Wittstock/Dosse

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Wittstock

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Mark Brandenburg
Landkreis: Ostprignitz-Ruppin
Provinz: Brandenburg
Einwohner (2009): 15.407
Bevölkerungsdichte: 36 Ew. p. km²
Fläche: 417 km²
Höhe: 65 m ü. NN
Postleitzahl: 16909 (alle Ortsteile außer Zempow und Freyenstein), 16837 (Zempow), 16918 (Freyenstein)
Telefon-Vorwahl: 03394, 033923 (Zempow), 033964 (Gadow), 033966 (Berlinchen), 033967 (Freyenstein)
Kfz-Kennzeichen: OPR
Koordinaten: 53° 10′ N, 12° 29′ O
Wittstock befindet sich seit 1945 entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Brandenburg
Bürgermeister: Jörg Gehrmann (CDU / Freie Wählergemeinschaft)

Wittstock ist eine deutsche Stadt im Nordwesten von Brandenburg.

Geographie

Lage

Wittstock liegt in der Ostprignitz am nördlichen Rand der Kyritz-Ruppiner Heide, einer eiszeitlich geprägten Endmoränenlandschaft südlich der Mecklenburgischen Seenplatte. Die Kernstadt liegt in der Dosseniederung am Zusammenfluß der Flüsse Dosse und Glinze.

Stadtgliederung

Durch die Eingemeindungen am 6. Dezember 1993 (Babitz und Biesen)[1] und am 26. Oktober 2003[2] bedingt ist Wittstock die flächenmäßig sechstgrößte Stadt der Bundesrepublik Deutschland (BRD).

Wittstock besteht aus folgenden Ortsteilen, bewohnten Gemeindeteilen und Wohnplätzen[3]:

Ortsteile

Bewohnte Gemeindeteile

Ackerfelde, Eichenfelde, Heinrichsdorf, Klein Haßlow, Neu Cölln, Randow, Tetschendorf

Wohnplätze

Alt-Daber, Am Damm, Ausbau, Bauhof, Brausebachmühle, Charlottenhof, Dudel, Dunkelsruh, Ernstenswille, Friedrichsgüte, Friedrichsgüter Mühle, Glashütte, Griebsee, Gustavsruh, Heinrichsdorfer Siedlung, Karl-Marx-Hof, Karstedtshof, Kuhlmühle, Lütkendosse, Neu Biesen, Neuendorf, Rheinsberger Siedlung, Rote Mühle, Scharfenberg, Scharfenberger Mühle, Scharfenberger Ziegelei, Siebmannshorst, Sudrowshof, Walkmühle

Geschichte

Ältere Zeit

Wittstock entstand aus einer altdeutschen Siedlung und wurde 946 in der Stiftungsurkunde für das Bistum Havelberg erstmals erwähnt und ist damit eine der ältesten Städte Brandenburgs. Die auf den Fundamenten einer germanischen Befestigung errichtete Wittstocker Burg diente den Bischöfen von Havelberg von 1271 bis 1548 als Wohnsitz, die daher auch als Alte Bischofsburg bezeichnet wird.

1442 beendete der Frieden zu Wittstock einen Streit zwischen der Mark Brandenburg und Mecklenburg um Sukzessions- und Lehnsrechte nach dem Aussterben der Linie Werle nach dem Tod Wilhelms von Werle im Jahr 1436. Der Friedensschluß sorgte für eine weitgehend bis heute gültige dauerhafte Festlegung der Grenze zwischen Mecklenburg und Brandenburg. Er begründete ein brandenburgisches Nachfolgerecht für Mecklenburg. Zum Erbfall kam es allerdings erst nach dem Ende der Monarchie in Deutschland.

Im Dreißigjährigen Krieg siegten 1636 in der Schlacht bei Wittstock am Scharfenberg die Schweden unter Baner und Torstensson über kaiserliche und sächsische Truppen.

Jüngere Zeit

1638 brach die Pest in Wittstock aus. 1.500 Menschen, das war die Hälfte der Bevölkerung, starben. Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg besuchte 1658 die Stadt. 1681 wurde Wittstock Poststation auf der Postroute BerlinGüstrow. Die Reisezeit nach Berlin betrug damals 24 Stunden. Erneut zerstörte 1716 ein großer Stadtbrand zwei Drittel der Stadt. Um die Bevölkerungsverluste der letzten Jahrzehnte auszugleichen, wurden 1750 Kolonisten aus Württemberg und der Pfalz in und um Wittstock angesiedelt.

Während des Krieges gegen Napoleon wurde die Stadt 1812 zur Festung erklärt. Die erste Wittstocker, und somit älteste Zeitung der Prignitz, erschien 1826. Im Jahr 1869 wurde das Wittstocker Gymnasium gegründet. Im Ersten Weltkrieg war Wittstock Standort eines Lazaretts.

Während des Zweiten Weltkrieges war Wittstock Standort mehrerer Ersatztruppenteile und Schulen der Fallschirmjäger der Wehrmacht. Bei Luftangriffen wurden die Außenbezirke der Stadt getroffen. Die verbrecherische Rote Armee besetzte Wittstock 1945 und richtete in der Stadt eine Garnison der GSSD ein, die bis Juni 1994 bestand. Seit 1953 war Wittstock in der DDR eine Kreisstadt. Im Zuge der Gemeindereform verlor die Stadt 1993 diesen Status, der Kreis Wittstock ging im neuen Landkreis Ostprignitz-Ruppin auf.

Alte Bischofsburg, von 1271 bis 1548 Sitz der Bischöfe von Havelberg, bestand aus Unter- und Oberburg (Amtshof) mit dem 32 Meter hohen Bergfried (Amtsturm), Burgmauer mit drei Wiekhäusern. Heute Sitz von Museen. Heute befindet sich dort ein Museum. Neben Sonderausstellungen wird im Amtsturm eine Dauerausstellung zum Dreißigjährigen Krieg gezeigt.

Das Bürgermeisterhaus beherbergt das Ostprignitzmuseum. Die Daberburg, 3 km nördlich der Stadt gelegen, ist das letzte erhaltene Außenwerk der mittelalterlichen Befestigung.

Verkehr

1885 wurde die Stadt über die Bahnstrecke Wittenberge–Strasburg an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Diese wurde 1899 beziehungsweise 1912 durch eine weitere Strecke nach Neuruppin und Meyenburg ergänzt.

Wittstock hat eine direkte Anbindung an die Bundesautobahnen 19 und 24 durch das Autobahndreieck Wittstock/Dosse in die Richtungen Berlin, Hamburg und Rostock.

Weiterhin ist die Kernstadt Wittstock sowie einige Stadtteile mit der Bahnlinie RE6 (Wittenberge – Neuruppin – Hennigsdorf – Berlin-Spandau), dem Prignitzexpress, erreichbar im 1 bis 2-Stunden-Takt.

Bekannte, in Wittstock geborene Personen

Fußnoten

  1. Statistisches Bundesamt (Hg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern, Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7
  2. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003
  3. 96-book.png PDF Hauptsatzung der Stadt Wittstock/Dosse vom 20.03.2009