Zielenzig

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Zielenzig

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Mark Brandenburg
Landkreis: Oststernberg
Provinz: Brandenburg
Einwohner (2010): 10.100
Bevölkerungsdichte: 1.174 Ew. p. km²
Fläche: 8,6 km²
Koordinaten: 52° 26′ N, 15° 6′ O
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Zielenzig befindet sich seit 1945 unter Fremdherrschaft. Das Gebiet ist von Polen vorübergehend besetzt, die einheimische Bevölkerung wurde vertrieben oder ermordet und deren Eigentum gestohlen.

Zielenzig ist eine deutsche Stadt in Brandenburg.

Lage

Zielenzig liegt 20 km östlich von Frankfurt/Oder im Tal des kleinen Warthenebenflusses Postumfließ. Die umgebende Landschaft ist geprägt durch die Lebuser Seeplatte und zahlreiche Erhebungen, von denen sich die Buchwaldhöhe mit 227 Metern besonders hervorhebt. Landsberg/Warthe ist 45 Kilometer nördlich entfernt. Die Autobahn BerlinPosen führt 16 Kilometer südlich vorbei.

Geschichte

Ausgrabungen belegen, dass in der Zielenziger Region schon im 2. Jahrtausend v. Chr. gesiedelt wurde. Die heutige Stadt entwickelte sich aus einer heidnischen Siedlung und wurde 1241 erstmals dokumentarisch nachgewiesen. Als Stadt wird Zielenzig bereits in der Übertragungsurkunde an den Templerorden von 1244 erwähnt. Nachdem der Orden 1312 durch den Papst aufgelöst wurde, kam die Stadt unter die Herrschaft der Johanniter. Diese wiederum verpfändeten sie 1318 an den brandenburgischen Markgrafen Woldemar, erhielten sie aber bereits acht Jahre später wieder zurück. Danach blieb Zielenzig bis 1810 im Eigentum des Johanniterordens.

Der 1419 in Böhmen ausgebrochene hussitische Bürgerkrieg griff auch bis nach Zielenzig über, wo er großen Schaden anrichtete. Während der schwedisch-polnisch-brandenburgischen Auseinandersetzungen wurde 1658 in Zielenzig ein Waffenstillstand zwischen Brandenburg und Schweden geschlossen, woraufhin Brandenburg von der polnischen auf die schwedische Seite wechselte. 1733 stattete Preußenkönig Friedrich Wilhelm I. der Stadt einen Besuch ab. Während der napoleonischen Kriege waren zeitweilig französische Soldaten in Zielenzig stationiert.

Moderne

Nach der neuen preußischen Kreiseinteilung von 1815 wurde Zielenzig in den neumärkischen Kreis Oststernberg eingegliedert und wurde dessen Verwaltungssitz, der von 1852 bis 1873 wieder nach Drossen verlegt wurde. Nach der Teilung des Kreises im Jahre 1873 war Zielenzig wieder Kreisstadt. Zu dieser Zeit waren Textilmanufakturen und Mühlen die wichtigsten Erwerbszweige, und die Stadt hatte Mitte des 19. Jahrhunderts 4.500 Einwohner. Mit der einsetzenden Industrialisierungswelle entstanden vor den Toren der Stadt Braunkohlentagebaue, die zu der Errichtung einer Brikettfabrik in Zielenzig führten. Durch die Verbesserung der Infrastruktur kam es zu einem Anwachsen der Bevölkerung, 1885 war die Einwohnerzahl auf 5.769 angestiegen. Nach dem Ersten Weltkrieg siedelten sich Betriebe der Holz verarbeitenden Industrie an. Die letzte deutsche Volkszählung in Zielenzig ermittelte 1939 5.867 Einwohner.

Am 2. Februar 1945 fiel Zielenzig in die Hände der Roten Armee. Obwohl sie auf keinerlei Widerstand stieß, wurden die Häuser der Innenstadt von den Soldaten geplündert und in Brand gesteckt, sodass die Stadt schließlich zu fünfzig Prozent zerstört war.

Sehenswürdigkeiten

  • die gotische St.-Nikolai-Kirche, ursprünglich von den Templern erbaut, nach 1945 wiederhergestellt
  • Altstadthäuser aus dem 18. und 19. Jahrhundert

Bekannte, in Zielenzig geborene Personen