Luftangriffe auf Münster (Westfalen)

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Der Prinzipalmarkt in Münster (Westfalen) bevor die Bomben fielen

Die Luftangriffe auf Münster (Westfalen) während des Zweiten Weltkrieges zerstörten bis zu 91 Prozent der historischen Altstadt.

Geschichte

Die westlichen Alliierten flogen in den Jahren 1939 bis 1945 insgesamt 125 Luftangriffe gegen die westfälische Stadt Münster.

16. Mai 1940

  • Zerstörung eines Industrielagers, weitere 23 Angriffe bis zum Dezember, erste Luftangriffe auf den Hafen

6. bis 10. Juli 1941

  • Erste Flächenbombardements

19431944

  • Verheerende Angriffe auf den Hauptbahnhofsgebäude

12. Juni 1943

  • Nächtlicher Großangriff auf die Stadt

10. Oktober 1943

  • Häuser am Prinzipalmarkt getroffen, im Ägidiiviertel brannten ganze Straßenzüge lichterloh. Zahlreiche Opfer unter den Anwohnern der Ägidiistraße und des Rothenburgs. Es handelte sich um einen Großangriff, den ersten bei Tageslicht, an einem Sonntag von 15.03 bis 16.30 Uhr geflogen. In Münster starben 473 Zivilisten, und beinahe 200 Soldaten. Weitere 49 Luftangriffe wurden bis Ende 1943 auf die Stadt geflogen. Am selben Tag wurden Angriffe gegen die benachbarten Städte Coesfeld in Westfalen und Enscheid im Twenteland geflogen.

19441945

  • Vernichtende Flächenbombardements auf die Altstadt. Insgesamt wurden 53 Luftangriffe durchgeführt, von denen 50 zwischen September 1944 und März 1945.

28. Oktober 1944

25. März 1945

  • Letzter und verheerendster Angriff von 10.06 bis 10.22 Uhr. Aus 112 schweren Bombern fielen noch mal 16.000 Spreng- und 150.000 Brandbomben auf die Stadt nieder. 32 VS-amerikanische, sowie 22 reichsdeutsche Flugzeuge wurden bei diesem Angriff abgeschossen. Getötet wurden mehr als 700 Einwohner. Schmelzen der Glocken im Südturm des Paulusdomes wegen der großen Feuerhitze.
Der wiederhergestellte Prinzipalmarkt in Münster (Westfalen) zu Beginn des 21. Jahrhunderts

Summe des Grauens

Insgesamt wurden während des Krieges von seiten der Alliierten 642.000 Stabbrandbomben, etwa 32.000 Sprengbomben sowie 8.100 Phosphorbomben über Münster abgeworfen. Am Abend des Ostermontags, des 2. April 1945, wurden die Überreste der Gauhauptstadt des Gaues Westfalen-Nord von VS-amerikanischen und von britischen Panzertruppen aus ihrer Sicht befreit. 1.128 Luftalarme hatte es zu dieser Zeit gegeben, mehr als 1.600 Einwohner waren infolge der Angriffe gestorben[1]. Diese verhältnismäßig geringe Opferzahl war vornehmlich der rechtzeitigen Evakuierung der Bevölkerung im Auftrag der Stadtverwaltung zu verdanken. Innerhalb des Promenadenrings lebten nur noch 17 Familien. 2,5 Millionen Tonnen an Schutt und Trümmern mußten in der Nachkriegszeit beseitigt werden.

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Wir rissen die Schächte los, wie auf dem Exerzierplatz, in 16 Minuten rasselten 441 Tonnen Bomben herunter [...] „Münster“ könnt ihr auf der Karte ausradieren.

– Zitat eines beteiligten Bomberpiloten
Bereich Schaden
Wohnungen 1050 von 33.737 Wohnungen blieben unbeschadet.
Infrastruktur Erhebliche Zerstörung von Wasserleitungen, Zerstörung des Stromnetzes zu 85 Prozent. Ausfall der Gasversorgung.
Straßenverkehr Straßen nicht befahrbar, öffentliche Personenverkehr stillgelegt.
Öffentliche Gebäude Zerstörung von 24 Schulen und ein Großteil der Krankenhäuser (von 7.000 Krankenbetten überstanden etwa 400).

Fotografen

Die wichtigsten Fotografen, die mittels ihrer Lichtbilder die Folgen der Angriffe festhielten, waren Clemens Hülsbusch, ein Bildberichterstatter des Münsterischen Anzeigers und später der Westfälischen Tageszeitung, sowie Viktor Jack, ein Drogerie-Inhaber, der ab 1940 die von den Angriffen herbeigeführten Schäden zu dokumentieren hatte. Ihre Bilder wurden im Jahre 2014 erstmalig dem Münsteraner Publikum in einer Ausstellung im Stadtmuseum vor Augen geführt.

Nachforschungen zum Beseitigen der Trümmern während der Nachkriegszeit waren zu Beginn des 21. Jahrhunderts nicht durchgeführt worden. Erhebungen wie der Teufelsberg bei Berlin ließen sich zur Zeit auf Karten der Stadt Münster nicht auffinden. Zu den Aufenthaltsorten der während der alliierten Luftangriffe evakuierten Einwohner gab es ebenfalls keine Untersuchungen. Mergelgrotten wie in Falckenburg an der Göhl oder Steinkohlgruben wie in Ibbenbüren waren in der Nähe der Stadt nicht vorhanden und sind deshalb als solche auszuschließen. Anzunehmen ist, daß die Kinder der Stadt wie ihre Gleichaltrigen aus anderen Teilen des Reiches in Kinderlandverschickungslager gesandt wurden.

Literatur

  • Axel Schollmeier: Das untergegangene Münster. Fotos von 1940 bis 1945, Aschendorff Verlag, Oktober 2014, ISBN 978-3-40213-078-0
  • Münster Magazin, November 2014, Artikel Als das alte Münster unterging, Seite 44–47

Verweis

Fußnoten

  1. Bitte beachten: Es handelt sich dabei um Systemzahlen.