser-Heyl preußischer Minister
Alfred Karen preußischer Offizier
Kurt Kramer hannoveranische Gesandte im Landtag
Leopold von Ledebur Graf von Ellesburg, preußschischer Innenminister
Wolfgang Liebeneiner Kurier beim König von Preußen
Curt Lukas von Selchow, preußischer Landwirschaftsminister
Karl Platen Vorsitzende der Budgetkommission
Elisabeth von Rüts Dame bei der Ordensverleihung in Berlin
Werner Schott preußische Gesandte im Bundestag
Armin Schweizer württembergische Gesandte im Bundestag
Marga Riffa Königin Viktoria von England
Heinrich Schroth König von Hannover
Werner Stock Journalist
Hans Waschatko Zivilist bei der Versammlung in Frankfurt

Bismarck ist ein deutscher Spielfilm des Regisseurs Wolfgang Liebeneiner aus dem Jahr 1940. Der Film wurde vom 10. Juni bis September 1940 in Plau, Wien und Bad Gastein gedreht.

Auszeichnungen

Prädikate
  • staatspolitisch und künstlerisch besonders wertvoll
  • jugendwert

Handlung

Quelle
Folgender Text ist eine Quellenwiedergabe. Unter Umständen können Rechtschreibfehler korrigiert oder kleinere inhaltliche Fehler kommentiert worden sein. Der Ursprung des Textes ist als Quellennachweis angegeben.
Filmszene mit Paul Hartmann und Friedrich Kayßler

Im Jahre 1862 ist das in fast 40 Staaten zerrissene Deutschland in seiner Existenz zutiefst bedroht. Umgeben von den schon Nation gewordenen Großmächten, die wie England, den inneren Kampf in Deutschland durch Unterstützung der liberalistischen Kräfte zu schüren trachten, oder wie Frankreich die seit Ludwig XIV. erstrebte Rheingrenze endlich unter Napoleon III. gewinnen wollen, mißtrauen sich die Staaten des deutschen Bundes gegenseitig und neigen je nach den zufälligen verwandtschaftlichen Bindungen ihrer Fürstenhäuser zu Österreich oder Preußen, die um die Vorherrschaft in Deutschland ringen. Das Haus Habsburg beherrscht mehr Italiener, Ungarn, Rumänen, Russen, Serben, Kroaten, Tschechen, Polen und Juden als Deutsche und trachtet danach, die verlorene Kaiserkrone wiederzugewinnen, um seine Hausmachtpolitik mit deutschen Soldaten zu stützen. Preußen als reiner deutscher Staat ist seit der Revolution von 1848 durch den Streit der parlamentarischen Parteien auf den Stand eines Mittelstaates herabgesunken.

König Wilhelm I. und sein Minister Roon erkennen die Gefahr für Preußen und wollen versuchen durch eine Heeresreform wenigstens die Sicherheit Preußens nach außen wiederzugewinnen; aber der Landtag verweigert ihnen die dazu nötigen Gelder. Der dadurch entstandene Konflikt droht sich zu einer neuen Revolution zuzuspitzen. Der durch die englischen Ideale seiner Frau, der Tochter der Queen Victoria, beeinflußte preußische Kronprinz und die politisch befangene Königin stehen auf Seiten des Parlaments, so daß der König, von dem zweifachen Konflikt im eigenen Hause und im Land überwältigt, schon abdanken will. Er kann es aber in seinem soldatischem Herzen mit seinem Eid auf die Krone nicht vereinbaren, ohne das letzte Mittel zur Rettung des ihm anvertrauten Staates versucht zu haben, von seinem Posten zurückzutreten. Er gibt daher dem Rate Roons nach und beruft den einzigen Mann, dem man die Rettung zutrauen könnte, den ihm unheimlichen, als gewalttätigen Reaktionär und tollkühnen, wenn auch geschickten Diplomaten verschrienen Bismarck, als letzte Hoffnungen die Spitze des Staates.

Bismarck ist völlig anders als sein Ruf! Ein eleganter, weltgewandter Diplomat, von heiterer Überlegenheit und selbständiger Denkweise, durchschaut er die von liberalistischen Phrasen und Idealen vernebelte innere Situation und die hinter heuchlerischen Vorwänden versteckten Interessen der äußeren Feinde. Mit praktischer Vernunft, kühlem Realismus und dem unbeugsamen persönlichen Mut eines ganz seiner Sache hingegebenen Mannes geht er an seine schwierige Aufgabe. Er bietet dem Parlament Frieden, und als es ihn zurückweist, löst er es in einer dramatischen Sitzung auf! Die Folge sind maßlose Angriffe gegen ihn und den König in der Presse: er stellt die Presse unter Zensur. Der Kronprinz, die Kronprinzessin und die Königin arbeiten beim König gegen ihn: aber Bismarck überzeugt den König und dieser hält seinem Minister die Treue, der nun die inneren Reformen und die Organisation eines modernen, schlagkräftigen Heeres mit äußerster Energie betreibt. In diesem Augenblick des inneren Kampfes in Preußen hält Habsburg seine Stunde für gekommen.

Der Kaiser Franz Joseph beruft die deutschen Fürsten zu einer prunkvollen Versammlung in die alte Krönungsstadt Frankfurt, um für seine außerdeutschen Pläne die Kaiserkrone zu gewinnen. Bismarck durchschaut die Absicht. Es gelingt ihm, in schweren, nerven zerrüterten Auseinandersetzungen seinen König, der unter dem Einfluß seiner fürstlichen Verwandten nur den äußeren Vorwand, die angebliche Einigung Deutschlands sieht, von den wirklichen Gefahren, die Deutschland drohen, zu überzeugen und ihn von dem Fürstentag fernzuhalten. Dort erkennen nun auch die anderen Fürsten Habsburg wahres Gesicht, und die Versammlung geht ergebnislos auseinander. Aber schon droht eine neue Gefahr! Dänemark will die deutschen Herzogtümer Schleswig und Holstein annektieren. Die deutschen Staaten wagen nicht einzugreifen, da Dänemark von England geschützt wird. Bismarck macht sich durch einen Vertrag mit Rußland den Rücken frei und gewinnt den Gegner Österreich für die Befreiung Schleswig-Holstein, aber über die Verwaltung der eroberten Gebiete kommt es zu Differenzen. Habsburg will dort einen ihm ergebenen Fürsten einsetzen, um Preußens Nordgrenze zu beherrschen, Bismarck vereitelt diesen Plan; aber beide, Österreich wie Preußen, erkennen, daß eine Auseinandersetzung um die Vorherrschaft in Deutschland unvermeidlich sein wird. Habsburg bietet dem Kaiser Napoleon für ein Bündnis gegen Preußen die Rheingrenze. Bismarck weiß, daß die Feindschaft mit Habsburg und Napoleon den Untergang Preußens besiegeln und den endgültigen Verlust uralten deutschen Landes zur Folge haben würde. Es gelingt ihm, Napoleon zur Neutralität zu bewegen. Als er durch Italien eine österreichische Armee an den Alpen festgehalten weiß, sein Antrag auf eine Reform des deutschen Bundes die deutschen Fürsten zur endgültigen Stellungsnahme gezwungen hat und der König endlich unter dem Eindruck einer habsburgischen Vertragsverletzung zum Kriege bereit ist, sieht Bismarck sich seinem Ziele, der Lösung der deutschen Frage, nahe.

In diesem Augenblick verübt der englische Jude Cohen-Blind ein Attentat auf ihn. Sein Revolver trifft Bismarck zweimal; aber wie durch ein Wunder bleibt er unverletzt. In raschen Schlägen überwinden die Preußen die habsburgische Armee durch die Vernichtungsschlacht von Königgrätz. Nun sind alle früheren Gegner Bismarcks von der Richtigkeit seiner Politik überzeugt; aber der König und seine siegreichen Generäle, die er zu diesem Triumph geführt und gezwungen hat, wollen den Krieg weiterführen, um Österreich als Brudervolk und die deutschen Staaten für die neue Reichsidee gewonnen werden müssen. Doch man hört nicht auf ihn. Er ist der Verzweiflung nahe. In diesem Augenblick erkennt der Kronprinz, sein früherer erbitterter Gegner, die Größe der Bismarckschen Idee und unterstützt ihn beim König. Dieser begreift zwar Bismarck nicht, aber er unterwirft sich schließlich, wenn auch widerstrebend, dem Größeren. Bismarck entwirft ihm das Bild einer glänzenden Zukunft, und wir sehen – wie sich diese Prophezeiung im Spiegelsaal von Versailles bei der Kaiser-Proklamation unter dem Jubel der Soldaten, dem Donner der siegreichen Kanonen und dem Geläut der Friedensglocken erfüllt.


Anmerkungen

Dr. Goebbels wollte im ersten Kriegsjahr einen Film entstehen lassen, der eine berühmte Führungspersönlichkeit zeigt, nach Möglichkeit einen friderizianischen. In mehreren Besprechungen mit dem Tobis-Produktionschef von Demandowisky einigte man sich schließlich auf Bismarck. Es sollte aber nicht der Rücktritt dargestellt werden, sondern der Ausbruch des Deutschen Krieges von 1866, weil dies die einsame Größe des Genies darstelle und einen aktuellen Bezug zum Jahre 1940 habe.

Gedreht wurde vom 10. Juni 1940 bis zum September 1940 in Plau, Wien und Bad Gastein. Uraufführung war am 6. Dezember 1940 in Berlin, Ufa-Palast am Zoo. Der Film wurde von der alliierten Militärregierung verboten, nach der Gründung der Bundesrepublik Deutschland aber von der FSK (FSK-Prüfungen am 26. November 1980 und 18. November 1996) nicht als Vorbehaltsfilm eingestuft. Als Fortsetzung wurde zwei Jahre darauf der Film „Die Entlassung“ gedreht.

Kritiken

  • „Männer machen die Geschichte! Diese These, die in unserem Zeitalter zur lebendigen Erkenntnis wurde, erhärtet der neue Bismarck-Film. Bewußt wurde von den beiden Autoren Wolfgang Liebeneiner und Rolf Lauckner auf einen biographischen Abriß verzichtet. Die epochale Einmaligkeit des Genius herauskristallisieren, stand im Vordergrund der dramaturgischen Anlage des Drehbuchs. Vier Jahre, die den kritischen und bewegtesten der preußischen Geschichte gehören, sind herausgegriffen, um die geschichtemachende Persönlichkeit in ihrer unerhörtes Initiative und Aktivität zu zeigen. Die Zeit von 1862 bis 1866 rollt vorüber, an deren Anfang Preußens Lage in- und außenpolitisch hoffnungslos schien, bis Bismarck kam; aufräumte, Weg und Ziel ließ. Vier Jahre, in denen Weltgeschichte gemacht wurde. Indem Habsburgs Vorherrschaft gebrochen, Preußens Macht gestärkt und die Einigung Deutschlands eingeleitet wurde. Vier Jahre, in denen sich Bismarck mit dem Parlament herumschlagen, den Einfluß der Familienmitglieder des Königs ausschalten und ein Staat gegen den anderen mit diplomatischer Geschicklichkeit ausgemustert. Ein Leben des aufreibenden Kampfes zieht dramatisch vorüber. Die Autoren haben es meisterhaft verstanden, Geschichtsvorgänge zu verlebendigen und die großen Entscheidungen auf wesentliche Szenen und Dialoge zu konzentrieren. Die kriegerischen Ereignisse, die Auseinandersetzung mit Dänemark und mit Österreich, werden nicht in ausladenden Schlachtenbildern gezeigt. Die erste Unternehmung blendet nur in illustrativen Versionen auf, und die Schlacht bei Königgrätz erließ man im Kreise der führenden Persönlichkeiten vom Feldherrnhügel aus, wo alles gespannt auf das Eintreffen der Armee des Kronprinzen wartet, der die Entscheidung bringen soll. Das Schicksal Preußens, das hier militärisch auf dem Spiele steht, spiegelt sich in einigen wenigen Szenen wider. Das ermöglicht optisch weit stärkere Spannungssteigerungen, als indifferente wildbewegte Schlachtenbilder.“[1]
  • „Historisch-biographischer Film über die Berufung Otto von Bismarcks zum preußischen Ministerpräsidenten 1862 bis zum Vorfrieden vom Nikolsburg 1866, um an dieser Epoche den genialen Diplomaten und ‚eisernen Kanzler‘ zu porträtieren, dem allein die Reichsgründung 1871 zu verdanken sei. Bei sorgfältiger Darstellung war dies ein Versuch, Entwicklungslinien bis zu Hitler zu konstruieren.“[2]
  • „Bismarck erscheint als makelloser Held, der seine Gegenspieler Napoleon (W. F.) und Kaiser Franz Joseph (K. S.) mühelos überspielt und eigentlich nur den blinden Unverstand preußischer Liberaler zu fürchten hat. Seine einsamen Entschlüsse werden verherrlicht, seine innenpolitischen Gegner karikiert und verkleinert. Das große Werk, das er geschaffen hat, rechtfertigt ihn.“[3]

Filmplakate

Der Film

Verweise

Fußnoten

  1. Film-Kurier, Nr. 161, 16. Juli 1940
  2. Film-Dienst
  3. Reclams Filmführer, 1982