Mummert, Werner

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Werner Mummert (am 20. August 1942, drei Tage nach der Verleihung des Ritterkreuzes)

Werner Mummert (Lebensrune.png 31. März 1897 in Lüttewitz bei Döbeln; Todesrune.png (verhungert) 28. Januar 1950 im sowjet-bolschewistischen KZ Schuja, Rußland) war ein deutscher Offizier des Deutschen Heeres und der Wehrmacht sowie der Waffen-SS, zuletzt SS-Standartenführer und Generalmajor der Reserve des Heeres, Träger des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes mit Eichenlaub und Schwertern sowie des Deutschen Kreuzes in Gold im Zweiten Weltkrieg. Mummert gehört zu den herausragenden deutschen Ritterkreuzträgern zweier Weltkriege.

Leben

Jugend

Werner Mummert (links), Josef Schneider und ein verwundeter Johann Schwerdfeger (dem Führer die Hand schüttelnd) bei der Eichenlaubverleihung auf dem Berghof im Spätfrühling/Frühsommer 1944

Werner Mummert wurde 1897 in einem sächsischen Gutshaus in der Lommatzscher Pflege (zwischen Döbeln und Riesa) geboren. Seine Eltern waren der Rittergutsbesitzer Reinhard Mummert und seine Gemahlin, eine geb. Scheuen. Er wuchs, da die Mutter früh verstarb, als Halbwaise auf, besuchte das Königlich-Sächsische Gymnasium in Dresden und meldete sich im August 1914, als sein Vaterland in Gefahr war, in Borna freiwillig zum Kriegsdienst.

Erster Weltkrieg

Der Siebzehnjährige erlebte während des Ersten Weltkrieges die Härten der Ostfront, Nahkämpfe und große Entbehrungen. Als junger Leutnant war er 1917 an den Gefechten im Kurland beteiligt. Unter der Führung von General von der Goltz nahm er mit der Ostsee-Division am Freiheitskampf des finnischen Volkes teil. Für seine Tapferkeit wurden ihm mit dem Königlichen Militär-St.-Heinrichs-Orden der höchste sächsische Militärorden und das Finnische Freiheitskreuz sowie das Eiserne Kreuz II. Klasse (ggf. beide Klassen) verliehen.

Nachkriegszeit

Nach seinem Ausscheiden aus dem Heer studierte Werner Mummert in Leipzig Landwirtschaftswissenschaften und übernahm anschließend das väterliche Rittergut. In den Folgejahren widmete er sich intensiv der Landwirtschaft und seiner großen Leidenschaft, dem Reitsport. Der Tod seines Vaters 1930 traf ihn schwer. Er entwickelte sich zu einem bekannten Turnierreiter in Deutschland. Zugleich wurde er Reserveoffizier des Karabinier-Regimentes. In den zwanziger und dreißiger Jahren wurde Werner Mummert Mitglied des „Stahlhelms“, der NSDAP, der SA und der Reiter-SS.

Als 1935 die Aufstellung der Wehrmacht deklariert wurde, ließ er sich als Reserveoffizier reaktivieren. Als Rittmeister d. R. in der Reiterei und Kompaniechef beim Kavallerie-Regiment 10 in Torgau nahm er 1938 an der Operation im Sudetenland teil.

Zweiter Weltkrieg

Gedenktafel für Werner Mummert und dessen Vater Reinhard

Im Polenfeldzug 1939 führte Mummert eine Aufklärungsabteilung. An der Spitze seiner AA 256 erreichte Mummert im Sommer 1940 kämpfend Antwerpen, die Kanalküste bei Dünkirchen und schließlich die bretonische Küste.

Der Krieg gegen die Sowjetunion sah den Major der Reserve mit seiner Aufklärungsabteilung an der Spitze der Heeresgruppen Nord bzw. Mitte. Nordwestlich Moskaus erreichte er die Wolga und überschritt sie. Während des Jahreswechsels 1941/42 verteidigte Mummert nördlich von Rschew den Wolgaübergang und sicherte damit Tausenden deutschen Soldaten den Rückzug. In diesen Tagen erarbeitete er sich endgültig seinen legendären Ruf als Ostfrontoffizier. Zu diesem Zeitpunkt trug er bereits das Deutsche Kreuz in Gold, das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes, das Infanteriesturmabzeichen und weitere Auszeichnungen.

Als Kommandeur eines verstärkten Panzergrenadier-Regimentes nahm Oberstleutnant Mummert 1943 an der Panzerschlacht von Kursk und Orel teil. Er wurde hierbei erneut, diesmal schwer, verwundet. Im Frühjahr 1944 übernahm er vor Tscherkassy die Führung des Panzergrenadier-Regimentes 103. Wie immer an der Spitze seiner Männer gehend, brach er mit einem kühnen Angriff den tödlichen Kessel um die eingeschlossene Armeegruppe auf. Er erhielt hierfür das Eichenlaub und wurde mit dem Ehrenring des Reichsführers-SS ausgezeichnet. Sein weiterer Kampfweg führte ihn nach Bessarabien und im Herbst 1944 ins Kurland. Dort zerschlug er einen sowjetischen Angriff und rettete damit die bedrohte Flanke der Kurlandarmee. Er wurde im Heeresbericht genannt und mit den Schwertern zum Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes ausgezeichnet. Mummert war zudem Träger der Nahkampfspange und des Panzervernichtungsabzeichens.

Nach dem Besuch der Kriegsakademie führte Oberst Mummert im Frühjahr 1945 die Panzer-Brigade 103 gegen die angreifenden Verbände der Roten Armee bei Steinau in Schlesien. Anfang März 1945 eroberte er mit seinen Männern und anderen Einheiten das bereits besetzte Lauban („fester Platz“) zurück (→ Kampf um Lauban). Wenige Tage später, am 9. März 1945, wurde dem bekannten „Steher der Ostfront“ die Führung der letzten deutschen Panzer-Division, der Panzer-Division „Müncheberg“, übertragen. Vor Seelow wehrte er den Angriff Marschall Schukows ab. Mit den Resten seiner Division führte ihn der Kampf bis ins Zentrum von Berlin (→ Endkampf um Berlin). Unter dem neu ernannten Stadtkommandanten General der Artillerie Helmuth Weidling übernahm Mummert am 25. April 1945 die Führung der Verteidigungsabschnitte ‚A‘ und ‚B‘ (im Osten Berlins). Von Weidling übernahm Mummert kurzzeitig am 25. und 26. April 1945 die Führung des LVI. Panzerkorps. Er kämpfte mit seinen Einheiten in Rudow, Tempelhof, am Anhalter Bahnhof, am Potsdamer Platz und in Schöneberg. Als viele Offiziere versagten, blieb Mummert bis zu letzter Sekunde standhaft, so auch seine Männer.

Kriegsgefangenschaft

Als der Kampfkommandant der Stadt Helmuth Weidling am 2. Mai 1945 die bedingungslose Kapitulationsurkunde unterschrieb, brachen Zehntausende Soldaten und Zivilisten unter Führung von Generalmajor d. R. Werner Mummert aus Berlin aus. Er wurde von Stalins Häschern kurz vor der Elbe verhaftet und ohne Anklageschrift und Gerichtsurteil für viele Jahre eingesperrt.

Tod

Generalmajor der Reserve a. D. Werner Mummert verstarb 1950 im sowjetischen Gulag Schuja östlich von Moskau an Hungerödemen. Seine Familie in Sachsen wurde von den Kommunisten vertrieben. Auf dem dortigen Friedhof der kleinen Gemeinde des ehemaligen Rittergutes erinnert noch heute eine Tafel am Familiengrab an Werner Mummert, der in russischer Gefangenschaft so elendig und unwürdig in den Tod getrieben wurde.

Auszeichnungen (Auszug)

Beförderungen

Literatur

  • Hein Johannsen: Werner Mummert. Das Leben eines sächsischen Offiziers, Verlag libergraphics.de 2012; ISBN 978-3954290017 (Bestellmöglichkeit)

Verweise

Fußnoten

  1. 1,0 1,1 1,2 Veit Scherzer: Die Ritterkreuzträger 1939–1945, Scherzers Militaer-Verlag, Ranis/Jena 2007, ISBN 978-3-938845-17-2, S. 560