Deutschösterreich

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Deutschland und Österreich [→ Östreich ] in Treue gesellt, zerbrechen die Ränke der neidischen Welt.

Am 12. November 1918, dem Tag nach der Verzichtserklärung des Kaisers und der Enthebung seiner letzten Regierung, wurde mit Beschluß der Provisorischen Nationalversammlung vom 11. November „Deutschösterreich“ ausgerufen, das als „demokratische Republik“ (Art. 1) gemäß Art. 2 „Bestandteil der Deutschen Republik“ sein sollte. Deutschösterreich mußte am 10. September 1919 im Vertrag von Saint-Germain gegen den Willen des Volkes den von den Siegermächten geforderten Staatsnamen „Republik Österreich“ annehmen. Diese Änderungen wurden von der Konstituierenden Nationalversammlung mit dem Gesetz über die Staatsform vom 21. Oktober 1919 notgedrungen beschlossen.

Deutschösterreich oder auch Deutsch-Österreich war – nach dem Untergang des Ersten deutschen Reiches, der Niederlegung der Reichskrone und der Auflösung des Deutschen Bundes als Resultat des Deutschen Dualismus – die Bezeichnung sowohl für die deutschen Länder der Österreichisch-Ungarischen Monarchie, als auch der offizielle Name Österreichs bis 1919 (anschließend in Republik Österreich umbenannt).

Österreich wurde als Ostarrichi von den Baiern als Grenzmark gegründet; schon zur Zeit Karls des Großen existierte eine Mark gegen die Awaren.

Namensgebung

Der Sozialdemokrat Karl Seitz, in den Gründungsjahren der Republik Staatsoberhaupt, erklärte nach seiner Kür: „Wir legen heute den Grundstein für ein neues Deutschösterreich. Dieses neue Deutschösterreich wird errichtet werden nach dem Willen des deutschen Volkes.“[1] Besonders die Sozialdemokraten und die Großdeutschen verbanden damals mit dem Begriff „Österreich“ die vergangene Habsburgermonarchie. Der spätere sozialdemokratische Bundeskanzler Karl Renner hatte daher in seinem im Gilbhart 1918 entstandenen, vor der Beschlußfassung mehrfach geänderten Entwurf zur provisorischen Verfassung den neuen Staat als „Südostdeutschland“ bezeichnet.[2] Auch Bezeichnungen wie „Hochdeutschland“, „Deutsches Bergreich“, „Donau-Germanien“, „Ostsass“, „Ostdeutscher Bund“, „Deutschmark“, „Teutheim“, „Treuland“, „Friedeland“ oder „Deutsches Friedland“ wurden als Namen des neuen Staates vorgeschlagen.[3] Schließlich setzten sich die christlichsozialen Vertreter durch, die den Österreichbegriff nicht völlig aufgeben wollten.

Am 12. November 1918 rief Franz Seraph Dinghofer als einer der drei Präsidenten der Provisorischen Nationalversammlung die Republik Deutschösterreich aus.

Geschichte

Als der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn 1918 zerbrach, wurden die deutschen Teile selbständig und gründeten die Republik Deutschösterreich. Die Nationalversammlung in Wien beschloß daraufhin in einem Gesetz vom 22. November 1918 als § 2: „Deutsch-Österreich ist ein Bestandteil der Deutschen Republik“ (Anmerkung: gemeint ist hiermit die Weimarer Republik), und Bundeskanzler Renner begründete diesen Beschluß mit der Aussage: „Wir sind ein Stamm und eine Schicksalsgemeinschaft.“.

Die Republik Deutschösterreich erklärte des weiteren, dem Deutschen Reich beizutreten, was jedoch im sogenannten Vertrag von Saint Germain verboten wurde. Ebenfalls wurde der Name „Republik Deutschösterreich“ untersagt. Fortan mußte sich dieser Staat Republik Österreich nennen. Die Beitrittsbestrebungen der Sudetendeutschen zu Deutschösterreich wurden am 4. März 1919 gewaltsam niedergeschlagen.[4] Im Volke blieb jedoch die Bezeichnung Deutschösterreich stets lebendig, um seine Zugehörigkeit zur deutschen Nation zu bekennen. 1945 wurde Deutschösterreich nach dem verlorenen Krieg von den Alliierten aus dem Staatsverband des Deutschen Reiches gerissen und als (2.) Republik Österreich wieder als eigener, wenngleich besetzter Staat gegründet.

Ab dem Beitritt Österreichs 1938 lautete die Bezeichnung Ostmark, ab 1942 dann Alpen- und Donau-Reichsgaue.

Gebietsansprüche Deutschösterreichs

Von der Nationalversammlung beanspruchtes Staatsgebiet der Republik Deutschösterreich (1918–1919)

Die Provisorische Nationalversammlung erhob Anspruch auf „die Gebietshoheit über das geschlossene Siedlungsgebiet der Deutschen innerhalb der im Reichsrat vertretenen Königreiche und Länder“. Die proklamierte Republik umfaßte 118.311 km² und 10,37 Mio. Einwohner, bestehend aus:

Auf Deutsch-Westungarn (später Burgenland) wurde im Sinne des Selbstbestimmungsrechtes der Völker politisch, nicht aber rechtlich Anspruch erhoben. Der rechtliche Anspruch Österreichs entstand erst im Oktober 1919 mit dem Vertrag von Saint-Germain und wurde 1921 weitgehend eingelöst.

Entwicklung eines deutschen Staates

  • Von 1156 bis 1453 lautete die Herrschaftsbezeichnung Herzogtum Österreich.
    • Vom Herzogtum Bayern weitgehend unabhängiges Herzogtum, das annähernd das Gebiet des heutigen Bundeslandes Niederösterreich umfaßte;[5] die Ostmark wurde durch Kaiser Friedrich Barbarossa erbliches Herzogtum und Reichslehen mit Residenz in Wien. 1192 fiel das Herzogtum Steiermark (ebenfalls Reichslehen) durch kaiserliches Diktat an Österreich. Aus der kleinen, umkämpften Grenzmark wurde unter den Babenbergern ein kulturell und wirtschaftlich starkes Herzogtum.
    • 1251 wurde gegen den Willen des Deutschen Reiches Ottokar II. (der zweite Sohn von König Wenzel I. von Böhmen und Kunigunde von Schwaben) Herzog von Österreich, ab 1261 Herzog der Steiermark und ab 1269 Herzog von Kärnten und Krain. Rudolf von Habsburg (ab 1273 römisch-deutscher König bzw. König in Germanien) machte Ottokar den Anspruch strittig und wurde dabei von den deutschen Kurfürsten unterstützt. In einer Reichsgerichtsverhandlung unterlag Ottokar, worauf Rudolf die Reichsacht gegen ihn verhängte. Er zwang ihn, 1276 auf alle Erhebungen zu verzichten und besiegte ihn vernichtend 1278 bei der Schlacht auf dem Marchfeld – Geburtsstunde des Hauses Habsburg.
Das Deutsche Reich in seinen am 30. September 1938 de jure und nach dem Münchner Abkommen bestehenden Grenzen
  • Von 1918 bis 1919 Deutschösterreich
  • Von 1945 bis 1955 Besatzungszone der Invasoren und Siegermächte nach dem Zweiten Weltkrieg

Derzeitiger Status

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges ist das Bewußtsein der Deutschösterreicher, Deutsche zu sein, stark geschrumpft. Manche aktuellen Umfragen zeigen auf, daß über 90 % der Deutschösterreicher sich inzwischen als einer „österreichischen Nation“ zugehörig fühlen und sich nicht mehr als Deutsche betrachten. Die Saat der Sieger von 1918 und 1945 ging auf. Dies führt sogar dazu, daß Geschichte nachträglich revidiert wird, weshalb einige Deutschösterreicher heute sogar davon ausgehen, daß dieses Österreichbewußtsein schon immer bestanden hätte – tatsächlich gibt es dies erst seit 1945.

Nach wie vor ist jedoch das derzeitige Österreich nach dem Beitritt Österreichs zum Reich Teil des gesamtdeutschen Reiches.

Heute werden die Begriffe Deutschösterreich und Deutschösterreicher von der Republik Österreich und den Österreichern nicht mehr benutzt. In nationalen Kreisen hält sich der Begriff jedoch bis heute um auszudrücken, daß Österreich deutsch ist und die Österreicher Deutsche sind.

Zitat

  • Am 4. März 1919 gab es Demonstrationen der Sudetendeutschen in der Tschechoslowakei. Die Sudetendeutschen forderten den Verbleib bei Deutschösterreich anstatt der Inkorporation des Sudetenlandes in das Hoheitsgebiet des tschechoslowakischen Staatsverbandes. Die letzten Reichsratsabgeordneten dieser Gebiete hatten die Republik Deutschösterreich im Oktober 1918 als Mitglieder der Provisorischen Nationalversammlung in Wien mit begründet und am 12. November 1918 für die Einführung der Republik in den Zusammenschluß mit Deutschland gestimmt. Dennoch waren die deutschen Gebiete zwischen 1. November 1918 und 31. Januar 1919 durch tschechische Truppen besetzt worden. Zu den Forderungen des 4. März, der unter schwarz-rot-goldenen Fahnen begangen wurde, gehörte an erster Stelle das Selbstbestimmungsrecht der Völker, das von VS-Präsident Woodrow Wilson als Grundprinzip der Friedensregelung proklamiert worden war. Außerdem forderten sie den Abzug der tschechischen Truppen und die Freigabe zurückgehaltener Lebensmittel– und Kohlelieferungen. Die Kundgebungen wurden kurz nach Mittag in mehreren Städten gleichzeitig durch Schüsse in die Menge blutig unterdrückt. Dabei kamen auf Seiten der sudetendeutschen Demonstranten 54 Menschen ums Leben. Unter den Toten waren 20 Frauen und Mädchen, ein 80–Jähriger und Buben im Alter von vierzehn, dreizehn und elf Jahren. Zwei Tote gab es bereits am 3. März in Eger und zwei weitere am 5. März in Karlsbad, Außerdem gab es etwa 200 Verletzte. Die Opfer des 4. März 1919 erhielten keine Entschädigung, die Täter wurden nicht ermittelt und bestraft.[6]

Siehe auch

Literatur

  • Karl Heinrich Otto Kaemmel: Die Entstehung des österreichischen Deutschtums, 1879
  • Gustav Strakosch-Grassmann: Geschichte der Deutschen in Österreich-Ungarn, Band 1 (PDF-Datei)(Band 1: Die Anfänge deutschen Lebens in Oesterreich bis zum Ausgange der Karolingerzeit; PDF-Datei) Für Nicht-USA-Bewohner nur mit US-Proxy abrufbar!
  • Michael Hainisch: Wirtschaftliche Verhältnisse Deutsch-Österreichs, 1919 (PDF-Datei)
  • Heinrich Srbik: Österreich in der deutschen Geschichte
  • Friedrich von Wieser: Österreichs Ende, 1919 (PDF-Datei)
  • Erwin Stranik: Österreichs deutsche Leistung, Adolf Luser Verlag, Wien/Leipzig 1936
  • Richard Suchenwirth: Das Tausendjährige Österreich, F. Bruckmann, München 1936
  • Viktor Bibl: Die Tragödie Österreichs, Johannes Günther Verlag, Leipzig 1937
  • Wladimir Hartlieb: Parole: Das Reich, Adolf Luser Verlag, Wien/Leipzig 1939
  • Eduard Beninger: Die Germanenzeit in Niederösterreich, Verlag Dr. Eduard Stepan, Wien 1934
  • Helmut Sündermann: Wie deutsch bleibt Österreich?, Druffel, Leoni 1970

Fußnoten

  1. Neck: a.a.O., S. 75
  2. Goldinger/Binder: a.a.O., S. 19
  3. Ernst Bruckmüller: Österreichische Galerie Belvedere: Das neue Österreich, Wien 2005, S. 242
  4. Schon am 27. Januar des Jahres war es zu slowenischen Gewaltsausschreitungen gegen ihre Verbundenheit mit der Republik Deutschösterreich bekunden wollende Deutsche in Marburg an der Drau gekommen.
  5. Der römisch-deutsche Kaiser Friedrich I. „Barbarossa“ entzog auf dem Hoftag zu Goslar im Sommer 1154 durch Fürstenspruch dem Babenberger Heinrich „Jasomirgott“ das Herzogtum Bayern und verlieh das um die Marcha Orientalis verkleinerte Bayern dem Welfen Heinrich dem Löwen. Die losgelöste Marcha Orientalis wurde unter den Babenbergern als neues Herzogtum Ostarrichi mit besonderen Privilegien zur Keimzelle des Erzherzogtums Österreich.
  6. Weitblick, Folge 128, März 2019