Deßloch, Otto

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Ritterkreuzträger Otto Deßloch.jpg

Otto Deßloch (Lebensrune.png 11. Juni 1889 in Bamberg; Todesrune.png 13. Mai 1977 in München) war ein deutscher Offizier der Bayerischen Armee, Kommandeur einer Fliegerschule der Luftstreitkräfte im Kaiserreich des Deutschen Heeres, Freikorpskämpfer, Major der Reichswehr und zuletzt Generaloberst der Luftwaffe der Wehrmacht sowie Eichenlaubträger im Zweiten Weltkrieg.

Leben

Generaloberst Deßloch begrüßt deutsche und rumänische Jagdflieger (November 1944)
Generaloberst der Luftwaffe Otto Deßloch im Gespräch mit Eichenlaubträger Major Dr. jur. Maximilian Otte beim Besuch des Schlachtgeschwaders 2 „Immelmann“ an der Front.

Otto Deßloch trat nach dem Abitur am 20. Juli 1910 als Fahnenjunker in das 5. Chevaulegers-Regiment „Erzherzog Friedrich von Österreich“ der Bayerischen Armee in Saargemünd ein. Seine Beförderung zum Leutnant erfolgte am 23. Oktober 1912.

Erster Weltkrieg

Bereits in den ersten Wochen des Ersten Weltkrieges wurde der begabte Reiter bei einem Erkundungsritt schwer verwundet. Nach seiner Genesung Ende 1914 meldete er sich freiwillig zur Fliegertruppe, wurde zum Flugzeugbeobachter ausgebildet und nahm als solcher während des Jahres 1915 an zahlreichen Feindflügen teil. Im darauffolgenden Winter erfolgte seine Umschulung zum Flugzeugführer bei der Flieger-Ersatz-Abteilung Schleißheim.

Im Februar 1915 erfolgte seine Versetzung zur Feld-Flieger-Abteilung 8, ab 1916 war er bei der Jagdstaffel 16 im Westen eingesetzt. Weil Deßloch Anfang 1916 bei einem Absturz mehrere Vorderzähne verlor, wirkt sein Gesichtsausdruck auf späteren Fotos üblicherweise etwas verkniffen. Im Oktober desselben Jahres mußte er wegen Nebels in der neutralen Schweiz notlanden und wurde für mehrere Monate interniert. Nach seiner Repatriierung 1917 befehligte er zunächst als Staffelführer die Jagdstaffel 17 an der Westfront, ehe er im letzten Kriegsjahr Kommandeur einer Fliegerschule wurde.

Zwischen den Weltkriegen

1919 unterstützte Deßloch zunächst mit der freiwilligen Fliegerabteilung „Deßloch“ das Freikorps des späteren NS-Reichsstatthalters in Bayern Franz von Epp bei seinem Heldenkampf gegen die kommunistische Münchner Räterepublik. Der militärische Flugbetrieb blieb solange aufrecht, bis die Entente endgültig seine Einstellung erzwang.

In der Folge wurde er zunächst zum Nachrichtenoffizier umgeschult und 1921 in die Reichswehr als Rittmeister und Eskadronchef im 17. (Bayerisches) Reiter-Regiment sowie zeitweilig als Standortältester in Ansbach verwendet. 1925 wurde Deßloch mit der Mannschaft seines Regiments Sieger beim großen Heeres-Patrouillenritt in Berlin. Im Rahmen der verdeckten Wiederaufrüstung der Reichswehr nahm Deßloch von 1926 bis 1927 an der geheimen fliegerischen Ausbildung im russischen Lipezk teil. Ebenfalls in 1927 wurde er zum Stab der 7. (Bayerische) Division abkommandiert und 1932 zum Major beim Stab im 18. Reiter-Regiment befördert.

Als 1933 im Dritten Reich mit dem Wiederaufbau einer deutschen Luftwaffe begonnen wurde, trat auch Deßloch zu dieser neuen Waffengattung über und wurde ab 1. Dezember 1934 Kommandeur der Flugzeugführerschule Cottbus. Von 1935 bis 1938 war er nacheinander Kommodore zweier Kampfgeschwader, ab 1. März 1936 als Oberst und Kommodore des Kampfgeschwaders 155. Am 1. Dezember 1939 wurde er zum Generalmajor und zum Kommandeur der 6. Flieger-Division ernannt.

Zweiter Weltkrieg

Nach Beginn des Zweiten Weltkriegs erhielt Deßloch am 3. Oktober 1939 trotz seines vergleichsweise niedrigen Dienstgrades die Ernennung zum Kommandierenden General bzw. „Kommandeur der Luftwaffe“ (Koluft)[1] des II. Flak-Korps. Mit dieser Einheit unterstützte er während des |Westfeldzuges 1940 die Heeresgruppe B in Belgien, den Niederlanden und Nordfrankreich und konnte insbesondere im Erdkampfeinsatz gegen feindliche Panzer (mit 200 Abschüsse) große Erfolge erzielen. Dafür wurde er Ende Juni mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet und am 19. Juli zum Generalleutnant befördert.

Im Abschlußbericht des OKW über den Frankreichfeldzug wurde er besonders gewürdigt. Am 19. Juli 1940 erfolgte seine Beförderung zum Generalleutnant. Ab Juni 1941 kämpfte sein Korps an der Ostfront, wo er am 1. Januar 1942 zum General der Flieger befördert wurde. Am 4. August 1943 wurde er namentlich im Wehrmachtbericht erwähnt und erhielt das Eichenlaub zum Ritterkreuz:

In der Schlacht am Mius haben Infanterie- und Panzerverbände des Heeres und der Waffen-SS unter Führung des Generalfeldmarschalls von Manstein und des Generals der Infanterie Hollidt mit vorbildlicher Unterstützung der von General der Flieger Deßloch geführten Luftwaffenverbände wiederholt Durchbruchsversuche starker feindlicher Kräfte vereitelt und im schwungvollen Gegenangriff den nördlich Kuibyschewo eingebrochenen Feind geschlagen.

Nach nur einem Monat im Westen kehrte Deßloch im September 1944 wieder in sein altes Kommando über die Luftflotte 4 an der Ostfront zurück, das er bis wenige Tage vor Kriegsende beibehielt. Ende April 1945 wechselte er als Nachfolger Ritter von Greims als Oberbefehlshaber an die Spitze der Luftflotte 6, der fast alle noch einsatzfähigen Luftwaffenverbände im Reichsgebiet zur Reichsluftverteidigung unterstanden.

Nachkriegszeit

Nachdem er sich vom 8. Mai 1945 bis 1948 in alliierter Kriegsgefangenschaft befunden hatte, widmete sich Generaloberst a. D. Deßloch in seinen restlichen Lebensjahren vorwiegend dem Reitsport.

Beförderungen

Auszeichnungen (Auszug)

Verweise

Fußnoten

  1. Bei Mobilmachung traten die Flakverbände, die für das Heer vorgesehen waren - es handelte sich zunächst nur um Flak-Abteilungen -, aus dem Befehlsbereich der Luftflotten in den des Generals der Luftwaffe beim Oberbefehlshaber des Heeres (Gen. d. Lw. b. Obd.H.) über. Von diesem wurden sie über die Kommandeure der Luftwaffe (Koluft) der Heeresgruppen den Koluft der Armeen (AOK) unterstellt, die - soweit die Kräfte ausreichten - jedem Armee-Korps eine Flak-Abteilung zuteilten.
  2. 2,0 2,1 2,2 Rangliste des Deutschen Reichsheeres, Mittler & Sohn Verlag, Berlin 1930, S.134
  3. Korrekte Bezeichnung zum Zeitpunkt der Verleihung: Komturkreuz des Kgl. Rumän. Ordens Aeronautische Tugend mit der Kriegsdekoration und Schwertern.
  4. Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, S. 270, ISBN 978-3-938845-17-2