Hohenzollern-Emden, Franz Joseph Prinz von

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Korvettenkapitän der Reserve und SS-Sturmbannführer Franz Joseph Prinz von Hohenzollern-Emden; er ruht, wie so viele seines Geschlechts, in der Krypta der Erlöserkirche (Hedingerkirche) in Sigmaringen.

Franz Joseph Maria Ludwig Anton Thassilo Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen, durch Einzelgenehmigung seit 1919 (nach anderen Quellen erst 1933) Prinz von Hohenzollern-Emden (auch Josef und Tassilo; Lebensrune.png 30. August 1891 in Heiligendamm; Todesrune.png 6. Februar 1965 in Tübingen), war ein deutscher Adeliger, Offizier der Preußischen Armee, der Kaiserlichen Marine, der Vorläufigen Reichsmarine und der Kriegsmarine, zuletzt Korvettenkapitän im Zweiten Weltkrieg sowie Führer der Allgemeinen SS, seit 1933 Konteradmiral der königlich rumänischen Kriegsmarine (von König Karl II. ernannt, vermutlich ehrenhalber), Landwirt und Kunstmaler. Bei seiner als „Entnazifizierung“ genannte „politische Säuberung“ im Jahre 1948 wurde er durch die Sonderspruchkammer für die Internierten des Lagers Balingen in die Gruppe der „Entlasteten“ eingestuft.[1]

Familie

Franz Joseph Prinz von Hohenzollern-Emden mit seiner Schwester und seinem Bruder Friedrich.png

Franz’ Vater war Wilhelm August Carl Joseph Ferdinand Pedro Benedict, seit 1905 Fürst von Hohenzollern (1864–1927), seine Mutter war die aus Zürich im Schweizer Exil stammende Maria Theresia Magdalena, geb. Prinzessin von Bourbon-Sizilien (1867–1909), eine Nichte der Kaiserin Elisabeth von Österreich-Ungarn.

Geschwister

Friedrich von Hohenzollern

Sein Zwillingsbruder war Friedrich Viktor Pius Alexander Leopold Karl Theodor Ferdinand Prinz bzw. seit 8. Juni 1905 Erbprinz von Hohenzollern-Sigmaringen, seit 1927 Fürst von Hohenzollern (1891–1965). Der Erbprinz studierte Forstwirtschaft und Nationalökonomie, war Burggraf zu Nürnberg, Graf zu Sigmaringen und Veringen, Graf zu Berg, rumänischer Divisions-General (vermutlich wie sein Bruder ehrenhalber) sowie preußischer und sächsischer Oberst. Er nahm im Ersten Weltkrieg an den Feldzügen im Westen und Osten, in Italien und in den Karpaten teil und führte das fünfte Reserve-Gebirgsjäger-Bataillon. Er schied 1919 aus dem aktiven Militärdienst aus.

Erbprinz Friedrich heiratete am 2. Juni 1920 Margarete Karola Wilhelmine Viktoria Adelheid Albertine Petrusa Bertram Paula Prinzessin von Sachsen (1900–1962), die ältere Schwester von Franz Josephs Frau Maria Prinzessin von Sachsen-Meiningen (1901–1990), beides Töchter von Friedrich August III. Johann Ludwig Karl Gustav, König von Sachsen und der Luise Antonia Maria Theresia Josepha Johanna Leopoldine Karolina Ferdinande Alice Ernestina von Österreich-Toskana, Kronprinzessin von Sachsen.

Friedrich war Ehrenbürger der Städte Sigmaringen und Hechingen und der Gemeinden Umkirch, Krauchenwies, Bayerisch Eisenstein und Hinterhornbach, sowie Ehrensenator der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seit 1934 war er Ehrenmitglied der katholischen Studentenverbindung KDStV Wildenstein Freiburg im Breisgau. Friedrich war Großkreuz-Ritter des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem; seine Frau Margarete war Großkreuz-Dame des Ritterordens.

Auguste von Hohenzollern

Die ein Jahr ältere Schwester Auguste Viktoria Wilhelmine Antonie Mathilde Ludovika Josephine Maria Elisabeth Prinzessin von Hohenzollern (1890–1966) von Friedrich und Franz Josephwar seit 1913 mit dem entthronten letzten König von Portugal, Emanuel II., verheiratet. Die Ehe blieb jedoch kinderlos.

Ehe

Oberleutnant zur See a. D. Prinz von Hohenzollern-Emden heiratete in Sibyllenort am 25. Mai 1921 seine Verlobte Maria Alix Luitpolda Anna Henriette Germana Agnes Damiana Michaela Prinzessin von Sachsen Herzogin zu Sachsen (Lebensrune.png 27. September 1901 in Wachwitz bei Dresden; Todesrune.png 11. Dezember 1990 in Hechingen). Aus der Ehe sind vier Kinder entsprossen:[2]

  • Prinz von Hohenzollern-Emden mit Familie Karl Anton Friedrich Wilhelm Ludwig Maria Georg Manuel Rupprecht Heinrich Benedikt Tassilo Prinz von Hohenzollern (1922–1993)
  • Meinhard Leopold Maria Friedrich Christian Ferdinand Albert Prinz von Hohenzollern (1925–2009)
  • Maria Margarete Anna Viktoria Luisa Josephine Mathilde Theresia vom Kinde Jesu Prinzessin von Hohenzollern (1928–2006)
  • Emmanuel Joseph Maria Wilhelm Ferdinand Burkhard Prinz von Hohenzollern (1929–1999)

Zusatzname „Emden“

1920/21 verfügte die preußische Regierung in Übereinstimmung mit dem Reichswehrminister, den noch lebenden preußischen ehemaligen Besatzungsangehörigen des Kleinen Kreuzers „Emden“ und deren direkten Nachkommen auf bis 1931 gestellten Antrag zu genehmigen, den Schiffsnamen als Zusatz zum Familiennamen zu führen. Weitere deutsche Landesregierungen schlossen sich diesem Vorgehen an. Das Namensänderungsverfahren erfolgte nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch. Die Antragsfrist wurde am 8. Juni 1933 durch den Reichsminister des Innern bis zum 31. Dezember 1933 verlängert.

Am 16. März 1934 verordnete der Reichspräsident, daß diese Genehmigung auf Antrag auch auf Angehörige verstorbener Besatzungsangehöriger auszudehnen ist. Die in der Literatur zum Teil enthaltene Angabe, Kaiser Wilhelm II. hätte diese Hinzufügung des Beinamens „Emden“ durch AKO veranlaßt, findet in den offiziellen Unterlagen keine Bestätigung. Es handelte sich tatsächlich um eine Einzelgenehmigung nach den Hausgesetzen der Hohenzollern in Ergänzung des Ministerial-Erlasses, die der Kaiser aus dem Exil auf Haus Doorn für Oberleutnant z. S. Franz Joseph Prinz von Hohenzollern erteilt hat. Nachweisbar ist diese auch durch einen Erlaß des Preußischen Ministers des Innern vom 18. November 1933.[3]

Bildergalerie (Geschwister)

Militärischer Werdegang

Franz Joseph Prinz von Hohenzollern-Emden als Offizier der Kaiserlichen Marine.jpg

Ergänzende Abhandlung

Franz Joseph Prinz von Hohenzollern-Emden mit seiner Gemahlin.jpg

Vom Heer zur Marine

Franz Joseph Prinz von Hohenzollern mit Familie.jpg
Franz Joseph Prinz von Hohenzollern „Emden“ - Meine Erlebnisse auf S. M. Schiff „Emden“, Richard Eckstein Verlag, Leipzig 1925.jpg

Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen trat nach dem Abitur am 30. August 1907 als Leutnant à la suite dem Füsilier-Regiment „Fürst Karl-Anton von Hohenzollern“ (Hohenzollernsches) Nr. 40 bei. Am 31. März 1911 trat er vom Heer zur Kaiserlichen Marine über und begann am 1. April 1911 bei der Crew 11 seine Ausbildung.

  • Infanteristische Grundausbildung, Marineschule Flensburg-Mürwik (1. April 1911 bis 15. Mai 1911)
  • Praktische Bordausbildung auf dem Schulschiff „Hertha“ (16. Mai 1911 bis 31. März 1912)
  • 7. Inspektion Marineschule Flensburg-Mürwik (1. April 1912 bis 31. März 1913)
  • Spezielle Kurse (1. April 1913 bis 30. September 1913)
  • 9 Wochen Torpedoschulschiff SMS „Württemberg“, Flensburg-Mürwik
  • 4 Wochen Infanteriekursus, I. Seebataillon, Wilhelmshaven oder II. Seebataillon, Kiel
  • 12 Wochen auf der Artillerieschule Sonderburg
  • Nach Ostasien (→ Deutsches Kreuzergeschwader Ostasien) kommandiert – auf dem Norddeutscher Lloyd-Dampfer „Princess Alice“ von Genua nach Shanghai (15. Oktober bis 1. Dezember 1913)

Erster Weltkrieg

SMS „Emden“

Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen kam am 1. Dezember 1913 in Shanghai als Fähnrich zur See auf den Kleinen Kreuzer „Emden“. Bei Kriegsbeginn war er dort Zweiter Torpedooffizier (IITO) und wurde kurz darauf zum Leutnant zur See befördert. Während der folgenden Kaperfahrt ging er zuweilen als zweiter Prisenoffizier mit an Bord der aufgebrachten Schiffe. Ferner hielt er fast jeden Sonntag den Gottesdienst für die katholischen Besatzungsmitglieder ab, da der dienstälteste katholische Offizier Albert Bernhard Maria von Guerard (1892–1914; Adjutant und FTO) meistens unabkömmlich war. Bei dem verwegenen Angriff auf den Hafen von Penang in der damaligen britischen Kronkolonie Malaya am 28. Oktober 1914, als die Emden zwei feindliche Schiffe versenkte, überwachte er das Klarmachen der Torpedorohre.

Während des Seegefechtes bei den Kokosinseln am 9. November 1914, befand sich Prinz von Hohenzollern mit zwölf weiteren Männern auf seiner Gefechtsstation im Torpedoraum. Gegen 10.20 Uhr verursachte ein Treffer oberhalb des Raumes, aber noch unterhalb der Wasserlinie, ein Leck in Form einer gerissenen Schweißnaht. Der IITO stürzte von der Ausstiegsleiter, blieb aber unverletzt. Zunächst konnte der Wassereinbruch noch einigermaßen bekämpft werden. Um 10.25 Uhr kam vom Kommandoturm der Befehl „Steuerbordrohr klar“. Doch die australische HMAS „Sydney“ blieb außer Reichweite. Um 10.45 Uhr registrierte man eine besonders heftige Erschütterung. Auf Anfrage zum Kommandoturm erfuhr man, daß der Fockmast durch einen Volltreffer über Bord gegangen war.

Gegen 11.00 Uhr sollte ein zweiter Torpedierungsversuch gestartet werden. Ein weiterer Treffer ließ jedoch die Notbeleuchtung erlöschen und überflutete den Torpedoraum im Nu. Einige Männer erhielten leichte Splitterverwundungen. Zudem drangen giftige Gase ein. Der Raum mußte verlassen werden, was nur mit Mühe gelang. Prinz von Hohenzollern machte dem Kommandanten sofort Meldung. Nachdem nun auch die letzte Waffe ausgefallen war, beschloß Karl von Müller, die „Emden“ vor North Keeling Island auf Grund zu setzen. Anschließend erkundete der Zweite Torpedooffizier Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen das völlig zerschossene Schiff. Er fand Oberleutnant zur See August Geerdes (Wach- und Divisionsoffizier) verwundet bei den vorderen Geschützen. Dann den sterbenden IAO Kapitänleutnant Ernst Gaede (Erster Artillerieoffizier) und den gefallenen Leutnant zur See Fritz Karl Zimmermann (Wach- und Divisionsoffizier) beim Backbord II-Geschütz.

Am Nachmittag beschoß die „Sydney“ erneut das Wrack der „Emden“. Prinz von Hohenzollern befand sich zu der Zeit auf der bereits zerschossenen Brücke, oberhalb des Kommandoturmes, die er daraufhin eiligst verließ. Kaum hatte er das Deck erreicht, als durch einen Granateinschlag ein Heizer in seiner unmittelbaren Nähe getötet wurde. Von Müller erlaubte seinen Leuten daraufhin, über Bord zu springen, um die Insel schwimmend zu erreichen. Auch der Prinz versuchte mit Hilfe einer Planke die Brandung zu überwinden. Er schaffte es nicht und als sich weitere Männer an seine „Rettungsinsel“ klammerten, schwamm er zur „Emden“ zurück. Den restlichen Tag über half er mit, die Verwundeten zu versorgen und die immer wieder ausbrechenden Brände zu löschen.

Am folgenden Tag verließ Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen, zusammen mit dem Torpedooffizier (TO) Robert Witthoeft sowie den Ingenieuren Marine-Stabsingenieur Friedrich Ellerbroek und Wachingenieur Fritz Andresen das Wrack der Emden mit dem vorletzten Boot. Die Marine-Ingenieure Hugo Haas/Haaß aus Witten und August Stoffers aus Hamm sind auf See geblieben.

„Am Nachmittag beschoss die SYDNEY erneut das Wrack der EMDEN. Prinz von Hohenzollern befand sich zu der Zeit auf der bereits zerschossenen Brücke, oberhalb des Kommandoturmes, die er daraufhin eiligst verließ. Kaum hatte er das Deck erreicht, als durch einen Granateinschlag ein Heizer in seiner unmittelbaren Nähe getötet wurde. Von Müller erlaubte seinen Leuten daraufhin, über Bord zu springen, um die Insel schwimmend zu erreichen. Auch der II TO versuchte mit Hilfe einer Planke die Brandung zu überwinden. Er schaffte es nicht und als sich weitere Männer an seine ‚Rettungsinsel‘ klammerten, schwamm er zur EMDEN zurück. Den restlichen Tag über half er mit, die Verwundeten zu versorgen und die immer wieder ausbrechenden Brände zu löschen. Am folgenden Tag verließ Prinz von Hohenzollern-Sigmaringen, zusammen mit dem TO Witthoeft sowie den Ingenieuren Ellerbroek, Andresen und Haahs das Wrack der EMDEN mit dem vorletzten Boot.“[4]

Kriegsgefangenschaft

Prinz von Hohenzollern kam, über Colombo (Sri Lanka) und Port Said (Ägypten), nach Malta ins Fort Verdala. In den folgenden Jahren mußte er zweimal in ein Krankenhaus gebracht werden. 1918 erkrankte er, wie so viele andere Gefangene, an der Influenza. Am 12. November 1919 durfte Prinz von Hohenzollern als einer der ersten Gefangenen, auf eigene Kosten, nach Deutschland heimkehren. Über Syracus (Insel Sizilien), Messina, Neapel, Rom, Mailand, Zürich und Konstanz, erreichte er am 18. November 1919 seine Heimatstadt Sigmaringen. Am 28. Februar 1920 wurde er aus der Vorläufigen Reichsmarine verabschiedet und widmete sich fortan der Landwirtschaft.

Zweiter Weltkrieg

  • März 1940 bis September 1940 Kommandeur der Marine-Flak-Abteilung 274, Brunsbüttel
  • September 1940 bis 1. September 1942 Kommandeur der Marine-Flak-Abteilung 214, Cuxhaven
    • zeitgleich Kommandant in Vertretung (i. V.) im Abschnitt Cuxhaven, Kommando-Küsten, Kommandobehörden (2. Mai 1941 bis 8. Juni 1942)
  • 1. September 1942 bis April 1944 Kommandant im Abschnitt Cuxhaven, Kommando-Küsten, Kommandobehörden
  • Mai bis Juni 1944 zur Verfügung des Marineoberkommandos Nord (MOK Nord)
  • 30. Juni 1944 aus dem aktiven Militärdienst der Kriegsmarine entlassen
  • Im November 1944 wurde er, wie viele andere Adelige auch, wegen angeblich mangelnder Linientreue aus der SS ausgestoßen. Vergeblich bemühte er sich am 3. Januar 1945 in einem Brief an Heinrich Himmler um eine Wiederaufnahme.

Beförderungen

SS

Auszeichnungen und Ehrungen (Auszug)

Literatur

  • „Emden“ – Meine Erlebnisse auf S. M. Schiff „Emden“, Richard Eckstein Verlag, Leipzig 1925
    • als Oberleutnant z. S a. D. geschrieben, später ins Englische und Französische (nun unter Hohenzollern-Emden und als Fregattenkapitän d. R.) übersetzt

Fußnoten