Arent, Benno von (1898)

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Professor Benno von Arent, u. a. NSDAP-Gauredner, Mitglied des Lebensborn, Gründer des „Bundes nationalsozialistischer Bühnen- und Filmkünstler“, der im April 1933 in „Kameradschaft der deutschen Künstler“ (KDDK) umbenannt wurde, Mitglied in der „Reichskammer der Bildenden Künste“, Reichsbühnenbildner, Reichskultursenator und Präsidialrat der Reichstheaterkammer.

Benno Georg Eduard Wilhelm Joachim von Arent (Lebensrune.png 19. Juni 1898 in Görlitz, Schlesien; Todesrune.png 14. Oktober 1956 in Bonn) war ein deutscher Offizier des Deutschen Heeres, der Freikorps, der Vorläufigen Reichswehr, der Allgemeinen SS (zuletzt SS-Oberführer), des Heeres der Wehrmacht (nach Wehrübungen und Teilnahme am Polenfeldzug zuletzt Hauptmann der Reserve) und der Waffen-SS, zuletzt SS-Sturmbannführer d. R. im Zweiten Weltkrieg sowie Architekt und während der Zeit des Nationalsozialismus ernannter „Reichsbühnenbildner“. Er ist bekannt für den Entwurf von Uniformen und Orden, er entwarf u. a. den Tintenabroller und Zigarettenetui für Allacher Porzellan (dies wurden als Ehrengeschenke von Adolf Hitler an verdiente Persönlichkeiten überreicht) sowie das Danziger Kreuz für die Freie Stadt Danzig.

Leben

Ada, erste Ehefrau von Benno von Arent, mit Sohn Arnfried; Bild in der Zeitschrift „Dame“, März 1926
Benno von Arent und seine zweite Ehefrau Herta in einem Fiat, 1930
Architektur-Büro (1931)
Herta, geb. Raddatz, Fotomodell und zweite Ehefrau von Benno von Arent
Benno von Arent mit Ehefrau Herta (Mitte) und der Journalistin Edit von Coler (links) im Staatstheater Berlin, September 1933
Reichsminister Dr. Joseph Goebbels im Gespräch mit der Schauspielerin Gerda Maurus; Benno von Arent, der Leiter der „KDDK“ und SS-Oberführer Julius Schaub (Aufnahme von 1935)
Bühnenkostüm „Lehrbuben und Lehrmädel“ von Benno von Arent für die Aufführung „Die Meistersinger“ zum Reichsparteitag in Nürnberg, August 1935; Hitler hatte sich gewünscht, von Arent würde die gesamte Kostümgestaltung für die Bayreuther Festspiele übernehmen, konnte sich im Fall von Arent jedoch nicht gegen Winifred Wagner durchsetzen. Hitler schätzte von Arent grundsätzlich sehr. Albert Speer schrieb beinahe bewundernd über ihn in seinen „Spandauer Tagebücher“, wie nahe er dem Führer stand und wie beeindruckend dessen Ausstattung des Staatsbesuchs von Mussolini in München und Berlin ausfiel.
Der Reichsbühnenbíldner Prof. Benno v. Arem und seine Gattin mit ihren Kindern Arnfred, Herta-Maria und Wolf (Aufnahme von 1937)[1]
Professor Benno von Arent
SS-Sturmbannführer d. R. der Waffen-SS von Arent

Benno von Arent besuchte zunächst die Vorschule in Thorn, Westpreußen, dann das evangelische Pädagogium in Godesberg an der Ruhr. Es folgte die Oberrealschule in München-Gladbach. Am 25. September 1916 trat Arent freiwillig als Fahnenjunker in das Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm I.“ Nr. 3 ein. Von 1917 an war er als Leutnant an der Front und mußte anschließend ins Lazarett. Daraufhin war er Auskunftoffizier beim Stab des I. Armeekorps und Adjutant des Ersatz-Bataillons in Ostpreußen. Nach dem Ersten Weltkrieg schloß er sich dem Freikorps bei der Maschinengewehr-Kompanie an und war an der Befreiung Königsbergs und Ostpreußens von bolschewistischen Putschversuchen beteiligt.[2]

Weimarer Republik

Am 1. Januar 1919 nahm er seinen Abschied vom Militär und war danach in verschiedenen Berufen tätig, unter anderem als Arbeiter, Versicherungsgsbeamter, Leiter einer kleinen Handelsgesellschaft sowie Faltboot- und Automobilvertreter.

In seiner Freizeit zeichnete Arent und bildete sich selbst in Malen, Zeichnen, Architektur und Kunstgeschichte fort. Er versuchte immer wieder, auf künstlerischem Wege Fuß zu fassen. Er war Kostümzeichner bei Baruch & Co. in Berlin, dann versuchte er sein Glück auf selbständiger Basis. 1923 wurde er bei Meinhard & Bernauer probeweise als Bühnenbildner eingestellt und war gleichzeitig Reklamechef des Filmtheaters Mozartsaal (seinerzeit das erste amerikanische Uraufführungstheater in Berlin). Er bestritt einen neuen Weg der Kinoreklame, war erster Ausstatter am Berliner Theater usw. und erlebte große Erfolge.

Darauf war Arent fortlaufend beschäftigt und wurde von allen Berliner und auch anderen Theatern beauftragt, sie auszustatten. Des weiteren kamen sogar Auftäge aus England und nordischen Staaten, und er stattete über 200 Theater mit Kostümen und Dekorationen aus. Nebenbei beschäftigte er sich mit Reklame und Architektur und richtete viele Wohnungen ein, baute Kleinhäuser und Villen und stattete große Feste, wie das Weltkraftfest usw., aus.

Als Nationalsozialist

Ab 1928 setzte er sich für die NSDAP ein und war Ende 1931 für sie tätig. 1932 trat er in die Allgemeine SS ein, war im Sommer dieses Jahres kommissarischer SS-Sturmführer in Berlin und gründete im Frühjahr 1932 den Bund Nationalsozialistischer Bühnenkünstler. Im April 1932 trat er dann in den Neuen Deutschen Bühnen- und Filmklub e.V. ein und gründete 1933 zugleich die Kameradschaft der deutschen Künstler (KddK), deren Präsident er war.[3] Im Jahre 1934 hatte dieser Klub bereits 1.400 Mitglieder, fast alle namenhaften Künstler waren hier vertreten, Ehrenmitglieder waren Reichsminister Dr. Goebbels, Ministerpräsident Göring, Reichsminister Seldte, Oberpräsident Kulbe, Reichsjugendführer Baldur von Schirach, Staatskommissar Hinkel, Präsident der Reichstheaterkammer Laubinger usw. Des weiteren war Arent im preußischen Theaterausschuß, Verwaltungsrat der Genossenschaft Deutscher Bühnenangehöriger, Verwaltungsbeirat der Reichstheaterkammer und Führerbeirat der Reichsfilmkammer.

Chronologie

  • Ausbildung durch Privatlehrer
  • Besuch der Vorschule in Thorn
  • 1908 bis 1915 Besuch des Evangelische Pädagogiums in Godesberg
  • 1915 Besuch der Oberrealschule in Mönchen-Gladbach
  • Besuch der Fischerschen Vorbereitungsanstalt in Berlin
  • 1916 Ablegung des Fähnrichsexamens (Primareife) in Berlin
  • 25. September 1916 Kriegsfreiwilliger und Fahnenjunker im II. Ersatz-Bataillon/Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm I.“ Nr. 3
  • 1917 Einsatz an der Kriegsfront
  • 31. Dezember 1917 Leutnant
  • Mai 1918 im Lazarett mit typhösen Fieber
  • Auskunftsoffizier im Stab des I. Armee-Korps
  • Ausbilder für MG-Kurse und Führer der 7. Kompanie/Grenadier-Regiment „König Friedrich Wilhelm I.“ Nr. 3
  • 1919 im Ostpreußischen Freiwilligenkorps
  • Zur Korpskriegsschule nach Gumbinnen Kommandiert
  • 14. November 1919 Heirat
  • 6. Januar 1920 Abschied aus den Militärdienst der Vorläufigen Reichswehr
  • 1919 bis 1920 Kontakte zur Deutschnationalen Volkspartei
  • Lehrling in Gasmesser- und Armaturenfabrik, Versicherungsbeamter, Handelsvertreter, Bürokraft, Kostümzeichenr, Automobilverkäufer, später selbständig
  • 1923 Probeweise Anstellung als Bühnenbilder-Volontär in Berlin sowie Kunstmaler/Bühnen- und Filmbildner
    • neben dieser Tätigkeit architektonische, insbesondere innenarchitektonische Arbeiten
  • Tätig in der Kinoreklame
  • Reklamechef des Filmtheaters „Mozartsaal Cinema“ (Berlin)
  • 1928 Kontakte zur NSDAP
  • 22. Dezember 1927 Zweite Heirat
  • November 1931 Mitglied der Allgemeinen SS (SS-Nr. 36.320)
    • Dienst im SS-Motorsturm II. Sturmbann/6. SS-Standarte (Berlin)
    • 1932 Kommissarischer SS-Truppführer Berlin
  • 1. Mai 1932 Mitglied der NSDAP (Nr. 1.105.236)
  • 1932 Wegen Übernahme in die kulturpolitische Abteilung der NSDAP Austritt aus der Schutzstaffel
  • 1932 Gründer des „Bundes Nationalsozialistischer Bühnenkünstler“
  • April 1933 Gründer der „Kameradschaft der deutschen Künstler“ (durch Umbenennung)
  • 1933 Propagandachef der UFA
  • 13. Oktober 1933 von Arent wird von Joseph Goebbels für seine „fabelhaften Bühnenbilder“ beim Stück „Arabella“ in der Staatsoper belobigt
  • Mitglied im Kampfbundes für deutsche Kultur
  • Stellvertretender Vorsitzender des Theatermuseums München
  • 1935 erste persönliche Aufträge des Führers für repräsentative Feste der Reichsregierung, Staatsfeierlichkeiten usw.
  • 1936 Reichsbühnenbildner
  • 1. Juli 1937 überführt in die Reserve der Wehrmacht als Leutnant d. R. des Heeres
  • 28. September 1937 Erneut Mitglied der SS (SS-Nr. 36.320)
  • 20. April 1937 Professor
  • 1937 Ausstattung des Staatsbesuchs von Mussolini in München und Berlin
  • 1938 Entwurf der Uniformen für den Italienbesuch Hitlers
  • Ausstattung von Staatsbegräbnissen
  • 1938 Mitglied im Reichskultursenat
  • Frühjahr 1939 Reichskommissar für Mode
  • 10. März bis 10. April 1939 studienhalber mit Albert Speer nach Italien
  • September 1939 Teilnahme am Polenfeldzug, anschließend unabkömmlich (u.k. )gestellt
    • zuerst als Kompanieführer im Kradschützen-Bataillon 3, ab 11. September 1939 im Stab der 3. Panzer-Division
  • 1940 Entwurf der Uniformen für die Mitarbeiterinnen im Führerhauptquartier
  • 1942 Reichsbeauftragter für die Mode
  • Januar 1944 freiwillige Meldung zur Waffen-SS
    • 25. Februar bis 1. Juni 1944 Abteilungsleiter im Amt CI (Weltanschauliche Erziehung) und Persönlicher Referent für Kulturgestaltung bei Webendörfer; u. a. Sicherstellung von Kunstgegenständen in Warschau.
  • 1945-1953 Russische Kriegsgefangenschaft
  • 1953 auf Grund des Gesetzes 131 eine Pension beantragt, jedoch abgelehnt
  • September 1956 von der Spruchkammer Berlin zu einer Geldbuße von 10.000 DM wegen „Förderung der nationalsozialistischen Machtergreifung“ verurteilt

Familie

Benno von Arent stammte aus einer alten Offiziersfamilie. Sein früh verstorbener Vater war Oberleutnant Benno von Arent (1868–1904), seine Mutter war Therese, geb. Wolff (Todesrune.png 1907). Sein Großvater war der Generalleutnant der Preußischen Armee Benno von Arent (1823–1899).

Ehen

Am 14. November 1919 heiratete Leutnant von Arent seine Verlobte Ada Stolzenbach. Aus dieser Ehe ist Sohn Arnfried Benno Viktor (Lebensrune.png 14. September 1920 in Königsberg) entsprossen, der am 12. August 1943 an der Ostfront bei Leninskoje gefallen war. 1926 trennten sich Ada und Benno, der am 22. Dezember 1927 dann Herta Raddatz (Lebensrune.png 17. Juli 1907 in Schanghai; Mitglied in der NS-Frauenschaft und der NS-Volkswohlfahrt) heiratete. Aus dieser Ehe sind vier weitere Kinder (ein Sohn, Lebensrune.png 19. März 1934, eine Tochter, Lebensrune.png 30. September 1935 und die Zwillingsmädel, Lebensrune.png 22. September 1941) entsprossen.

Beförderungen

Deutsches Heer

  • Fahnenjunker 25. September 1916
  • Fahnenjunker-Gefreiter November/Dezember 1916
  • Fahnenjunker-Unteroffizier 27. Januar 1917
  • Fähnrich 15. August 1917
  • Leutnant 31. Dezember 1917

Wehrmacht

SS

Waffen-SS

Auszeichnungen und Ehrungen (Auswahl)

Filmographie

Kostümbildner
  • 1924: Die schönste Frau der Welt
  • 1931: Ronny
Darsteller
  • 1927: Die Vorbestraften

Bildergalerie

Aus der SS-Personalakte

Schriften

Fußnoten

  1. Der Silberspiegel, Nr. 18, 31. August 1937
  2. Das Deutsche Führerlexikon, Otto Stollberg G.m.b.H., Berlin 1934
  3. Filmwelt – Das Film- und Foto-Magazin, Nr. 23, 3. Juni 1938