Nixon, Richard

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Richard Nixon

Richard „Dick“ Milhous Nixon (Lebensrune.png 9. Januar 1913 in Yorba Linda, Kalifornien; Todesrune.png 22. April 1994 in Neu York) war ein amerikanischer Jurist und Politiker (Republikanische Partei), sowie später der 37. Präsident der VSA (1969-1974).

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Komikerlegende Bob Hope und Vizepräsident Nixon golfen
Richard Nixon am 20. Januar 1969, dem Tag der Amtseinführung, bei seiner Antrittsrede, wobei das wichtigste Thema der Krieg in Vietnam war.
VS-Präsident Richard Nixon und Elvis Presley im Oval Office des Weißen Hauses zur Wintersonnenwende am 21. Dezember 1970; rechts: der Jurist und Stabsmitarbeiter Egil „Bud“ Krogh, Jr., der das Treffen organisierte.

Herkunft

Richard Milhous Nixon stammte aus dem kalifornischen Yorba Linda. Er war der zweitälteste von fünf Söhnen eines eher glücklosen Zitrus-Farmers, der sich später auch als Tankstellenbetreiber und Kolonialwarenhändler versuchte. Seine Mutter Hannah, eine deutschstämmige und strenggläubige Quäkerin, hatte jeden ihrer Söhne nach einem englischen König benannt, Richard nach „Löwenherz“. Als Nixons Familie mütterlicherseits im 16. Jahrhundert aus religiösen Erwägungen von Deutschland nach England auswanderten, änderte sie ihren Nachnamen von Milhausen in Milhous. Nixon war noch ein Kind, als die Familie in das 20 km von Los Angeles entfernte Whittier umzog. Zwei seiner Brüder, Harold, der älteste, und Arthur starben schon im Knabenalter an Schwindsucht und Hirnhautentzündung. Seine Mutter hat Nixon zeitlebens sehr verehrt.[1]

Ausbildung

Richard Nixon mußte sich sein Studium am Whittier-College (Bachelor of Arts-Examen 1934) und an der Rechtsfakultät der Duke-Universität (juristischer Bachelor-Grad 1937) selbst erarbeiten. Für ein Studium an einer der Eliteuniversitäten wie Harvard oder Yale fehlte dem Musterschüler das Geld.[2]

Wirken

Ab 1937 praktizierte Richard Nixon als Rechtsanwalt, erst in seiner Heimatstadt, dann bis 1942 in Whittier. 1942 arbeitete er noch kurze Zeit als Staatsanwalt in Washington, trat dann in die Marine ein und nahm vier Jahre im Südpazifik, zuletzt als Fregattenkapitän, am Krieg teil.

Politisch wurde Nixon nach dem Krieg in der republikanischen Partei aktiv. Er saß 1947-1950 für Los Angeles im amerikanischen Repräsentantenhaus, anschließend war er bis 1953 kalifornischer Senator in Washington. Bekannt wurde er damals besonders durch seinen rigorosen Kampf gegen den Kommunismus und um die Eliminierung unzuverlässiger Elemente aus der Regierung. Zwei die politische Bewegungsfreiheit der Kommunisten stark einschränkende Gesetze wurden im wesentlichen von ihm angeregt. Besonderes Aufsehen erregte er durch seine schließlich von Erfolg gekrönten Bemühungen, in der bekannten Spionage-Affäre um Alger Hiss das belastende Material für die Eröffnung eines Verfahrens zu sammeln. Der „demagogische Eifer“, den Nixon damals ähnlich wie der Leiter des „Senatsausschusses gegen antiamerikanische Umtriebe“, Senator Joseph McCarthy, entwickelte, und ein Korruptionsfall, den man ihm anzuhängen versuchte, wirkten mit, ihn der amerikanischen Öffentlichkeit vorübergehend verdächtig zu machen, doch konnte er mit seiner berühmten „Checkers“-Rede am 23. September 1952 im Fernsehen (seine Frau Pat und sein Hund „Checkers“ an seiner Seite) wieder Boden bei der Wählerschaft gutmachen.[2]

1952 auf dem Parteitag der Republikaner als zweiter Mann neben Dwight D. Eisenhower für die Präsidentschaftswahlen nominiert, wurde Nixon am 4. November 1953 schließlich zum Vizepräsidenten gewählt. Entgegen alter Tradition zog Präsident Eisenhower Nixon weitgehend zur Regierungsarbeit heran. Nixon nahm an den Kabinettssitzungen und denen des Nationalen Sicherheitsrates teil und fungierte als Verbindungsmann des Präsidenten zum Kongreß. Darüber hinaus gelang es ihm, sich auf zahlreichen Auslandsreisen als kompetenter Außenpolitiker zu profilieren. 1957 wurden Eisenhower und Nixon wiedergewählt. Als sich Eisenhowers Gesundheitszustand zu verschlechtern begann, nahm Nixons Rolle in der Administration noch weiter zu. An außenpolitischer Bedeutung gewann er vor allem nach dem Ausscheiden von Außenminister Dulles. Im Sommer 1959 besuchte er sehr erfolgreich die Sowjetunion. Auf einer amerikanischen Küchen-Ausstellung in Moskau führte er damals ein spektakuläres Streitgespräch mit Nikita Chruschtschow, das als „Küchendebatte“ berühmt wurde. Aufsehen erregten Ende Oktober 1960 in der Bundesrepublik Äußerungen Nixons, in denen er die Oder-Neiße-Grenze als unabänderlich bezeichnete.

1960 von den Republikanern als Präsidentschaftskandidat nominiert, verlor Nixon die Präsidentschaftswahlen des 8. November 1960 mit 34.109.398 gegen 34.221.355 Stimmen sehr knapp gegen den demokratischen Präsidentschaftskandidaten John F. Kennedy (Wahlmännerverhältnis aber 300 zu 223). Daraufhin kehrte er nach Kalifornien zurück und trat als Teilhaber in die Anwaltsfirma Adams, Duque and Hazeltine in Los Angeles ein. Von 1963-1967 arbeitete er mit großem Erfolg als Anwalt in Neu York.

Als Nixon im November 1962, vor seinem Weggang aus Kalifornien, auch bei der Nominierung für die Gouverneurswahlen von seinem Gegner Brown geschlagen wurde, schien dies das Ende seiner politischen Karriere zu bedeuten, doch erhielt Nixon bereits 1964 die Möglichkeiten zu einem „Comeback“, als Barry Goldwater nach seiner schweren Niederlage bei den Präsidentschaftswahlen resignierte und seinen Anhängern die Unterstützung Nixons empfahl. Richard Nixon begann mit einer energischen Reorganisierung der stark zerstrittenen „Grand Old Party“. Auf zahlreichen Informationsreisen im In- und Ausland, die ihn u. a. auch in die Sowjetunion, Westeuropa (auch Bonn) und Lateinamerika führten, arbeitete er an seinem politischen Renomee. Am 8. August 1968 nominierte ihn der Parteitag der Republikaner in „Miami Beach“ erneut als Präsidentschaftskandidaten. Innerparteiliche Konkurrenten wie Gouverneur Rockefeller von Neu York und Gouverneur Reagan von Kalifornien hatten zu lange mit einer eigenen Kandidatur gezögert, um noch Aussichten auf eine Nominierung zu haben. Am 5. November 1968 siegte Nixon in einem Kopf-an-Kopf-Rennen über seinen demokratischen Gegenspieler Hubert Humphrey mit 31.770.237 gegen 31.270.533 Stimmen (aber 302 Elektoren gegen 191) und wurde am 20. Januar 1969 der 37. Präsident der VSA. Nixons Sieg war u. a. Ergebnis einer wachsenden Desillusionierung der amerikanischen Bevölkerung über den Fortgang des Vietnamkrieges unter der bisherigen Regierung Lyndon B. Johnsons, aber auch der Kandidatur eines dritten Präsidentschaftsbewerbers, des Gouverneurs von Alabama George C. Wallace, die den Demokraten Stimmen entzog.[2]

Die Domäne des neuen Präsidenten war unzweifelhaft die Weltpolitik, wobei er sich gleichermaßen als strategisch denkender Machtpolitiker, wie außenpolitischer Visionär zeigte. Nachdem sich auch nach einer Phase der Eskalation die Erfolgsaussichten des amerikanischen Engagements in Vietnam nicht besserten und der Widerstand im eigenen Land gegen den Vietnamkrieg zunahm, leitete Nixon mit Hilfe seines Sicherheitsberaters und späteren Außenministers Kissinger Waffenstillstandsverhandlungen, den Rückzug der amerikanischen Truppen und damit das Ende des Krieges ein. Obwohl er seine politische Karriere als „Kommunistenjäger“ begonnen hatte, hob er durch seinen Peking-Besuch im Februar 1972, bei dem er auch mit Mao Tse-tung konferierte, die Isolation Chinas auf und begann mit der Sowjetunion eine Politik der „detente“, die durch den Abschluß von Rüstungskontrollverträgen beim Gipfeltreffen in Moskau vom 22.- 29. Mai 1972 (SALT-Abkommen) auch greifbare Erfolge feierte. Israel bewahrte er im Oktoberkrieg 1973 durch Waffenlieferungen vor einer drohenden Niederlage, Kissingers Reise-Diplomatie entspannte danach die Beziehungen zu den arabischen Nationen.

Wie für seinen Vorgänger Johnson war auch für Nixon der Vietnamkrieg, den zu beenden er im Wahlkampf versprochen hatte, das schwerste politische Problem. Bis Ende 1968 hatten die VSA 543.000 Soldaten in Süd-Vietnam stationiert, doch war es den nordvietnamesischen Truppen und den Vietcong-Verbänden trotz schwerster Bombardements durch die VSA immer wieder gelungen, das strategische Gleichgewicht herzustellen. Vor allem die sogenannte „Tet-Offensive“ Nord-Vietnams im Januar 1968, die den Eindruck einer militärischen Pattsituation verstärkte, förderte auf beiden Seiten die Verhandlungsbereitschaft. Bereits Mitte Mai 1969 legte Nixon als Antwort auf einen Plan des Vietcong vom 8. Mai 1969 einen detaillierten Vietnam-Friedensplan vor, der aber von Hanoi nicht honoriert wurde. Nach Besprechungen mit Südvietnams Staatspräsident Van Thieu auf der Insel Midway gab Nixon im Juni des gleichen Jahres erstmals den Abzug von 25.000 US-Soldaten innerhalb des nächsten Monats bekannt. Kurz darauf präsentierte er auf einer Pressekonferenz sein Konzept einer „Vietnamisierung“ des Krieges, das den stufenweisen Abzug der amerikanischen Truppen und die Übertragung der Kriegsführung in die alleinige Verantwortung Süd-Vietnams vorsah.[2]

Der schrittweise Rückzug bedeutete allerdings noch nicht das Ende des militärischen Engagements der VSA. Um den Nachschub für die nordvietnamesischen Truppen und der Vietcong-Verbände zu unterbinden und den Abzug der VS-Streitkräfte auszugleichen, befahl Nixon unter Umgehung des Kongresses - und vor allem auf Anraten von Henry Kissinger - national und international höchst umstrittene Vorstöße in das neutrale Kambodscha (1970) und nach Laos (1971), sowie erneute Luftangriffe gegen nordvietnamesische Ziele (ab April 1972) und die Verminung deren Häfen. Letzteres sollte Nord-Vietnam in den von Sicherheitsberater Kissinger mit Le Duc Tho eingeleiteten Gesprächen zu Zugeständnissen zwingen. Als besonders verheerend erwiesen sich die von Nixon am 18. Dezember 1972 angeordneten Bombenangriffe auf Nord-Vietnam. Nach langwierigen Verhandlungen vereinbarten Kissinger und Le Duc Tho im Januar 1973 einen Waffenstillstand, der von der Pariser Vietnamkonferenz bestätigt wurde. Die amerikanischen Bodentruppen hatten sich bis 1973 aus Süd-Vietnam zurückgezogen, die amerikanische Beteiligung am Vietnamkrieg war damit offiziell beendet, wenn auch noch eine kleines Restkontingent von VS-Militär sich im Land aufhielt. Trotz weiterer militärtechnischer und wirtschaftlicher Hilfe durch die VSA wurde Süd-Vietnam im Rahmen einer Großoffensive nordvietnamesischer Truppen (ab Dezember 1974) schließlich vollständig erobert (Kapitulation am 30. April 1975).

Auch innenpolitisch sorgte Nixon wiederholt für Überraschungen. Angetreten als Vertreter eines freien Wirtschaftsliberalismus verfügte er später Preis- und Lohnkontrollen. Ausgewiesen als Vertreter des rechtskonservativen Spektrums der Republikaner leitete er einige progressive Reformen des Wohlfahrtsstaates ein, die auch Jahrzehnte später noch Bestand hatten - so die automatische Anpassung der Altersrenten an die Inflationsrate oder staatliche Mietzuschüsse für die Armen im Lande. Als erster Regierungschef der Welt führte er ein Ministerium für Umweltschutz ein. Dennoch erwies er sich in seiner Amtsführung als überaus polarisierend, der dem gärenden Unmut gerade der jüngeren Generation mit Demonstrationen staatlicher Macht, dem Widerstand der politischen Gegner, so Kissinger später in seinen Memoiren, mit krankhaftem Mißtrauen und von nur wenig Skrupeln gezügeltem Ehrgeiz begegnete.[2]

Nixons manisches Mißtrauen und sein übergroßes Machtstreben waren denn auch letztlich die Ursache für seinen unrühmlichen und dramatischen Sturz. Auf dem Nationalkonvent der Republikanischen Partei in Miami Beach im August 1972 zusammen mit seinem Vize Agnew erneut unangefochten als Präsidentschaftskandidat nominiert, hatte Nixon bei der Präsidentschaftswahl am 7. November 1972 über den demokratischen Konkurrenten George McGovern mit 61:38 Prozent der Stimmen noch einen der größten Wahlsiege in der Geschichte der VSA gefeiert: von den 538 Wahlmännerstimmen entfielen 521 (aus 49 Bundesstaaten) auf Nixon, nur 17 (Massachusetts, Washington D.C.) auf Senator McGovern. Nur wenige Monate später sollte die sog. „Watergate-Affäre“ Nixons Niedergang einleiten.

„Watergate-Affäre“

Nixon ist der bisher einzige Präsident der Vereinigten Staaten, der von seinem Amt zurückgetreten ist. Grund dafür war die „Watergate-Affäre“.

Ausgangspunkt der Affäre war ein Einbruch am 17. Juni 1972 in das Büro des Bundesausschusses der Demokratischen Partei im Watergate-Hotel in Washington. Die Täter wurden dabei gefaßt. Es wurde alsbald offensichtlich, daß der Ausschuß für die Wiederwahl Nixons, an dessen Spitze der frühere Justizminister John Mitchell stand, für den Einbruch verantwortlich war. Nixons Rechtsberater, John Dean, entpuppte sich als eine der zentralen Figuren des Einbruchsunternehmens. Es wurde bekannt, daß auch Bob Haldeman, der Stabschef des Präsidenten, seine Hände im Spiel gehabt hatte. Nixon bestritt von Anfang an jedwede Beteiligung an dem Einbruch und seiner Vertuschung, doch konnte später nachgewiesen werden - u. a. durch die Recherchearbeit der Washington Post -, daß er selbst schon sechs Tage nach dem Einbruch persönlich die Vertuschung der Affäre angeordnet hatte. Endgültig besiegelt wurde Nixons Sturz durch die erzwungene Veröffentlichung von Tonbändern, auf denen der notorisch mißtrauische Präsident alle Gespräche in seinem Amtsbüro hatte aufzeichnen lassen, und die den Weltpolitiker als hinterhältigen, manipulierenden, derb fluchenden und für das ganze Verschleierungsmanöver verantwortlichen Machtmenschen bloßstellten.[2]

Bereits im Oktober 1973 war Nixons Vizepräsident Spiro Agnew, der sich massiven Bestechungsvorwürfen ausgesetzt sah, zurückgetreten. Nachfolger Agnews wurde Gerald Ford. Als Ende Oktober 1973 der Watergate-Sonderstaatsanwalt Archibald Cox eine Anklage gegen Nixon wegen „Mißachtung des Gerichtshofs“ ankündigte, forderte Nixon Justizminister Elliot Richardson und dessen Stellvertreter Ruckelshaus auf, Cox zu entlassen. Da sie sich weigerten, entließ Nixon beide. Spätestens seit diesem Zeitpunkt waren führende Politiker beider amerikanischer Parteien entschlossen, ein Amtsenthebungsverfahren (Impeachment) gegen Nixon zu betreiben. Am 23. Oktober 1973 wurden dem amerikanischen Repräsentantenhaus die Anträge zur Eröffnung des Impeachment-Verfahrens vorgelegt, Ende Juli 1974 verabschiedete der Rechtsausschuß des Repräsentantenhauses die drei Anklageartikel gegen den Präsidenten. Nachdem die oben genannten Tonbandaufzeichnungen Nixons frühe Beteiligung an der Vertuschung der „Watergate-Affäre“ eindeutig belegten, trat er am 9. August 1974 als der erste US-Präsident in der Geschichte von seinem Amt zurück. Vier Wochen später begnadigte der neue US-Präsident Gerald Ford' Nixon „für alle Verstöße gegen die Vereinigten Staaten“ und rettete ihn so vor einer Strafverfolgung.

Richard Nixon befand sich in den ersten Monaten nach seinem Rücktritt physisch wie psychisch in einem sehr schlechten Gesundheitszustand. Im Oktober 1974 mußte er sich einer Venenoperation unterziehen, die schwerwiegende Komplikationen nach sich zog. Berichte über finanzielle Sorgen des Präsidenten, verursacht durch Steuerschulden, Arzt- und Prozeßkosten, rundeten das Bild „eines mit Sicherheit geschlagenen Mannes“ (so sein Pressesprecher Ronald L. Ziegler im Januar 1975) ab. Doch bald engagierte er sich mit charakteristischer Hartnäckigkeit und Disziplin gegen seine politische Ächtung und für eine allmähliche Anerkennung als außenpolitischer Ratgeber und „elder statesman“, auch wenn ihm ein politische Rückkehr durch die Veröffentlichung weiterer peinlicher Tonbänder und die öffentliche Wirkung des Filmes „All the President's Men“ sowie des Buches „The Final Days“ (dt. Die letzten Tage) der Watergate-Enthüller Bob Woodward und Carl Bernstein vorerst versagt blieb. Daß ihm die langsame Rückkehr zur politischen und gesellschaftlichen Respektabilität dennoch gelang, belegte der Umstand, daß seit dem Demokraten Jimmy Carter jeder Präsident, zuletzt auch der Vietnamkriegsgegner Bill Clinton, Nixon bei verschiedenen Gelegenheiten als Gast ins „Weiße Haus“ eingeladen hat.

Nach Erscheinen seiner Memoiren im Frühjahr 1978, die ihn noch einmal als reuelosen Täter zeigten, die sich aber trotz verschiedener Boykottversuche gute Plätze auf den Bestsellerlisten eroberten und mit einem geschätzten Honorar von rund 2 Millionen US-Dollar die Finanzsorgen ihres Autors mit einem Schlag beseitigten, hatte er daraufhin im Abstand von jeweils zwei, drei Jahren mit einem neuen Buch auf sich aufmerksam gemacht - meist lesenswerte Reflexionen über aktuelle weltpolitische Entwicklungen, verbunden mit persönlichen Lebenserfahrungen. Er unternahm wieder ausgedehnte Reisen und wurde vielgefragter Ratgeber der nachfolgenden Administrationen. Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion spielte er eine wichtige Rolle im Bemühen, den Kongreß von der Notwendigkeit der politischen und finanziellen Unterstützung des russischen Präsidenten Jelzin zu überzeugen, auch wenn dieser bei Nixons letztem Besuch in Moskau im März 1994 ein Zusammentreffen ablehnte - aus Verärgerung darüber, daß Nixon sich auch mit den „Jelzin“-Gegnern Ruzkoi und Schirinowski traf. Kurz vor seinem Tode hatte er sein letztes Buch „Beyond Peace“ fertiggestellt. Obwohl er zu Lebzeiten das Stigma von Watergate nicht mehr vollständig ablegen konnte, geriet die Würdigung seiner Lebensleistung nach seinem Tod zur weitgehenden Rehabilitation. Der Respekt vor dem Außenpolitiker Nixon hatte das Bild des ruchlosen „Tricky Dick“ überlebt. Präsident Bill Clinton ehrte den Toten mit einem Staatsakt und erklärte den Tag des Begräbnisses zum nationalen Trauertag.[2]

Die FAZ berichtete am 25. Januar 2000, daß in den Vereinigten Staaten die berüchtigten „Watergate“-Tonbänder, Mitschnitte von Gesprächen des damaligen Präsidenten Richard M. Nixon, veröffentlicht werden und auf Tonbandkassetten gekauft werden können. Unter anderem wurde eine Kassette veröffentlicht, die ein Gespräch von Nixon mit seinem Sicherheitsberater und Außenminister Henry A. Kissinger vom 15. Juni 1971 aus Anlass des Besuchs des deutschen Bundeskanzlers Willy Brandt wiedergibt. In diesem Dialog wird deutlich, daß die Beiden Brandt für dumm, faul und einen Trinker hielten.

Tod

Nach einem Schlaganfall und anschließendem Koma verstarb Richard Milhous Nixon am 22. April 1994 im Beisein seiner beiden Töchter Patricia (verheiratet seit 13. Juni 1971 mit Edward Finch Cox) und Julie (verheiratet seit 22. Dezember 1969 mit David Eisenhower, Enkel des früheren VS-Präsidenten), die seit dem Schlaganfall nicht von seiner Seite gewichen waren.

Familie

Nixon war seit 1940 mit Thelma Catherine „Pat“, geb. Ryan, verheiratet, die seine politische Karriere nach Kräften unterstützte. Das Paar lebte seit 1980 im Bundesstaat New Jersey. Nixons Frau starb im Juni 1993 nach einer leidvollen Krankheitsgeschichte an Lungenkrebs.

Siehe auch

Literatur

  • J. William Fulbright: Wahn der Macht. US-Politik seit 1945. Kindler Verlag, München 1989, ISBN 3-463-40122-3 [amerikanische Originalausgabe: »The price of empire«, 1989]
  • Christopher Hitchens: Die Akte Kissinger. Deutsche Verlags-Anstalt (DVA), Stuttgart/München 2001, ISBN 3-421-05177-1 [Originalausgabe: The Trial of Henry Kissinger. Verso Books, London/NewYork 2001, ISBN 1-859-84398-0]
  • Tim Weiner: CIA. Die ganze Geschichte. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-10-091070-7 [amerikanische Originalausgabe: »Legacy of Ashes. The History of the CIA«, 2007]

Verweise

Fußnoten

  1. Internationales Biographisches Archiv 28/1994
  2. 2,0 2,1 2,2 2,3 2,4 2,5 2,6 Munzinger-Archiv GmbH, 1994


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