Identitäre Bewegung

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Die Identitäre Bewegung ist eine einwanderungs- und islamkritische, pro-europäische, nach eigener zeitgeistdienerischer Aussage auch „antirassistische“ politische Bewegung in Deutschland. Sie ist Teil eines europaweiten Netzwerkes, welches sich auf die jeweiligen volkseigenen Wurzeln und Traditionen beruft. Die Bewegung vertritt die politische Idee des Ethnopluralismus und zählt zur Neuen Rechten. Seit dem 11. Juli 2019 wird die Identitäre Bewegung Deutschland (IBD) vom „Bundesamt für Verfassungsschutz“ als „rechtsextrem“, d. h. als ein Gegner der diktatorischen vaterlands- und volksfeindlichen Hegemonie in der BRD eingestuft und ist einer entsprechend verstärkten politischen Verfolgung ausgesetzt.

Erkennungssymbol der Identitären Bewegung – das Lambda

Geschichte

Die Identitäre Bewegung ist aus dem französischen „Bloc Identitaire“ und dessen Jugendorganisation „Génération Identitaire“ entstanden. Die französischen Identitären besetzten im Oktober 2012 ein Moscheedach in Poitiers.

Als deutsche Vordenker, welche die Etablierung der Identitären Bewegung in Deutschland vorantrieben, gelten der Verleger und „Junge-Freiheit“-Autor Götz Kubitschek sowie der Chefredakteur der Jugendzeitschrift „Blaue Narzisse“, Felix Menzel. Der österreichische Aktivist Martin Sellner aus Wien, der mit Kubitschek in Kontakt steht, ist für die Öffentlichkeit – mit seinem professionellen Aktivismus und seiner hohen rednerischen Begabung – der wohl wirkmächtigste einzelne Akteur der Bewegung. In Österreich ist die Identitäre Bewegung besonders stark, im übrigen in den Bundesländern der ehemaligen DDR.

Am 10. Oktober 2012 wurde eine deutschsprachige Gruppe auf Facebook gegründet. Die Facebookseite der Identitären Bewegung Deutschland wurde im Dezember 2012 zwangsweise gelöscht, die Seite hatte zu dem Zeitpunkt fast 5.000 „Gefällt-mir“-Klicks erreicht. Daraufhin wurde eine neue Facebookseite eingerichtet. Mit Stand März 2018 gab es Facebookseiten der jeweiligen Landesgruppen von sämtlichen Bundesländern der BRD und Ortsgruppen in den wesentlichen Städten und Regionen Deutschlands, die zu Stammtischen sowie sonstigen Treffen und Aktionen zusammenkommen. Es folgten jedoch erneut Zensurmaßnahmen in den sozialen Netzwerken.

Aktionsformen

Identitärer Aufkleber bzw. T-Hemd-Aufdruck

Die Idee der Identitären wird hauptsächlich im Weltnetz verbreitet, durch soziale Netzwerke, eigene Netzpräsenzen oder dazugehörige Netztagebücher, zudem wirbt sie mit Plakaten, Aufklebern und direkten Aktionen. Gewählt werden Aktionsformen der sogenannten Spaßguerilla. Im März 2010 suchte ein Trupp von französischen „Identitären“ eine Filiale der Restaurantkette Quick auf, in der „Halal-Burger“ verkauft werden. Sie waren mit Schweineköpfen maskiert und trugen Schilder mit der Aufschrift „Ich bin ein dummes Schwein“. Die erste vergleichbare Aktion dieser Art in der BRD führten die Nationalen Sozialisten Rostock am 10. August 2012 durch, als diese auf „Hardbass“ tanzend mit Masken verkleidet mehrere Minuten durch Rostock tanzten.[1] Mit derselben Musik und diversen Parolen umzingelten daraufhin im Oktober die „Identitären Wien“ das deutschfeindliche Caritas-Treffen „Tanz für Toleranz“, bevor vier Wochen später fünf Personen mit dieser Aktionsform die Eröffnungsveranstaltung der ebenfalls deutschfeindlichen und immigrationistischen „interkulturellen Wochen“ in Frankfurt am Main störten.

Politische Standpunkte

Identitäre besetzen das Brandenburger Tor in Berlin und hissen Spruchbanner (27. August 2016).[2]
Identitärer Karneval 2016 im Harzvorland

Die Identitäre Bewegung richtet sich gegen Zuwanderung, Immigrationismus, Geschlechtergleichschaltung, Multikulturalismus und die Islamisierung Europas. Zudem werden der Kommunismus, der Nationalsozialismus und der Sozialismus abgelehnt. Für den 27. und 28. August 2016 hatte das regierungsamtliche Berlin zu einem sogenannten „Tag der offenen Tür der Bundesregierung“ eingeladen (Einladung des Bundeskanzleramts, des Presse- und Informationsamts und der Bundesministerien). Circa 15 Aktivisten der IB kletterten am Samstag (27. August 2016) mit Klettergurten und einer Leiter über ein Nebengebäude auf das Brandenburger Tor, um ihre Fahne zu präsentieren und ihr Markwort „Grenzen schützen – Leben retten!“ großflächig auf einem Transparent zu entrollen. Sie wurden mit großem Sicherheitsaufgebot festgenommen. Götz Kubitschek äußerte anschließend öffentlich seine Verwunderung darüber, daß die Junge Freiheit über Kundgebungen der IB noch nie berichtet habe. Zu der hysterischen Medienkampagne anderer Organe, die daraufhin entbrannte – und in der stets von „Rechtsradikalen“ die Rede war –, führte Kubitschek in einem Aufruf in der Sezession im Netz aus:

„Die Neue Rechte und die IBD sind nicht der Streßtest für diese Demokratie, sondern ihr Prüfstein, und zwar ebenso, wie die AfD das auf der Parteiebene ist. Die Frage lautet: Wie wird mit unseren intelligenten und maßvollen Widerstandsmilieus umgegangen? Unsere Kritik am anmaßenden Ausmaß der Herrschaft der Altparteien ist ja weit verbreitet. Man muß die Macht und damit den Machtmißbrauch dieser machthungrigen Apparate begrenzen, man muß klarstellen: Der Staat gehört nicht den Parteien. Sie und andere Lobbyorganisationen haben sich den Staat zur Beute gemacht, der selbst aber niemals pars sein darf, sondern Ordnungsgröße und Schutzmantel für jedermann sein muß. Ich kann nun an Parolen wie ›Sichere Grenzen – sichere Zukunft‹ nichts rechtsradikales entdecken. Das ist vielmehr die Parole eines Minimalkonsenses, ist der Versuch, die Wirklichkeitsbeschreibung vom Kopf auf die Füße zu stellen und dem Selbstverständlichen zu seinem Recht zu verhelfen.“[3]

Ursache für Mißstände

Im Gegensatz zu anderen Bewegungen, etwa den Pro-Bewegungen (Pro Deutschland, Pro Köln usw.), welche sich auf das Feindbild des Islams eingeschworen haben, werden bei den Identitären nicht die zugewanderten Fremden als das vorrangige Problem gesehen, sondern deren Hereinschaffung als völlig Entwurzelte lediglich als dessen Symptom. Die Ursache für die bedrohte Lage Europas wird in der einheimischen Bevölkerung selbst gesehen, die dabei ist, sich selbst immer mehr aufzugeben:

„Was ist die Ursache unseres ethnokulturellen Selbstmordes? Was sind die Ursachen der deutschen und europäischen ›Selbstabschaffung‹? Klarerweise sind das nicht die islamischen Zuwanderer, die in das demographische Vakuum dringen. Wenn ihr die wahre Ursache von Deutschlands und Europas Misere sehen wollt, dann schaut in den Spiegel! All die Verheerungen und Entfremdungen der heutigen Zeit sind Symptome eines Identitätsverlustes und einer Krankheit am eigenen Ich und am gemeinsamen Wir. Es ist ein geistiges Problem, ein manischer Selbsthass und eine neurotische Angst davor, die identitäre Frage anzusprechen, die uns in die Islamisierung und damit den Untergang treiben. Es ist die herrschende Ideologie, die Political Correctness, die uns wie ein Äther umgibt, so allgegenwärtig, dass man sie fast nicht mehr definieren und anvisieren kann.“[4]

Die Islamisierung wird, wenngleich sie deutlich abgelehnt wird, somit weniger als Angriff einer aggressiven Fremdmacht gesehen, sondern lediglich als natürliche Folge des in Europa entstandenen Machtvakuums und der spirituellen Verblendung.

Ethnopluralismus

Karikatur aus Junge Freiheit 2019 zur Doppelmoral der Medien bezüglich der Identitäre Bewegung und Extinction Rebellion

Die Bewegung vertritt den Standpunkt des Ethnopluralismus, bei dem es das Ziel ist, die jeweils eigene ethnokulturelle Identität zu bewahren (und dies auch fremden Identitäten uneingeschränkt in deren Kulturraum zuzugestehen). Die Identität wird damit nicht nur kulturell oder geisteswissenschaftlich begründet, sondern durchaus auch ethnisch:

„Identitär zu sein bedeutet für uns, mit vollem Einsatz für den Erhalt unserer ethnokulturellen Identität einzutreten. Unsere Identität ist für uns das Zusammenspiel aus unserer tradierten Kultur, unserem Bewusstsein, eine homogene, verwandte Gemeinschaft zu sein sowie der gemeinsamen Erinnerung an ihren Weg durch die Zeit. Diese Identität wird lebendig durch unseren Willen, sie auch in die Zukunft fort zu tragen. Sie ist ein dynamischer Prozess, eine Geschichte, in die wir immer schon einbettet sind und die immer schon unsere Perspektive auf die Welt prägt. Sie ist kein hermetisch versiegelter Zirkel, sondern lebte und lebt im und vom Austausch. Doch das was sie ausmacht und was uns als Deutsche von allen anderen unterscheidet, ist eben die kulturelle und ethnische Substanz, die sich über Jahrtausende hinweg, über verschiedene Staats- und Erscheinungsformen erhalten hat.“[5]

Als oberstes Ziel wird daher genannt, die bisherige Vielfält der Völker und Kulturen zu erhalten:

„Diese Vielfalt bildet den wahren Reichtum der Erde und zeichnet den Menschen als differenziertes Kulturwesen aus. Sie zu erhalten ist das oberste Ziel der Identitären, das Respekt vor dem Anderen und Einsatz für das Eigene gebietet.“[5]

Aus diesem Grund wird die Remigration von nicht anpassungswilligen Einwanderern angestrebt.[6] Zudem wird die Globalisierung abgelehnt, da sie der eigentlichen kulturellen Vielfalt strikt entgegenläuft und eine Vereinheitlichung, Nivellierung, Durchmischung und Dekonstruktion von allem anstrebt (→ NWO).

Ablehnung des Rassegedankens und Antijudaismus

Die Bewegung sagt von sich selbst, daß sie zu „0 % rassistisch“ sei, ihr ethnopluralistisches Denken nichts mit Rassismus zu tun habe. Die Rassenlehre selbst wird abgelehnt, da man sie vor allem als ideologisch gefärbt betrachtet:

„Die ethnokulturelle Identität ist nicht mit dem Begriff der Rasse gleichzusetzen. Wir halten die unzähligen Rassentheorien des 20. Jahrhunderts für unzureichende und willkürliche Relikte eines Einteilungswahns, der meist von eigenen Überlegenheitsgefühlen getragen war.“[5]

Man sollte diese Meinung jedoch nicht mit dem linken Konzept des sogenannten „Antirassismus“ in Verbindung bringen. Jedoch ist darauf hinzuweisen, daß mit der Betonung der Ablehnung „rassistischen“ Gedankengutes die Bewegung einer weit verbreiteten Mode folgt und keinen eigenen Weg geht. Möglicherweise erhofft man sich durch die wiederholte Betonung dieser Abgrenzungsfloskel, ein breiteres Publikum anzusprechen.

In einer Stellungnahme aus dem Jahr 2016 betonte die Identitäre Bewegung, daß sie jeglichen „Antisemitismus“ grundsätzlich ablehne und propagiert ein „christlich-jüdisches Erbe“.[7]

Kritik

Vom Nationalen Widerstand wird die Gruppe kritisiert, weil ihr politisches Grundkonzept zu mager sei und sie sich der Kampfbegriffe der politischen Linken (z. B. „Rassismus“ und sogar „Migrationshintergrund“) bediene. Zudem sei nicht klar, wie das Staatskonzept der Identitären aussehen solle und ob sie das deutschfeindliche System der BRD beibehalten wollten. Daß die Identitären die Zusammenarbeit mit anderen volkstreuen Kräften verweigern, rief mit gewisser Berechtigung den Vorwurf der Spaltung hervor.

Außerdem bezieht die Gruppe ihr Feindbild äußerlich eben doch aus der islamischen Einwanderung, jedoch nicht bei denen, die dafür verantwortlich sind, was sich in dem pro-israelischen und pro-jüdischen Leitgedanken der Identitären widerspiegelt. Das entschiedene Bemühen der IB, mit allen Proklamationen strikt auf polit-korrektem Terrain zu verweilen, hat wenig gefruchtet, da beispielsweise die Jugendorganisation der Alternative für Deutschland („Junge Alternative“, JA) im Juli 2016 jegliche Zusammenarbeit mit der Identitären Bewegung aufkündigte und den eigenen Mitgliedern zukünftig verbietet.[8]

Erkennungszeichen

Das Erkennungszeichen der Identitären Bewegung ist dem elften Buchstaben des alt- und neugriechischen Alphabets entnommen, dem Lambda (L). Dabei handelt es sich um den Anfangsbuchstaben der griechischen Region Lakonien, der Heimat der Spartaner. Das Lambda war zugleich auch das Zeichen der Hopliten, einer schwerbewaffneten Einheit im griechischen Altertum, der eine wichtige Rolle auf dem Schlachtfeld zukam. Bekannt waren sie für die Kampftechnik der geschlossenen Kampffront (Phalanx). Das Lambda soll auf dem Schild der spartanischen Kämpfer zu sehen gewesen sein, als sie ihre Heimat gegen das Eindringen der Perser in der Schlacht bei den Thermopylen verteidigten.

Zitate

  • „Jeder sollte sich einmal selbst die Frage stellen: Was willst Du eigentlich am Ende mit deinem Vermögen, deiner Ausbildung, deinem Lebenslauf, deinem ›untadeligen Ruf‹ in einer multikulturellen Hölle anfangen, in der du selbst zur Minderheit gehörst?“Martin Sellner[9]
  • „Die westlichen Staaten sind von einer in sich antistaatlichen, suizidalen Ideologie in Geiselhaft genommen. Wenig unterscheidet Merkels Selbstverständnis vom temporären Nationalstaat der Marxisten. Deutschland ist Platzhalter der kommenden, liberalkapitalistischen Weltrepublik; der Menschheit, in der am Ende ohnehin alles aufgehen wird. Seine Aufgabe ist die historisch verschuldete Selbstaufopferung für dieses Ziel. Die gesamte geistige Elite steht bis auf wenige Ausnahmen hinter diesem Wahnsinn. Je höher die Bildung, je höher die gehorteten Bücherstapel, je tiefer die Denkfalten und je dicker die Lesebrillen, desto linker und multikulturalistischer. Das ist die traurige statistische Wahrheit über die ›Intelligenz‹ Deutschlands und Europas. Diese Lage, aus der nur wenige Einzelne als Ausnahmen hervorstechen, ist nicht Ergebnis einer ›Verschwörung‹ oder ›Reeducation‹, sondern der noch immer ausstehenden Überwindung und Verwindung der abendländischen Philosophiegeschichte. Das revolutionäre Potential einer konservativen Revolution liegt in den Kräften, die noch unverbildet sind und die konkrete Ordnung bejahen: im Volk. Es ist ein Aufstand des Volks gegen seine Elite. Er steht und fällt meiner Ansicht nach damit, ob es gelingt, diese Elite als Feindbild von Staatlichkeit und Ordnung an sich zu isolieren. Es gilt dabei als Faustregel, nicht gegen den Staat und seine Ordnungskräfte, sondern als Ersatz und Avantgarde in die Lücken seiner Macht zu treten, in die bereits heute das Chaos und die Gewalt dringen.“ — Martin Sellner[10]
  • „In aller Arroganz und in Verkennung der Lage vermeint das Establishment, den ausgelösten Sortierungsvorgängen in Politik und Gesellschaft nach Belieben Einhalt gebieten zu können oder sie im Griff zu haben. Aber dem ist nicht so [...]. Pegida, AfD, Identitäre, das ganze publizistische und metapolitische Netzwerk – das alles hat Schockwellen ausgelöst, und weil ein Schock nicht ewig dauert, meinen die Leute vielleicht, es sei ausgestanden. Sie haben keine Ahnung. Sie wissen nicht, was es bedeutet, wenn das Paradigma, die Erzählweise, die Sprechgewohnheiten ins Rutschen geraten, und jeder Einzelne sich neu sortiert. Manchen geschieht das nicht rasch genug, andere wehren sich verzweifelt dagegen, dritte beobachten sich verwundert, belustigt, ernsthaft selbst bei diesem Vorgang. Aber egal, wie wir ihn wahrnehmen und beschreiben: Er läuft ab.“Götz Kubitschek[11]

Siehe auch

Kampagnen

Literatur

  • Markus Willinger: Die identitäre Generation – Eine Kriegserklärung an die 68er, Arktos Media Ltd., London 2013, ISBN 978-1907166402
  • Daniel Friberg: Die Rückkehr der echten Rechten – Handbuch für die wahre Opposition, Arktos Media, London 2015, ISBN 978-1-910524-56-5, Buchvorstellung
  • Zeiten des Wandels – Beiträge zur Reconquista, 2017
  • Martin Sellner: Identitär! Geschichte eines Aufbruchs, Verlag Antaios, Schnellroda 2017, ISBN 978-3-944422-94-7
  • Julian Langness:
    • Identity Rising: How Nationalist Millennials Will Re-Take Europe, Save America, And Become The New 'Greatest Generation'. Independently published, 2018, ISBN 978-1980461067 [335 S.; auch als E-Book] – thematische Beziehung zum Identitären
    • Fistfights With Muslims In Europe: One Man's Journey Through Modernity. ES Linden Co., 2016, ISBN 978-0998267609

Verweise

Fußnoten