Siebter Koalitionskrieg

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Die Siebte Koalition bzw. Quadrupel-Allianz (Viermächteallianz) war das letzte Bündnis zugunsten einer militärischen Operation gegen den Feldherrn, selbst ernannten Kaiser und Tyrannen aus Frankreich Napoleon Bonaparte und seinen Sommerfeldzug von 1815.

Die am 25. März 1815 auf dem Wiener Kongreß beschlossene wehrhafte Koalition von Preußen, Großbritannien, Österreich und Rußland beendete mit vier bedeutenden Schlachten und dem Zweiten Pariser Frieden die Kolitions- bzw. Befreiungskriege und somit die Herrschaft Napoleons, die unter anderem die Niederlegung der römisch-deutschen Reichskrone und den Untergang des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation bewirkt hatte, endgültig. Die Kriegsgeschichte ist sich uneins darüber, ob die Schlachten des Sommers von 1815 zum Sechsten Koalitionskrieg gezählt oder als Siebter Koalitionskrieg gewertet werden sollen.

Am 26. Februar 1815 floh Napoleon von seinem Exil auf der zum Fürstentum erhobenen Insel Elba und kehrte mit Kriegsphantasien nach Frankreich zurück. Er sollte noch ein Mal mit seiner „Großen Armee“ 111 Tage agieren können.

Herrschaft der Hundert Tage

Der Marsch auf Paris

Nach der Ankunft Napoleons auf der Insel Elba, die ihm von den Siegermächten von 1814 als Besitz zuerkannt worden war, begann er mit verschiedenen Reformen. Diese füllten ihn allerdings nicht aus. Durch ein Netz von Agenten wußte Bonaparte, daß in Frankreich Unzufriedenheit über die Amtsführung von Ludwig XVIII. herrschte. Ihm waren auch die Meinungsverschiedenheiten auf dem Wiener Kongreß bekannt. Zum Handeln veranlaßten Napoleon nicht zuletzt Gerüchte, daß die Alliierten planten, ihn aus Europa zu entfernen. All dies führte zu dem Entschluß, noch einmal zu versuchen, in Frankreich die Macht zu übernehmen.

Am 26. Februar 1815 flüchtete er mit einer Truppe von etwa 1.000 Mann an Bord einiger Schiffe von Elba und traf am 1. März in Antibes ein. Bei seinem Marsch nach Paris blieb die Unterstützung anfangs gering. Kurz vor Grenoble traf die Gruppe mit dem 5e régiment d’infanterie zum ersten Mal auf königliche Truppen. Diese gewann Bonaparte für sich, und auch die Garnison der Stadt stellte sich auf seine Seite. Der weitere Verlauf des Weges nach Paris wurde zu einem Triumphzug.

Seit seinem Einzug in Lyon agierte Napoleon wieder als selbsternannter „Kaiser der Franzosen“ und erließ entsprechende Dekrete. Der Versuch des rechtmäßigen Königs, Bonaparte durch dessen ehemaligen Marschall Ney gefangenzunehmen, mißlang. Statt dessen lief dieser zu Napoleon über. Daraufhin floh Ludwig XVIII. aus Paris, und Bonaparte übernahm wieder die Macht. Die rasche Rückkehr an die Macht wird auch als „Adlerflug“ bezeichnet.[1]

Doch Napoleon täuschte sich über die Tiefe der Zerwürfnisse unter den ihm feindlichen Koalitionsmächten bei der Verteilung der Siegesbeute auf den Wiener Kongreß. Er versuchte, in Verhandlungen mit den Großmächten zu treten, doch diese beeilten sich, ihre Differenzen beizulegen. Die gemeinsame Verachtung vor dem „korsischen Werwolf“ überwog bei weitem und schweißte sie sogleich wieder zusammen, wie der Koalitionsvertrag vom 25. März 1815 aufwies. Schon am 27. März 1815 verhängten sie über Napoleon die „Acht“ und verpflichteten sich, ihn ein für alle mal zu entmachten. Bis Ende Juni sollten sechs Armeen – über 700.000 Mann – gleichzeitig die französische Grenze überschreiten. Viele der dafür vorgesehenen Truppen mußten den Rückmarsch in die Heimatgarnisonen abbrechen oder sogar eine bereits vollzogene Demobilisierung rückgängig machen. Das traf vor allem für das Russische Kaiserreich und das Kaisertum Österreich zu, deren Armeen die längsten Anmarschstrecken zurückzulegen hatten.

Mit aller Energie ging Napoleon daran, sich gegen diese mächtige Koalition zu rüsten, beschaffte Geld, Pferde, Waffen, richtete Werkstätten ein und musterte mindestens 350.000 Mann (nach von Clausewitz am 1. Juni 1815 217.000 aktive Soldaten und 150.000 Mann in den Reserve-Depots) für die Verteidigung Frankreichs und die Unterdrückung des Aufstandes im eigenen Lande. Carl von Clausewitz weiter:

„Zwar befanden sich nach Bonapartes Angabe am 1. Juni noch 150.000 Mann in den Depots, allein diese waren offenbar nicht organisiert; denn was nur einigermaßen brauchbar gewesen, hat er gewiß gleich auf den Kampfplatz gezogen. An Menschen d. h. an fertigen Soldaten konnte es nicht fehlen, denn im Jahre 1814, als der Krieg endigte, bestand die französische Armee, wenn man, was Bonaparte noch disponibel hatte, die Armee in Spanien und gegen Wellington, die Truppen in Italien und den Niederlanden und die sämmtlichen Festungsbesatzungen zusammenzählt, gewiß noch aus 300.000 Mann. 100.000 Mann waren gewiß aus der Gefangenschaft zurückgekehrt, es läßt sich also übersehen, daß Bonaparte 1815 über 400.000 gediente Soldaten disponieren konnte.“

Am 9. Juni 1815 wurde die Kongreßakte (Schlußakte des Wiener Kongresses) unterzeichnet. Die Signatarmächte Preußen, Österreich, Rußland, Großbritannien, Frankreich, Portugal, Spanien und Schweden garantierten damit die Ratifikation der Beschlüsse. Bis Mitte Juni 1815 wuchs das Operationsheer der Preußischen Armee unter Feldmarschall Fürst Gebhard Leberecht Blücher auf mindestens 113.000 Mann (andere Quellen beziffern die Zahl auf mindestens 150.000, wobei große Kontingente zum Schutz des Reiches zurückbleiben mußten) mit 288 Geschützen an, das in vier annähernd gleichmäßig formierte Armeekorps gegliedert war und im Raume Charleroi - Naumur - Lüttich stand. Gleichzeitig landeten englische Truppen, die sich mit dem niederländischen Heer, hannoverischen (u. a. Königlich Deutsche Legion), braunschweigischen (Herzoglich Braunschweigisches Feldkorps), lüneburgerischen, nassauischen und anderen deutschen Truppenteilen bei Brüssel zu einer Armee von 93.000 Mann und 204 Geschützen vereinigten. Ihren Oberbefehl übernahm Lord Wellington, der 1813 mit diesen Truppen im Spanischen Unabhängigkeitskrieg siegreich gewesen war.

Während der Hauptschlachten des Sommerfeldzuges kamen weder österreichische noch russische Truppen zum Einsatz, allerdings hatten im Frühling österreichische Streitkräfte in zwei Schlachten am 12. April bei Ferrara und am 2. Mai bei Tolentino (darunter das Tiroler Jäger-Regiment Nr. 64 unter Feldmarschall-Leutnant Fenner von Fenneberg) die Armee des seit der Völkerschlacht bei Leipzig entmachteten Kavalleriegenerals Joachim Murat geschlagen.


Preußen an die Front

Lediglich Preußen verfügte bei der Nachricht über Napoleons Flucht von der Insel Elba im Rheinland über Kräfte, die rasch kriegsbereit gemacht und in den belgischen Teil der Niederlande vorgeschoben werden konnten. Die deutsche Niederrhein-Armee war somit nicht nur für den Schutz der deutschen Grenzstädte, insbesondere Köln, zuständig, sondern mußte auch die Niederlande beschützen, die trotz Reichtum kaum Anstrengungen machte, ein ausreichendes Heer auszuheben. Dafür willigte das niederländische Königreich ein, für Kosten und Verplegung der preußischen Schutztruppen aufzukommen. Das Hauptquartier des deutsch-britisch-niederländischen Heeres unter Herzog von Wellington war in Brüssel, von Blüchers seit Ende April in Lüttich. Von Blüchers erfahrener Generalquartiermeister war seit dem März 1815 Generalmajor Karl von Grolman.

Die kaiserlich russischen (drei Kolonnen des Kriegsheeres, bestehend aus 156 Bataillonen und 192 Eskadronen, gingen über die Weichsel, allerdings blieben zwei Korps, ein Kavallerie-Korps und die Garden zum Eigenschutz in Polen zurück) und kaiserlich österreichischen Heere brachen zwar auf, erreichten jedoch die Hauptschlachten nicht rechtzeitig. Das bayerische und das württembergische Armee-Korps wurden bei Mannheim und Bruchsal gesammelt. Das sächsische Korps war aus der Gegend von Koblenz nach Lüttich marschiert. Als sie jedoch am 18. Mai 1815 vom sächsischen König von der Abtretung der Hälfte des Landes an Preußen erfuhren (auch die Hälfte des Korps sollte an Preußen fallen), brachen „Unordnungen und Exzesse“ aus. Feldmarschall von Blücher befahl erst der sächsischen Infanterie, danach der Artillerie zurück zum Rhein zu marschieren, die Lücken wurden dann eiligst mit nachrückenden Preußen gefüllt. Die Stimmung war euphorisch, erst recht nach der Nachricht vom Sieg der Österreicher gegen Joachim Murat bei der Schlacht bei Tolentino.[2]


Die Schlachten

Zusammenfassung

Nach der Rückkehr Napoleons aus seinem Exil auf Elba übernahm Blücher das, je nach Quelle, 120 bis 150.000 Mann starke preußische Heer in Belgien, wurde aber in der Schlacht bei Ligny am 16. Juni 1815 geschlagen. Dennoch rückte er vor und griff zwei Tage später mit seiner Armee gerade noch rechtzeitig in die Schlacht bei Waterloo mit 48.000 Mann ein und konnte damit die bereits wankenden bzw. verlorenen Truppen des englischen Generals Wellington („Ich wollte, es wäre Nacht oder die Preußen kämen.“ und später nochmals „Ich will Nacht oder Blücher.“) siegentscheidend gegen Napoleon unterstützen.[3]

In Absprache mit Wellington, dessen Truppen vollkommen erschöpft waren, rückte Feldmarschall von Blücher in Eilmärschen anschließend alleine mit seinen deutschen Truppen auf Paris vor und, nach zahlreichen kleineren Gefechten mit aufständischen französischen Truppen u. a. unter Dominique Vandamme, Davout, Gerard, Grochy, Delaage, Lamarque, Travot und weiteren, besetzte es die Stadt am 7. Juli 1815.


Deutsche Beteiligung

Nicht nur die Deutschen der deutschen Heere trugen die Hauptlast der Schlachten, sondern auch die Deutschen unter fremder Führung. Das britische Kontigent war voller ausländischer Freiwilliger, mindestens ein Drittel (manche Militärhistoriker gehen von der Hälfte aus) des „englischen“ Heeres bestand aus Deutschen. Von den 15.000 Deutschen der King’s German Legion waren mindestens 6.000 bis 8.000 bei der entscheidenden Schlacht bei Belle Alliance, hinzu kamen 11.000 weitere des Königreiches Hannover, 6.000 bis 8.000 des Herzoglich Braunschweigischen Feldkorps und 17.000 Niederdeutsche aus den Niederlanden. Von den 68.000 Mann Wellingtons waren nur 20.000 bis 25.000 Mann britisch, davon ein erheblicher Teil Freiwillige und Söldner aus Schottland.

Es ist nicht verwunderlich, daß insbesondere die deutschen Truppen des britischen Heeres einen überdurchschnittlich hohen Blutzoll zahlen mußten, da die erfahrenen Krieger und Landsknechte mit Vorliebe an die jeweilige Hauptkampflinie geschickt wurden. Beispielhaft für diese Erfahrung ist ein Bericht des Offiziers der KGL Konrad Ludwig Georg Baring.

Bekannt wurde Oberstleutnant Baring durch die Führung der Verteidigung des Hofes La Haye Sainte in der Schlacht von Belle Alliance am 18. Juni 1815. Er hat über die Ereignisse des Tages einen ausführlichen Bericht geschrieben.[4] Er endet mit folgenden Worten:

Die Division, welche schrecklich ermüdet war und unendlich gelitten hatte, blieb die Nacht über auf dem Schlachtfelde liegen, und mir waren von den 400 Mann, womit ich die Schlacht eröffnet hatte, nicht mehr als 42 übrig geblieben.
Denkmal für den 1815 bei Quatre-Bras gefallenen Friedrich Wilhelm Herzog zu Braunschweig und Lüneburg (Ansicht der Westseite). „Dem Andenken des Helden und seiner mit ihm für Deutschland gefallenen Krieger. Das dankbare Vaterland."
Nach wem ich auch fragen mochte, die Antwort lautete: todt! – verwundet! – Ich gestehe frei, daß mir die Thränen unwillkürlich aus den Augen drangen über diese Nachrichten, und auch über so manches herbe Gefühl, was sich meiner willenlos bemächtigte. Aus diesen trüben Gedanken erweckte mich der Generalquartiermeister unserer Division, Major Shaw, welcher mein vertrauter Freund war.
Ich fühlte mich in hohem Grade ermattet und das Bein war sehr schmerzhaft; mit meinem Freunde legte ich mich auf etwas Stroh, welches die Leute für uns zusammengesucht hatten, zum Schlafen nieder. Beim Erwachen fanden wir uns zwischen einem todten Menschen und einem todten Pferde. Doch ich will diese Scenen des Schlachtfeldes mit ihrem Elend und Jammer mit Stillschweigen übergehen.
Wir begruben die todten werten Freunde und Kameraden; unter ihnen war auch der Kommandeur der Brigade, Oberst von Ompteda, und so mancher wackere Mann. Nachdem etwas gekocht war und die Leute sich nur einigermaßen erholt hatten, brachen wir von dem Schlachtfelde zur Verfolgung des Feindes auf.

Schlacht bei Wavre

Oft vergessen wird die entscheidende Schlacht bei Wavre, bei der zahlenmäßig unterlegene preußisch-deutsche Truppen des III. Armee-Korps mit lediglich 15.000 (ggf. 17.000) Mann (24 Infanterie-Bataillone, 21 Schwadronen Reiterei und nur 35 Geschütze)[5][6] unter Generalleutnant Johann Adolf von Thielmann und Stabschef Carl von Clausewitz 34.000 bzw. 50.000 Soldaten[7] des Vielvölker-Heeres Napoleons von der Schlacht bei Belle Alliance fernhielten und damit die Niederlage Napoleons mit ermöglichten.

Weitere Gefechte und Scharmützel

Da zahlreiche aufständische Generäle und Offiziere nicht bereit waren zu kapitulieren, mußte insbesondere das I. Korps (I. Armeecorps) des Generalleutnants von Zieten Gefechte führen. Dominique Joseph Vandamme sollte der neue Oberbefehlshaber der geschlagenen Truppe werden, er lehnte jedoch ab, versuchte dennoch seine Lage zu verbessern, indem er die Deutschen auf den Weg nach Paris bekämpfte.

Napoleon mußte auf der Flucht in Genappes seinen Wagen mit Hut, Degen u. a. in den Händen der deutschen Verfolger zurücklassen. Er erreichte am Morgen des 19. Juni Charleroi. Dort frühstückte er und versuchte vergeblich einige Truppen zu sammeln. Napoleon wollte in einer Kalesche weiterreisen, doch die verstopften Straßen machten dies unmöglich. Er mußte also die Reise auf dem Pferd fortsetzen. Bei Philippeville stieg er mit Soult, Bertrand, Drouot, Flauhault, Gourgaud, Labédoyére und Amillet in einem Gasthaus ab. Vom Kommandanten der Festung lieh man sich eine Kutsche und brach wieder auf. Noch am selben Tag wurde Charleroi von den Truppen von Blüchers unter von Zieten (I. Korps) erobert.

Das Gefecht bei Namur gegen das sich zurückziehende Korps unter Grouchy und Divisions-General François Antoine Teste ab dem 20. Juni 1815 war besonderes blutig. Zwar nehmen die Preußen Namur im Sturm, aber der Blutzoll war hoch und die Obersten Alexander Heinrich Gebhard von Zastrow (Todesrune.png 23. Juni 1815) und Ernst Ludwig Wilhelm von Bismarck (ggf. Oberstleutnant; Todesrune.png 20. Juni 1815) vom 1. Elb-Landwehr-Infanterie-Regiment fielen.

Am 20. Juni 1815 zogen von Zieten, Hermann von Roeder und Otto von Pirch von Charleroi kommend über Beaumont in Frankreich ein. Am 21. Juni rücken Truppen aus Großbritannien, den Niederlande und dem Königreich Hannover von Binche nach Malplaquet (Taisnieres-sur-Hon) in Frankreich ein.

Das 2. Schlesische Infanterie-Regiment des preußischen Korps „Bülow“ (IV. Armee-Korps) beginnt seinen Angriff auf den Weiler Plancenoit im Osten des Schlachtfelds. Sein Vormarsch konnte von Napoleons „Junger Garde“ zunächst aufgehalten werden. Die Schlacht bei Waterloo schließlich besiegelte die Niederlage der von Napoleon geführten Franzosen gegen die britisch-niederländisch-deutschen Truppen unter General Wellington und die mit ihnen verbündeten Preußen unter Feldmarschall von Blücher.

Chronologie Sommer 1815 (Auswahl)

Herzog von Wellington bedankt sich beim Retter und Waffengefährten Feldmarschall von Blücher kurz nach 21 Uhr am 18. Juni 1815 am Gasthof „La Belle Alliance“. Künstler: Adolph von Menzel
Historiker sind sich sicher, daß sich Wellington und von Blücher auf dem Schlachtfeld umarmt und geküßt haben. Feldmarschall von Blücher sagte: „Mein lieber Kamerad. Quelle affaire! (Was für eine Schlacht!)“
Feldmarschall Fürst Blücher und Marshall Herzog von Wellington bei Belle Alliance, 18. Juni 1815.jpg
Porträt zweier Vettern der Familie von Scheuren als freiwillige Offiziere der Jäger des 1. Kurhessischen Infanterie-Regimentes „Kurfürst“ während der Befreiungskriege, vermutlich zur Zeit des Sommerfeldzuges von 1815. Der linke Vetter trägt einen Umhang über der Uniform und ein ziviles Barett der altdeutschen Tracht, als Ausdruck des antifranzösischen deutschen Nationalgefühls und als Symbol des vaterländischen Freiheitskampfes.
In der Nacht löste sich Napoleons letzte Armee buchstäblich auf. Von Gneisenau machte mit 4.000 Husaren Jagd auf den flüchtenden Kaiser, der jedoch vorläufig entkam. Nachdem Wellington der Armee des preußischen Feldmarschalls Fürst von Blücher die Verfolgung der Reste der fliehenden französischen Armee überlassen hatte (und auch die blutigen Gefechte in ganz Frankreich gegen flüchtende und aufständische Truppen), verfaßte der Herzog ein „Siegeskommuniqué“ – und machte sich somit zum „alleinigen Sieger über die Franzosen“. Diese Verkennung der Tatsachen sollte später zu Streit zwischen den Alliierten führen, in Paris nahm Wellington dann seine selbstherrliche Darstellung zurück und von Blücher wurde von der Viermächteallianz zum ebenbürtigen Sieger des Feldzuges ernannt.
  • 21. Juni – Preußen (Zieten/Jagow) bombardiert die Festung Avesnes-sur-Helpe
  • 21. Juni – Preußen (Hake/Tippelskirch) blockiert die Festung Maubeuge
  • 21. Juni – Preußen (Sydow) blockiert die Festung Landrecies
  • 22. Juni – Preußen (Zieten/Jagow) nimmt die Festung Avesnes-sur-Helpe
  • 22. Juni – Niederlande (2. holländisch-belgische Division unter General Graf von Perponcher, u. a. mit Prinz Bernhard von Sachsen-Weimar) blockiert die Festungen Valenciennes und Le Quesnoy
  • 22. Juni – Preußen (Sohr) blockiert die Festung Philippeville
  • 22. Juni – Preußen (Hake) blockiert die Festung Landrecies
  • 22. Juni – Preußisches Hauptquartier (Blücher) kommt nach Catillon-sur-Sambre
  • 22. Juni – Britisches Hauptquartier (Wellington) kommt nach Le Cateau-Cambrésis
  • 22. Juni – König Ludwig XVIII verläßt Gent über Mons und Cambrai nach Paris (Ankunft 9. Juli)
  • 22. Juni – König Friedrich Wilhelm III von Preußen verläßt Potsdam nach Speyer (Ankunft 27. Juni)
  • 23. Juni – Gefechte bei Saarbrücken und Saargemünd (Sarreguemines), Bayern (Wrede/Beckers/Raglovich/Prinz Karl) gegen Frankreich (Meriage), Bayerische Armee nimmt Saarbrücken und Saargemünd im Sturm und geht über die Saar
  • 24. Juni – Hauptquartier der Koalition (Alexander I/Franz I/Schwarzenberg) zieht von Heidelberg nach Mannheim
  • 24. Juni – Preußen (Zieten/Jagow) nimmt die Festung Guise
  • 24. Juni – Preußen (Thielmann/Sydow) nimmt Saint-Quentin
  • 24. Juni – Preußen (Reckow) blockiert die Festung Mariembourg
  • 24. Juni – Preußen (Pirch I/Brause) blockiert die Festung Maubeuge
  • 25. Juni – Unruhen in Marseille – General Verdier verläßt die Stadt – Massaker an den Mameluken/Ägyptern der kaiserlichen Garde durch französische Royalisten.[8]
  • 25. Juni – Großbritannien (Colville) nimmt die Festung Cambrai
  • 25. Juni – Preußen (Krafft) blockiert die Festung Landrecies
  • 25. Juni – Hessen-Kassel (Engelhardt) bombardiert Sedan
  • 25. Juni – Preußisches Hauptquartier (Blücher) kommt nach Saint-Quentin
  • 25. Juni – Napoleon I. verläßt Paris nach Malmaison bei Paris
  • 25. Juni – General Girard Todesrune.png stirbt in Paris an den Folgen der Schlacht von Ligny (16. Juni)
  • 25. Juni – Französische Hauptarmee (Soult) zieht von Laon nach Soissons
  • 26. Juni – Französische Hauptarmee (Grouchy) sammelt sich bei Soissons und Reims
  • 26. Juni – Großbritannien (Wellington/Peregrine Maitland) nimmt die Festung Peronne
  • 26. Juni – Preußen (Zieten) bombardiert die Festung La Fere
  • 26. Juni – Hessen-Kassel (Generalleutnant von Engelhardt) nimmt Sedan und blockiert die Festung
  • 27. Juni – Gefecht bei Compiegne: Preußen (Zieten/Jagow) gg. Frankreich (d’Erlon)
  • 27. Juni – Gefechte bei Creil und Senlis: Preußen (Bülow/Sydow) = (>) Frankreich (d’Erlon/Kellermann)
  • 27. Juni – Französische Hauptarmee (Grouchy/Vandamme) zieht von Soissons nach Villers-Cotterets
  • 27. Juni – Preußisches Hauptquartier (Blücher) kommt nach Compiegne
  • 27. Juni – Britisches Hauptquartier (Wellington) kommt nach Nesle
  • 28. Juni – Gefecht bei Villers-Cotterets: Preußen (Zieten/Pirch II) = (>) Frankreich (Grouchy/ Vandamme)
  • 28. Juni – Gefecht bei Nanteuil-le-Haudouin: Preußen (Zieten/Hobe) = (>) Frankreich (Reille)
  • 28. Juni – Frankreich (Grochy/Vandamme) zieht von Villers-Cotterets über Meaux nach Paris (29. Juni) zurück
  • 28. Juni – Gefecht bei Gonesse bei Paris: Preußen (Bülow/Prinz Wilhelm) > Frankreich (d’Erlon)
  • 28. Juni – Gefecht bei Maubeuge: Frankreich (Latour) = Preußen (Georg Dubislav Ludwig von Pirch)
  • 28. Juni – Niederlande (Oranien II/Anthing) nimmt die Festung Le Quesnoy (Deveaux kapituliert)
  • 28. Juni – Preußisches Hauptquartier (Blücher) kommt nach Senlis
  • 28. Juni – Provisorische Regierung in Paris überträgt Marschall Davout den Oberbefehl über die französische Armee
  • 28. Juni – Napoleon I. verläßt Malmaison über Paris und Orleans nach Rochefort (3. Juli)
  • 28. Juni – Hauptquartier (Alexander I./Franz I./Friedrich Wilhelm III./Schwarzenberg) kommt nach Rheinzabern
  • 29. Juni – Hessen-Kassel (Oberstleutnant von Schäfer/Bödicker) nimmt auf Befehl des Norddeutschen Bundeskorps unter Karl Georg Albrecht Ernst von Hake mit Husaren und Jäger Charleville im Sturm
  • 29. Juni – Preußen (Pirch I/Prinz August) bombardiert die Festung Maubeuge
  • 29. Juni – Preußisches Hauptquartier (Blücher) kommt nach Gonesse bei Paris
  • 29. Juni – Britisches Hauptquartier (Wellington) kommt nach Saint-Martin-Longueau bei Compiegne
  • 30. Juni – Gefecht bei Saint-Denis bei Paris: Preußen (Blücher/Bülow/Sydow/Hiller) = (>) Frankreich (Davout)
  • 30. Juni – Britisches Hauptquartier (Wellington) kommt nach Louvres bei Paris
  • 30. Juni – Hauptquartier (Alexander I./Franz I./Friedrich Wilhelm III./ Schwarzenberg) in Hagenau (Haguenau)
  • 30. Juni/ 1. Juli – Preußen (Thielmann/Borcke/Sohr) geht bei Saint-Germain bei Paris über die Seine
  • 1. Juli – Gefechte bei Versailles und Rocquencourt bei Paris: Frankreich (Exelmans/ Pire) = Preußen (Borcke/Sohr)
  • 1. Juli – Preußisches Hauptquartier (Blücher) kommt nach Saint-Germain bei Paris
  • 2. Juli – Preußen (Thielmann/Borcke) nimmt Versailles bei Paris
  • 2. Juli – Preußisches Hauptquartier (Blücher/Bülow) kommt nach Versailles bei Paris
  • 2. Juli – Preußen (General-Lieutenant Prinz Ludwig) bombardiert die Festung Longwy
  • 2./ 3. Juli – Gefechte bei Sevres, Meudon und Issy-les-Moulineaux bei Paris: Preußen (Blücher/Zieten/Thielmann/Steinmetz/Otto von Pirch) > Frankreich (Davout/Vandamme/Gerard)
  • 3. Juli – Rußland (Tschernyschow) nimmt Chalons-sur-Marne (Chalons-sur-Champagne) im Sturm
  • 3. Juli – Kapitulation von Paris zwischen Frankreich (Davout) und Preußen/ Großbritannien (Blücher/ Wellington) in Saint-Cloud bei Paris – Davout räumt Paris vom 4. bis 6. Juli und zieht sich hinter die Loire zurück
  • 3. Juli – Napoleon I trifft in Rochefort ein – Großbritannien (Hotham) blockiert die Bucht
  • 4. Juli – Frankreich (Davout) zieht von Paris über Etampes nach Olivet (10. Juli) bei Orleans
  • 5. Juli – Kaiser Alexander I, Kaiser Franz I und König Friedrich Wilhelm III. ziehen in Nancy ein
  • 5. Juli – Alliierten (Wellington) besetzen den Montmartre bei Paris
  • 7. Juli – Preußen (Blücher/Zieten) rückt in Paris ein
  • 8. Juli – Bayern (Wrede/Ingenieur-Major Edlinger) nimmt Chateau-Thierry
  • 8. Juli – Hessen-Kassel (Ludwig Boedicker) nimmt Reims (Brasseur kapituliert)
  • 8. Juli – Preußen (Georg Dubislav Ludwig von Pirch/Prinz August) belagert die Festung Maubeuge – Bombardement
  • 8. Juli – Napoleon I. verläßt Rochefort und landet (am 9. Juli) auf der Insel Aix (Ile d’Aix) bei Rochefort
  • 9. Juli – König Louis XVIII trifft in Paris ein
  • 9. Juli – Bayerische Hauptarmee (Wrede) zieht von Chateau-Thierry über La Ferte-sous-Jouarre und Coulommiers nach Meaux und Melun (14. Juli) bei Paris
  • 10. Juli – Kaiser Alexander I, Kaiser Franz I und König Friedrich Wilhelm III. treffen in Paris ein
  • 10. Juli – Österreich (Pflüger) nimmt Macon im Sturm
  • 11. Juli – Waffenstillstand von Lyon zwischen Frankreich (Suchet) und Österreich (Palota) – Frankreich (Suchet) räumt Lyon bis zum 17. Juli und zieht sich hinter die Loire zurück
  • 11. Juli – Waffenstillstand von Belfort zwischen Frankreich (Lecourbe) und Österreich (Colloredo)
  • 12. Juli – Kapitulation (Latour) der Festung Maubeuge vor Preußen (Übergabe am 14. Juli)
  • 13. Juli – Preußen (Colomb) nimmt Chartres
  • 13./14. Juli – Gefechte bei Longwy: Frankreich (Ducos) > Preußen (Hessen-Homburg II)
  • 14. Juli – Preußen (Prinz August) nimmt die Festung Maubeuge (Latour kapitulierte am 12. Juli)
  • 14. Juli – Preußen (Borcke) nimmt Orleans
  • 14. Juli – Französischer Oberbefehlshaber Marschall Davout unterwirft sich bei Orleans Ludwig XVIII
  • 15. Juli – Napoleon I begibt sich bei Rochefort an Bord der britischen Bellerophon (Captain Maitland) und wird über Torbay (24. Juli) nach Plymouth (26. Juli) verschifft
  • 16. Juli – Preußen (Colomb) nimmt Vendome
  • 17. Juli – Österreich (Frimont/Bubna) nimmt Lyon
  • 18. Juli – Norddeutsches Bundeskorps blockiert die Festung Montmedy
  • 21. Juli – Kapitulation (Plaige) der Festung Landrecies vor Preußen (General der Infanterie Prinz August, seit dem 30. Juni 1815 Kommandierender General des II. Armee-Korps) (Übergabe am 23./24. Juni)

23. Juli – Preußen (Prinz August/ Krafft/ Brause) nimmt die Festung Landrecies

  • 24./ 25. Juli – Gefechte bei Mezieres: Frankreich (Lemoine) = Norddeutsches Bundeskorps (Hake)
  • 25. Juli – Preußen (Prinz August/ Röbel) belagert die Festung Mariembourg
  • 27. Juli – Preußen (Pirch II) blockiert die Festung Laon
  • 27. Juli – Preußen (Steinmetz) blockiert die Festung La Fere
  • 28. Juli – Kapitulation der Festung Mariembourg vor Preußen (Übergabe am 30. Juli)
  • 29. Juli – Preußen (Krafft) blockiert die Festungen Givet und Charlemont
  • 30. Juli – Preußen (Prinz August/Röbel) nimmt die Festung Mariembourg
  • 30. Juli – Großmächte in Paris erklären Napoleon I zum Gefangenen unter Aufsicht Großbritanniens und beschließen seine Verschiffung nach St. Helena (8. Aug. bis 16. Okt.)
  • 1. Aug. – Marschall Macdonald erhält den Oberbefehl über die französische Armee
  • 5. Aug. – Österreich/Großbritannien (Lauer) nimmt die Festung Gaeta (Begani kapituliert)
  • 7. Aug. – Gefecht bei Mezieres: Frankreich (Lemoine) = Norddeutsches Bundeskorps (Hake)
  • 8. Aug. – Napoleon I wird von Torbay (Torquay) nach St. Helena (16. Okt.) verschifft
  • 8. Aug. – Preußen (Prinz August/Pirch I) bombardiert die Festung Philippeville
  • 9. Aug. – Norddeutsches Bundeskorps (Hake) bombardiert die Festung Mezieres
  • 10. Aug. – Preußen (Prinz August/ Pirch I/ Tippelskirch) nimmt die Festung Philippeville (Casergue kapitiuliert)
  • 10. Aug. – Kapitulation (Lemoine) der Festung Mezieres (Übergabe am 13. Aug.)
  • 10. Aug. – Preußen (Pirch II/Rohr) nimmt die Festung Laon
  • 11. Aug. – Preußen (General-Lieutenant Prinz Ludwig von Hessen-Homburg, genannt II)/Horn) belagert die Festung Longwy (Waffenstillstand bis 8. Sep.)
  • 12. Aug. – Gefecht bei Rocroi: Frankreich (Projean) = Preußen (Brause)
  • 12. Aug. – Kapitulation (Rey) der Festung Valenciennes
  • 13. Aug. – Norddeutsches Bundeskorps (Hake) nimmt die Festung Mezieres (Lemoine kapitulierte am 10. Aug.)
  • 14. Aug. – Rußland (Uschakow) nimmt die Festung Soissons (Grundler kapituliert)
  • 15. Aug. – Norddeutsches Bundeskorps (Mecklenburg-Schwerin) blockiert die Festung Montmedy
  • 18. Aug. – Preußen (Prinz August/Brause) nimmt die Festung Rocroi (Projean kapitulierte am 16. Aug.)
  • 22. Aug. – Österreich/Württemberg/Baden/Schweiz (Erzherzog Johann/Stockmayer/Hochberg) bombardiert die Festung Hüningen (Huningue); die Schweizer Eidgenossenschaft war am 20. Mai 1915 der Allianz gegen Napoleon beigetreten
  • 26. Aug. – Kapitulation (Barbanegre) der Festung Hüningen (Huningue) vor Österreich/Württemberg/Baden (Erzherzog Johann/Stockmayer) (Übergabe am 28. Aug.)
  • 3. Sep. – Gefecht bei Givet: Frankreich (Bourke) = Preußen (Prinz August/ Müller)
  • 9. Sep. – Kapitulation (Bourke) der Festung Givet vor Preußen (Prinz August) (Übergabe am 11. Sep.)
  • 9. bis 14. Sep. – Preußen (Hessen-Homburg II/Horn) bombardiert die Festung Longwy
  • 11. Sep. – Preußen/Hessen (Prinz August/ Brause) nimmt die Festung Givet
  • 11. Sep. – Alexander I., Franz I. und Friedrich Wilhelm III. halten bei Vertus Große Heerschau der russischen Armee
  • 19. Sep. – Kapitulation (Laurent) der Festung Montmedy vor Norddeutsches Bundeskorps (Übergabe am 22. Sep.)
  • 21. Sep. – Verfassungseid von Wilhelm I. als König der Niederlande und Großherzog von Luxemburg in Brüssel; Das neu geschaffene Königreich der (vereinigten) Nieder­lande war als Bollwerk gegen weitere französische Expansionsgelüste konzipiert worden und schien zunächst auch gute Grundlagen zu besitzen. Seine Erbländer in Deutschland mußte Willem für Luxemburg, das am 22. Juli 1815 dem Deutschen Bund einverleibt worden war und das er im Mai zum Großherzogtum erhoben hatte, an Nassau und Preußen abtreten.
  • 22. Sep. – Norddeutsches Bundeskorps (Hake) nimmt die Festung Montmedy (Laurent kapitulierte am 19. Sep.)
  • 26. Sep. – „Heilige Allianz“ zwischen Rußland (Alexander I.), Österreich (Franz I.) und Preußen (Friedrich Wilhelm III.) in Paris geschlossen (Quadrupelallianz am 20. Nov.)
  • 8. Okt. – Friedrich Wilhelm III. von Preußen verläßt Paris nach Potsdam (Ankunft 17. Okt.)
  • 20. Nov. – Königreich Preußen, Russisches Kaiserreich, Kaisertum Österreich, Frankreich und Großbritannien unterzeichnen in Paris die Anerkennungs- und Gewährleistungsurkunde der „immerwährende Neutralität“ der Schweiz an

Besetzung von Paris

Nach seiner Abdankung ging Napoleon am 15. Juli 1815 an Bord des britischen Schlachtschiffs „Bellerophon“, das ihn nach Plymouth brachte. Von dort segelte er im August weiter nach St. Helena, wo er 1821 starb. Bis zum Ende beschäftigte ihn die Frage, warum Waterloo „sein Waterloo“ wurde.

Am 22. Juni forderten die Kammern Napoleon ultimativ auf zurückzutreten. Kriegsminister Louis-Nicolas Davout erklärte zudem, daß sich die Armee bei der Errichtung einer erneuten Diktatur auflehnen würde. Vor diesem Hintergrund trat Bonaparte am 22. Juni 1815 endgültig zugunsten seines Sohnes ab, der als „Napoleon II.“ regieren sollte. Die Kammern nahmen die Abdankung zur Kenntnis, überließen die Frage nach dem künftigen Staatsoberhaupt den Alliierten, wohl wissend, daß es zur Wiederherstellung der Herrschaft Ludwigs XVIII. kommen würde.

Zunächst flüchtete Napoleon nach Schloß Malmaison (einst ein Geschenk an Joséphine de Beauharnais), um dann am 29. Juni, als preußische Truppen mit dem Befehl „ergreifen – tot oder lebendig“ sich näherten, weiter nach Rochefort zu flüchten. Die Hoffnung auf eine Emigration in die VSA erfüllte sich nicht, und Napoleon mußte sich in die Hände der britischen Regierung begeben. Er kapitulierte gegenüber Kapitän Frederick Maitland der Royal Navy am Morgen des 15. Juli 1815 und wurde noch am selben Tag mit der der HMS „Bellerophon“ nach England gebracht. Am 5./7. August 1815 wurde der entmachtete Feldherr auf der HMS „Northumberland “ eingeschifft, die ihn am nächsten Tag auf die Insel St. Helena in die Verbannung brachte, wo er, je nach Quelle, zwischen dem 15. und 17. Oktober 1815 ankam.

Nachdem am 3. Juli 1815 die Übergabe von Paris stattgefunden hatte und der Obrigkeit erlaubt worden war, bis zum 6. Juli die Stadt von allem Militärischen zu räumen, besetzten deutsche Truppen, wie schon 1814 nach der Schlacht bei Paris, Paris am 7. Juli 1815. Vom 7. bis zum 21. Juli 1815 hatte ausschließlich das I. Armee-Korps „von Zieten“ (14 Bataillone, 12 Schwadronen und 4 Batterien aus dem Garde- und Grenadierkorps) die Militärgewalt in der französischen Hauptstadt an der Seine.

Nach Kriegsende wurden insgesamt zwei Drittel des französischen Territoriums von über einer Million alliierter Soldaten besetzt. Die gutmütige und tolerante Attitüde von 1814 war dahin. Der Freundschaftsvertrag von Paris Ende Mai 1814 hatte nicht gefruchtet. Kaum war Napoleon von Elba geflohen, stürzte sich die Mehrheit der Franzosen willig in einen nächsten Flächenkrieg nach Macht und Territorium.

Diesen Fehler würde die Viermächteallianz nicht erneut machen; der Blutzoll, das Schlachten, die Anzahl der Verwundeten, Verkrüppelten, aber auch das Ausmaß der Zerstörung durch die Truppen Napoleons waren groß und bedrückend. Nichtsdestoweniger bestand Feldmarschall von Blücher auf Bewahrung der preußischen Tugenden des Anstandes und der Ehrenhaftigkeit. Schon am 5. Juli 1815 hatte von Blücher Befehle zum Verhalten der deutschen Soldaten als zukünftige Besatzer der französischen Hauptstadt im Hauptquartier (Schloß Meudon) aufgezeichnet:

„Sämmtliche Franzosen werden mit Frust und Kälte behandelt, aber jede muthwillige Beleidigung von unserer Seite wird streng bestraft. Ich erwarte, daß sich die Armee nicht durch Uebermuth entehre, sondern auch als Sieger sich menschlich und bescheiden betragen wird.“[9]

Preußen trachtete danach, diesmal seine Ziele besonders nachdrücklich mit direkten Mitteln der Requisition und des Zwangs durchzusetzen, aber alle Siegermächte suchten in den Besitz von Entschädigungen zu gelangen. Objektive Historiker bestätigen, daß die preußischen Truppen sowohl während der Waffenstillstandsbesetzung 1815 als auch der Kontrollbesetzung 1815–1818 stets ein korrektes Verhalten an den Tag legten. Dennoch stellte die Geschichtsschreibung fest, daß weder die Engländer und Niederländer noch die Russen und Österreicher einem so dezidierten Haß durch die Franzosen wie die Preußen ausgesetzt waren.

Die pathologische französische Abneigung gegen den deutschen Sieger verbunden mit einem sich ständig steigernden und verklärenden Napoleonkult war im Frankreich des 19. Jahrhunderts verantwortlich für ein negatives Preußen- und Deutschlandbild, eine Feindschaft, die 1870 im Deutsch-Französischen Krieg gipfelte.

Die Friedenskontrollbesetzung der östlichen französischen Departements von November 1815 bis zum Abzug der Truppen 1818 wurde dann wieder durch ein gemischtes alliiertes Korps von 150.000 Mann unter Wellingtons Befehl durchgeführt. Die Alliierten verfolgten damit das Ziel, die in Frankreich geschaffene Ordnung zu sichern, eine mögliche erneute Bedrohung durch Frankreich auszuschalten und zugleich die Erfüllung der vertraglichen Verpflichtungen Frankreichs abzusichern. 1815 verzichtete man dann gänzlich auf eine überstaatliche Besatzungsbehörde. Ziel der Besatzung war vor allem die Versorgung der alliierten Invasionstruppen über Steuerkonfiskationen, Requisitionen und Verkauf von französischem Staatseigentum.

Die französische Regierung unter Richelieu hatte sich von Beginn an zur strikten Einhaltung des Friedensvertrages entschlossen, um das Besatzungsregime, das ihre Souveränität in Frage stellte und von Frankreich finanziert werden mußte, möglichst rasch zu beenden. Tatsächlich gelang dies mit der vorzeitigen Beendigung der Okkupation im Jahr 1818. Entscheidend hierfür war neben der Erfüllung der Zahlungsverpflichtungen Frankreichs die Überzeugung, daß eine weitere Besatzung die Lage in Frankreich eher destabilisieren könnte.

Da Frankreich weiterhin als potentielle Gefahr wahrgenommen wurde, ergriffen die Alliierten verschiedene Maßnahmen, um den Verlust des Kontrollmittels Besetzung zu kompensieren. Sie erneuerten auf dem Kongreß in Aachen im November 1818 ihr frankreichkritisches Bündnis und setzten den Ausbau des Festungssystems im niederländischen und preußischen Grenzgebiet fort. Lediglich Preußen, da es während der Befreiungskriege die größten Lasten und vor allem die meisten Opfer tragen mußte, plädierte für eine fortgesetzte Kontrollbesetzung der östlichen Departements, konnte sich damit aber nicht durchsetzen.

Fahnenweihe in Paris

Vom Exerziermarsch zum Parademarsch: Deutsche Truppen in Paris, 1871 – so wird es beim Einzug in Paris 1814 und erneut 1815 ausgesehen haben.

Am 2. September 1815 lud König Friedrich Wilhelm III. in seinem Quartier, dem Hotel des Vizekönigs von Italien in der Straße Bourbon, zu einer großen, festlichen Versammlung ein. Die hervorragendsten Führer der alliierten Armeen hatte der König an seinem Tische vereinigt. Sein erster Becher galt dem Wohle der siegreichen Armeen, „die nach gewaltiger Blutarbeit den größten Gegner niedergeworfen hatten, der wohl jemals im Sturme und Graus der Schlachten“ wider die Freiheit der Völker aufgetreten war. Er bestimmte erneut eine Fahnenweihe für die siegreichen preußisch-deutschen Truppen.

Schon aufgrund des Rückzuges aus Frankreich nach dem Sieg über Napoleon 1814 geschah die Einführung des Eisernen Kreuzes in die Truppenfahnen- und Standartenspitze im September 1814 in Berlin. Vor dem König wurden diese Fahnen mit den Fahnenspitzen dann zum ersten Mal bei der großen Parade der Berliner und Potsdamer Garnison am 31. Mai 1815 gezeigt. Der König von Preußen „in dankbarer Anerkennung der rühmlichen und bisher unübertroffenen Leistung meiner Truppen in dem beendeten Feldzuge“ verlieh „denjenigen Truppenteilen, deren Fahnen resp. Standarten im Feuer gewesen sind das Eiserne Kreuz in der Fahnen resp. Standarten Spitze“. Das preußische Auszeichnungswesen an Fahnen von Truppenteilen galt als die höchste kollektive Ehre der Befreiungsarmee – eine tiefe Würdigung, die im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 wiederbelebt und ausgebaut wurde. Auch die Bundeswehr trägt noch heute das Eiserne Kreuz an der Spitze jeder Truppenfahne.

Der Militärschriftsteller, Theaterdichter und Publizist Louis Schneider (eigentlich Ludwig Wilhelm Schneider), Königlicher Preußischer geheimer Hofrath und Vorleser seiner Majestät des Deutschen Kaisers beschreibt in Das Buch vom Eisernen Kreuze aus dem Jahre 1872 ausführlich die Geschichte des Eisernen Kreuzes. Dazu dokumentierte Schneider auch alle 142 Erlasse bzw. Kabinettsorder, welche zu diesem Thema veröffentlicht wurden. Auf Seite 39 des Buches findet man nachfolgend zitierten Hinweis auf eine Auszeichnung an die Fahne.

„Fügen wir gleich hier an, in welcher Art der König das Eiserne Kreuz für alle Zeiten zu seinem Eigentum der Armee gemacht und an eine Stelle gesetzt hat, wo es Generationen überdauern und, so lange Preußische Fahnen stolz im Felde wehen, an die glorreiche Zeit erinnern wird, aus der es hervorging. Am 3. Juni, dem Tag des Abmarsches der Garde-Infanterie aus Paris [Anm.: unmittelbar nach dem Ersten Pariser Frieden vom 30. Mai 1814], um in die Heimat zurückzukehren, erließ der König die Ordere, welche den vor dem Feinde gestandenen Fahnen und Standarten der Armee das Eiserne Kreuz in der Spitze verleiht. Sie knüpft an dem am 1. Oktober 1813 aus Teplitz erlassenen Armeebefehl an, nach welchem alle denjenigen Regimentern der Landwehr, welche am Ausgezeichneten fechten würden, Fahnen verliehen werden sollten, und spricht es aus, daß alle Regimenter welche seitdem in Feldschlachten und Belagerungen gefochten, sich dieser Auszeichnung würdig gemacht hätten. Dann aber sagt die Ordre: ‚Alle alten Fahnen und Standarten, welche dem Krieg hindurch geführt worden sind, erhalten das Eiserne Kreuz in der Fahnenspitze. Ich behalte mir vor, näher zu bestimmen, in welcher Art das Eiserne Kreuz in der Fahnenspitze angebracht werden soll.‘“

Am 3. September 1815 befehligte Generalmajor Otto Carl Lorenz von Pirch die Truppen, die auf dem Marsfeld von Paris zur Fahnenweihe angetreten waren. Es waren zusammen fünf Regimenter Infanterie und drei Regimenter Kavallerie, 17 Bataillone und neun Eskadronen stellvertretend für alle teilnehmenden preußischen Regimenter. Die Fahnen waren unterwegs in einer Parade, Hunderttausende Franzosen, alliierte Truppen, Diplomaten und Schaulustigen aus allen Herren Länder säumten die Allen zum Weiheplatz. Georg Johann Hiltl schrieb in Preußische Königsgeschichten aus dem Jahre 1875 anhand von Tagebücher und zeitgenössische Berichte von der Stimmung in Paris, dem Aufmarsch und von der Weihefeierlichkeit:

„Das große, sieggewohnte Volk sah den Feind zum zweiten Male in seiner Mitte. Und heute, am 3. September, sollte ein Schauspiel stattfinden, so neu, so demüthigend für die Kinder Frankreichs, daß selbst der Feind, der siegreiche, einen Ausbruch des empörten Nationalstolzes fürchtend, die Vorsichtsmaßregeln in der Stadt verdoppelt hatten. Stumm dehnten sich die Reihen der Zuschauer von der Champ de Mars aus bis zur Straße Bourbon hin. Inmitten des Marsfeldes sollte die Weihe der Fahnen geschehen, welche den Regimentern für ihren Sieg über französische Heere zum Lohne gereicht wurden. Welche wunderlichen Gruppen unter diesen Zuschauern! Finstere Mienen gewährte man, dunkelgefärbte Gesichter, die sich über die vordersten Zuschauerreihen erhoben. Man erkannte auf den ersten Blick an der Haartracht, dem Barte, an der eingenthümlichen Art der bürgerlichen Kleidung den verkappten Soldaten. Diese Männer wollten sich überzeugen, ob es Traum oder Wirklichkeit sei, daß Feinde, siegreiche Feinde in den Straßen von Paris als Herren schalteten, nachdem der große Meister der Schlachten, Napoleon, vernichtet, geflohen – gefangen war. Ihr Kaiser! Ihr Feldherr! [...] Mit Verachtung sahen sie auf eine andere Gruppe lachender Gesichter; sie bestand aus Leuten, denen die Umänderung eben recht war; diese Leute waren es, die „Vivent les Alliés“ riefen [...] Man konnte bemerken, daß die Leute mit den soldatischen Gesichtern heftig agitirten, daß die alten Republikaner hetzten, daß die Bourbonisten abmahnten.“
„Da horch! Trommelwirbel! Alles wird still. es beginnt die Feier des Tages, der seine Weihung durch die Einsegnung der Fahnen erhalten soll. Es ist dem Franzosen ein fremder Trommelwirbel. Da schreiten sie heran, die Sieger von Montmartre und Waterloo! Hurrah! Hurrah! wie die jungen, strammen Kerle die Schlägel rühren, wie das Kalbfell rasselt, wie die preußischen Wirbel anklingen an die Häuser von Paris, die hellen Pfeifen schrillend durch die Gassen tönen! Dann setzt die Musik rauschend ein und die Tritte hallen im Gleichmaß. Heute sind sie besser ausgeputzt, als am Tage des ersten Einmarsches, die Jungen aus der Kurmark, die flotten, pfiffigen, geriebenen Berliner. Sie gelten für großmäulig, aber sie haben gezeigt, daß sie schlagen können; man frage den General Thilemann, ob bei Waterloo Muth und Arm des Berliners nicht ebenso bei der Sache gewesen sind, wie sein Mundwerk? Die stämmigen Pommern, die schönen schlanken Westphalen - Alles zieht von der Straße Bourbon her gegen das Marsfeld.“
„Und nun - da 'flattern sie im Winde hoch – zum ersten Male über den Häuptern der siegfreudigen Soldaten, die neuen preußischen Fahnen; es ist, als ob vom deutschen lande her ein Windstoß grüßend herüberwehe und sie luftig bewege und selbst die wenigen Stücklein Zeug, welche die Kugeln an den Stangen der alten Fahnen gelassen haben, spielen, sich hebend, im Winde und flüstern einen letzten Gruß den Nachkommen derer, die vor langen Jahren zuerst die zerschossenen Banner aus dem Kampfe getragen. Dreizehn Unteroffiziere, jeder geziert mit dem eisernen Kreuze, tragen die Fahnen und Standarten. Sie haben die Neulinge und die Alten aus dem Quartier des Königs abgeholt. Ein glänzendes Geleit wird dieser kleinen Schaar gegeben. Mit festem Blicke, stolz blickend, umgiebt die Fahnenträger das erste Bataillon des ersten Garderegiments zu Fuß. An der Spitze dieses Geleites erblickt man zwei junge, schlanke Officiere. Sie schauen muthig und heiter um sich, auf ihre Krieger, auf die drängende Volksmenge, ihre jugendliche Brust hebt sich bei dem Gedanken, daß auch sie nicht fern geblieben sind dem großen Streite für das Vaterland, für die Rechte der Unterdrückten. Diese beiden jungen, stattlichen Männer, diese Officiere vor den wallenden Fahnen sind Friedrich Wilhelm, der Kronprinz von Preußen und sein Bruder, Prinz Wilhelm, der nach Vollbringung von Kriegsthaten, welche sich den gewaltigsten Leistungen seiner Ahnen ebenbürtig an die Seiten stellten, der erste deutsche Kaiser aus dem Hohenzollern-Hause werden sollte. Sie haben den ehrenvollen Auftrag erhalten, die preußischen Fahnen auf das Marsfeld von Paris zu geleiten.“

Folgen für Europa

Nach der Schlacht bei Belle Alliance wurde zwischen dem Gehöft La Haye Sainte und Schloß Hougomont ein Hügel aufgeschüttet. Auf seiner Spitze steht eine 19 Meter hohe Säule, die ein Löwe krönt, der aus französischen Beutekanonen gegossen wurde. Der Löwe als Symbol des Sieges stützt sich auf eine Weltkugel und „verkündet die von Europa auf den Feldern von Waterloo errungene Ruhe“.

Die Erfahrungen im Kampf gegen Napoleon führten auch zur Heiligen Allianz, einem Bündnis zwischen dem einstigen römisch-deutschen Kaiser Franz I., König Friedrich Wilhelm III. und Kaiser Alexander I.. Das solidarisierende Element der Fürstenhäuser blieb bis zum Ersten Weltkrieg trotz Schwierigkeiten erhalten. Kerngedanke der Heiligen Allianz war die Sicherung eines „Ewigen Friedens“:

Bronzemedaille zu Ehren der Generalfeldmarschälle Ludwig Graf Yorck von Wartenburg, Gebhard Leberecht von Blücher (Fürst von Wahlstatt) und August Graf Neidhardt von Gneisenau
„Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreieinigkeit! Ihre Majestäten, der Kaiser von Österreich, der König von Preußen und der Zar von Rußland haben infolge der großen Ereignisse, die Europa in den letzten drei Jahren erfüllt haben, und besonders der Wohltaten, die die göttliche Vorsehung über die Staaten ausgegossen hat, deren Regierungen ihr Vertrauen und ihre Hoffnungen auf sie allein gesetzt haben, die innere Überzeugung gewonnen, daß es notwendig ist, ihre gegenseitigen Beziehungen auf die erhabenen Wahrheiten zu begründen, die die unvergängliche Religion des göttlichen Erlösers lehrt. Sie erklären daher feierlich, daß die gegenwärtige Vereinbarung lediglich den Zweck hat, vor aller Welt ihren unerschütterlichen Entschluß zu bekunden, als die Richtschnur ihres Verhaltens in der inneren Verwaltung ihrer Staaten sowohl als durch in den politischen Beziehungen zu jeder anderen Regierung alleine die Gebote der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens, die, weit entfernt, nur auf das Privatleben anwendbar zu sein, erst recht die Entschließung der Fürsten direkt beeinflussen und alle ihre Schritte lenken sollen, damit sie so den menschlichen Einrichtungen Dauer verleihen und ihren Unvollkommenheiten abhelfen.“

Deutschland

Nach der Niederlage bei Waterloo war Napoleon Bonaparte, dessen Machtambitionen auf deutschem Gebiet nach der Völkerschlacht bei Leipzig während des Herbstfeldzuges 1813 gescheitert waren, endgültig geschlagen. Er wurde nach St. Helena verbannt, wo er auch starb. Vor seinem Tod erkannte Napoleon, warum er nicht unangefochten über Europa herrschen konnte:

„Hätte der Himmel gewollt, daß ich als deutscher Fürst geboren würde, so hätte ich durch all die vielen Wechselfälle unserer Tage hindurch die dreißig Millionen vereinigter Deutscher regiert, und soweit ich sie zu kennen glaube, scheint mir noch heute, daß, wenn sie mich einmal zu ihrem Kaiser gewählt und ausgerufen hätten, sie nie von mir abgefallen wären und ich jetzt nicht hier sitzen müßte.“

Die deutsche Erhebung, die mit dem Siebten Koalitionskrieg ihr siegreiches Ende fand, half die Fundamente einer Entwicklung zu legen, in deren Verlauf Deutschland über 100 Jahre vor jeder Art von Fremdherrschaft bewahrt blieb.

Dauerhafte Quadrupel-Allianz

Am 20. November 1815 wurde die „Quadrupel-Allianz“ (erstmalig am 1. März 1814 in Chaumont während des Kongresses von Châtillon beschlossen) beim Zweiten Pariser Frieden erneuert, alle vier Teilnehmer versprachen, je 60.000 Soldaten im Falle weiterer französischer Aggression und zur Durchsetzung der Vereinbarungen des Wiener Kongresses zu stellen, vor allem einigten sich die vier Staaten schriftlich darauf, sich regelmäßig zu treffen, um die „europäische Entwicklung im Rahmen des Wiener Kongresses zu fördern und zu regeln“. Die sogenannte Franzosenzeit wurde beendet, die Deutsche Zeit lebte fort.

Siehe auch

Literatur

  • Oskar von Lettow-Vorbeck: Napoleons Untergang 1815, in: „Geschichte der Befreiungskriege 1813–1815“, Band 1, E. S. Mittler und Sohn (1904)
  • Carl von Clausewitz: Der Feldzug von 1815 in Frankreich, Vero Verlag, 2014 (Nachdruck der Originalausgabe von 1862), ISBN 978-3957389657

Fußnoten

  1. Kurzinformationen Adlerflug und Herrschaft der hundert Tage (auf historicum.net)
  2. Karl Wilhelm Georg von Grolman: Geschichte des Feldzuges von 1815 in den Niederlanden und Frankreich (2 Bde., Berlin 1837–38) Band 1, Band 2
  3. Zur Belohnung schenkte ihm Friedrich Wilhelm III. ein Stadtpalais in Berlin.
  4. Bernhard Schwertfeger: Geschichte der Königlich Deutschen Legion, 1803-1816, 2. Band S. 315 ff
  5. Carl von Clausewitz: Der Feldzug von 1815 in Frankreich, Kapitel 45, 1962
  6. Chandler, David: Dictionary of the Napoleonic Wars, 1993, ISBN 978-1-84022-203-6
  7. Carl von Clausewitz berichtete von 40.000 Mann, Napoleon selbst schrieb von 50.000 Mann unter Marschall Emmanuel de Grouchy.
  8. Die Mameluken hatten unter dem Schutz Napoleons viele Jahre den Süden Frankreichs terrorisiert und mit Mord und Vergewaltigungen überzogen. Da sie die Aufgaben erledigten, die französische oder auch deutsche Soldaten und Offiziere im Dienste Napoleons ablehnten, hatten sie eine Sonderstellung inne. Nach Napoleons Entmachtung waren die Wut und der Haß auf sie groß, und das Volk nahm Rache.
  9. Wilhelm Burckhardt: Gebhard Lebrecht v. Blücher, preußischer Feldmarschall und Fürst von Wahlstatt, 1835, S.115
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