Luftangriffe auf Swinemünde

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Das Massaker von Swinemünde bezeichnet einen der schwersten Luftangriffe auf Swinemünde am 12. März 1945, wenige Wochen vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Dabei wurde die Stadt Swinemünde in Pommern durch einen Luftangriff der 8. Luftflotte der USAAF zum großen Teil zerstört. Die Rote Armee, die vor der Insel Wollin stand, hatte die Verbündeten um Unterstützung gebeten, da sich das weitere Vordringen nach Westen als schwierig erwies. Mit 23.000 Todesopfern ist dieser Luftangriff, gemessen an der Zahl der Getöteten, der drittschwerste auf eine deutsche Stadt durch den alliierten Bombenterror und ein Kriegsverbrechen im Zweiten Weltkrieg.

Der Angriff

Kriegsgräberstätte Golm (Usedom)
Das deutsche Ostseebad Swinemünde

Das Massaker von Swinemünde

Gedenkstätte Golm für die 23.000 Opfer des alliierten Bombenterrors vom 12. März 1945

Am Ende des Zweiten Weltkrieges hielten sich in Swinemünde zahlreiche Zivilisten auf, die im Osten Deutschlands vor der heranrückenden Roten Armee geflohen waren und auf Weitertransport warteten. Die Gesamtzahl der sich in der Stadt aufhaltenden Zivilisten soll dadurch ein Vielfaches der in der Stadt gemeldeten Einwohner betragen haben.

Am 12. März 1945, als der Krieg bereits längst entschieden war und sich kaum noch Soldaten in der Stadt befanden – das deutsche Militär war nach Westen weitergezogen – führte die 8. US-Luftflotte mit 671 VS-Kampfbombern einen großangelegten, verheerenden Luftangriff auf Swinemünde aus, der dem für Deutschland wichtigen Marinehafen galt und bei dem die Stadt zum großen Teil zerstört wurde. Die Angaben über die Anzahl der hierbei ums Leben gekommenen Einwohner Swinemündes und der zu diesem Zeitpunkt in der Stadt anwesenden Flüchtlinge variieren stark. Die publizierten Opferzahlen reichen von 4.000 bis zu 23.000[1][2] Die meisten Opfer wurden in Massengräbern beigesetzt.

Der Angriff der Terrorflieger begann kurz nach 12 Uhr und dauerte etwa eine Stunde. Er wurde von 671 Bombern und 412 Begleitjägern ausgeführt. Es gab so gut wie keine Gegenwehr, die Menschen waren wehr- und schutzlos. Die Bomber warfen aus großer Höhe 1.609 Tonnen Bomben ab, zumeist Spreng- und Splitterbomben. Viele Tote konnten nicht mehr identifiziert werden, weil sie von den Sprengbomben zerfetzt worden waren. Augenzeugen berichteten, daß selbst in den Bäumen brennende Leichenteile hingen. Insbesondere im Bahnhofsbereich gab es sehr viele Tote, da sich hier Lazarett- und Flüchtlingszüge stauten. Große Teile der Stadt gerieten bei dem Angriff in Brand. Der Bereich des Kurparkes, wo Tausende von Flüchtlingen unter den Bäumen Schutz gesucht hatten, wurde mit Splitterbombenteppichen eingedeckt, hinzu kamen sogenannte „Baumkrepierer“, die bei der Berührung mit den Ästen detonierten. Hier wurden die meisten Toten gefunden.

Bei dem Angriff wurde auch eine Reihe von Schiffen, die zum Flüchtlingstransport aus dem Samland-Kessel und aus Ostpreußen eingesetzt waren, durch Tiefflieger versenkt. Namentlich die Flüchtlingsschiffe „Jasmund“, „Hilde“, „Ravensburg“, „Heiligenhafen“, „Tolina“, „Cordillera“, „Winfried von Kniprode“ und „Andros“ wurden versenkt. Allein mit der „Andros“ gingen im Hafen von Swinemünde 570 Menschen unter, überwiegend Frauen und Kinder.

Die 8. VS-Flotte verzeichnete den Angriff in ihren Annalen nur als „Angriff auf Rangierbahnhöfe“. Der Historiker Jörg Friedrich nennt ihn „Das Massaker von Swinemünde“.

Gedenkstätte Golm

Die Mehrzahl der geborgenen Toten fand auf dem nahen Golm bei Kamminke in Massengräbern ihre letzte Ruhestätte. Der Golm ist mit 69 Metern die höchste Erhebung auf der Insel Usedom. Swinemünde selbst liegt so tief, daß die Anlage von Massengräbern sich wegen des hohen Grundwasserspiegels verbot. Am 12. März eines jeden Jahres finden auf dem Golm, wo eine Gedenkstätte geschaffen wurde, Gedenkveranstaltungen für die Opfer dieses Angriffs statt.

Verweise

Fußnoten

  1. Stern Axel Büssem/DPA Inferno am Ostseestrand, 11. März 2005
  2. Die Anzahl von 23.000 Toten wird auch in dem Buch „Feuersturm“ von Christoph Kucklick, Hamburg 2003, vertreten, der sonst im Zweifel niedrige Zahlen nennt: für Dresden „über 30.000“.