Ratibor (Schlesien)

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Ratibor

Wappen von Ratibor
Staat: Deutsches Reich
Gau: Oberschlesien
Landkreis: Ratibor
Provinz: Schlesien
Koordinaten: 50° 6′ N, 18° 13′ O
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Ratibor befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Polen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Ratibor ist eine deutsche Stadt in Schlesien.

Lage

Ratibor liegt an der oberen Oder rund 60 Kilometer südwestlich von Kattowitz. Die Region Ratibor ist der südöstlichste Teil des Schlesischen Tieflands und öffnet sich – im Süden vom Oppagebirge, im Norden vom Oberschlesischen Hochland begrenzt – gen Süden zur Mährischen Pforte. Auch wenn sich die historische Altstadt am linken Oderufer ausdehnt, erstreckt sich das Stadtgebiet über beide Oderufer und hat seinen niedrigsten Punkt bei 164 m, den höchsten bei 212 m.

Geschichte

Es wird angenommen, dass es an der Stelle der Stadt bereits im 9. Jahrhundert eine Burg gab, die die Furt über die Oder sicherte. 1172 wurde Ratibor zur Hauptstadt eines Fürstentums. 1202 wurde das Herzogtum Oppeln, zu dem Ratibor gehörte, unabhängig. 1241 gelang es, die Stadt gegen die Mongolen zu verteidigen, 1299 wurde die Verwaltung der Stadt einem Stadtrat übergeben.

Es erfolgte eine Zeit der wirtschaftlichen Blüte; in der ersten Hälfte des 14. Jahrhunderts galt Ratibor als die bevölkerungsreichste Stadt in Südschlesien. 1336 übernahmen die Premysliden die Hoheit über die Stadt von den Piasten und Ratibor wurde Teil des Heiligen Römischen Reiches.

Am Anfang des 15. Jahrhunderts konnte die Stadtverwaltung mehr Unabhängigkeit erlangen. Nach der Kreisgliederung im preußischen Staat nach dem Wiener Kongreß gehörte Ratibor zum Kreis Ratibor in der preußischen Provinz Schlesien, Regierungsbezirk Breslau, und seit dem 1. Mai 1816 zum neugebildeten Regierungsbezirk Oppeln.

1844 wurde eine Linie der Fürsten zu Hohenlohe-Waldenburg-Schillingsfürst zu Herzögen von Ratibor erhoben.

Seit dem 1. Juli 1867 gehörte Ratibor zum Norddeutschen Bund und ab 1. Januar 1871 zum Deutschen Reich. Zum 1. April 1903 schied die Stadtgemeinde Ratibor aus dem Kreis Ratibor aus und bildete fortan einen eigenen Stadtkreis. Zum 8. November 1919 wurde die Provinz Schlesien aufgelöst. Ratibor gehörte nunmehr zur neuen Provinz Oberschlesien und erhielt die Behörde des Landeshauptmannes (Provinzialselbstverwaltung).

Nach Ende des Ersten Weltkrieges votierten bei der nach dem Versailler Diktat erfolgten Volksabstimmung in Oberschlesien am 20. März 1921 im Stimmkreis Ratibor Stadt 25.336 Personen (87,98 % der Stimmberechtigten) für einen Verbleib bei Deutschland, 2.227 für Polen (8,79 %). Im Stimmkreis Ratibor Land sprachen sich 25.986 Personen (56,83 % der Stimmberechtigten) für einen Verbleib bei Deutschland und 18.403 (40,25 %) für Polen aus.

Mit Einführung des preußischen Gemeindeverfassungsgesetzes vom 15. Dezember 1933 bestand ab 1. Januar 1934 eine einheitliche Kommunalverfassung für alle preußischen Gemeinden. Die bisherige Stadtgemeinde Ratibor führte nun die Bezeichnung Stadt.

Zum Ende des Zweiten Weltkrieges flüchtete bis März 1945 der Großteil der Bevölkerung der Stadt in Richtung Mähren vor der bolschewistischen Soldateska. Pläne, Ratibor in eine Festung zu verwandeln, wurden nicht realisiert, zumal nur wenige Soldaten, bzw. Volkssturmangehörige in der Stadt waren. Die verbrecherische Rote Armee hatte bereits im Januar 1945 große Teile Oberschlesiens erobert, jedoch konnte ihr Vorstoß zur Oder bei Ratibor abgewehrt werden, wodurch die Front stehen und Ratibor vom direkten Kriegsgeschehen verschont blieb.

Am Karfreitag, dem 30. März 1945, setzte die Rote Armee zum Sturm auf die Stadt an. Die Truppen stießen kaum auf Widerstand der sich zurückziehenden deutschen Soldaten, und so war am nächsten Tag bereits die ganze Stadt besetzt. Es folgten grausame Verbrechen an der Zivilbevölkerung und Plünderungen, bei denen viele Kunstschätze, wie die gotische Ratiborer Custodia geraubt wurden. Schließlich legte die Rote Armee die Altstadt in Schutt und Asche.

Bekannte, in Ratibor geborene Personen

Bildergalerie

Fußnoten

  1. Wolfram Mallebrein (Hg.): Deutsche National-Denkmale, DSZ Verlag, München 1995, S. 57