Festung Breslau

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Gemälde „Die Kinder von Breslau“ von Herbert Smagon. Begleittext: Sie opferten ihr Leben für ihre Stadt unbesiegt bis zum Kriegsende 1945 gegen eine zehnfache Übermacht.

Die Festung Breslau war der Versuch der deutschen Wehrmacht, eine Verteidigungslinie an der Oder aufzubauen, die Einschließung des wichtigen Verkehrsknotenpunktes Breslau zu verhindern und die deutsche Stadt zu verteidigen. Diese Aktivitäten begannen am 23. Januar 1945, als die Rote Armee Brückenköpfe bei Oppeln – südlich von Breslau – und bei Ohlau – nördlich von Breslau – schuf. Die eigentliche Schlacht um die Stadt begann am 15. Februar mit der Einschließung und endete am 6. Mai mit der Kapitulation gegenüber der 6. sowjetischen Armee.

Die Gegner

Aufruf
Die „Schlesische Tageszeitung“ vom 6. Mai 1945
Verlogenes Angebot zur „ehrenvollen“ Kapitulation am 6. Mai 1945; als Dank wurden beim Einmarsch der Roten Armee die Frauen vergewaltigt, die Männer, die Widerstand leisteten, erschossen oder erschlagen, 38.000 Soldaten und Hitlerjungen (davon 17.000 Verwundete) wurden verschleppt, die wenigen, die die Kriegsgefangenschaft überlebten, mußten teilweise über 10 Jahre warten, bis sie die Heimat wiedersahen.
Parade nach der Kapitulation: Stalinistische Rotarmisten trampeln auf Hakenkreuzfahnen

Die Schlacht um Breslau wurde zwischen der deutschen Heeresgruppe Mitte unter Ferdinand Schörner und der 1. Ukrainischen Front von Iwan Konew ausgetragen. Dabei standen sich die deutsche 17. Armee (unter der Führung von Friedrich Schulz und später Wilhelm Hasse) und die sowjetische 3. Garde-Panzerarmee (Pawel Rybalko) und die sowjetische 6. Armee (Wladimir Glusdowski) gegenüber. In der Stadt Breslau wurde nur ein Teil der 269. Infanterie-Division eingeschlossen, die nicht mehr Divisions-, sondern nur noch Kampfgruppenstärke hatte.

Die Festung Breslau hatte eine kampfstarke Verteidigung von mindestens 45.000 Mann. Diese unterteilten sich in die weniger kampfstarken Soldaten des Volkssturms, in Spezialisten der Rüstungsbetriebe und andere Wehrfähige der nationalsozialistischen Staatsorganisationen. Zu den kampfstärkeren Einheiten zählten die der Wehrmacht (zu großen Teilen Fronturlauber und Soldaten der Ersatzkompanien) und die der Waffen-SS.

Führung

Befehlsgewalt in der Festung Breslau hatte der Generalmajor von Ahlfen (3. November 1944 bis 7. März 1945) und bis zur Kapitulation am 6. Mai der General der Infanterie Hermann Niehoff. Der politisch Verantwortliche der Festung war Gauleiter Karl Hanke, der einen hohen Machtstatus hatte und politischer Befehlshaber über die in Breslau stationierten Truppen des Volkssturms war, deren militärischer Führer jedoch SA-Obergruppenführer Otto Herzog war.

Evakuierung und Ausbau zur Festung

Ausmaß der Zerstörung (Junkerstraße)

Am 20. Januar rief Gauleiter Hanke die nicht wehrtaugliche Bevölkerung auf, die zur Festung erklärte Stadt sofort zu verlassen. Es war ein kalter, strenger Winter, und Breslau war voller Menschen, viele waren während der letzten Woche aus den Dörfern und Städten rechts des Odertieflandes in Trecks hierher gekommen. Viele aus dem übrigen westlichen Reichsgebiet wohnten seit den letzten Kriegsjahren hier und waren von den Bombenanterror feindlicher Flugzeuge bisher verschont geblieben. Allesamt mußten sie die Festungsstadt kurzfristig räumen. Allerdings war eine Evakuierung der Bevölkerung überhaupt nicht vorbereitet worden.

Schon am ersten Tag herrschte auf den Bahnhöfen Panik. Die Züge konnten die Massen nicht aufnehmen. Gauleiter Hanke ordnete daher den Fußmarsch von Frauen und Kindern nach dem südwestlich gelegenen Umland bei Kostenblut und Kanth an.

Während der panischen Flucht bei Frost und Schnee kamen Tausende von Kindern und alten Leuten um. Aufgrund dieser Ereignisse weigern sich nun viele Breslauer, die Stadt zu verlassen. Etwa 200.000 nicht kampftaugliche Männer und Frauen sowie junge Mädchen und Pimpfe der Hitler-Jugend blieben in der Stadt.

Die nördlichen und östlichen Vororte von Breslau wurden zwangsweise geräumt, weil man hier den ersten Ansturm der Sowjets erwartete. In den verlassenen Häusern quartierten sich schon in den nächsten Tagen Wehrmacht und Volkssturm ein. Die politische Gewalt oblag den Parteiorganen und ihrem Befehlshaber, dem Gauleiter. Mit dem Evakuierungsbefehl der Zivilbevölkerung ließ Gauleiter Hanke auch alle Ämter und Institutionen, die für die Festungsverteidigung nicht unbedingt erforderlich waren, in andere Reichsgebiete verlegen.

Es verließen auch viele Schüler mit ihren Lehrern die Stadt: die Universität, die Universitätskliniken, das Technikum, das Botanische Institut und die Museumseinrichtungen wurden verlegt. Auch die Geistlichen wurden aufgefordert, die Stadt zu verlassen. Wehrfähige Männer mußten bleiben. Fünfzehnjährige Hitlerjungen und sechzigjährige Männer wurden zum letzten Volkssturmaufgebot mobilisiert. Bei Fahnenflucht drohte nach wie vor der Tod.

Verteidigung und Abwehr

Am 10. Februar wurde eine innerstädtische Evakuierung durchgeführt. Die Einwohner der östlichen Stadtteile zwischen den Oderläufen sowie der Stadtgebiete im Westen mußten ihre Wohnungen räumen und ihre voll bepackten Koffer zurücklassen. Breslau war militärisch kaum befestigt. Am 15. Februar belagerten sowjetische Truppen vom Süden und vom Westen her die Vororte Breslaus. Mit Flammenwerfern und Panzerfäusten kämpfte man beinahe um jedes Haus, und es gab kaum ein Haus, das nicht schwer zerstört wurde. Eine Moskauer Zeitung berichtete von den Häuserkämpfen in Breslau:

„Gekämpft wurde nicht nur in jedem Haus, Stockwerk oder Zimmer, sondern um jedes Fenster, wo die Deutschen Maschinengewehre und andere automatische Waffen installiert haben.“

Die sowjetischen Stoßtrupps zerstörten bei ihren Straßenangriffen zuerst die Eckgebäude der Häuserreihen mit Granatwerfer- oder Panzerbeschuß. Die Flammen vertrieben dann die Verteidiger aus den ersten Häusern, dann folgten die Flammenwerfertrupps und steckten ein Gebäude nach dem anderen in Brand. Als Vorbeugung gegen das Ausbrennen der Straßen räumten Wehrmachtstrupps mit Hilfe von Zivilisten das Mobiliar und sämtliche brennbaren Gegenstände aus den Wohnungen, Büroräumen und Geschäften auf die Straße und verbrannten alles, was man auf die Straße gebracht hatte.

In der Stadt wurden Gebäude abgerissen, um Material für Verteidigungsanlagen zu gewinnen und dem angreifenden Gegner im Häuserkampf die Deckung zu nehmen. In den Parks und Promenaden gingen Geschütze in Stellung. An Straßenkreuzungen sprengte die Wehrmacht ganze Häuser. An jeder Straßenecke, an jeder Litfaßsäule riefen Plakate zur Mithilfe und zum Kampf auf. Alte Männer, die nicht mehr kräftig genug waren, die Stadt zu verlassen, mußten das Straßenpflaster aufreißen und Steinbarrikaden errichten.

Aus den Trümmern errichtete man Barrikaden. Straßenbahnen fuhren herbei, um Straßen zu verbarrikadieren. Mit Pferden wurden Möbelwagen herbeigebracht, ausgebrannte Panzer wurden herbeigeschleppt. Parterren und Keller verwandelten sich in Schießstände. Am 27. März ordnete der zuständige NSDAP-Gauleiter Hanke die Räumung aller verlassenen Wohnungen der Stadt an – bis zum ersten Stock herab: Arbeitstrupps wurden zusammengestellt, die Möbel, Bilder, Teppiche und Bücher, überhaupt das gesamte leicht entzündliche Inventar der Wohnungen durch die Fenster auf die Straße werfen mußten, von wo es abtransportiert und auf freien Plätzen verbrannt wurde.

Versorgung

Die bald dringlich werdende Munitionsversorgung erfolgte auf dem Luftwege von Dresden aus. Sämtliche verfügbaren dreimotorigen Transportflugzeuge (JU 52) waren im ständigen Einsatz. Mit Lebensmitteln und sonstigen Vorräten war die Stadt reichlich versorgt. In den Kühlhäusern hatte man das Fleisch von etwa 16.000 Schweinen eingelagert. Aus der Umgebung hatte man außerdem vor der Belagerung herdenweise Rinder in die Stadt getrieben, denen in der Festung freilich die Futtermittel fehlten.

Nachschub an Munition wurde von Flugzeugen, die auf dem Flugplatz Gandau im Westen der Stadt landeten, herangebracht. Die Kämpfe der letzten Wochen hatten die Munitions- und Betriebsstoffvorräte knapp werden lassen, so daß ohne dauernden Nachschub auf dem Luftweg die künftige Verteidigung gefährdet war. Die Belagerer kontrollierten bald die Luftversorgung, so daß wegen des Flak- und Jagdfliegerbeschusses nur nachts Anflüge mit Transportflugzeugen erfolgen konnten.

Nach der Eroberung des Flugplatzes befahl General Niehoff, einen zweiten Landeplatz hinter der Kaiserbrücke zu bauen. Dort ließ er ein ganzes Stadtviertel dafür sprengen. Zwangsarbeiter und Zivilisten arbeiteten im ständigen Feuer der Belagerer tags und nachts. 13.000 Menschen sollen dabei ums Leben gekommen sein.

Schicksal der Stadt

Während der Osterfeiertage 1945, am 1. und 2. April, warfen Hunderte Flugzeuge mehrere Tausend Bomben auf das Stadtgebiet von Breslau ab. Die massivste Bombardierung vollzog sich am Ostermontag. Durch die abgeworfenen Phosphorbomben kam es in der gesamten Stadt zu schwerwiegenden Bränden. Von 30.000 Gebäuden lagen am Ende der Kampfhandlungen 21.600 in Trümmern. Viele Industriebetriebe und wertvolle Kulturdenkmäler waren völlig zerstört worden.

Kapitulation

Nach 82 Tagen des erbitterten Häuser- und Nahkampfes waren die Kampfgruppen der Festung am Ende, kaum noch ein deutscher Krieger, der nicht verwundet war. Der Munitionsvorrat reichte nur noch für wenige Stunden der verzweifelten Abwehr aus, Nahrung und Wasser waren kaum vorhanden. General der Infanterie Niehoff mußte sich am 6. Mai 1945 zur Kapitulation entschließen. Sie erfolgte vor dem Oberbefehlshaber der 6. russischen Armee, General Glusdowski. General Niehoff verbrachte elf Jahre in sowjet-bolschewistischer Kriegsgefangenschaft.

„Wer je eine Straße gesehen hat, an der deutsche Trecks von sowjetischen Panzern niedergewalzt und zusammengeschossen – ein Anblick des Grauens – zerfetzt und durchsiebt in den Straßengräben lagen, wird am Ende dieses Buches vielleicht doch zu dem Urteil kommen können, das Breslaus Opfer, so groß und schmerzlich sie waren, gering erscheinen gegenüber jenem Ausmaß an Tod und Verderben, vor dem der Kampf Breslaus die nach Westen in die Freiheit ziehenden Schlesier bewahrt hat.“ — General der Infanterie a. D. Niehoff in „So kämpfte Breslau – Verteidigung und Untergang von Schlesiens Hauptstadt“

Verlustzahlen

Nach Schätzungen des britischen Historikers Norman Davies kamen bei der Verteidigung von Breslau insgesamt 170.000 Zivilisten ums Leben, 6.000 deutsche und 7.000 sowjetische Soldaten waren gefallen. Die Russen geben jedoch andere Zahlen an, von den 150.000 bis 200.000 Mann der Roten Armee, die gegen Breslau anrannten, werden 5.000 Offiziere und 55.000 Soldaten als Verlust geführt.

Ritterkreuzträger der Festung Breslau

  • Georg-Rudolf Grünner, Gruppenführer im (Sturm-)Regiment „Mohr“
  • Franz Budka (), SS-Untersturmführer und Führer der 1. Kompanie/SS-Festungs-Regimentes 1 „Besslein“
  • Georg-Robert Beßlein, Kommandeur des SS-Festungs-Regimentes 1
  • Otto Herzog (), Führer der Volkssturm-Einheiten in der Festung Breslau sowie Führer einer Festungs-Kampfgruppe
  • Alfred Rogge (), SS-Obersturmführer und Führer des I. Bataillons/SS-Festungs-Regimentes 1 „Besslein“[1]

Ritterinnen des Eisernen Kreuzes (Auswahl)

  • Lillian Soerensen, 19jährige dänische DRK-Helferin, Wundversorgung an vorderster Front, wurde dabei selbst verwundet
  • Liselotte Schlotterbeck, 32jährige Schwesternhelferin aus Metz, Truppenverbandsplatz
  • Lucie Lefever, 19jährige DRK-Schwester aus Flandern, Hauptverbandplatz (Frankfurter Straße)

Deutsche Einheiten

Neue Volkssturm-Bataillone der Gauhauptstadt Breslau werden vom Gauleiter Hanke vor dem Stadtschloß im Februar 1945 vereidigt.

Generalkommando Festung Breslau (Januar 1945)

Die Aufstellung des Generalkommandos „Breslau“ bzw. „Festung Breslau“ im Januar 1945 bestand nach der unvollständigen Feldpostübersicht aus Teilen des stellvertretenden Generalkommandos VIII. AK mit:

  • Festungs-Division Breslau (auch 408 oder „L“)
  • Division 609
  • Regiment Frankenstein (A): nur Stab und I. Bataillon
  • Regiment Karlowitz (C): Stab, I., II. Bataillon und Abteilung „Tentschert“
  • Regiment Deutsch-Lissa (D): Stab, I. und II. Bataillon
  • Regiment Breslau A mit I.-III. Bataillon
  • Regiment Breslau J mit XXV., XXVII. und XXVIII. Bataillon
  • Regiment R. V. Breslau (Stab, Bataillon „Fischer“ und Bataillon 55)
  • Artillerie-Regiment Breslau

Heeresleitung der Festung Breslau (So kämpfte Breslau)

Deutsche Truppen der Ostfront rücken zur Reichsverteidigung in Breslau ein
  • A)
    • Regiment „Mohr“ (aus Jäg.Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon 49 Karlowitz und 83 Trautenau) I.-III.
    • Regiment „Besslein“ (von der Waffen-SS: aus dem SS-Infanterie-Geschütz-Ausbildungs-und Ersatzbataillon 1 Deutsch-Lissa, Panzer-Grenadier-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon Breslau, Funktions-Unterführerschule Breslau; vom Heer: Heeres-Unteroffizier-Schule (H.Uffz.Schule) Striegau, Fahr-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung 28 Schweidnitz, Vet.Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung 8 Schweidnitz) I.-IV.
    • Regiment „Wehl“ (von der Luftwaffe mit Flugplatzkompanien) I.-IV. (oder VI.)
    • Regiment „Sauer“ (aus Jäger-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon 49 Karlowitz) I.-III. (oder IV.)
    • Regiment „Hanf“, sp. Velhagen I.-III. oder IV. I. und II. Festungs-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon Breslau (Stamm Landesschützen-Bataillon 599)
  • B) Unter der 609. Division (darunter Aufklärungs-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung 8 Oels, H.Uffz.Schule Frankenstein, Fahnenjunkerlehrgänge Gnesen) die Regimenter:
    • Regiment „Reinkober“
    • Regiment „Kersten“
    • Regiment „Schulz“
    • Regiment „Seybold“ (aus Bataillon „Wuttke“ vom Regiment „Sauer“, Bataillon „Roge“ vom Regiment „Besslein“, I./Fallschirm-Jäger-Regiment 26)
  • C)
    • Artillerie-Regiment Breslau (aus Festungs-Batterie 3048, 3049, 3075, 3076, 3081, 3082, leichte und schwere Artillerie-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung 28 Bunzlau, Heeres-Artillerie-Abteilung 859)
    • Flak-Regimentsstab 150
    • schwere Flak-Abteilung 570
    • Flak-Ersatz- und Ausbildungs-Abteilung 137 der Luftwaffe
    • Panzerjäger-Abteilung Breslau zu 4 Kompanien
    • Pionier-Regiment Breslau (aus Pionier-Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon 28 Breslau-Cosel) I.-V.
    • Nachrichten-Regiment Breslau I.-III. Abteilung
    • Fallschirm-Jäger-Bataillon I./FJR 26 und II./Fallschirm-Jäger-Regiment z. b. V. „Schacht“
  • D) Der Volkssturm war in vier Regimentsgruppen truppendienstlich, nicht taktisch zusammengefaßt:
    • Regimentsgruppe „Hechenleiter“
    • Regimentsgruppe „Wolanke“
    • Regimentsgruppe „Franke“
    • Regimentsgruppe HJ („Hirsch“) und bestand aus 38 Bataillonen:
      • Bataillon 21-24 Kampf-Bataillon; Bataillon 30-37 Kampf-Bataillon; Bataillon 38, 40 Bau-Bataillon; Bataillon 41, 42 Kampf-Bataillon; Bataillon 43 Bau-Bataillon; Bataillon 44 Kampf-Bataillon; Bataillon 45 Bau-Bataillon; Bataillon 46, 48 Kampf-Bataillon; Bataillon 49, 50 Bau-Bataillon; Bataillon 51 Ersatz-Bataillon; Bataillon 52; Kampf-Bataillon (NSKK, sp. Transport- und Pionieraufgaben); Bataillon 54 Bau-Bataillon; Bataillon 55, 56 HJ-Kampf-Bataillon; Bataillon 59 Bau-Bataillon; Bataillon 66-69 Kampf-Bataillon; Bataillon 71 Ausbildungs-Bataillon; Bataillon 72, 73 Bau-Bataillon; Bataillon 74-76 Kampf-Bataillon (74 Eisenbahn, 76 Postschutz)

Letzte Feldpostsendungen und Funkgrüße in die Heimat

Deutsche Grenadiere in der Festung Breslau: Vater und Sohn in ihrer Stellung am Rande der Stadt, Ende Februar 1945
Frontzeitung der Festung Breslau
Junge Männer der Waffen-SS in der Festung Breslau
  • 9.2.1945: Ab sofort werden private Feldpostsendungen (einschl. Zeitungssendungen jegl. Art, also auch die Zeitungssendungen der Verleger) aus der Heimat nach der Front bis auf weiteres nur noch bis zum Gewicht von 20 g befördert. Schwerere Sendungen werden an die Absender zurückgegeben, ohne daß dafür die verwendeten Zulassungsmarken ersetzt werden. Nur für Dienstsendungen treten keine Beschränkungen ein.
  • 19.2.1945: Die Wiederherstellung einer Verbindung zwischen dem kämpfenden Soldaten und seinen Angehörigen ist dringend erforderlich und wird mit allen Kräften betrieben. Einzelheiten werden in den „Besonderen Anordnungen für die Versorgung“ befohlen. Der Soldat ist darüber zu belehren, daß das bisherige Fehlen von Feldpost durch die zahlreichen Neuaufstellungen und Umgliederungen bedingt war, denen die große Organisation der Feldpost besonders bei den augenblicklichen Verkehrsschwierigkeiten nicht so schnell begegnen konnte, wie es sich der Soldat an sich mit Recht wünscht. Feldpostamt 150 ist ab 15.2.1945 im Gebäude Hauptpost, Postamt 1, Albrechtstraße, aufnahmebereit. Es dürfen nur Feldpostkarten und Feldpostbriefe eingeliefert werden. Wegen sehr geringen Laderaumes ist nur an die nächsten Angehörigen zu schreiben. Es ist in den letzten Tagen Feldpost abgegangen. Für Einheiten, die bisher noch keine Feldpostnummer hatten, sind Feldpostnummern zugewiesen worden. Einzelheiten durch Ib, Sachbearbeiter OII, Leutnant Doll.
  • 28.2.1945: Abgegebene Feldpost hat bisher regelmäßig abtransportiert werden können. Die Zuführung von Feldpost ist bisher an kriegsbedingten Schwierigkeiten gescheitert. Der Soldat muß wissen, daß sowohl die allgemeine Lage im Osten als auch die fortgesetzten Terrorangriffe des Feindes auch auf Mitteldeutschland die Gesamtorganisation der Feldpost vor besonders schwierigen Aufgaben gestellt hat. Für die Feldpost der Festung Breslau ist Post mehrfach insbesondere in Liegnitz, Sagan und Dresden durch Feindeinwirkung verloren gegangen. Um weitere Schwierigkeiten in der Umstellung auf die Luftzuführung möglichst schnell zu überwinden, ist auf Befehl des Festungskommandanten ein Feldpostfachmann mit dem Flugzeug in Marsch gesetzt worden.
  • 12.3.1945: Die Herstellung der Verbindung zwischen den Kämpfern der Festung Breslau und ihren Angehörigen wird durch eine neue Regelung weitgehend erleichtert werden. Oberkommando des Heeres–Nationalsozialistischer Führungsstab und Oberkommando des Heeres-Generalquartier teilen mit, daß Einheiten, die bisher offene Anschriften geführt haben, die Klaranschrift benutzen können, falls ihnen bisher noch keine Feldpostnummer zugewiesen worden ist. Von Zuweisung von Feldpostnummern wird zunächst abgesehen. Darüber hinaus können auch neuaufgestellte Einheiten offene Anschriften benutzen. Die Postzustellung an die Angehörigen der Soldaten aus den geräumten Gebieten ist schwierig. Dafür hat jeder Soldat Verständnis. Die Reichspost hat neben der Einrichtung der Zentral-Auskunftsstelle für Rückgeführte beim Polizeipräsidium in Berlin eigene Nachsendestellen eingerichtet. Dorthin gelangen alle Nachsendeanträge und Anzeigen über neue Anschriften der Volksgenossen aus den geräumten Gebieten. Diese Bezirksnachsendungsstellen senden Post, die noch an die alten Anschriften in den geräumten Gebieten gerichtet ist, nach. Z. Zt. sind nachfolgende Bezirksnachsendestellen eingerichtet:
    • Für die Postleitgebiete 5a, 5b, 5c, und 6 in Berlin (1)
    • Für die Postleitgebiete 7a, 9a, 9b in Dresden (10)
    • Für das Postgebiet 8 in Chemnitz (10)
    • Für die Postleitgebiete 17a, 17b in Heidelberg (17a)
    • Für das Postleitgebiet 18 in Speyer (18)
  • Für das Postleitgebiet 21 und den nördlichen Teil des Postleitgebietes 22 (R[eichs] P[ost] D[irektion] Bezirk Düsseldorf) in Paderborn (21) für den mittleren Teil des Postleitgebietes 22 (R[eichs] P[ost] D[irektion] Bezirk Köln) in Iserlohn (21) für den südlichen Teil des Postleitgebietes 23 (R[eichs] P[ost] D[irektion] Bezirk Koblenz) in Weilburg (16). Es empfiehlt sich also, die Post, die für Anschriften in den geräumten Postleitgebieten bestimmt ist, gleich an die aus obenstehender Aufstellung ersichtlichen Bezirksnachsendestellen zu senden. Das geschieht so, daß die volle bisherige Anschrift verwandt wird mit dem Zusatz: Über Bezirksnachsendestelle (z. B. (21) Paderborn).
  • 20.3.1945: Anwendung von Einheitsbezeichnung und Feldpostnummer im Schreibverkehr. Bei Dienstschreiben sind Einheitsbezeichnung oder Feldpostnummer anzuwenden. Anwendung von Einheitsbezeichnung und Feldpostnummer nur, wenn eine besondere Notwendigkeit dazu vorliegt und nur in verschlossenen Briefen, jedoch niemals auf dem Umschlag [...] Alle Feldpostsendungen müssen als Absender Dienstgrad, Name und Feldpostnummer tragen. Angaben wie z. B. Grenadier, Kanonier, Pionier, Funker usw. sind verboten, statt dessen Soldat.
  • 23.3.1945: Feldpost wird weiter in die Festung eingeflogen. Leider ist aber die Feldpostversorgung immer noch lückenhaft. Das beruht auf Schwierigkeiten, die sich jeder Soldat eigentlich sich selber klar machen kann. Im ganzen Reich bleibt der Postverkehr selbstverständlich von den Kampfhandlungen nicht unberührt. Es ist daher nicht leicht, die für die Festung bestimmte Feldpost schnell und ohne Schaden dorthin zu bringen, wo sie von den Flugzeugen aufgenommen werden kann. Es kommt hinzu, daß die Flugzeuge mit immer von dem gleichen vorher bestimmten Flugplatz starten. Unbegründet sind die Sorgen mancher Soldaten, daß Feldpost zugunsten weniger wichtigen Gutes (etwa Zeitungen und dergleichen) zurückgelassen würde. Die Feldpost, die am Absprunghafen bereitliegt, wird auch eingeflogen. Gewisse Verluste an Feldpost können auch beim Einfliegen und beim Abwurf eintreten. Sie müssen in Kauf genommen werden. Bei den langen Laufzeiten der Post auch im Heimatkriegsgebiet braucht kein Soldat beim Ausbleiben der Post besondere Sorgen zu machen. Das Fehlen von Post bedeutet noch nicht eine ungünstige Nachricht. Die in die Festung gelangende Post wird trotz großer Schwierigkeiten wegen häufigen Wechsels der Truppenbezeichnung und des Unterstellungsverhältnisses bearbeitet und verteilt. Bei der Feldpost befindet sich nur ein geringer Teil von Sendungen, der bisher nicht an den Mann gebracht werden konnte. Abgehende Post wird nach wie vor ausnahmslos und im allgemeinen fast unmittelbar nach der Auflieferung an die Feldpost ausgeflogen. Feldpostfaltbriefe werden mit der Marketenderware zugeteilt. Die nebenamtlichen Nationalsozialistischen Führungs-Offiziere setzen sich deswegen mit den zuständigen Truppenzahlmeistern in Verbindung.
  • 31.3.1945: In der Registratur befindet sich Feldpost unter der Nummer 67004. Alle Truppenteile entsenden zur Abholung einen Soldaten mit alphabetischen Namensverzeichnis seiner Einheit.
  • 1.4.1945: Feldpost zur Beförderung in die Heimat kann im Augenblick nicht angenommen werden. Sobald die Möglichkeiten wieder gegeben sind, um Feldpost wieder auszufliegen, erhält die Truppe Mitteilung. Ankommende Feldpost wird weiter eingeflogen, soweit das die Verhältnisse zulassen.
  • 9.4.1945: Gemäß Betreuungsbefehl Nr. 3 des Festungskommandanten, Abteilung Nationalsozialistische-Führung kann die Feldpostbeförderung in Richtung Front-Heimat wieder im beschränktem Umfange aufgenommen werden. Der Festungskommandant hat befohlen, daß jeder Soldat höchstens an jedem dritten Tag eine Postkarte oder einen Feldpostbrief zur Beförderung abgeben darf. Zur Durchführung diese Befehls haben die Einheiten namentliche Listen anzulegen, in denen alle von den Angehörigen der Einheit abgegebenen Postsendungen registriert werden. Nur die registrierte Post darf von den Einheiten dem Feldpostamt zur Beförderung übergeben werden. Es muß dafür Vorsorge getroffen werden, daß die mit der Überbringung der Post beauftragten Melder wirklich nur die in obiger Form erfaßten Postsendungen an das Feldpostamt abgeben. Alle Soldaten sind besonders darauf hinzuweisen, daß nur Postkarten oder zusammenfaltbare Feldpostkartenbriefe (ohne Briefumschlag) verwenden werden dürfen. Die Feldpost weist Briefe in Umschlägen zurück. Feldpostfaltbriefe sind in der Marketenderei erhältlich.
Mit dem Eisernen Kreuze II. Klasse ausgezeichneten Hitlerjungen in der Festung Breslau, 1945
  • 12.4.1945: Die im Betreuungsbefehl Nr. 9 dargestellte Übermittlung von Funksprüchen zur Weitergabe durch die Feldpost kann fortgesetzt werden. Einreichung baldmöglichst, spätestens bis 16.4.1945 an Abteilung Nationalsozialistische-Führung. In der Anschrift des Empfängers der Grüße muß unbedingt die Postleitzahl angegeben sein. Es können weiter Funkgrüße einreichen:
    • 609. Infanterie-Division 300
    • Regiment Wehl 100
    • Regiment Sauer 60
    • Regiment Mohr 70
    • Regiment Dengler 20
    • Regiment Hanf 60
    • Regiment Besslein 100
    • Regiment Hirsch 150
    • Stab Herzog 150
    • Artillerie-Regiment 60
    • Flak-Regiment 200
    • Pionier-Regiment 60
    • Panzer-Jäger-Abteilung 20
    • Versorgungs-Bataillon I 50
    • Versorgungs-Bataillon II 20
    • Ersatz- und Ausbildungs-Bataillon 20
    • Sanitäts-Truppen 50
    • Lazarette (Verwundete u. Kranke) 400
    • Landes-Schützen-Bataillon 599 10
    • II/Fallschirm-Jäger-Regiment 20
    • Stab Festungs-Kommandant 10
  • 18.4.1945: Die Sendung von Funkgrüßen soll fortgesetzt werden. Mit Rücksicht auf die wechselnden technischen Voraussetzungen werden der 609 Infanterie-Division, den Regimentern und selbständigen Bataillonen und Abteilungen und dem Kreisleiter für den zivilen Sektor von Fall zu Fall durch Fernsprecher Aufforderungen zur Einreichung von Funkgrüßen zugehen. In vielen Fällen fehlt immer noch die Angabe der Postleitzahlen. Sie ist unbedingt erforderlich.
  • 26.4.1945: Die von den Einheiten abgelieferte Feldpost ist abgegangen. Um auch für die Zukunft eine unerwünschte Stauung von Feldpost zu vermeiden und jedem Soldaten die Sicherheit zu geben, daß seine Post tatsächlich aus der Festung herauskommt, muß die Beschränkung verschärft werden. Jeder darf nur noch alle 5 Tage einen Feldpostfaltbrief oder eine Feldpostkarte schreiben. Die Einheitsführer überwachen verantwortlich die Durchführung dieser Beschränkung. Das Feldpostamt ist angewiesen, dort eingelieferte Post auf jeden Fall anzunehmen. Falls eine Stauung auftreten sollte, wird eine weitere Beschränkung durch allgemeinen Befehl geregelt werden.
  • 27.4.1945: Das Feldpostamt befindet sich ab 27.4.1945 am Lehmdamm 2.

Siehe auch

Literatur

  • Georg Haas: Festung Breslau 1945, Band 1: Kampf um Breslau – Brände an der Oder, Band 2: So starb Breslau – Und gaben die Hoffnung nicht auf (Bestellmöglichkeit)
  • Hans von Ahlfen / Hermann Niehoff: So kämpfte Breslau – Verteidigung und Untergang von Schlesiens Hauptstadt, Gräfe und Unzer, München 1959/1963
  • Klaus Franke: Hölle Breslau 1945. Winkelried-Verlag 2015, ISBN 978-3-944060-29-3

Fußnoten

  1. Alfred Rogge war von Beruf Lehrer. 1943 gehörte er einer Infanterie-Geschützkompanie der 9. SS-Panzer-Division „Hohenstaufen“ an. Später kam er zum SS-Infanteriegeschütz-Ausbildungs- und Ersatzregiment. Ende Januar 1945 schrieb er aus Breslau-Lissa, inzwischen Angehöriger der zusammengewürfelten Kampfgruppe „Beßlein“, seiner inn Berchtesgadener Land geflüchteten flämischen Jugendfreundin: „Der Russe ist in meiner Heimat, lieber tot als Sklave.“ Rogge fiel für Deutschland, als er am 12. Mai 1945 im Kriegsgefangenen-Lazarett Breslau-Lissa an seiner schweren Kriegsverwundung verstarb.