Ritterinnen des Eisernen Kreuzes

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Hanna Reitsch, Inhaberin des EK beider Klassen

In der Geschichte des Eisernen Kreuzes gab es zahlreiche weibliche Ritter des Eisernen Kreuzes II. und I. Klasse. Es gab Verleihungen für Nicht-Kombattantinnen, aber ebenfalls nicht wenige für Kombattantinnen. Leider bleibt die militärhistorisch erstellte Liste der mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichneten Frauen unvollständig. Noch bis zum Ersten Weltkrieg wurden die Ritterinnen geschlechtslos als „Ritter“, zuweilen später auch als „Ritterdamen“ bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Erläuterung

Grabstätte Sophie Dorothea Friederike Köhlers, Ritter mehrerer Orden
Ritterin des Eisernen Kreuzes I. Klasse Fräulein Dr. rer. pol. Elisabeth „Elsbeth“ Schragmüller (1887–1940) aus Schlüsselburg;[1] promovierte 1913 an der Universität Freiburg,[2] sprach fließend Französisch und Englisch, meldete sich 1914 mit Verweis auf die deutschen Kämpferinnen der Befreiungskriege beim Deutschen Heer, trug sich als Meldereiter-Aspirantin am 17. September 1914 in das Gästebuch der Fliegerstation Cöln ein, meldete sich dann im besetzten Brüssel beim deutschen Generalgouverneur Colmar von der Goltz, wurde der Sektion VII (Nachrichtensammelstelle) der Kommandantur der Garnison zugeteilt, wechselte später zur berüchtigten Abteilung III b (militärischer Nachrichtendienst) der Obersten Heeresleitung nach Lille, 1915 wurde ihr von Walter Nicolai die Leitung der mit dem Nachrichtendienst gegen Frankreich beauftragten Sektion der Kriegsnachrichtenstelle Antwerpen (Spionageabwehr West) übertragen, bildete an der dortigen Spionageschule Agenten für die Auslandstätigkeit aus, erhielt ein kaiserliches Leutnantspatent und war – gemeinsam mit Paul von Roepell – Ausbilderin von Mata Hari. Zuletzt war sie Oberleutnant, nach anderen Quellen Hauptmann des Heeres, und Ritterin des Eisernen Kreuzes I. Klasse. Dr. Schragmüller verstarb 1940 im Alter von 52 Jahren an Knochentuberkulose in ihrer Münchener Wohnung. Nach Ansicht von Walter Nicolai, mit dem sie eine Freundschaft verband, wäre sie vermutlich im Zweiten Weltkrieg wieder von der Abwehr eingesetzt worden.

Stiftung

Schon mit der Stiftung des Eisernen Kreuzes im Jahre 1813 war ein Inhaber des Ordens ein Ritter. Ritter des Eisernen Kreuzes implizierte stets Inhaber des Eisernen Kreuzes II. Klasse, bei Inhaber der I. Klasse wurde dies zusätzlich vermerkt: „Ritter des Eisernen Kreuzes I. Klasse (1. Classe)“. Bei der Stiftung des Luisen-Ordens 1814 wurde festgelegt, daß die Ritterinnen das Kreuz „an dem weißen Bande des eisernen Kreuzes“ (für Nicht-Kombattanten) erhalten würden, was die herausragende Stellung des Ordens des Eisernen Kreuzes hervorhob.

RdEK

Ein Inhaber des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes (RdEK; Stiftungsdatum 1939) ist im Gegensatz zur landläufigen Meinung kein „Ritter des Eisernen Kreuzes“, da das Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes dem Komturkreuz gleichgestellt wurde. Somit ist ein Inhaber des Ritterkreuzes des Eisernen Kreuzes ein Kommandeur des Eisernen Kreuzes.

Vergünstigungen

Wachen hatten allen Trägern Ehrenbezeugungen zu erweisen, Mannschaften des Eisernen Kreuzes blieb strenger Arrest erspart, bei Tod stand den Angehörigen der Anspruch auf ein militärisches Begräbnis ihres Familienmitgliedes zu. Die gefallenen Träger wurden auf Tafeln in ihren Heimatkirchen geführt, die Kreuze auf ihren Grabsteinen abgebildet. Das Kreuz tauchte ebenso auf Fahnen und Standarten auf.

Verleihungen

Befreiungskriege

Bei allen vier Stiftungen des Eisernen Kreuzes wurden diese auch an Frauen verliehen, so auch in der ersten Stiftungsperiode anläßlich der Befreiungskriege 1813 und des Sommerfeldzuges 1815. Eine der ersten Inhaberinnen des Tapferkeitsorden war das junge Mädchen Johanna Stegen, das „Heldenmädchen von Lüneburg“, die allererste jedoch Friederike Krüger.

Erster Weltkrieg

Als erste deutsche Frau erhielt die Schwester Elfriede Scherhaus im November 1914 von der Berufsorganisation der Krankenpflegerinnen Deutschlands für ihre unermüdliche Arbeit das Eiserne Kreuz II. Klasse am schwarz-weißen Bande im Ersten Weltkrieg. Sie war, wie auch Frieda Gessert, einem Infanterie-Regiment an der Ostfront zugeteilt.

Zweiter Weltkrieg

Da das Eiserne Kreuz eine Würdigung besonderer Tapferkeitstaten vor dem Feind darstellte, war eine Verleihung an Frauen nicht vorgesehen. Ursprünglich sollten außergewöhnliche Leistungen von Frauen mit der Kriegsverdienstmedaille, später mit dem Kriegsverdienstkreuz, II. Klasse mit oder ohne Schwerter gewürdigt werden. Im Verlaufe des Krieges kam es dennoch zu Verleihungen an Frauen, die außergewöhnlichen Mut und Einsatzwillen gezeigt hatten. Die Verleihungen des Eisernen Kreuzes an bis zu 39 Frauen (19 davon amtlich bestätigt) blieben eine Ausnahme und waren nur nach Zustimmung des Oberbefehlshabers der Wehrmacht möglich.

Ritterin des EK beider Klassen

Flugkapitän Hanna Reitsch war die erste Inhaberin des Eisernen Kreuzes 2. Klasse und später ebenfalls der 1. Klasse im Zweiten Weltkrieg.

Elfriede Wnuk, Ritterin des EK II. Klasse

Als zweite deutsche Frau erhielt die Rote-Kreuz-Schwester Elfriede Wnuk aus Mingfen, Krs. Osterode/Ostpreußen vom Führer das Eiserne Kreuz II. Klasse, das ihr in diesen Tagen von Generalstabsarzt Dr. Zillmer überreicht wurde. Die 26jährige Schwester war in einem rückwärtigen Abschnitt der mittleren Ostfront eingesetzt gewesen und bei einem sowjetischen Fliegerangriff durch Bombensplitter so schwer verwundet worden, daß ihr ein Bein amputiert werden mußte. Schwester Elfriede war außerdem Trägerin des Silbernen Verwundetenabzeichens und der Ostmedaille.

Endkampf an der Ostfront

„Ergänzend zum Wehrmachtsbericht wird gemeldet: Zwei Rote-Kreuz-Helferinnen mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet. Die beiden deutschen Rote-Kreuz-Helferinnen Schwester Rhona von Ceumern und Schwester Anna Wolschütz hatten sich freiwillig zur Tätigkeit auf einem Hauptverbandplatz der Festung Küstrin gemeldet. Tag und Nacht waren sie trotz heftigen Artilleriebeschusses auf ihrem Posten und halfen unermüdlich den Schwerverwundeten. Als während eines Bombenangriffs auf die Altstadt eine Brückenwache verschüttet wurde, waren die beiden Helferinnen als erste zur Stelle, bargen trotz der ringsum einschlagenden Bomben die Verwundeten, befreiten die Verschütteten und feuerten durch ihr Beispiel andere bei den gefährlichen Bergungsarbeiten an. Ihrem Mut war es zu danken, daß die Verschütteten gerettet werden konnten. Die beiden Schwestern, die freiwillig weiter in der hart umkämpften Festung verblieben, wurden mit dem Eisernen Kreuz ausgezeichnet.“Führerhauptquartier, 22. März 1945

Gefallen für Deutschland

Die baltendeutsche Lehrerin Baronesse Rhona Marie Antoinette von Ceumern-Lindenstjerna (Lebensrune.png 9. oder 22. September 1908 in Orgishof/Lettland als Tochter von Karl Burchard Sigismund Edgar, Baron von Ceumern-Lindenstjerna und Wanda Auguste Julie Konstance, geb. Freiin von Wolff) fiel als Schwesternhelferin am 29. März 1945 in Zorndorf östlich von Küstrin, einen Tag vor der Kapitulation der Oderstadt. Ihr Name wird im Gedenkbuch des Friedhofes Stare Czarnowo genannt. Sie hinterließ Mutter und sechs, ggf. sieben Geschwister in Posen (darunter ein Offizier der Wehrmacht und ein Offizier der SA), ihr Bruder Burchard Sigismund Ernst Adam war schon am 27. März 1942 als freiwilliger Gefreiter in einem Infanterie-Regiment des Heeres vor Sewastopol gefallen, später dann auch ein zweiter Bruder.

Kriegsverdienstkreuz

Als erste Frau bekam die DRK-Schwester Angela Mayer das Kriegsverdienstkreuz mit Schwertern verliehen. Sie wurde 1940 zum Kriegsdienst eingezogen und war zunächst im Westen, dann jahrelang im Osten tätig. Ihr mutiger Einsatz fand die besondere Anerkennung des Führers. Zahlreiche Frauen bekamen im Verlauf des Zweiten Weltkrieges das KVK sowohl mit als auch ohne Schwerter verliehen, auch andere hohe Orden und Ehrenzeichen der Tapferkeit, Selbstlosigkeit und Verwegenheit gingen an Frauen.

Siehe auch

Galerie der Heldinnen (Auswahl)

Literatur

  • Die Ritter des Eisernen Kreuzes in alphabetischer Reihenfolge, 2 Bände, Hugo Bermühler Verlag, Berlin 1914–1915
  • Hanns von Zobeltitz: Das Eiserne Kreuz, in: „Volksbücher der Geschichte“, Velhagen + Klasing Verlag Bielefeld, Leipzig 1920
  • Gordon Williamson: World War II German Women's Auxiliary Services, Osprey Publishing (2003), ISBN 978-1841764078

Verweis

Fußnoten

  1. Durch Heirat mit einer Freiin von Düngellen waren die Schragmüllers Anfang des 19. Jahrhunderts in den Besitz der landtagsfähigen Rittergüter Dahlhausen und Havkenscheid gelangt. Dadurch zählten sie de facto zum Adel, wie auch die Heiratsverbindungen ausweisen, obwohl sie nie förmlich geadelt worden sind. Elsbeth Schragmüller wurde 1887 in Schlüsselburg bei Minden geboren, wo ihr Vater Amtmann war, bevor er 1889 nach Mengede berufen wurde. Ihre Schulzeit verbrachte sie bei ihrer vornehmen, nur Französich parlierenden Großmutter in Münster, anschließend eine für höhere Töchter obligate Pensionszeit in Lausanne. Zum Entsetzen der Eltern bestand sie darauf, das humanistische Abitur zu machen, was damals nur auf einem Jungengymnasium möglich war, und in Freiburg Staatswissenschaften zu studieren. 1913 promovierte sie dort mit der Arbeit „Die Bruderschaft der Borer und Balierer von Freiburg und Waldkirch – Beitrag zur Gewerbegeschichte des Oberrheins“ zum Dr. rer. pol. – für eine Frau zu jener Zeit sehr ungewöhnlich. Das geheimnisvolle Fräulein Doktor überlebte den lebensgefährlichen Job und nahm nach Kriegsende im Jahr 1918 ihre wissenschaftliche Laufbahn bei ihrem ehemaligen Doktorvater an der Universität Freiburg wieder auf. Als erste weibliche Lehrstuhlassistentin veröffentlichte sie eine Reihe fachwissenschaftlicher Arbeiten in der einschlägigen Presse. Aus unbekannten Gründen brach sie ihre Karriere nach wenigen Jahren abrupt ab und zog mit Vater, Mutter und einem Bruder von Freiburg nach München. Das Dossier der Reichswehr über sie befindet sich heute (Stand: 2017) im Freiburger Militärarchiv in der Wiesentalstraße.
  2. „Mademoiselle Docteur“ alias Elsbeth Schragmüller – Eine Geheimdienst-Karriere im 1. Weltkrieg
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