Preußen (Land)

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Die Flagge von Preußen
Das Wappen von Preußen
Karte von Preußen im Kaiserreich

Preußen (lat.: Borussia, Prussia oder Prutenia) war ein von 1525 bis 1945/47 bestehender deutscher Staat im nördlichen Mitteleuropa.
Das Herzogtum Preußen, das aus dem Gebiet der Pruzzen und dem Land des Deutschritterordens hervorgegangen war, wurde 1618 mit dem Kurfürstentum Brandenburg vereint. Aus dieser Vereinigung entstand 1701 das Königreich Preußen. Das Königreich Preußen stieg im 18. Jahrhundert zur Europäischen Großmacht auf und vereinigte unter seiner Führung die meisten Deutschen Länder zum Deutschen Kaisereich. (Mit Ausnahme von Östereich, Liechtenstein, den Niederlanden, Luxemburg und der Schweiz)

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Von den Anfängen bis zum Ende des 30-Jährigen Krieges

Die Wurzel des späteren Königreiches Preußen liegen in der Kaiserlichen Mark Brandenburg am Östlichen Rand des Heiligen Römischen Reiches zwischen Oder und Elbe. 1134 erhielt Albrecht der Bär (aus dem Haus der Askanier) von Kaiser Lothar III. dieses Gebiet als Lehen, der sich dann ab 1157 "Markgraf von Brandenburg" nannte. Die Askanier dehnten dieses Gebiet kontinuirlich aus (z.B. Ukermark im Norden oder die Niederlausitz im Süden). Nachdem mit dem Tod von Woldemar dem Großen und seinem Vetter Heinrich, das Haus der Askanier erlosch, ging das Gebiet zurück an das Reich. Der Wittelsbacher Kaiser Ludwig der Bayer gab die Mark seinem Sohn als Lehen. 1348 kam es nach dem Tod des Kaisers zu Kriegerischen Konflikten um die Mark, als ein Falscher Woldemar sich als der verstorbene Markgraf ausgab. Der falsche Woldemar hatte den neuen Luxemburger Kaiser Karl IV., der ein erklärter Feind der Wittelsbacher war, an seiner Seite. Er scheiterte jedoch am Widerstand des Adels. Ein paar Jahre später regelte Kaiser Karl IV. die Wahl des Deutschen Königs neu. Zu den sieben wahlberechtigten Kurfürstentümern die in der Goldenen Bulle festgelegt wurden zählte nun auch Brandenburg. 1373 kam die Mark dann doch noch zu den Luxemburgern, die schon im benachbarten Böhmen herrschten. Die geplante Vereinigung der beiden Territorien gelang nicht und so verloren die Luxemburger schnell wieder das Interesse. Das dabei enstehende Machtvakuum wurde durch das Machtstreben des lokalen Adels gefüllt, dessen Auseinandersetzungen das Land am Anfang des 15. Jahrhunderts an den Rand des Ruins brachten. Mit den Inneren Krisen kam auch der äußere Verfall des Landes: Pommern, die Nieder-und Oberlausitz gingen verloren, die Neumark wurde 1402 an den Deutschen Orden verkauft. Nach dem Tod des Luxemburger Markgrafen Jobst von Mähren 1411 ernannte der deutsche König und baldiger Kaiser Sigismund Friedrich I. von Hohenzollern (den Burggrafen von Nürnberg) zum Verwalter der Mark.

Schon im darauffolgenden Jahr ging dieser entschlossen gegen den lokalen Adel vor und unterwarf ihn in den folgenden zwei Jahren.

Außenpolitisch hatte er jedoch kein Glück. Friedrich I. verließ das Land enttäuscht im Jahre 1426 und ließ seinen Bruder bis 1437 regieren. Dann übernahm sein Sohn Friedrich II. "Der Eiserne" das Land.

Dieser hatte mehr Glück: Er gliederte die Märkischen Städte in sein Territorium ein und er erlangte die Neumark und Teile der Lausitz zurück. Ein Konkordat mit dem Papst verschaffte ihm das Recht seine Bischöfe selber zu nominieren.

Friedrichs Bruder Albrecht Achilles (1470 - 1486) setzte diese Politik erfolgreich fort: Um nach seinen Tod die Teilung der Mark zu verhindern verfügte er, das sein ältester Sohn die Mark ungeteilt erben sollte. Die beiden jüngeren Söhne bekamen dafür die Fränkischen Fürstentümer. Im 16. Jahrhundert gelang es den Hohenzollern ihre Macht weiter zu festigen, was auch eine kurze Zeit der Teilung (1535 - 1571) nicht verhindern konnte. Einzige Gegenspieler der Fürsten waren die Landestände, in denen Adel, Geistlichkeit und die Städte ihre Interessen vertraten. Im Laufe des Jahrhunderts zerbrach jedoch diese Koalition wieder: Während der Adel durch die Agrarkonjunktur und die Steuerpolitik der Hohenzollern gefördert wurde, erlebten die Städte einen wirtschaftlichen Niedergang. Eine Entmachtung der Geistlichkeit erfolgte 1539 mit großer Unterstützung der Reformation. Der Kurfürst Joachim II. Hektor (1535 - 1571) wurde zum Oberhaupt der Landeskirche.

Am Beginn des 17. Jahrhunderts kamen eine Reihe von Gebietserweiterungen: Nach dem Tod von dem letzten Herzog von Jülich erbte der Kurfürst Johann Siismund (1608 - 1619) das Herzogtum Kleve, sowie die Grafschaften Mark, Ravenstein und Ravensberg. Damit kam Brandenburg zum ersten Male in den Besitz von Gebieten im Westen des Reiches. Der Konflikt um dieses Erbe war für Johann Sigismund einer der Gründe zum Calvinismus zu konvertieren. Johann Sigismund wusste, daß er sich damit im Widerspruch zu der in Brandenburg lebenden lutherischen Bevölkerung befand,deshalb verzichtete er auf dem im Augsburger Religionsfrieden festgelegten Grundsatz, daß jeder Untertan den Glauben seines Landesherren annehmen muss.

Von viel größerer Bedeutung als die neuen Gebiete im Westen, war die Einsetzung von Johann Sigismund als Herzog von Preußen im Jahre 1618. Im selben Jahr brach der 30-Jährige Krieg aus. Der neue Kurfürst Georg Wilhelm blieb jedoch jahrelang der Politik fern und hielt sich auf der Burg Königsberg auf. Brandenburg, das sich betont Neutral verhalten wollte wurde zum Spielball der Großen Mächte. Widerwillig schloss sich Georg Willhelm 1631 dem Schwedenkönig Gustav II. Adolf an, um zwei Jahre später zum Kaiser zu wechseln. Brandenburg wurde von Schweden besetzt und am Ende des Krieges zählte Brandenburg einen Bevölkerungsverlust von mehr als 50%. 1640 trat Friedrich Wilhelm der "Große Kurfürst" die Nachfolge von Georg Wilhelm an und zog Lehren aus den vergangen Jahren.

[Bearbeiten] Preußen unter dem "Großen Kurfürsten"

Krönung Friedrich I. in der Schlosskirche zu Königsberg. Blick Süden, unterm Baldachin Königin Charlotte

Während der Regierungszeit von Friedrich Wilhelm kamen die ersten eigenständigen Erfolge der Brandenburgischen Außenpolitik, die Basis Für den Aufstieg Preußens bilden sollte.

Als Friedrich Wilhelm die Regierung übernahm, fand er ein Land vor, das arm an Bevölkerung und an Ressourcen war und Gerade 20 Jahre Krieg hinter sich hatte. Zudem war durch den Seitenwechsel zum Kaiser während des Krieges ein großer Teil des Landes von Schweden besetzt.(Unter anderem den Pass von Fehrbellin, sowie fast die gesamte Oderlinie inklusive Frankfurt). Friedrich konnte einen Frieden mit Schweden erreichen, jedoch nicht den Abzug der Schwedischen Truppen. Erst lange Verhandlungen in Münster und Osnabrück (die zum Westfälischen Frieden führten) brachten spürbare Erleichterungen: Die Schwedischen Truppen zogen ab, der Kurfürst bekam Hinterpommern, Minden, Halberstadt und Magdeburg.

Nach dem Friedensschluss widmete sich Friedrich Wilhelm nun dem Aufbau seines zerstörten Landes: Er schaffte es, das Steuerbewilligungsgesetz der Stände abzuschaffen und schuf das Berufsbeamtentum. 1667 wurde in Brandenburg die Verbrauchsteuer eingeführt, die alle Bürger gleich belastete. Sie galt zwar zunächst nur für Städte und nur auf Probezeit, aber sie bewährte sich so gut, das sie schließlich eine Dauereinrichtung wurde.

Auch begann der Große Kurfürst mit dem Aufbau eines stehenden Heeres, das zwar anfangs recht bescheiden war, aber trotzdem eine Basis für die weitere Entwicklung in Preußen darstellte.

Auch Außenpolitisch verbuchte Friedrich Wilhelm einige Erfolge: Während des Krieges zwischen Schweden und Polen konnte Preußen die volle Souveränität von Polens Krone erreichen. Der Höhepunkt war jedoch der Sieg der Schlacht bei Fehrbellin. Gleichzeitig war der Verlust von Pommern, welches Preußen wiedererobert hatte aber im Frieden von St. Germain 1679 an Schweden zurückgegeben werden musste, die größte Niederlage des Großen Kurfürsten. 1685 nahm der Große Kurfürst die in Frankreich verfolgten Hugenotten in Preußen auf, die viele Kenntnisse in verschiedenen Gewerben und vor allem Arbeitskraft mitbrachten. Der Große Kurfürst verstarb am 9. Mai 1688 in Potsdam, er hinterließ ein geordnetes Land mit viel Potential für seinen Nachfolger Friedrich III..

[Bearbeiten] Preußen unter Friedrich III.

Friedrich III. erhielt 1701 die Königskrone Preußens als Dank für die Unterstützung Habsburgs im Spanischen Erbfolgekrieg.

Während des Großen Nordischen Krieges zeigte sich das Preußen noch nicht mit den großen Mächten mithalten konnte: Preußen konnte nicht eingreifen, weil die Truppen im Westen gegen Frankreich standen. Also erklärte Preußen sich für Neutral, was die beiden kämpfenden Mächte auch zur Kenntnis nahmen. Nach der Niederlage Schwedens in der Schlacht bei Poltawa zogen schwedische Truppen ohne Rücksicht durch das Preußische Staatsterritorium. Dadurch wurden Seuchen eingeschleppt, Dörfer geplündert und als die Russen nachrückten kam es sogar zu Kampfhandlungen. Gerade die Provinz Ostpreußen wurde fast völlig ruiniert.

Anfang 1713 kam ein neuer König an die macht: Friedrich Wilhelm I. der "Soldatenkönig".

[Bearbeiten] Preußen unter dem "Soldatenkönig"

Die Eidesleistung von Wilhelm I. bei der Krönung in der Schloßkirche zu Königsberg. Blick Nord, unterm Baldachin Königin Augusta; gemalt von Adolf von Menzel

Direkt nach seinem Regierungsantritt begannen radikale Reformen und Neuorientierungen in Preußen: Die luxuriöse Hofhaltung wurde abgeschafft, korrupte Beamte entlassen und die Verwaltung neu organisiert. Das "Ewige Plus machen", das die Ausgaben an den Steuereinkünften orientierte war eine völlige Neuheit für die Fürstenhöfe in Europa. Wissenschaften wurden auf rein praktisch umsetzbare Erkenntnisse beschränkt und das Heer wurde stark ausgebaut.( 1713 waren es noch 47.000 Soldaten, 1740 waren es bereits 83.000 Soldaten) Die Tatsache, daß das neue Heer ausschließlich von preußischen Geldern finanziert wurde zeigt den enormen Erfolg der Sparsamkeitspolitik des Soldatenkönigs. 1740 starb der Soldatenkönig und hinterließ seinem Sohn Friedrich II. eine starke Armee und einen reichen Staatsschatz.

[Bearbeiten] Preußen unter Friedrich "dem Großen"

Kurz nach der Krönung von Friedrich der Große am 31. Mai 1740 fiel er am 16. Dezember 1740 in Schlesien ein und eröffnete so den Ersten Schlesischen Krieg. Dieser Tag wird der alles entscheidende Einschnitt im Leben Friedrichs und von Preußen. 1742 fällt Schlesien an Preußen. In den Jahren 1742/43 wurde Österreich wieder stärker und Friedrich fürchtete daß Maria Theresia Schlesien zurückforderte. Also verbündete er sich mit Bayern, Frankreich, Spanien, denen sich in der Zwischenzeit auch Sachsen, Schweden, das Königreich Neapel, die Kurpfalz und Köln angeschlossen hatten. Rußland konnte er jedoch nicht für seine Ziele gewinnen, was sich später als beinahe verhängnisvoll herausstellen sollte. Nachdem er sich derart abgesichert hatte, fiel er in Böhmen ein und eröffnete so 1744 den Zweiten Schlesischen Krieg. Auch diesen Krieg konnte Friedrich für sich entscheiden, und bei dem Friedensschluß von Dresden 1745 wurde bestätigt, daß Schlesien preußisch ist. Doch Maria Theresia wollte das nicht akzeptieren und ihr Kanzler Kaunitz schaffte es, für Österreich eine Allianz mit Frankreich und Rußland zu schliessen, Dadurch hatte Preußen nun die drei stärksten Landmächte der Welt gegen sich. Daraufhin verbündete sich Preußen mit Großbritannien. Am 29. August 1756 begann dann der siebenjährige Krieg mit dem Präventivschlag Friedrichs gegen Sachsen. Der Krieg lief anfangs gut für Preußen, doch schon bald zeigte sich, daß Preußen viel weniger Soldaten als die Gegner mobilisieren konnte. 1759 war Preußen schließlich zu keiner offensiven Tat mehr in der Lage (England schickte keine Truppen] und mußte zudem immer wieder Angriffe der Russen auf preussisches Kernland abwehren. Entgegen aller Erwartungen konnten sich die Preußen halten und ihr Land erfolgreich verteidigen.

1761 Starb die russische Zarin Elisabeth und ihr Neffe [[Peter III.], ein Bewunderer Friedrichs, kam an die Macht. Am 5. Mai schloß Peter III., in St. Petersburg einen Friedens- und Bündnisvertrag mit Preußen Frieden von St. Petersburg, dem sich auch Schweden anschloß. Nach der Ermordung Peters III. löste Katharina die Große das Bündnis auf, blieb aber beim Frieden. Am 15. Februar 1763 wurde im „Frieden von Hubertusburg“ zwischen Preußen und seinen Gegnern Frieden geschlossen. Der Status quo ante wurde wiederhergestellt. Preußen war nun endgültig zur Europäischen Großmacht aufgestiegen und Friedrich bekam mit dem Beinamen "der Große" das, wonach er am meisten strebte: Ruhm.

[Bearbeiten] Joch - Befreiung - Blüte

Mit der Französischen Revolution begann ein neues Zeitalter, die alte Ordnung war zerstört und die Kräfte der Gegenrevolution beschleunigten die Revolution weit über Frankreichs Grenzen hinaus. Die Mobilisierung der Bevölkerung für den Krieg störte das alte System: aus Kabinettskriegen wurden Volkskriege. Napoleon schaffte es in mehreren Kriegen Europa zu unterwerfen. Die bittere Niederlage Preußens bei der Doppelschlacht bei Jena und Auerstedt führten zu Besetzung Preußens und zum Verlust vieler Gebiete. 1810 war Napoleon auf dem Gipfel der Macht, doch die Arroganz seiner Statthalter zerstörten bald alle Sympathien mit den Idealen der Französischen Revolution. 1812 schließlich kam mit Napoleons Niederlage in Russland das Signal zum offenen Kampf. Und während der Preußische König Friedrich Wilhelm III. noch zögerte, wurden alle Vorbereitungen für den bevorstehenden Kampf getroffen. Im März 1813 erklärte Preußen Frankreich den Krieg. Mit dem Sieg in der Völkerschlacht bei Leipzig vom Oktober 1813 wurde Napoleons Herrschaft in Deutschland gebrochen. Im März 1815 Schließlich wurde Paris von den Verbündeten besetzt. Auf dem Wiener Kongress wurde Europa neu aufgeteilt. Nur Napoleons 100 Tage dauernde Wiederkehr unterbrach die Verhandlungen für kurze Zeit. Preußen erhielt zum Ausgleich für seine verlorenen Ostprovinzen die Rheinprovinzen, Westfalen und Pommern. 1823 kamen zum ersten Mal dieProvinziallandtage zusammen. Die Befreiungskriege hatten durch die Rückbesinnung auf Nationale Werte die Deutsche Nationalstaatsbewegung gefördert. Viele träumten nun von einem Deutschen Reich. 1819 wurde durch die Ermordung des Dichters Kotzebue in Preußen die Presse- und die Meinungsfreiheit aufgehoben. Es kam zur sogenannten Demagogenverfolgung.

1832 wurden auf dem Hambacher Fest Forderungen nach einem Gesamtdeutschen Staat und Volkssouveränität laut. 1828 wurden auch andere deutsche Staaten in den Preußischen Zollverein aufgenommen, dadurch sicherte sich Preußen die Vorherrschaft in Deutschland und erschloss seiner Aufstrebenden Industrie neue Absatzmärkte. 1838 wurde in Preußen die erste Eisenbahn von Berlin nach Potsdam eröffnet, zwölf Jahre später waren im Land 3500 km Schiene verlegt worden. 1839 wurde Kinderarbeit verboten und die tägliche Arbeitszeit für Jugendliche auf 10 Stunden begrenzt. 1844 kam es zum Aufstand der Schlesischen Weber. 1847 tagte zum ersten Mal der Vereinigte Landtag, doch bereits im Herbst kam es zu vielen Protestbewegungen. Schließlich wurde Deutschland von einer Revolution erfasst, die am 18. März 1848 Berlin erreichte. Anfang Mai wich der Landtag der Nationalversammlung doch es gelang keine Einigung über eine neue Preußische Verfassung. Im Dezember wurde die Nationalversammlung aufgelöst und König Friedrich Wilhelm IV. schuf eine Verfassung in der die wesentlichen Grundrechte festgeschrieben wurden. Am 28. März 1849 wählte die Nationalversammlung den Preußischen König zum Deutschen Kaiser, dieser lehnte jedoch ab und verwarf die Reichsverfassung. Damit war die Nationalversammlung gescheitert. Am 8. Oktober 1862 wurde dann Otto von Bismarck Preußischer Ministerpräsident.

[Bearbeiten] Die Bismarck-Ära

Bismarck führte die Landesgeschäfte im Sinne der Krone und brach damit den Einfluß des Parlaments. Nachdem er die innenpolitische Situation bereinigt hatte, baute er die Stellung Preußens in Deutschland aus: 1864 wurde durch den Deutsch-Dänischen Krieg Dänemark endgültig als Faktor aus der Deutschen Politik ausgeschaltet. Preußen und Österreich erhielten Schleswig und Holstein zur Verwaltung. Zwei Jahre später führten unterschiedliche Aufassungen über die beiden Gebiete zum Vorwand zum Deutschen Krieg in dem sich Preußen mit Italien gegen Österreich und die meisten anderen deutschen Staaten verbündete. Im Norden fiel die Entscheidung in der Schlacht von Königgrätz. Interessant ist, daß während des Deutschen Krieges keine Orden gestiftet wurden, da es sich um einen Bruderkrieg handelte. Österreich wurde im Frieden von Prag geschont, dafür gelang es Preußen durch Annexionen in Norddeutschland seine beiden getrennten Gebiete zu vereinen. Außerdem wurde der Deutsche Bund aufgelöst und der Norddeutsche Bund gegründet, in dem fast alle Länder nördlich des Mains zusammen waren. Mit der Ausdehnung des Preußischen Einflusses auf die Gebiete südlich des Mains, kam es zu wachsenden Spannungen mit Frankreich. Italien konnte sich trotz verlorener Schlachten über Gebietsgewinne auf Kosten Österreichs freuen. 1870 diente die Auseinandersetzung um den Spanischen Thron durch einen Hohenzollern Anlaß für den Deutsch-Französischen Krieg, der am 19. Juli 1870 mit einer französischen Kriegserklärung begann. Nach der Sedanschlacht kapitulierte Napoleon III. und Bismarck nutzte die Gunst der Stunde um die Deutschen Fürsten für seinen Plan eines Deutschen Reiches zu gewinnen. Nach einem harten Winterfeldzug war auch die neue Französische Republik geschlagen und am 18. Januar 1871 wurde in Versailles Wilhelm I. zum Deutschen Kaiser ausgerufen. Dies war die Geburt des Deutschen Reiches und das Ende des selbständigen Preußen.

[Bearbeiten] Nationalsozialismus

Mit der nationalsozialistischen Gleichschaltung wurde seit langer Zeit bestehender Staat aufgeteilt und sein Gebiet in verschiedene Reichsgaue aufgeteilt. Diese, wie etwa Pommern, Ober- und Niederschlesien etc. orientierten sich dabei an den preußischen Provinzen. Der Namen Preußen blieb lediglich im Namen der Gebieten Ostpreußen und Westpreußen - letzteres zum Großteil von Polen besetzt - erhalten. Adolf Hitler selbst bezeichnete sich auch als Vollender des preußischen Gedankens und ließ Preußen somit in Deutschland, das von diesem entscheidend geprägt war, aufgehen.

Die Opposition gegen den Nationalsozialismus um Stauffenberg hätte nach einem Waffenstillstand und anschließendem Friedensschluß die Auflösung des Staates Preußen beibehalten, die Bezeichnung selbst wäre nach den Reichsreformplänen auf die zu einem „Reichsland Preußen“ zusammengelegten Provinzen West- und Ostpreußen übergegangen - d. h. auf die Gebiete, wo das Volk der Pruzzen seinen Ursprung hatte.

[Bearbeiten] Preußens vorläufiges Ende

Im Februar 1947 lösten die Alliierten den Staat Preußen als angeblichen „Träger des Militarismus und der Reaktion in Deutschland“ auf. Dieser „Fußtritt, den siegreiche Esel einem längst toten Löwen gaben“ (Golo Mann) war absolut überflüssig, da es spätestens seit der Gleichschaltung der Länder 1934 keinen „Staat“ Preußen mehr gab und hatte mehr symbolischen Charakter. Damit wurde Preußen für alle angeblichen „Fehlentwicklungen“ Deutschlands die Verantwortung gegeben. Auf dieser Grundlage entwickelte sich die inzwischen widerlegte Theorie eines sogenannten Deutschen Sonderweges, die inzwischen aber von - meist ausländischen - Historikern (wie etwa Christopher Clark) als überholt gilt.

In Bezug auf die Überlegungen, das Gebiet der Bundesrepublik Deutschland neu zu gliedern, kam auch der Vorschlag ins Spiel, Berlin und Brandenburg zusammenzulegen und dem neuen Bundesland wieder den Namen Preußen zu geben. Umstritten ist dieser Vorschlag jedoch auch, da die historischen Wurzeln Preußens im nach wie vor besetzten Ostdeutschland liegen und ein Bundesland Preußen dann nur einen fahlen Abglanz des einstigen Preußens darstellen würde.

[Bearbeiten] Siehe auch


[Bearbeiten] Literatur



  • Robert Achill Friedrich Hermann Hue de Grais: Der preussische Staat (PDF-Datei 24MB)


  • Bernhard Lindenblatt:
    • „Alt-Preußenland: Geschichte Ost- und Westpreußens von der Urzeit bis 1701“, Arndt-Verlag, ISBN-13: 978-3887410360
    • „Preußenland: Geschichte Ost- und Westpreußens 1701 - 1945“, Arndt-Verlag, ISBN-13: ISBN-13: 978-3887410377

[Bearbeiten] Verweise

Der Aufstieg Preußens gegen die habsburgische Hausmacht, 1937

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