NS-Reichskriegerbund

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Der NS-Reichskriegerbund (Kyffhäuserbund) baute sich im 18. Jahrhundert auf und wurde als eine politische Organisation und Dachverband deutscher Kriegervereine gegründet.

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Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Kameradschaft, Frontgeist, Opferwille – auf diesem festen Grund bauten im 18. Jahrhundert die in deutschen Kriegerkameradschaften zusammengeschlossenen ehemaligen Soldaten auf. Erstmalig waren es friderizianische Füsiliere, die im Jahre 1786 in Wangerin in Pommern eine Kriegerkameradschaft gründeten. Ihnen folgten die Kämpfer der Befreiungskriege, die Soldaten der Einigungskriege und die Frontsoldaten des Ersten und Zweiten Weltkrieges. Überall im Vaterland bildeten sich gleichgerichtete Vereinigungen ehemaliger Soldaten, die sich zunächst kameradschaftlichen Wohlfahrtsaufgaben widmeten, später aber nationalen Aufgaben zuwandten. Die Errichtung des Kyffhäuserdenkmals – des Mahnmals deutscher Einigkeit – um die Jahrhundertwende des 20. Jahrhunderts führte zur Gründung des damaligen Kyffhäuserbundes der deutschen Landeskriegerverbände. Ursprünglich als reine Frontkämpfervereinigungen ins Leben gerufen, ergänzten sich die Kriegerkameradschaften später auch aus den gedienten Nichtfeldzugsteilnehmern.

Zur vollen Entfaltung seiner nationalen Kräfte kam der große Soldatenbund jedoch erst nach der Machterernennung durch Adolf Hitler. Es wurde der Weg vom Kriegerverein früherer Zeiten zur Kriegerkameradschaft des Dritten Reiches beschritten, und die in den Jahren seit der Machtübernahme geleistete Aufbauarbeit vom Führer dadurch anerkannt, daß er den Bund zum Träger des gesamten deutschen inaktiven Soldatentums machte und durch diesen Befehl den Nationalsozialistischen Reichskriegerbund auf eine feste und breite Grundlage stellte.

Die Gemeinsamkeit des Fronterlebnisses verbanden wieder die Weltkriegssoldaten und Frontsoldaten von 1939/40. Beide gehörten zusammen. Am 3. März 1943 löste Adolf Hitler den Kyffhäuserbund auf Reichsebene auf. Anlaß war die verlorene Schlacht von Stalingrad. Das Vermögen wurde der NSDAP übertragen und die weiter bestehenden lokalen Vereine, die in der Endphase des Zweiten Weltkrieges den Grundstock für die Volkssturm-Einheiten bildeten, der Partei unterstellt.

Im September 1952 gründete Wilhelm Reinhard den 1945 durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 verbotenen Kyffhäuserbund wieder. Heute betont er seine Rolle als Schießsportverband.

Namensentwicklung

  • 1888: Bau-Ausschuß des Kaiser-Wilhelm-Denkmals
  • 1896: Ständigen Ausschuß der vereinten deutschen Kriegerverbände für die Verwaltung des Kaiser-Wilhelm-Denkmals auf dem Kyffhäuser (1892 beschlossen, 1896 nach Einweihung des Denkmals in Kraft getreten)
  • 1900: Kyffhäuser-Bund der Deutschen Landes-Krieger-Verbände (kurz: „Kyffhäuser-Bund“)
  • 1922: Deutscher Reichskriegerbund „Kyffhäuser“
  • 1938: NS-Reichskriegerbund („Kyffhäuserbund) e. V.
  • 1952: Kyffhäuserbund e. V.

Aufgaben im allgemeinen

Der NS-Reichskriegerbund umfaßte wie einst das deutsche Volksheer alle Schichten der Volksgemeinschaft. Seine Ziele waren vaterländischer und sozialer Art.

  1. Die Liebe und Treue zum deutschen Vaterland, zum deutschen Volk und zu seinem Führer zu beleben und zu stärken,
  2. den Wehrgedanken, das Deutschbewußtsein und das deutsche Volkstum zu pflegen,
  3. die Kameraden mit nationalsozialistischem Geist zu erfüllen und alle staatsfeindlichen Bestrebungen mit Nachdruck zu bekämpfen,
  4. das Band der Kameradschaft und die Erinnerung an die gemeinsame militärische Dienstzeit und an die Kriegserlebnisse unter den Kameraden zu erhalten und zu pflegen,
  5. vaterländische Gedenktage und nationalsozialistische Feiertage in geeigneter Weise zu begehen und sich an Veranstaltungen des Staates und der NSDAP zu beteiligen,
  6. den Schießdienst zu betreiben,
  7. verstorbene Kameraden mit militärischen Ehren zu bestatten und den Hinterbliebenen hilfreich zur Seite zu stehen,
  8. Fürsorge für bedürftige Kameraden und ihre Familien.

Einzelaufgaben des Bundes wurden durch Anordnungen des Reichskriegerführers bekannt gegeben. Grundlage für den Bestand des Bundes ist die Manneszucht. Sie verpflichtete jedes Mitglied einer Kriegerkameradschaft zum Gehorsam gegenüber den Anordnungen der ihm übergeordneten Führer.

Aufbau und Gliederung

Dienststellenabzeichen auf der Bundesarmbinde

Reichskriegerführung

Sitz und Bundeshaus besaß folgende Adresse: Berlin W 30, Geisbergstraße 2, Fernruf 25 9781

An der Spitze des NS-Reichskriegerbundes stand der Reichskriegerführer, ihm unterstellt waren die Gaukriegerführer. Seine Anordnungen waren für alle Kameraden des NS-Reichskriegerbundes verbindlich. Seit 1934 leitete General der Infanterie und SS-Gruppenführer Wilhelm Reinhard die Geschicke des Bundes.

18 Gaukriegerverbände

Die Gaukriegerverbände umfaßten einen oder mehrere Gaubereiche der NSDAP. An der Spitze eines Gaukriegerverbandes stand der Gaukriegerführer.

Anschriften der Gaukriegerverbände:

Nordost Königsberg (Pr.) Henschestraße 8 Gaukriegerführer Otto von Weiss, 1936 bis 1945
Ostsee Stettin I Birkenallee 41
Nordwest Hamburg 13 Johnsallee 47
Spree Berlin N 65 Chausseestraße 94
Mitte Hannover Gellertstraße 23
West Köln a. Rh. Bismarckstraße 4
Südost Breslau 13 Viktoriastraße 58
Elbe Dresden A 1 Struvestraße 31
Fulda-Werra Frankfurt a. M. Niedenau 61
Rhein Koblenz Clemensstraße 5
Main Nürnberg W Frauentorgr. 71
Süd (Hochland) München 15 Goethestraße 53
Südwest Stuttgart-S. Urbanstraße 15
Donau Wien I Schwarzenbergplatz 1
Alpenland Salzburg Hatzi 2
Sudetenland Reichenberg Tuchgasse 7
Weichsel Danzig Elisabethwall 9
Warthe Posen Glogauer Straße 80

Kreiskriegerverbände

Die rund 900 Kreiskriegerverbände entsprechen räumlich den politischen Kreisen. An ihrer Spitze stehen die Kreiskriegerführer.

Kriegerkameradschaften

Die Grundlage des gesamten Kriegerkameradschaftslebens bildeten die über 42.000 allgemeinen Kriegerkameradschaften, die alle Soldaten ohne Unterschied der Waffengattung usw. vereinten. Sie waren in kleinen Städten und auf dem Lande vorherrschend, während in mittleren und Großstädten sich neben den allgemeinen Kameradschaften Waffenkameradschaften für die Angehörigen einer bestimmten Waffe oder Regimentskameradschaften für die Angehörigen bestimmter Truppenteile bildeten. Über 75 Prozent der Kameradschaften waren allgemeine Kriegerkameradschaften. Der Reichskriegerführer hatte angeordnet, daß im Bereich einer jeden Ortsgruppe der NSDAP eine allgemeine Kriegerkameradschaften mit der Erfassung der zur Entlassung kommenden in diesem Ortsgruppenbereich wohnenden Wehrmachtangehörigen beauftragt wurde.

Mitglieder und Führung

1900 bis 1922

Der „Kyffhäuser-Bund der Deutschen Landes-Krieger-Verbände“ führte diesen Namen seit dem 2. Mai 1900. Er hatte als eingetragener Verein im Sinne des § 21 des Bürgerlichen Gesetzbuches seinen Sitz in Berlin und bestand aus denjenigen deutschen Landes-Krieger-Verbänden, die durch das Protektorat ihrer Landesherren oder durch ausdrückliche Anerkenntnis ihrer Landesregierung als einziger offizieller Verband der Kriegervereine des jeweiligen Bundesstaates bestätigt wurden. Jeder dieser Landes-Verbände hatte das Recht, diejenige Anzahl von stimmberechtigten Vertretern aufzustellen bzw. von Stimmen zu führen, die gemäß Artikel 6 der Verfassung des Deutschen Reiches seiner Regierung im Bundesrat zustand. Die Gesamtzahl der Stimmen im „Kyffhäuser-Bund“ betrug 61, welche sich auf 27 deutsche Landesverbände mit 30.651 Vereinen und 2.703.772 Mitgliedern verteilten (Stand: 1913). Der Präsident des Kyffhäuserbundes war nach der Satzung der jeweilige Präsident des Preußischen Landes-Krieger-Verbandes.

Die Zeit des neuen Kyffhäuserbundes bis zum Ersten Weltkrieg war, neben der Pflege der Kameradschaft und Wahrung alter Traditionen, geprägt von ideologischen Auseinandersetzungen mit der erstarkenden Sozialdemokratie. „Für Gott, König und Vaterland – Gegen die Sozialisten“.

Der Kyffhäuserbund mit seinen Mitgliedern stellte sich mit aller Kraft der undeutschen Entwicklung nach dem Versailler Schandvertrag entgegen, er stand zu seiner soldatischen und nationalen Tradition. Am 13./14. September 1919 fand die erste Vertreterversammlung nach dem Kriege statt, und die Mitgliederzahl stieg sprunghaft in die Höhe. Es galt, neue Ziele und Wege zu finden, die dem verlorenen Kriege und der aufgelösten Monarchie Rechnung trugen. Es waren Vertreter aller Gaue anwesend mit Ausnahme des früheren Reichslandes und der besetzten Gebiete. Der Präsident des Kyffhäuserbundes (seit dem 15. November 1919), Excellenz von Heeringen, bekräftigte nochmals in seiner Eröffnungsrede die Kyffhäuser-Idee. Es sei die Aufgabe des Kyffhäuserbundes, dem Kaiser und den Fürsten treue Erinnerung zu bewahren und nationales Pflichtbewußtsein zu leben. „Deutsch leben und Deutsch denken“ hieß die Devise. Als äußeres Zeichen diesen Gedankens übertrug der Kyffhäuserbund dem Generalfeldmarschall von Hindenburg die Ehrenpräsidentschaft. So standen zwei Männer an der Spitze, deren soldatische und nationale Haltung feststanden.

Die Landesverbände erkannten sehr schnell, daß nur ein noch engerer Zusammenschluß in dieser Zeit das Überleben der Krieger- und Militärvereine sicherte. Die gleichzeitig notwendige organisatorische Anpassung der Beziehungen zwischen dem Deutschen Kriegerbund und dem Kyffhäuserbund führten dazu, daß der Abgeordnetentag des Deutschen Kriegerbundes in Lübeck (August 1921) und die Vertreterversammlung des Kyffhäuserbundes auf dem Kyffhäuser (September 1921) folgenden Beschluß faßten:

„Der Kyffhäuserbund wird unter einem neuen Namen in einen festen Bund umgewandelt, der künftig die alleinige Zentrale des deutschen Kriegervereinswesen ist und deren satzungsgemäß gefaßten Beschlüsse für alle zu ihm gehörenden Landeskriegerverbände künftig bindend sind; er ändert gleichzeitig seine Satzung entsprechend den neuen Rechtsverhältnissen. Der Deutsche Kriegerbund gibt seinen bisherigen Namen auf und nimmt einen neuen Namen an, der die Meinung, er sei die Zentrale des deutschen Kriegervereinswesens ausschließt. Er wandelt sich nunmehr zu einem reinen wirtschaftlichen Zweckverband auf Grund seiner neuen Satzung um. Der Kyffhäuserbund heißt jetzt Deutscher Reichskriegerbund ‚Kyffhäuser‘, der Deutsche Kriegerbund erhält den Namen Deutsche Krieger-Wohlfahrtsgemeinschaft“.

Diese Änderungen traten zum 1. Januar 1922 in Kraft.

1922 bis 1938

Vom 31. Januar 1926 (als Nachfolger von Josias von Heeringen) bis Anfang 1934 war General der Artillerie a. D. Rudolf von Horn Präsident des Bundes. Sein Nachfolger wurde Wilhelm Adolf Reinhard. Von 1921 bis 1934 verlieh der Bund die „Kriegsdenkmünze 1914/18 des Kyffhäuser-Bundes“, da die Weimarer Republik sich weigerte, die Fronthelden des Kaiserlichen Heeres zu ehren. Dies geschah erst nach 1934 durch die Stiftung des Ehrenkreuzes des Weltkrieges.

1935 ging der „Verband der Kriegsbeschädigten und Kriegshinterbliebenen im Deutschen Reichskriegerbund Kyffhäuser“ in die NSKOV auf, der Kyffhäuserbund verlor dadurch 400.000 Mitglieder.

Ab 1938

Es gab über drei Millionen Mitglieder. Mitglied einer Kriegerkameradschaft des NS-Reichskriegerbundes konnte jeder ehrenhafte Deutsche arischer Abstammung werden, der der Wehrmacht, der Waffen-SS, einem Freikorps oder einer Polizeiformation angehört hatte, sich nach seiner Vergangenheit, Gesinnung und Haltung als Mitglied eignete und bereit war, die Ziele und Aufgaben der Kameradschaft nach Kräften zu fördern.

Der Reichsminister des Innern ordnete an, daß Beamte, Angestellte und Arbeiter zur Vervollständigung ihrer Personalakten die Zugehörigkeit zum NS-Reichskriegerbund ihrer vorgesetzten Dienststelle anzugeben haben.

Aktive Offiziere und Unteroffiziere konnten mit Genehmigung ihrer Vorgesetzten Mitglieder in den Kameradschaften des NS-Reichskriegerbundes werden. Die Betreuung von Führerstellen oder sonstigen Ämtern innerhalb des Bundes durch sie war nicht statthaft. Die aktiven Soldaten der Wehrmacht, ohne Unterschied des Dienstgrades, die Mitglieder von Kameradschaften des NS-Reichskriegerbundes waren, mußten die den übrigen Mitgliedern obliegenden Verpflichtungen nicht erfüllen. An den Wohlfahrtseinrichtungen des Bundes nahmen sie nur teil, soweit sie freiwillig die Beiträge zahlten.

Vom General bis zum einfachen Soldaten waren alle Dienstgrade unter den Kameradschaftsführern vertreten. Nach dem Stand vom 1. Januar 1938 stellten Offiziere einschließlich Reserveoffiziere 14,2 Prozent, Unteroffiziere 44,2 Prozent und Mannschaften 41,6 Prozent der Kameradschaftsführer.

Frontkämpfer

Nach einer im Jahre 1937 aufgestellten Statistik erhielten 2.150.252 Bundeskameraden das Kriegsehrenkreuz für Frontkämpfer und 207.794 Kameraden das Kriegsehrenkreuz für Kriegsteilnehmer, d. h., nach dem damaligen Mitgliederstand (knapp 3.400.000) erhielten von je 1.000 Mitgliedern 633 das Kriegsehrenkreuz mit Schwertern und weitere 88 das Kriegsehrenkreuz ohne Schwerter. 340 Kameraden des Bundes wurden während des Ersten Weltkrieges zum Ritter des Königlich Preußischen Ordens „Pour le merite" ernannt.

Freikorpskämpfer

Auch die Freikorpskämpfer waren dem NS-Reichskriegerbund angeschlossen, der im Auftrage des Reichsministers des Innern Freikorpskämpferurkunden ausstellte.

NS-Deutscher Marinebund

Der NS-Deutsche Marinebund war mit allen seinen Gliederungen unter einem eigenen Führer dem NS-Reichskriegerbund angegliedert und dem Reichskriegerführer unterstellt.

Kolonialkriegerkameradschaften

Die Kameradschaften des Deutschen Kolonialkriegerbundes, der zur Pflege der kolonialen Tradition und zur Erfüllung seiner besonderen kolonialpolitischen Aufgaben als Traditionsverband bestehen blieb, waren mit allen Rechten und Pflichten einer Kriegerkameradschaft den Kreiskriegerführern des NS-Reichskriegerbundes unterstellt. Sie hatten eine eigene Bundesuniform und führten eine besondere Bundesfahne.

Traditionsverbände

Die Pflege der Tradition einzelner Truppenteile wurde im NS-Reichskriegerbund dadurch geregelt, daß von jedem Truppenteil der alten Armee im NS-Reichskriegerbund ein Traditionsverband gebildet wurde. Als Mitglieder der Traditionsverbände galten alle im NS-Reichskriegerbund vorhandenen ehemaligen Angehörigen des betreffenden Truppenteils, ohne daß diese etwa aus ihren örtlichen Gliederungen ausschieden. Auch für die Wehrmacht war eine entsprechende Regelung durch Bildung von Traditionsgruppen getroffen worden, nachdem zunächst die Aufnahme der einzelnen Männer in die örtlich zuständige allgemeine Kriegerkameradschaft erfolgt war. Die Tätigkeit der Traditionsverbände beschränkte sich auf die Traditionspflege (Veranstaltungen von Regimentstreffen, Herausgabe der Regimentsgeschichte, Pflege etwa vorhandener Regimentsdenkmäler usw.).

Aus der Satzung der Kriegerkameradschaften

  1. Das Gesuch um Aufnahme in die Kameradschaft ist dem Kriegerkameradschaftsführer schriftlich vorzulegen.
  2. Die Aufnahme erfolgt auf einem Kameradschaftsappell durch den Kriegerkameradschaftsführer, der den Aufzunehmenden durch Handschlag feierlich verpflichtet.
  3. Die Höhe des Eintrittsgeldes und der Beiträge bestimmt der Kriegerkameradschaftsführer.
  4. Organe der Kriegerkameradschaft sind: der Kriegerkameradschaftsführer, der Beirat, der Kameradschaftsappell (Mitgliederversammlung), der Kassenprüfungsausschuß.
  5. Der Kriegerkameradschaftsführer wird von dem übergeordneten Verbandsführer ernannt.
  6. Zum Beirat einer Kriegerkameradschaft gehören: der Stellvertreter des Kriegerkameradschaftsführers, der Schriftwart und dessen Stellvertreter, der Kassenwart und dessen Stellvertreter. Der Kameradschaftsführer beruft noch besondere Sachbearbeiter (Warte) für Propaganda, Schießsport, Sozialfürsorge und andere Arbeitsgebiete in den Beirat.

Die soziale Arbeit des NS-Reichskriegerbundes

Trägerin des Kameraden-Hilfswerkes des NS-Reichskriegerbundes war die Deutsche Krieger-Wohlfahrtsgemeinschaft. In großzügiger Weise war das Unterstützungswesen für bedürftige Kameraden, die infolge Krankheit oder sonstwie in Not geraten waren, ausgebaut worden. Jährlich wurden Millionenbeiträge durch den Bund für dieses Unterstützungswerk aufgewandt. Hinzu kam die Betreuung der Altveteranen. Den Kameraden des NS-Reichskriegerbundes standen in den landschaftlich schönsten Gegenden Deutschlands Erholungsheime zur Verfügung. Sechs dieser Heime waren im Besitz der Deutschen Krieger-Wohlfahrtsgemeinschaft, zwölf weitere Heime im Besitz einzelner Gaukriegerverbände.

Heime

Die sechs Heime der Deutschen Krieger-Wohlfahrtsgemeinschaft waren:

  1. Schloß Rathsfeld im Kyffhäusergebirge
  2. Erholungsheim Schierke im Harz
  3. Jagdschloß Friedrichsthal bei Schwerin i. M.
  4. Erholungsheim „Schönblick", Baiersbronn im Schwarzwald,
  5. Erholungsheim Rolandseck am Rhein,
  6. Erholungsheim Grundlsee im Salzkammergut.

Der NS-Reichskriegerbund nahm sich der Kinder verstorbener oder mittelloser Kameraden an und unterielt fünf Kinder- und Waisenheime. In diesen Heimen fanden Halb- und Vollwaisen und Kinder mittelloser und kinderreicher Kameraden Aufnahme.

Die Erholungsfürsorge des NS-Reichskriegerbundes erstreckte sich auch auf die Kameradenkinder. Jährlich wurden zahlreiche Kameradenkinder im Alter von 10 bis 14 Jahren für mehrere Wochen in Kinderheime an der See oder im Gebirge verschickt.

Die Mittel für die Kinder- und Waisenheime wurden durch die Deutsche Krieger-Fechtanstalt aufgebracht, die innerhalb der Kriegerkameradschaften Geldsammlungen durchführte, sich aber gleichzeitig durch ihre Altmaterialiensammlungen bei den Kameraden in den Dienst des Vierjahresplanes stellte.

Das Wohlfahrts- und Unterstützungswesen des Bundes erstreckte sich auch auf das Tuberkulose-Hilfswerk, das in enger Zusammenarbeit mit dem Reichstuberkuloseausschuß und den Gesundheitsämtern durchgeführt wurde. Es wurden Unterstützungen gewährt und Mittel für Heilstättenkuren zur Verfügung gestellt.

Der Reichskriegerführer hatte einen Hilfsfonds für Krebsbekämpfung errichtet, aus dem hilfsbedürftigen Mitgliedern Beihilfen für das Chaoulsche Bestrahlungsverfahren gewährt wurde.

Um Kameradschaften den Abschluß einer Kollektiv-Sterbegeldversicherung mit Rechtsanspruch zu erleichtern, waren mit ausgewählten Versicherungsgesellschaften Abkommen getroffen worden. Hiernach wurden unter bestimmten Voraussetzungen aus Mitteln des NS-Reichskriegerbundes beim Abschluß einer Kollektiv-Sterbegeldversicherung Zuschüsse gewährt.

Der Schießdienst

Bereits in der Gründungsurkunde der ersten Kameradschaft von 1786 war die Verpflichtung enthalten, „mit dem Gewehr nach der Scheibe zu schießen". So hatten es durch eineinhalb Jahrhunderte alle Kriegerkameradschaften gehalten, sie pflegten auch im Frieden ihr soldatisches Handwerk und erzogen den Nachwuchs in ihrem Geist. Durch eine umfassende Förderung des Schießdienstes leistete der NS-Reichskriegerbund wichtige Aufbauarbeit, um den Schießdienst Allgemeingut des Volkes werden zu lassen. Fast jede Kameradschaft beteiligt sich am Schießdienst. Über 600.000 Schützen nahmen regelmäßig aktiv am Schießdienst teil. Ihnen standen 11.000 eigene Schießstände und über 40.000 kameradschafts- bzw. bundeseigene Kleinkalibergewehre zur Verfügung. Der Bund führte aufgrund einer Ausschreibung jährlich offizielle Wettkämpfe durch.

Reichskriegertage in Kassel

Von der Geschlossenheit und geballten Kraft der Millionenorganisation legten die damals alljährlich in Kassel stattfindenden Reichskriegertage Zeugnis ab. In den Jahren 1935, 1936 und 1937 stellte der Bund durch machtvolle Kundgebungen auf dem Reichskriegertag unter Beweis, daß innerhalb der deutschen Volksgemeinschaft die ehemaligen Soldaten als einsatzbereite Marschsäule stehen. Der erste Großdeutsche Reichskriegertag im Juni 1939 stellte einen Höhepunkt in der Geschichte des NS-Reichskriegerbundes dar. Er stand im Zeichen Großdeutschlands, denn zum ersten Mal vereinigten sich die Kameraden der Ostmark, des Sudetengaues und des Memellandes mit den Kameraden des Altreiches zu einer gemeinsamen Großkundgebung. Der Führer krönte durch seine Anwesenheit dieses große Soldatentreffen und machte es zu einem Meilenstein in der Geschichte des NS-Reichskriegerbundes.

Auch am Tannenbergtag im August 1939 waren tausende Mitglieder des Bundes anwesend.

Der Kyffhäuser, Berg der Deutschen Soldaten

Das Kyffhäuserdenkmal, das den Anstoß zum Zusammenschluß der deutschen Kriegerkameradschaften gab, war zu einem Mahnmal der Kameradentreue geworden. Die Ehrenhalle des Kyffhäuserdenkmals war dem Andenken der gefallenen Kameraden gewidmet. In ihr wurden die Fahnen deutscher Kriegerkameradschaften aus den durch Versailles abgetrennten Gebieten aufbewahrt, bis sie durch die Tat des Führers wieder in die Heimat zurückkehren konnten. Auf der Bergkuppe des Kyffhäusers begegneten sich die Zeugen früherer Epochen deutscher Geschichte. Im Jahre 1935 wurde auf Veranlassung des Reichskriegerführers, General der Infanterie, SS-Gruppenführer Reinhard, die zur Zeit Friedrichs I. Barbarossa erbaute Reichsburg Kyfhausen freigelegt. Es wurden drei in sich geschlossene Burganlagen festgestellt, die unter fachkundiger Führung zur Besichtigung freigegeben wurden. Jährlich besuchten Hunderttausende den Kyffhäuser, darunter zahlreiche deutsche Kriegerkameradschaften. Am Fuße des Denkmals lag das dem Bund gehörende Hotel Burghof und inmitten des Waldes das Kameraden-Erholungsheim Schloß Rathsfeld. Unmittelbar in der Nähe der Burgruine Rothenburg wurde auf Veranlassung des Reichskriegerführers ein Unterkunftshaus mit vorbildlichen Gemeinschaftsquartieren ausgebaut. Im Mai 1939 wurde das erste monumentale Hindenburgdenkmal Deutschlands auf dem Kyffhäuser durch den NS-Reichskriegerbund geweiht.

Die Bundespresse

Im Kyffhäuser-Verlag, der eine Abteilung des NS-Reichskriegerbundes war, wurden herausgeben:

  1. Das Reichsblatt des NS-Reichskriegerbundes, die illustrierte, einst wöchentlich erscheinende Reichskriegerzeitung mit der bundesamtlichen Beilage „Parolebuch". Die Reichskriegszeitung erschien für jeden Gaukriegerverband in einer Sonderausgabe und konnte von jedermann durch das Postamt bezogen werden. Durch Führeranordnung war jede Kameradschaftsführung verpflichtet, als Arbeitsexemplare auf je 25 Mitglieder ein Dienstexemplar zu halten.
  2. Die einstige Monatsschrift „Kameradschaftsführer" brachte den Kriegerkameradschaftsführern und Beiratsmitgliedern laufend Vortragsstoff und Anregungen für Veranstaltungen aller Art. Sie enthielt stets das Wichtigste für den Kameradschaftsführer und war durch jedes Postamt zu beziehen.
  3. Das damals dreimal monatlich erscheinende „Reichsoffizierblatt", die Traditionszeitschrift für die Offiziere im NS-Reichskriegerbund, unterrichtete die ausgeschiedenen Offiziere der Wehrmacht und die Offiziere d.B. über die aktuellen wehrpolitischen Fragen und brachte in jeder Nummer Beiträge über Fürsorge und Versorgung der Offiziere. Das „Reichsoffizierblatt" konnte durch jedes Postamt bezogen werden.
  4. Der „Soldaten-Kalender" mit farbigen Postkartenbildern aus dem Leben der alten Armee und der Wehrmacht.
  5. Der „Pressedienst" des NS-Reichskriegerbundes wurde zur Information für die gesamte Tagespresse nach Bedarf von der Nachrichtenstelle der Reichskriegerführung herausgegeben.

Der Dienstanzug

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Als Dienstanzug für die Mitglieder des NS-Reichskriegerbundes war vorgeschrieben:

  • Blaue Tuchmütze mit Mützenabzeichen-Garnitur (Hoheitszeichen, weißer Eichenlaubkranz mit Reichskokarde),
  • zweireihiger, blauer Jakettanzug in handelsüblicher Ausführung,
  • weißer Stehumlegekragen und
  • langer schwarzer Binder mit
  • Bundesnadel,
  • Hoheitszeichen, auf der rechten Brustseite zu tragen,
  • Hakenkreuzbinde auf dem linken Oberarm,
  • Bundesarmbinde auf dem rechten Unterarm,
  • Gaukriegerverbandsarmbinde auf dem linken Unterarm, 10 cm über dem Ärmelrand,
  • schwarze Stiefel oder Schuhe, dunkle, möglichst schwarze Strümpfe,
  • graue Handschuhe, Farbe wie für die Wehrmacht vorgeschrieben, für Verbandsführer und Führerstäbe. Für rein örtliche Veranstaltungen konnten die braunen Handschuhe aufgetragen werden,
  • Dienstmantel, wenn nicht vorhanden dunkler Mantel,
  • Schützenschnur in der von der Wehrmacht verliehenen Ausführung.

Die Bundesfahne

Von jeder Kriegerkameradschaft wurde die vom Führer dem NS-Reichskriegerbund verliehene Bundesfahne geführt. In ihr verbindet sich das Eiserne Kreuz des Frontkämpfers mit dem Hakenkreuz des Dritten Reiches.

Das Bundesabzeichen und Hoheitsabzeichen

Das Bundesabzeichen – Hakenkreuz und Eisernes Kreuz auf rotem Schilde – wurde von allen Mitgliedern des Bundes dauernd getragen. Jeder Kamerad brachte hierdurch seine Zugehörigkeit zum NS-Reichskriegerbund zum Ausdruck. Ebenso war das kleine Hoheitszeichen des NS-Reichskriegerbundes zum Zivilanzug zu tragen.

Beschaffungsstelle

Die Beschaffungsstelle des NS-Reichskriegerbundes war die Bezugsquelle für vorschriftsmäßig einheitliche Ausrüstungsgegenstände, Schießpreise usw. Sie vermittelten den Dienststellen des NS-Reichskriegerbundes alle für ihre dienstlichen Bedürfnisse notwendigen Bundesartikel, wie Bundes- und Hoheitszeichen, Fahnen usw.

Filme des NS-Reichskriegerbundes

Wappen des Kyffhäuserbundes nach 1945
  • Die Kyffhäuser-Feiern des Reichskriegerbundes in Gegenwart des General-Feldmarschall Hindenburg am 9. und 10. August 1924 (1924)
  • Fahnenweihe des deutschen Reichskriegerbundes am 23.2.36 (1936)
  • Die Feier des 150jährigen Bestehens des Deutschen Reichskriegerbundes (Kyffhäuser-Bund) in Wangerin (Pommern) am 7. Juni 1936 (1936)
  • Der NS-Reichskriegerbund zeigt seinen Film vom Großdeutschen Reichskriegertag in Kassel. 3. bis 5. Juni 1939 (1939)
  • Glückliche Jugend (1941)

Nach 1945

Durch Kontrollratsgesetz Nr. 2 (Auflösung und Liquidierung der Naziorganisationen) vom 10. Oktober 1945 wurden alle Organisationen und Einrichtungen, die der nationalsozialistischen Herrschaft gedient haben, „abgeschafft und für ungesetzlich erklärt“, so unter anderem auch der NS-Reichskriegerbund.

Wiedergründung

1952 begann die Wiedergründung des Verbandes mit allen Landesverbänden. Heute betont er seine Rolle als Reservisten- und Schießsportverband.

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