Deutsche

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Idealbild eines ritterlichen Deutschen, dargestellt in der Illustration der Zehn Gebote des Deutschen Volkes.

Die Deutschen sind ein europäisches Volk, welches aus mehreren westgermanischen Stämmen[1] hervorgegangen ist. Sie stellen in mehreren mitteleuropäischen Staaten (derzeitige BRD, Republik Österreich, Schweiz, Luxemburg, Liechtenstein sowie im weiteren Sinne auch in den Niederlanden) die größte und staatstragende Bevölkerungsgruppe, sind jedoch insbesondere seit Ende des 20. Jahrhunderts einer massiven Umvolkungsagenda seitens dieser Staatsregime ausgesetzt. Ihr eigentlicher Siedlungsraum, aus welchem sie zu einem Drittel des vor allem östlichen Gebietes aufgrund der Zerschlagung des Deutschen Reiches seit 1945 vertrieben oder ausgerottet wurden, ist Deutschland, und geht über das Gebiet genannter derzeitiger Staatsgebilde hinaus.

„Ein Deutscher zu sein, ist kein logisch abgeleitetes Prinzip, kein Set [Anm.: Satz; Ansammlung] aus Eigenschaften, sondern eine lebendige geschichtliche Erfahrung, wie Vaterland und Muttersprache. Die deutsche Nation ist ein Narrativ, eine große Erzählung, die alles zusammenhält.“Martin Lichtmesz[2]

Inhaltsverzeichnis

Das deutsche Volk

Zusammenstellung von 45 berühmten deutschen Persönlichkeiten aus mehreren Jahrhunderten

Das deutsche Volk ist, neben den teilweise romanisierten Engländern, das einzige große einheitliche Volk der gesamten indogermanischen Völkerfamilie, das unüberfremdet bis heute besteht[3] und erst in der Gegenwart durch starken Geburtenrückgang, Überfremdung, fremdländisch-rassische Vermischung und Identitätsverlust in seiner Substanz und Einheitlichkeit gefährdet ist. Obwohl die Deutschen während der längsten Zeit ihrer Geschichte in einem politisch zerrissenen Lande lebten, haben sich die einheitliche hochdeutsche Schrift- und Literatursprache, die gemeinsame Nationalkultur und ein historisch gewachsenes Zusammengehörigkeitsgefühl als starkes einigendes Band entwickelt.

Aus ihrer Heimat in Ostdeutschland wurden unzählige Deutsche während des Zweiten Dreißigjährigen Krieges völkerrechtswidrig vertrieben oder ermordet. Im Zeitraum von 1914 bis 1919 und von 1941 bis 1955[4] wurden mindestens 6.050.000 Deutsche, anknüpfend an ihre Volkszugehörigkeit, von Angehörigen anderer Nationen durch Völkermord beseitigt.[5] Noch immer gibt es in vielen europäischen Ländern deutsche Minderheiten. Bedingt durch die starke Auswanderung aus Mitteleuropa sind Deutsche und Deutschstämmige überall in der Welt angesiedelt (insbesondere in den VSA), daher ist eine Aussage über die Gesamtzahl des Volkes fast unmöglich. Deutsch ist die meistgesprochene Muttersprache in Europa und etwa 120 Millionen Menschen weltweit sprechen deutsch als Muttersprache.

Name

Der Begriff deutsch (althochdeutsch diutisc), bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts auch in der oberdeutschen Form Teutsch üblich, bedeutet ursprünglich „dem Volk zugehörig“. Damit war anfangs aber noch nicht Deutsch im heutigen Sinne gemeint, sondern lediglich die jeweils vorherrschende Volkssprache im Gegensatz zum Lateinischen, jedoch verengte sich im Laufe der Zeit der Begriff auf eine spezielle Gruppe von germanischen Völkern, aus welcher das deutsche Volk hervorging, welches sich fortan so bezeichnete.

In dem im Jahr 1830 erschienenen Werk Der germanische Ursprung der lateinischen Sprache und des römischen Volkes vertrat der Professor Ernst Jäkel die These, daß „teutsch/deutsch“ auch „göttlich“ (lat. deus) bedeuten könnte.[6]

Durch die historisch-politische Entwicklung (Absplitterungen deutschen Volkstums) haben sich Einengungen des Begriffes „Deutsche“ und neue Sonderbegriffe (z. B. Reichsdeutsche, Volksdeutsche) ergeben. Mit Ende des 19. Jahrhunderts wurde „deutsch“ bevorzugt auf die Staatsbürger des Deutschen Reichs (Reichsdeutsche) angewandt, neben denen die Österreicher standen. In der Schweiz wurde der Begriff „deutschsprachig“ üblich. In Österreich-Ungarn war „deutsch“ mit „deutschsprachig“ im amtlichen Gebrauch identisch.

BRD

Im Sinne des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland ist Deutscher, „wer die deutsche Staatsangehörigkeit besitzt oder als dessen Ehegatte oder Abkömmling in dem Gebiete des Deutschen Reiches nach dem Stande vom 31.12.1937 Aufnahme gefunden hat“ (Artikel 116 Abs. 1 GG). In der Sprache der BRD werden Deutsche mit der Tautologie bzw. dem PleonasmusDeutsche ohne Migrationshintergrund“, hingegen jeder Inhaber eines BRD-Passes als Deutscher bezeichnet.

Anthropologie

Die rassische Grundlage des deutschen Volkes bildet die nordische Rasse, die am reinsten in Norddeutschland und (teilweise untermischt mit der fälischen Rasse) in Nordwestdeutschland sitzt. In der westlichen Hälfte Süddeutschlands ist in Mischung mit der nordischen die ostisch-alpine Rasse vertreten, in den deutschen Alpenländern mehr die dinarische Rasse, die auch weit bis in einzelne Teile Mitteldeutschlands reicht. In Nord-Ostdeutschland zeigte sich eine starke Mischung zwischen der nordischen und ostbaltischen Rasse. Am stärksten gemischt sind die thüringisch-sächsischen Gebiete und der größte Teil der Großstadtbevölkerung. Die mediterrane Rasse kommt, von Einzelindividuen abgesehen, so gut wie nicht vor.

Untersuchungen Anfang des 20. Jahrhunderts beschränkten sich teils auf Erhebungen über Haar- und Augenfarben von Schulkindern, teils auf Rekrutenuntersuchungen in einzelnen Ländern. Eine einigermaßen genügende anthropologische Untersuchung des gesamten deutsches Volkes gab es mit Ende des Zweiten Weltkrieges nicht mehr.

Die Deutschen sind nicht als „reinrassig“ zu betrachten, da sie sich im Laufe der Geschichte mit anderen Völkern stark vermischten (in Süd- und Westdeutschland, der Schweiz und Tirol mit den Resten der dort in vorchristlicher Zeit ansässigen Kelten und Keltoromanen; im Osten, jenseits der Elbe und Saale sowie im oberen Maingebiet und in Österreich mit slawischsprachigen Völkern). Die Grundlage für das deutsche Volk, dessen Sprache und Kultur bilden die germanischen Stämme, dessen Hauptvolk sie sind. Die schweizerische Firma Gentest.ch GmbH will im Jahr 2007 herausgefunden haben, daß 45 % der Deutschen, insbesondere in Süddeutschland, keltischer Herkunft, 25 % germanischer Herkunft und 30 % der Deutschen osteuropäische Vorfahren hätten. Verifiziert werden konnte dieses Ergebnis bislang nicht; die Studie, bei der 19.457 Genanalysen verglichen worden, blieb unveröffentlicht.

Deutsche als Abstammungsgemeinschaft

Andreas Vonderach schrieb im Februar 2013 zu den Deutschen als Abstammungs- bzw. Artgemeinschaft:

„Die Deutschen sind ein Volk. Unter einem Volk versteht man eine größere Gruppe von Menschen, die durch eine gemeinsame Geschichte und Abstammung, ein Bewußtsein ihrer Zusammengehörigkeit, eine gemeinsame Kultur und in der Regel auch durch eine gemeinsame Sprache und ein gemeinsames Territorium miteinander verbunden sind. Das entscheidende Merkmal ist die Verwandtschaft. Sie kommt im Phänomen des Ahnenschwundes zum Ausdruck. Jeder von uns hat zwei Eltern, vier Großeltern, acht Urgroßeltern – und so fort. In der zehnten Ahnengeneration, etwa um 1700, sind es bereits 1024 Vorfahren, in der 20. um 1400 schon mehr als eine Millionen, und zur Zeit Karls des Großen beträgt die Zahl der theoretischen Ahnen sogar schon mehr als eine Billion (1.000 Milliarden). Da aber in dieser Zeit in Deutschland kaum mehr als zwei Millionen Menschen lebten, ist klar, daß wir alle sehr viele gemeinsame Vorfahren haben. Die meisten unserer Ahnen sind dies gleich mehrfach, über verschiedene genealogische Linien zugleich. So kommt im Jahr 1500 jeder Vorfahr durchschnittlich etwa viermal unter den Ahnen einer heute lebenden Person vor, im Jahr 1300 bereits etwa 50mal und im Jahr 1000 schon mehrere tausendmal. Daraus ergibt sich, daß zum Beispiel alle Deutschen fast sämtliche vor dem Jahr 1200 lebenden Ahnen gemeinsam haben. Die Auffassung von Völkern als Abstammungsgemeinschaften steht nicht im Widerspruch zu der Tatsache, daß viele Völker unterschiedliche anthropologische Elemente in sich aufgenommen haben, und so etwa die Deutschen auch nichtgermanische Vorfahren haben.“[7]

Deutsche Stämme

Friedrich Ludwig Jahn.gif

Aufgrund der regionalen Kultur- und Sprachunterschiede läßt sich das Deutsche Volk in mehrere Stämme (bzw. in der Sprache: Dialektgruppen) einteilen. Diese Stämme bestehen in den Grenzen, die sie zur fränkischen Zeit hatten, heute noch; doch bildet keiner mehr eine politische Einheit. Die deutschen „Länder“ haben mit Stammeseigenart nichts zu tun; sie sind dynastische, seit dem 13. Jahrhundert willkürlich entstandene Gebilde, die teils Trümmer mehrerer alter Stämme umfassen (z. B. Bayern neben einem Teil des bayerischen Stammes auch einen Teil der Schwaben, Franken und Rheinfranken), teils nur ein Bruchstück eines Stammes (z. B. Thüringen). Frühzeitig begann durch die kolonisatorische Tätigkeit der Franken eine Mischung der verschiedenen Stämme, die durch die moderne Bevölkerungsverschiebung stark fortgeschritten ist. Nach der Unterwerfung der Alemannen siedelten Franken im Land nördlich des Neckars, aber auch südlich in der Oberrheinebene und bis zum Nordrand des Schwarzwalds; durch Mischung mit den Alemannen entstanden die Rheinfranken, im oberen Maingebiet durch Mischung mit den Thüringern die Main- oder Ostfranken.

Karl der Große legte in Sachsen fränkische Kolonien an und siedelte große Scharen von Sachsen im Fränkischen an. Seit 531 hatten sich Sachsen im thüringischen Stammesgebiet zwischen Elbe und Unstrut niedergelassen. Das durch die Ostsiedlung seit Mitte des 12. Jahrhunderts den slawischen Stämmen abgenommene Land östlich der Elbe ist von Angehörigen sämtlicher deutsche Stämme besiedelt worden.

Die Stämme waren voneinander stark verschieden in Sprache, Sitte und Art. Zudem besaßen sie ihr eigenes Recht. Im königlichen Heer kämpften sie in gesonderten Gruppen; unter ihren Herzögen, die sie seit dem Anfang des 10. Jahrhundert wieder hatten, führten sie auch politisch vielfach ein Sonderleben. Ihre Gebiete halten als regna („Reiche“). Ende des 12. Jahrhunderts wurden die Stammesherzogtümer Sachsen und Bayern zerschlagen, im 13. Jahrhundert Schwaben. Franken stand seit 939 unmittelbar unter dem König. Die Sonderpolitik der Stämme hat die Reichspolitik oft gestört und geschädigt. Doch festigten sich durch kraftvolle Könige der Zusammenhalt und das Zusammengehörigkeitsgefühl und kittete die Stämme zusammen.

Die fünf Hauptstämme sind:

Später entstand während der Besiedelung Schlesiens durch die Vermischung von Thüringern, Franken und Slawen der Neustamm der Schlesier. Durch das Vertreibungsverbrechen am Ende des Zweiten Weltkrieges wurden diese im Grunde ausgelöscht bzw. gingen in den anderen auf. Im nördlichen Sachsen und dem südlichen Brandenburg leben aber auch heute noch Schlesier, die nach der Rückgabe ihrer Heimat unter deutsche Verwaltung wieder dorthin zurückkehren werden.

Oft werden Österreicher und Deutschschweizer auch als Stämme bezeichnet, dies ist aber falsch, sie gehören zu den Baiern bzw. Alemannen. In beiden Fällen stellen sie sogar die Mehrheit des Stammes.

Nicht als deutscher Stamm, im Sinne der sechs Hauptstämme, gesehen werden können die Niederländer bzw. Niederdeutschen, sie sind zwar Deutsche, aber die Niederländische Sprache ist eine Niederdeutsche Sprache, während die Deutsche Standardsprache eine Hochdeutsche Sprache ist. Die meisten Deutschen verstehen einen Niederländer daher nicht, wenn er in seiner Muttersprache spricht.

Einigung zum deutschen Volk

Aus den einzelnen Stämmen hat sich im Verlauf der Geschichte eine Einheit herausgebildet, das deutsche Volk. Nach Herkunft und Sprache sind die Deutschen ein Teil der Germanen. Von den verschiedenen westgermanischen Völkerschaften auf dem Festland trennten sich die nach Britannien ausgewanderten Angelsachsen im 5. und 6. Jahrhundert. Von den Zurückgebliebenen stehen die Friesen durch Mundart und Wohnsitz den übrigen Stämmen ferner.

Die festländischen Sachsen hielten sich ziemlich lange gesondert und stehen noch in Verbindung mit den britischen Angelsachsen. Mit den ihnen unterworfenen fränkischen und thüringischen Grenzstämmen haben sie ein gesondertes Volk mit eigenen staatlichen Einrichtungen gebildet, bis Karl der Große sie unterwarf und dem fränkischen Staat eingliederte. Auch die übrigen Stämme: Alemannen, Franken und Bayern haben eigene Stammesverbände gebildet. Ihre Vereinigung ist das Werk des fränkischen Stammes und seiner Könige.

Chlodwig I. und seine Söhne unterwarfen in der ersten Hälfte des 6. Jahrhunderts die Alemannen (496 bis 536), die Thüringer (531) und die Bayern (um 534); im 7. Jahrhundert machten sich die Unterworfenen von der schwachen Merowinger-Herrschaft wieder unabhängig, bis Karl Martell Schwaben, Thüringer und Friesen, Karl der Große die Bayern (788) und nach dreißigjährigen Kämpfen (bis um 802) die Sachsen wieder unterwarfen. Im fränkischen Reich waren diese Stämme mit Burgunden, Langobarden, Goten und Romanen vereinigt, ohne darin eine besondere Gruppe zu bilden. Erst die Auflösung des fränkischen Reiches seit 843 trennte die verschiedenen Völker voneinander; als 911 die ostfränkische Reichshälfte sich von dem karolingischen Herrscherhaus lossagte und den Frankenherzog Konrad I. zum König erhob, bildeten die Stämme der Franken, Schwaben, Bayern, Thüringer, Sachsen und Friesen eine staatliche Einheit für sich und wuchsen seidem auch langsam zu einer völkischen Einheit zusammen, für die sich allmählich (seit dem 12. Jahrhundert) die Bezeichnung deutsch einzubürgern begann.

Lebensraum des deutschen Volkes

Die deutsche Ostsiedlung vom 11. bis 19. Jahrhundert

Der eigentliche Kernlebensraum des Deutschen Volkes war über Jahrhunderte hinweg, wie im Deutschlandlied besungen, das Gebiet zwischen Maas und Memel (West-Ost) sowie Etsch und Belt (Süd-Nord). Das Heimatgebiet der Deutschen läßt sich zwar leicht abgrenzen, aber durch die jahrhundertelange Kleinstaaterei nur schwer in Gebiete/Regionen aufteilen. Dies wird durch die teilweise „unnatürliche“ Grenzziehung der Bundesländer der BRD (z. B. Rheinland-Pfalz) noch zusätzlich erschwert. Dennoch gibt es in Deutschland ein (teilweise sehr starkes) Regionalempfinden.

Nachdem Rom 300 Jahre lang die nach Westen und Süden drängenden germanischen Stämme auf die Rhein-, Neckar- und Donaugrenze beschränkt hatte (die Germanen diesseits dieser Grenze wurden romanisiert), gewannen im 3. Jahrhundert Franken und Alemannen dauerhaft den Rhein, den sie im 4. Jahrhundert überschritten. Die Bayern nahmen die Donauländer ein, die Langobarden Italien, das sie aber wegen zu geringer Volkszahl nicht zu germanisieren vermochten; Alemannen und Bayern schoben sich seit dem 6. Jahrhundert in die Alpenländer nach Süden und Südosten vor (→ Deutschschweizer). In die während der germanischen Wanderzeit von den südwärts ziehenden Germanen geräumten Gebieten an Oder und Weichsel rückten seit dem 5. und 6. Jahrhundert slawische Stämme ein; Ostgrenze der Deutschen wurde eine Linie, die etwa von Kiel über Halle und Bamberg nach dem Böhmerwald und der Enns lief.

Zwei Langobarden (kolorierte Lithographie von Joseph Trentsensky, Wien um 1825)

Seit Karl dem Großen drängten die Deutschen wieder nach Osten vor. Unter ihm wurde die Mark an der Enns den Avaren abgenommen und mit bayerischen Siedlern besetzt, die sich in der zweiten Hälfte des 9. Jahrunderts auch nördlich der Donau ausbreiteten, nach dem großen Sieg über die Magyaren 955 die Alpenländer Kärnten, Krain und Steier besetzten und um 980 schon die Grenze zwischen Österreich und Ungarn, die bis 1919 bestand, erreichten. Den Grundstein zur Wiederbesiedlung legten Herzog Otto I. von Sachsen und sein Sohn König Heinrich I.. Das nur in andauernden Kämpfen zu behauptende Gebiet ging 983 in dem großen Slawenaufstand verloren; die deutsche Ostsiedlung setzte erst um die Mitte des 12. Jahrhunderts wieder ein.

Bis dahin hatten nur die Main- und Rednitzwenden und das Land zwischen Saale und Elbe germanisiert werden können. Markgraf Albrecht der Bär und Graf Adolf von Schauenburg nahmen um 1140 die Unterwerfung der Wenden östlich und nördlich der Elbe in Angriff und fanden alsbald Nachahmung beim Erzbischof von Magdeburg, dem Markgrafen von Meißen und den slawischen Fürsten in Mecklenburg, Pommern und Schlesien. Das Preußenland wurde in heftigen Kämpfen von 1229 bis 1283 vom Deutschen Orden erobert und eingedeutscht. Auch die Ostseeländer Kurland, Semgallen, Livland und Estland erhielten seit dem 13. Jahrhundert eine deutsche Bevölkerung von Bürgern und Herren. Auch in das polnische Reich wurden deutsche Bürger und Bauern von den einheimischen Fürsten gerufen; man kann im 13. Jahrhundert 106 Dorf- und 29 Städtegründungen zu deutschem Recht nachweisen, denen bis 1370 weitere 149 Dörfer und 48 Städte folgten.

In Galizien erhielten über 650 Ortschaften deutsches Recht, darunter Krakau und Lemberg. Im ungarischen Siebenbürgen war 1211 bis 1225 der Deutsche Orden tätig; Kronstadt wurde von ihm gegründet. Deutsche Bauern aus dem mittleren Mosel- und Rheinland ließen sich im 12. und 13. Jahrhundert zahlreich in Siebenbürgen nieder; Mitteldeutsche betrieben den Bergbau in den Karpathen und im ungarischen Erzgebirge.

Deutsche auf der Welt (um 1930)
Siedlungsgebiet der Deutschen nach der Vertreibung

Fast das gesamte städtische Leben und die städtische Kultur östlich der Elbe, in Polen, im Baltenland, in Böhmen, Mähren und Ungarn erweisen sich als deutschen Ursprungs. Für die landwirtschaftliche Erschließung des Ostens war insbesondere der Zisterzienserorden tätig. Die deutsche Ostsiedlung öffnete rund 900.000 km² mitteleuropäischen Landes, fast das Dreifache des damaligen Deutschen Reiches, abendländischer Gesittung und abendländischem Verkehr.

Seit Beginn des 15. Jahrhunderts wurde dann das Vordringen nach Osten durch die feindliche Einstellung Polens, Böhmens und Ungarns, die zuvor den deutschen Bürgern und Bauern ihre Tore weit geöffnet hatten, gegenüber dem Deutschtum stark behindert. Das ohnmächtige Reich konnte sich weder wehren, noch machte es einen Versuch, den Deutschen Orden gegen die Polen zu unterstützen. Eine Stärkung, Festigung und teilweise auch eine Ausweitung des ostdeutschen Volksbodens erfolgte später noch durch die Siedlungstätigkeit der Hohenzollern, insbesondere der Großen Kurfürsten Friedrich Wilhelm I. und Friedrich dem Großen sowie der Habsburger Maria Theresia und Joseph II.

Die Bemühungen um Stärkung des deutschen Elements in der Provinz Posen im 19. Jahrhundert, denen auch eine Ansiedlungskommission dienen sollte (1886), die deutsche Siedler ansetzte, hatten zeitweilig Erfolg, wurden aber durch die Uneinigkeit der Parteien und durch die schwankende Haltung der Regierung stark beeinträchtigt. Auch aufgrund dieser Versäumnisse wurden 1919 über eine Million Deutsche von ihrem Vaterland losgerissen (→ Versailler Diktat) und kamen unter polnische Fremdherrschaft.

Außerhalb Europas hatte die deutsche Auswanderung im 19. Jahrhundert insbesondere Nordamerika als Ziel. Es wird angenommen, daß fast ein Viertel der Weißen in den Vereinigte Staaten von Amerika deutscher Abkunft ist (→ Deutschamerikaner). Schon William Penn brachte 1682 eine große Anzahl von Rheinländern nach Pennsylvanien; 1708 bis 1720 folgten große Scharen Deutscher nach, weitere in der Mitte und zweiten Hälft des 18. Jahrhunderts. Zur Zeit der Trennung von England war die Hälfte der Bevölkerung von Pennsylvanien deutsch. Menschen mit deutschen Wurzeln sind zudem stark vertreten in Ohio, Wisconsin, Illinois, Maryland, Minnesota, Westvirginia, Iowa, Michigan und Neu York.

Im Russischen Reich lebten 1897 ca. 1,7 Millionen Deutsche, 1912 wurden sie auf 2,4 Millionen geschätzt (→ Wolgadeutsche). Die Russische Revolution hatte die deutschen Kolonien, besonders im Hungerjahr 1921/22, arg mitgenommen. Anfang der 1940er Jahre siedelten sich viele Deutsche im Wartheland an, von wo sie 1945 vertrieben wurden.

Viele Tausende Siedler starben unter dem Stalinismus und wurden deportiert (vornehmlich nach Kasachstan.) Nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion im Jahre 1991 siedelten die sogenannten Rußlanddeutschen in großer Zahl in die Bundesrepublik Deutschland über.

Volkszahl

siehe auch: Bundesrepublik Deutschland → Bevölkerung

In den 1920er Jahren wurde die Zahl der Deutschen mit 113 Millionen angegeben (Deutsches Reich: 61 Millionen; Österreich 6,5 Millionen; Schweiz 2,7 Millionen; Böhmen und Mähren 3,1 Millionen; Ausland 35 bis 40 Millionen.)[8] Der Brockhaus von 1936 ging von etwa 95 bis 100 Millionen Menschen deutschen Blutes aus.[9] Heute dürfte es weltweit etwa 90 Millionen Deutsche geben.[10][11]

Innerhalb der Grenzen der Bundesrepublik Deutschland lebten im Jahre 2009 82 Millionen Menschen[12], von denen 66 Millionen Deutsche waren. Der Zuwachs ist mit 0,07 Prozent pro Jahr, durchschnittlich 1,38 Kinder je Frau, nicht ausreichend für den langfristigen Fortbestand des deutschen Volkes. Etwa 150.000 Deutsche verlassen aus den verschiedensten Gründen jährlich die Bundesrepublik Deutschland. Diese Zahl kann jedoch relativiert werden, da ein Großteil derer in die deutschsprachige Schweiz oder Österreich gehen und somit in Deutschland bleiben, nur offiziell in den bundesdeutschen Statistiken als Auswanderer auftauchen.

Während des Dreißigjährigen Krieges erlitten die Deutschen (im Verhältnis zur damaligen Bevölkerungszahl) den größten Bevölkerungsverlust; die Schätzungen reichen von 20 bis 45 %. Zuvor wurden sie bereits im 14. Jahrhundert durch Pestepidemien teilweise erheblich dezimiert. Den nach absoluten Zahlen größten Bevölkerungsverlust erlitt das Deutsche Volk mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges seit 1944. Allein aus Ostdeutschland wurden über 12,5 Millionen Deutsche vertrieben; etwa 2,1 Millionen Deutsche fanden durch Flucht, Vertreibung und Verschleppung den Tod. Die Gesamtverluste betragen 3,2 Millionen (Kriegsverluste 1,1 Millionen und Vertreibungsverluste 2,1 Millionen). Von den 1939 in den Vertreibungsgebieten ansässigen Deutschen ist somit jeder Fünfte gefallen, umgekommen oder ermordet worden. Die Zahl der Vertriebenen mit Einrechnung Osteuropas wird mit bis zu 17 Millionen angegeben. Ungefähr 5,3 Millionen Angehörige der Wehrmacht starben allein bis zur Kapitulation 1945 durch direkte Kriegseinwirkung.[13][14] Die absolute Zahl dürfte deutlich höher liegen, da nicht genau belegt ist, wie viele der 11 Millionen Soldaten, die in Kriegsgefangenschaft gerieten, starben.

Siedlungsraum im Osten und im übrigen Europa

Bereits im 15. Jahrhundert gab es vereinzelt Deutsche in Rußland, die sich vor allem in der Hauptstadt Moskau konzentrierten. Im Jahre 1763 rief Katharina II. deutsche Landsleute, die vor allem aus dem Südwesten Deutschlands stammten, als Siedler ins Land. 1914 lebten im Russischen Kaiserreich über 2,4 Millionen Deutsche. Wie alle Völker Rußlands hatten auch die Deutschen nach 1917 schwer unter der Herrschaft des Kommunismus zu leiden, auch wenn sie offiziell mit der Wolgadeutschen ASSR ihren eigenen Teilstaat und auch noch weitere de jure autonome Gebiete besaßen. Stalin ließ allerdings sämtliche deutschen Gebiete auflösen und die Deutschen nach Sibirien deportieren (über 700.000 wurden ermordet). Heutzutage besteht die Bevölkerung Rußlands nur zu rund 0,41 % aus Deutschen, auch weil seit 1989 Hunderttausende in die BRD übersiedelten.

Schon im Mittelalter siedelten sich Deutsche in den Karpaten an. Die meisten Deutschen kamen nach der Befreiung von den Türken zwischen 1700 und 1750 ins Land und besiedelten die zum Teil menschenleeren Regionen der Batschka, des Banats und Siebenbürgens sowie auch entlang der Donau und um Sathmar. Im Jahre 1910 lebten ca. 2,1 Millionen Deutsche im Königreich Ungarn, wo sie 10 % der Bevölkerung stellten. Nach dem Zusammenbruch der Donaumonarchie bis zum Ende des Vertreibungsverbrechens 1948 wurden die meisten Deutschen vertrieben.

Deutsches Volk in Übersee

Das bedeutendste Auswanderungsziel für Deutsche war seit seiner Entdeckung der Amerikanische Kontinent, vor allem die VSA. Beim Zensus im Jahre 2000 gaben 42,8 Millionen Personen in den VSA eine deutsche Herkunft bzw Abstammung an (rechnet man jene dazu, welche zwar nicht mehrheitlich Deutsche als Vorfahren haben, aber dennoch deutsche Ahnen, liegt die Zahl bei über 60 Millionen). Die meisten sprechen heute allerdings Englisch als Muttersprache (was vor allem eine Folge der deutschfeindlichen Politik nach 1917 ist, siehe dazu Antideutsche Pogrome in den VSA), nur wenige Millionen Deutsch. Für die Amischen, die Mennoniten und die Hutterer ist die Bewahrung der deutschen Sprache allerdings Teil der religiösen Überzeugung. Die meisten mehrheitlich Deutschstämmigen betrachten sich selbst allerdings nicht in erster Linie als Deutsche, sondern als Amerikaner.

Im Jahre 1884 kam die Kolonie Deutsch-Südwestafrika an das Deutsche Kaiserreich. In den folgenden Jahrzehnten (bis zur Okkupation des Landes durch das Britische Imperium 1915) wanderten Tausende Deutsche ein, 1897 lebten ca. 1.200 Deutsche in Südwest (1904 waren es schon über 2.500). Etwa die Hälfte der deutschen Bevölkerung Deutsch-Südwestafrikas wurde bis zum Juli 1919 nach Deutschland deportiert, trotzdem leben heute noch ca. 30.000 Deutsche in dem Land. Auch ist die Deutsche Sprache eine anerkannte „Nationalsprache“ Namibias (wie das Land heute heißt).

Auch nach Südafrika gab es deutsche Auswanderer, welche sich im Kapland und in Natal niederließen. Erstere gingen allerdings größtenteils im Volk der Buren auf.

Absplitterungen deutschen Volkstums

Das Selbstverständnis der Deutschen veränderte sich durch politische Entwicklungen (Gründung neuer Staaten im deutschsprachig Gebiet) und durch die Institutalisierung von Hoch- und Schriftsprachen (Amtssprachen) immer wieder. So brachten die ursprünglich deutschen Niederländer (Menschen des flachen Landes: Westfriesen, Niedersachsen und Niederfranken) aus dem Niederfränkischen eine eigene Hochsprache (westgermanische Hochsprache) hervor (das Niederdeutsche dutch). Damit trennten sie sich aber auch vom übrigen deutschen Sprachgebiet und sehen sich daher heute nicht mehr als Deutsche, die das Hochdeutsche (entstanden aus mittel- und oberdeutschen Mundarten) als alleinige Schrift- und Schulsprache verwenden.

An eigenem Volkstum erlitten die Deutschen schwere Verluste:

  • Abtrennung der Niederlande, die durch die Entwicklung des burgundischen Reichs einsetzte, durch Karl V. (1548) stark gefördert und durch den Unabhängigkeitskrieg der Niederlande gegen Spanien endgültig wurde. Durch die Entwicklung einer eigenen Schriftsprache lösten sich die Flamen und die Niederländer letztendlich aus dem deutschen Volkstum heraus.
  • Abtrennung der Schweiz (1499, bestätigt 1648)
  • stufenweises Hinauswachsen Österreichs mit seinem deutschen Bevölkerungsanteil aus dem Reichsverband, welches 1866 abgeschlossen wurde. Die Wiedervereinigung mit dem Reich wurde 1919 durch die Kriegsgegner verboten, konnte jedoch in den Jahren 1938 bis 1945 verwirklicht werden. 1945 geschah eine erneute Absplitterung mit Anschlußverbot.
  • Verlust des fast rein deutschen Elsaß an Frankreich (seit 1648, 1871 zurückgenommen, 1918 abgerissen, 1940 zurückgenommen, 1945 abgerissen) sowie des stark mit Franzosen gemischten Lothringens
  • Starke deutsche Bevölkerungsteile gerieten in den 1920 zu Polen, Litauen, Dänemark und Belgien gekommenen Reichsteilen unter drückende Fremdherrschaft, wie auch von den Deutschen des ehemaligen österreichisch-ungarischen Staates teils große geschlossene Gruppen, teils kleinere Splitter zur Tschechoslowakei, zu Italien, Rumänien, Polen, Südslawien und Ungarn geschlagen wurden.
  • einschneidende Zäsur in der deutschen Geschichte war die Abtrennung Ostdeutschlands und die Vertreibung von 16 Millionen Deutschen aus ihrer Heimat nach dem Zweiten Weltkrieg

Religion

Konfessionskarte (evangelisch/katholisch) des Deutschen Reiches (ca. 1890)
Martin Luther leitete das Reformationszeitalter mit seinen weitreichenden Folgen für das gesamtabendländische Kulturleben ein.

Die heutige Religion der Deutschen ist das Christentum, sowohl der Katholizismus als auch der Protestantismus. Spätestens um das Jahr 1000 waren sämtliche Deutschen mit allen Mitteln zum Katholizismus „bekehrt“ (unter anderem durch Bonifazius, dem sogenannten „Missionar der Deutschen“). Besonders Karl der Große, der die Sachsen u. a. zwangsweise bekehrte, gilt als treibende Kraft in der Vollendung der religiösen Einigung. Verloren ging die Glaubenseinheit der Deutschen im 16. Jahrhundert durch die Reformation, deren nahezu vollständiger Sieg – 1557 wurde die Zahl der Katholiken nur noch auf 10 % des gesamten deutschen Volkes geschätzt – die Gegenreformation verhinderte.

Der Protestantismus hat seinen Ursprung selbst in Deutschland, begründet durch den Wittenberger Reformator Martin Luther. Lange Zeit überwogen die Anhänger der protestantischen Konfession, die ihr Zentrum in Preußen und mit den wilhelminischen Kaisern ihr Oberhaupt hatte. In den letzen Jahrzehnten ging der Protestantismus aber stark zurück, während die Mitgliederzahlen der katholischen Kirche nicht so stark sanken. Gründe dafür sind einerseits in der rigorosen Kirchenbekämpfung im mehrheitlich evangelischen Mitteldeutschland unter der kommunistischen Diktatur seit 1945, andererseits in der opportunistischen und zeitgeistdienerischen Haltung (Vorwurf der Beliebigkeit) der evangelischen Kirche in der BRD, zu sehen.

Etwa ein Drittel der Bevölkerung in der BRD ist heute konfessionslos, in den südlichen Staaten wie Österreich und Elsaß hält das Vertrauen in die Kirche teilweise noch an.

Bevor die Deutschen „zwangschristianisiert“ wurden, waren viele Anhänger des Arianismus. Diese christliche Konfession sah entgegen der später vorherrschenden katholischen Lehre Jesus von Nazareth mehr als Propheten denn als leiblichen Sohn Gottes. Der Stamm der Sachsen glaubte bis ins 8. Jahrhundert an die germanische Religion u. a. mit dem Gott Wodan.

Mit der Taufe des Frankenkönigs Chlodwig auf das Nicäaner Glaubensbekenntnis, um sich die romanische Bevölkerung gewogen zu machen, und den folgenden Eroberungskriegen gegen die übrigen deutschen Stämme war schließlich die Alleinherrschaft der römisch-katholischen Kirche besiegelt.

Konfessionen in
der BRD (2010)
Mitglieder Bevölkerungs-
anteil
Konfessionslos ca. 30.000.000 37,20 %
Römisch-katholische Kirche 23.896.000 29,20 %
Evangelische Landeskirchen (EKD) 23.951.000 29,30 %

Kulturleistung und Persönlichkeiten

siehe auch: Liste deutscher Erfindungen und Entdeckungen
Der im 11. Jahrhundert errichtete Speyerer Dom ist die größte erhaltene romanische Kirche der Welt.[15]

Der „typische“ Deutsche Volkscharakter wird meist durch Arbeitsamkeit und Zähigkeit, Sinn für Zucht und Ordnung, der Fähigkeit, Anregungen jeder Art selbständig umzugestalten und besonders durch eine sich auf alle Kulturbereiche erstreckende schöpferische Begabung charakterisiert. Im Ausland verbindet man mit dem Deutschen Volk die immer wieder viel zitierten Tugenden „Ordnung, Fleiß und Pünktlichkeit“. Dieser Wesensart verdanken die Deutschen ihre großen Erfolge in jeder europäischen Kulturepoche.

„Nur das Gemüt des Deutschen begreift die Poesie des Alten, die veredelnde, versöhnende und vergeistigende Kraft der Zeit, der Geschichte, welche allen Geschichten den Goldgrund und allen Helden den Heiligenschein malt.“Bogumil Goltz, in: „Der deutsche Genius“

Von der Mitte des 10. bis zur Mitte des 13. Jahrhunderts wurde die Kraft des deutschen Volkes, das in diesen 300 Jahren die führende Nation des Abendlandes war, neben den kulturellen hauptsächlich durch die politischen Aufgaben beansprucht. Die Urbarmachung weiter Landstriche ist das wichtigste Ergebnis, die gewaltigen romanischen Dome sind das Zeugnis des ersten, bis um 1200 reichenden, von Bauerntum und deutschem Adel getragenen Kulturabschnittes. In dem ihm folgenden Hochmittelalter brachte Deutschland die größten Dichter jeder Zeit hervor; Walther von der Vogelweide, Wolfram von Eschenbach und das Nibelungenlied gelten als Ausdruck deutschen Wesens in reinster Form. Auf den Schultern von Albert des Großen ruht die Lehre der Scholastik; Meister Eckart ist der tiefste mystische Denker, die deutsche Bildhauerkunst der Höhepunkt des Kunstschaffens dieser Zeit. Die bürgerliche Kultur des Spätmittelalters war ausgesprochen volkheitlich geartet, wie besonders die bildende Kunst zeigt (Albrecht Dürer, Matthias Grünewald, Hans Holbein der Jüngere). Die Einbeziehung des slawischen Ostens in den abendländischen Kulturkreis wurde von Heinrich I. und Otto I. begonnen, machtvoll gefördert von Heinrich dem Löwen und dem Deutschen Orden.

Martin Luther leitete das Reformationszeitalter mit seinen weitreichenden Folgen für das gesamtabendländische Kulturleben ein. Gottfried Wilhelm Leibniz hat dem Aufklärungszeitalter die philosophische Vollendung gegeben und zugleich die Gebundenheit an die reine Verstandeskultur durchbrochen. Ein Menschenalter nach ihm ging durch Johann Sebastian Bach und Georg Friedrich Händel die Vorherrschaft in der Musik auf die Deutschen über, die sie mit Wolfgang Amadeus Mozart, Ludwig van Beethoven, Carl Maria von Weber, Franz Schubert, Robert Schumann, Richard Wagner, Anton Bruckner, Johannes Brahms, Max Reger, Richard Strauss und Hans Pfitzner weiter behaupten konnten.

Den Ruf als Volk der Dichter und Denker erwarben sich die Deutschen in der Goethezeit, der Zeit der klassischen Dichter (Johann Wolfgang von Goethe, Friedrich Schiller, Friedrich Hölderlin) und Philosophen (Immanuel Kant und der deutsche Idealismus, Arthur Schopenhauer, Johann Gottlieb Fichte, Georg Wilhelm Friedrich Hegel, Friedrich Wilhelm Joseph Schelling).

Nachdem die Deutschen bereits im Mittelalter ihren Erfindergeist (Buchdruck durch Johannes Gutenberg) und ihre technische Begabung (Bergbau, Handwerk) und durch fast alle Zeiten ihren Sinn für die Naturwissenschaften (Albert der Große, Nikolaus von Kues, Nikolaus Kopernikus, Johannes Kepler) bewiesen hatten, begann um die Mitte des 19. Jahrhunderts der industrielle Aufstieg Deutschlands.

In den Naturwissenschaften wiesen Männer wie Carl Friedrich Gauß und Wilhelm Eduard Weber, Hermann von Helmholtz, Albrecht Daniel Thaer, Justus von Liebig, Gregor Mendel, Robert Koch, Wilhelm Conrad Röntgen der Forschung neue Wege. Die Geisteswissenschaften erzielten eine Fülle neuer Erkenntnisse und Erkenntniswege (Leopold von Ranke, Adolf von Harnack, Ernst Troeltsch, Heinrich von Treitschke, Jacob Burckhardt, Wilhelm Dilthey).

Von Denkern wie Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche, und Erfindern wie Gottlieb Daimler, Carl Benz, Otto Lilienthal, Wernher von Braun, Werner von Siemens, Konrad Zuse und Ferdinand Graf von Zeppelin gingen die stärksten Wirkungen aus, die zum Teil das gegenwärtige Bild der Erde neu gestalteten.

Die Versuche, dem vielfältigen Kulturschaffen der Deutschen auch einen starken, einheitlichen politischen Untergrund zu schaffen (Friedrich der Große, Freiherr Karl von Stein, Otto von Bismarck, Paul von Hindenburg) fanden in der Errichtung des Großdeutschen Reiches ihre Erfüllung. Unter Adolf Hitler erfuhr das gesamte deutsche Kulturschaffen eine einheitliche Ausrichtung durch die nationalsozialistische Weltanschauung, die vor allem eine Besinnung auf die in der rassebedingten „deutsche Seele“ liegenden Werte und deren Gestaltung vorantrieb. Seit der Zerschlagung des Deutschen Reiches 1945 leben die Deutschen wieder in einem politisch zerrissenen Deutschland.

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Zitate

Siehe auch

Literatur

Verweise

Fußnoten

  1. insbesondere aus den Stämmen der Sachsen, Friesen, Thüringer, Franken und Alemannen; sowie der verbliebenen Restbevölkerung der vorher in Mitteleuropa ansässigen Kelten
  2. Martin Lichtmesz: Das Ureigene, Junge Freiheit, 25/12, S. 18
  3. Pierre Krebs: Mars Ultor 2009 − Der Taschenbuch-Planer der Avantgarde. Runen- und Weltanschauungs-Taschenplaner mit Hinweisen auf die geistige Welt, die Geschichte und die Chronik der Neuen Kultur, die Metaphysik, die Riten und die Bräuche des Indoeuropäertums. 1. Aufl. Ahnenrad der Moderne, Bad Wildungen 1998; Prof. Dr. Helmut Schröcke: 1. Sonntagsuniversität: Kulturrevolution: Archäologie-Revolution: Die Wurzeln
  4. Das Jahr 1955 markiert das Ende der Vernichtung und Gefangenhaltung von Kriegsgefangenen und Kriegsverschleppten durch die Sowjetunion.
  5. Gunnar Heinsohn: Lexikon der Völkermorde, Übersicht Seite 59
  6. Ernst Jäkel: Der germanische Ursprung der lateinischen Sprache und des römischen Volkes. Breslau 1830 (PDF-Datei)
  7. Andreas Vonderach: Wir selbst – anthropologisch, Sezession, 1. Februar 2013
  8. Der Große Brockhaus. F.A. Brockhaus Verlag, 1928
  9. Der Große Brockhaus. F.A. Brockhaus Verlag, 1936, Erster Band, Seite 526
  10. Thomas Marten / Fritz Joachim Sauer (Hg.): Länderkunde Deutschland, Österreich und Schweiz (mit Liechtenstein) im Querschnitt. Inform-Verlag, Berlin 2005, ISBN 3-9805843-1-3, S. 7.
  11. M. Paul Lewis: Ethnologue: Languages of the World. Ethnologue and bibliography information on German, Standard (englischsprachig)
  12. Statistisches Bundesamt: Statistisches Jahrbuch für die Bundesrepublik Deutschland 2009, S. 34
  13. Jahresbericht 1983/84/85, Hg.: Deutsche Dienststelle (WASt), Berlin 1985
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  15. Dethard von Winterfeld: Romanik am Rhein. Wiss. Buchges., Darmstadt 2001, S. 66
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  17. Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland, 1834. Zit. n.: 96-book.png Google-BücherHeinrich Heine: Der Salon, Hoffmann und Campe 1860, S. 299 f.
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  19. Otto von Bismarck: Gedanken und Erinnerungen, Seite 323
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  21. 96-book.png Internet Archive: PDF EPUB DjVu BlätternH. G. Wells: Washington And The Hope Of Peace, W. Collins Sons & Co. Ltd., London 1922, S. 30:
    „The German people occupy the most central position in Europe; they exceed in numbers any other European people except the Russians; their educational level has been as high or higher than any other people in the world; they are, as a people, honest, industrious, and intelligent; upon their social and political well-being and economic prosperity the prosperity of Britain, Scandinavia, Russia, Italy – and in a lesser degree, France – depends. It is impossible to destroy such a people, it is impossible to wipe them off the map, but it is possible to ruin them economically and socially. And if Germany is ruined most of Europe is ruined.“
  22. Johann Wolfgang von Goethe: Des Epimenides Erwachen: Ein Festspiel, 25. Auftritt, Duncker u. Humblot, 1815, S. 65 f.
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