Teupitz

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Teupitz

Wappen
Staat: Deutsches Reich
Gau: Mark Brandenburg
Landkreis: Dahme-Spreewald
Provinz: Brandenburg
Einwohner (2010): 1.831
Bevölkerungsdichte: 38 Ew. p. km²
Fläche: 48 km²
Höhe: 36 m ü. NN
Postleitzahl: 15755
Telefon-Vorwahl: 033766
Kfz-Kennzeichen: LDS
Koordinaten: N 52°, 31‘, 01‘‘ – O 13°, 22‘, 46‘‘
Teupitz befindet sich seit 1945 entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Brandenburg
Bürgermeister: Dirk Schierhorn (Bürgernetzwerk (BNW) - bürgerlich/links)

Teupitz ist eine deutsche Stadt in Brandenburg.

Teupitz und Umgebung
Teupitz und Teupitzer See
Reste der Burg Teupitz heute Schloß

Zur Geschichte

Die Vorgeschichte des Teupitzer Raums

Anfang des ersten Jahrtausends siedelte hier der Germanenstamm der Lemovier (auch Lemonier genannt). Wahrscheinlich wegen dessen geringer Menschenzahl löste sich dieser Stamm, in die umliegenden Stämme hin, auf. Mitte des Jahrtausends überquerten die Germanen von den Semnonen aus dem Süden kommend nordwärts das Gebiet und siedelten dann im Norden. Spätestens Anfang des 7. Jahrhunderts zogen sie süd-westwärts und wurden in die Stämme dort aufgenommen.

Ostwärts der Oder, im heutigen Ostbrandenburg und Wartheland siedelten im beginnenden 1. Jahrtausend der germanische Stamm der Wandalen. Diese zogen dann südwärts bis nach Rom und Karthago. Ein Rest verblieb aber am Ort und wurde dann zu dem germanischen Stamm der Wenden. Sehr allmählich, im anfänglichen 2. Jahrtausend überquerten die Wenden die Oder und wurden auch im heutigen Südbrandenburg seßhaft.

Die Wenden waren als friedlich bekannt, aber trotzdem wurden sie von Rom her bekämpft. Sie sollten, wie alle ostgermanischen Völker, nicht mehr ihre Sprache sprechen und ihre Götzen anbeten dürfen. Ihre Sprache behielten sie und der Christianisierung widerstanden sie auch. Ebenso sollten sie versklavt werden und das wurden sie dann teilweise auch. Aus dieser Zeit stammt auch der Begriff „Sclavi“, also Sklaven, der insbesondere von den jüdischen Sklavenhändlern geprägt wurde. Die damaligen Wenden haben mit den heutigen Wenden und Sorben nichts gemein. Alle drei Stämme sind als eigenständig anzusehen.

Teupitz wurde von den Wenden als Tuptcz gegründet. Dieses bedeutet so viel wie „Rasen mit Buschwerk“. Dieses Wort wurde von den im nahen Süden siedelnden Sorben als „Tupcz“ übernommen und bedeutet dort so viel wie Schwimmland. Die heutige Stadt Teupitz unterliegt dem Panslawismus und bezieht sich nicht auf „Tupcz“, wie es eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem Jahr 1897 beweist.

Die Ortsgründung

Die Siedlung Teupitz gibt es seit dem Jahr 1186.[1] Diese wurde von den Wenden gegründet. Sie erkannten den damaligen Fischreichtum des Teupitzer Sees und wurden dort seßhaft. Der Wohlstand wuchs und so errichtete man dort um das Jahr 1300 eine Ritterburg. Der Burg war anfangs keine glückliche Zukunft beschienen, da diese in der Zeit des ausgehenden Naturalienhandels erbaut wurde. Die dortigen wendischen Ritter kamen mit der Einführung der Geldwirtschaft nicht zurecht und wurden zu Raubrittern.

Es existiert eine Urkunde aus dem Jahr 1307, wo der sorbische Name der Burg Tupcz erstmalig erwähnt wird.[2] Die heutigen Teupitzer haben eine Eigentümlichkeit, wenn sie ihr jeweiliges Stadtjubiläum feiern dann feiern sie nicht ihre Siedlungsgründung sondern die Ersterwähnung des sorbischen Namens Tupcz. Damit ergeben sich die Teupitzer einer Panslawischen Geschichtsschreibung.

Aus Tuptcz wurde im Laufe der Zeit Tupacz, Tupzig und schließlich Teupitz. 1330 verloren die wendischen Ritter eine Fehde mit den ostwärts drängenden mittelmärkischen Rittern des Schenken von Landsberg. Ab diesem Zeitpunkt gehörte das Dorf Teupitz zum Heiligen Römischen Reich. Der neue Sitz des Schenken erwies sich als optimal, da sich vom blühenden Teupitz her noch andere Dörfer einnehmen ließen. So wurde die Burg allmählich zum Schloß.

Teupitz erhielt das Stadtrecht 1437 und ist als heutige zweitkleinste Stadt von Brandenburg eine der kleinsten Städte Deutschlands.

1717 verkaufte das Schenkengeschlecht das Schloß an das Königreich Preußen um dort einen Amtmann einzusetzen. Auch der konnte den Niedergang nicht aufhalten und mußte 1790 das Schloß teilweise abreißen lassen. 1812 trennte sich Preußen von seinem Besitz. 1830 wurde das Rathaus eröffnet.

1896 wurde in Egsdorf die Bootsanlegestelle und das Ausflugslokal „Tornows Idyll“ eröffnet. Der Standort war ideal am Ende der Dahme-Seenkette aus Berliner Sicht gelegen. So wurde „Tornows Idyll“ mehr als ein Jahrhundert Ziel von Berliner Rudervereinen und Personendampfern. Auch Teupitz war vom Rudern begeistert und hatte bis in die sechziger Jahre einen Ruderverein.

Im Jahr 1904 wurde unter Anwesenheit der Teupitzer Ulanen auf dem Marktplatz eine Stele als Kaiser-Wilhelm und Kriegerdenkmal enthüllt. Dieses Ereignis war noch Jahrzehnte Gesprächsstoff in der Stadt. Die Stele wurde 1922 um eine Tafel für die Gefallenen des 1. Weltkriegs ergänzt. Darauf sind auch die Namen der gefallenen Soldaten aus Teupitz verewigt. 1910 wurden die Schule und die Reichspost eröffnet.

1941 wurde auf dem Stadtfriedhof eine Kriegsgräberstätte für die gefallenen deutschen Soldaten des 2. Weltkriegs erbaut. Dort liegen die verstorbenen Soldaten des Militärhospitals, die Teupitzer Gefallenen und auch gefallene Soldaten aus dem Kessel von Halbe. Leider hat die heutige linke Teupitzer Gemeinde dort auch Verräter und Feinde bestattet.

Bis 1945 war Teupitz eine sehr lebendige Stadt. Man hatte 3 Fleischer, 3 Bäcker und eine Vielzahl von anderen Geschäften, Gewerken und Gaststätten im Ort. Auch war man schon lange als Luftkurort begehrt. An diese Zeit konnte Teupitz nie wieder anknüpfen. In der Zeit vom 27.4.1945 bis 1990 stand Teupitz unter sowjetischer Besatzung. In den sechziger Jahren bauten sich vor allem Ostberliner eine Menge von Wochenendgrundstücken in verschiedenen Kolonien.

Seit 1974 gehören die Dörfer Egsdorf, Neuendorf und Tornow zu Teupitz. In dieser Zeit wurden einige Zelt- und Campingplätze, Kinderferienlager und Betriebsheime errichtet. Dies entwickelte sich im Sommer bei je einem verbliebenen Bäcker und Fleischer zu einem Mißvergnügen wobei man bis zu einer Stunde anstand. War die DDR-Versorgung an sich mangelhaft, so war die Versorgung in Teupitz völlig unzureichend. Die Stasi Kaserne Massow gehört seit 1990 zu Teupitz.

Von 2001 bis 2005 war das Schloß für die Bevölkerung begehbar, da es in dieser Zeit ein Hotel war.

Prominente

Theodor Fontane

Der Brandenburger Ortsbeschreiber Fontane weilte zweimal kurz in der Stadt. Das war vom 21. – 23. Juni 1862 und am 8. Juli 1874. Folgende Zeilen widmete er Teupitz:

„Ich habe Sehnsucht, den Teupitzsee wiederzusehen. Ist es seine Schönheit allein, oder zieht mich der Zauber, den das Schweigen hat?“

Fontane-Gedicht

„Habe dich ins Herz geschlossen,
Städtchen Teupitz – klein und sauber,
werde nimmer mehr vergessen,
deiner Reize milden Zauber.“
Schloß Teupitz - Seeseite

Walter Ulbricht

In den sechziger Jahren war der DDR-Regierungschef Walter Ulbricht einmal für 3 Wochen auf Urlaubsbesuch im SED-Gästehaus (Schloß Teupitz). Dies sorgte für eine große Aufregung im Ort. Aber in der Tat bedeutete es starke Einschränkungen für die Bevölkerung. Die Kirchstraße wurde bis zum Markt hin abgesperrt, Volkspolizei und Stasis drehten auf dem Marktplatz ihre Runden, die Bürger mußten sich dort ausweisen und wenn sie keine Teupitzer waren, den Marktplatz sofort verlassen.

Günther Forgber

Der Stasi-Mann Günther Forgber war die 2. Person hinter Alexander Schalck-Golodkowski im MfS-Unternehmen Kommerzielle Koordinierung (KoKo). Er war u.a. für die Beschaffung verbotener Güter aus dem Nichtsozialistischen Wirtschaftsgebiet (NSW) verantwortlich. Er hatte von 1970 bis 1990 ein Wochenendgrundstück im Kohlgarten Nr. 10. Dort spielten sich für einen DDR-Bürger unvorstellbare Vorgänge ab. Auf seinem Grundstück befand sich eine für DDR-Verhältnisse äußerst seltene Sauna. Diese war vom Wasser her einsehbar. Ständig standen mehrere Westwagen dort. Am Steg lag mindestens ein großes West-Motorboot und man konnte sich ständig die neuesten Entwicklungen der westlichen Freizeitindustrie wie z.B. Segelbretter und Jet-Ski ansehen. Dieser Luxus war nur für eine Handvoll DDR-Bürger erreichbar. Forgber veruntreute 22.000.000 D-Mark und wurde 1994 zur Rückzahlung an die Treuhandanstalt unter Haftandrohung verurteilt. Forgber flüchtete darauf ins Ausland und starb 2006 in Valencia.

Landesirrenanstalt Teupitz

Teupitz - Landesirrenanstalt-Verwaltungsgebäude
Irrenanstalt mit Heizhaus
Kirche-Teupitz
Rathaus-Teupitz 1964

Die Landesirrenanstalt wurde für 23.000.000 Reichsmark gebaut und ist seitdem der größte Arbeitgeber der Stadt. Im Norden gegenüber dem Ostteil, auf der anderen Seite der Buchholzer Straße befindet sich der Anstaltsfriedhof. Dort wurden Patienten, Anstaltspersonal und deren Angehörige und Leute aus der Umgegend begraben. Die heutige Stadt Teupitz zeigt keinerlei Interesse am Weiterbestand des Anstaltsfriedhofs und läßt ihn verwahrlosen.

  • 1908 – 1914 Landesirrenanstalt Teupitz
  • 1914 – 1917 Reservelazarett Teupitz
  • 1917 – 1928 Landesirrenanstalt Teupitz
  • 1928 – 1930 Geschlossen wegen Weltwirtschaftskrise
  • 1930 – 1941 Landesklinik Teupitz

Landesirrenanstalt Teupitz – Ostteil mit Verwaltungsgebäude

  • 1941 – 1945 Militärhospital Teupitz
  • 1945 – 1994 Sowjetisches Militärhospital, Sowjetische Garnison und Sowjetische Wohnhäuser
  • Ab 1994 Leerstand und später Umbau zum Wohngebiet auf der Teupitzer Höhe

Landesirrenanstalt Teupitz – westliche Nebengebäude

  • 1941 – 1945 Landesklinik Teupitz
  • 1945 – 2005 Nervenklinik Teupitz
  • Ab 2005 private Nervenklinik

Landesirrenanstalt Teupitz – südlicher Neubau

  • Ab 2005 forensische Psychiatrie (Gefängnis)

Juden in Teupitz

Der Jude Lemke

Dem Eigentümer von 14 Berliner Kinos (darunter der Titania-Palast und das Marmorhaus) Hugo Lemke gefiel es, sich das Grundstück Nr. 3 im Kohlgarten zuzulegen und darauf eine Villa bauen zu lassen. Das reichte dem Millionär aber nicht und so eignete er sich die gesamte anschließende Halbinsel zwischen Teupitzer See und Kleinen Teupitzer See an. Mit dem Heranrücken der Roten Armee Anfang 1945 ließ er sein Eigentum im Stich und flüchtete. Um die drangsalierte Teupitzer Bevölkerung etwas für die erlittenen Qualen zu entschädigen, entschied sich die Nachkriegsverwaltung das ehemalige Gelände des Lemke zu verstaatlichen und an die Teupitzer auf 99 Jahre zu verpachten. Die Teupitzer nutzten dies um kleinbäuerlich über die Runden zu kommen. Mit beginnendem Wohlstand Anfang der sechziger Jahre wurden aus den Ställen Wochenendhäuschen gemacht. Bis aus Dresden kamen dann die Pächter der neu erschlossenen Grundstücke in den Siebzigern.

Nach der Wende erließ die Bundesregierung das Rückübertragungsgesetz von Immobilien, welches die Teupitzer Pachtregelung überstimmte. Das hieß konkret, die Pächter mußten sich zwischen 2 kostenpflichtigen Varianten entscheiden. Entweder sie akzeptierten die sehr hohen Kaufsummen oder sie mußten ihre Wochenendhäuser auf eigene Kosten abreißen und entsorgen. Für dieses Drecksgeschäft engagierten die Lemke-Erben eine Immobilienfirma und brauchten so selbst nicht auftreten.

Hans Sußmann

Sußmann war in Berlin Seifenhändler. Er stand der Agitations- und Fluchthilfegruppe der Roten Kapelle vor und war deren Kontaktmann zu anderen Gruppen in der Roten Kapelle. 1942 war ihm die Gestapo auf der Spur, vor der er nach Teupitz flüchtete und sich dort illegal aufhielt. Mit der nahenden Roten Armee löste er sein Inkognito auf, betätigte sich als Verräter und gab den Sowjets Auskünfte über die Situation in Teupitz. Als Lohn dafür wurde er von ihnen 1948 zum Ortsvorsteher gemacht. Dieser Tätigkeit zeigte er sich nicht gewachsen und wurde 1949 abgelöst. Von 1950 bis 1963 stand er als Verwaltungsdirektor der Teupitzer Nervenklinik vor. In der Zeit betätigte er sich noch als Ortschronist und arbeitete ab den sechziger Jahren dem folgenden Ortschronisten und Stasi-Mann Lothar Tybl zu. Sußmann starb mit 87 Jahren dann 1985 in Teupitz. In der Nachwendezeit stilisierte Tybl Sußmann zum Helden und so wurde Sußmann Ehrenbürger von Teupitz.

Leonardo-Gruppe – Israel

Diese sind Neueigentümer des früheren Stabsgebäudes des Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ der Staatssicherheit. Sie ließen es zum Hotel umbauen. Das „Spreewald Inn“ liegt somit nahe der Autobahn Berlin-Dresden.

Teupitz von 1930 bis 1945

Adolf-Hitler-Platz heute Marktplatz
Das Kriegerdenkmal auf dem Adolf-Hitler-Platz

Die NSDAP erhielt bei der Reichstagswahl 1930 in Teupitz 10 % der Wählerstimmen. 1931 wurde die NSDAP-Ortsgruppe Teupitz gegründet. Bei der Reichstagswahl am 30. Januar 1933 erhielt die NSDAP 46% der Wählerstimmen der Teupitzer. 250 von 730 Teupitzern wählten bei der Kommunalwahl am 12. März 1933 die NSDAP und sorgten so für 5 von 14 NSDAP-Stadtverordneten. Der NSDAP-Ortsgruppenleiter und Stadtverordnete Hans Grunzke wurde stellvertretender Bürgermeister. Der NSDAP-Stadtverordnete Herrmann Graupner wurde Stadtverordnetenvorsteher. Damit hatte die NSDAP von den Teupitzern die Macht erhalten. Daraufhin wurde der Gründer der SPD-Ortsgruppe Arthur Beyer von der SA-Ortsgruppe Teupitz kurzzeitig verhaftet und eine Hausdurchsuchung vorgenommen. 1938 wurde der Potsdamer SS-Obersturmführer Walter Schroeter Bürgermeister von Teupitz.

Bekannte Teupitzer NSDAP-Mitglieder waren:

  • Hermann Figula, Erich Beske (beide Schulleiter)
  • Franz Spielmann (Verlagsleiter)
  • Rothe (evangelischer Pfarrer)
  • Dr. Felix Großmann (Leiter der Landesklinik)
  • Dr. med. Kurt Sachse (Stadtarzt).

Am 9. März 1933 schrieb die Zeitung „Der Märker“[3]

Die Hakenkreuzfahne auf allen öffentlichen Gebäuden gehißt ! - Teupitz

Gestern mittag 1 Uhr wurde am Rathaus in Teupitz die Hakenkreuzfahne durch unsere SA und SS feierlich gehißt. Gleichzeitig hißten die Deutschnationalen die schwarz-weiß-rote Flagge. Nach einer kurzen Ansprache durch den Ortsgruppenleiterstellvertreter Pg. Dahm wurde das Horst Wessellied und das Deutschlandlied gesungen. Darauf holte man die schwarz-rot-gelbe Fahne aus dem Rathause und verbrannte sie auf der Straße. - Desgleichen wurde am Schulhaus die H a k e n k r e u z f a h n e gehißt und die Schandfahne verbrannt. Derselbe Akt wurde noch am Verwaltungsgebäude der Landesanstalt vollzogen. Während überall die abgewirtschafteten Fahnen bereitwillig herausgegeben wurden, erfuhr die Aktion an der Reichspost eine Verzögerung, da der diensthabende Beamte die Herausgabe der Fahne verwehrte. Nach Eintreffen des Postmeisters wurde jedoch auch hier die Fahne allsogleich freigegeben.

Aus der Rede zur Umbenennung des Marktplatzes zum Adolf-Hitler-Platz am 1. Mai 1934 [4]

„… Deshalb sind unsere Herzen erfüllt von hoher Verehrung und tiefinnerlicher Liebe zum Volkskanzler und wir glauben, unserer Dankbarkeit nicht schöner und besser Ausdruck verleihen zu können, als das wir unseren Marktplatz mit seinen knorrigen, altehrwürdigen Eichen und Linden, den schönsten Platz, den wir besitzen, nach ihm „Adolf-Hitler-Platz“ nennen. –… Aber nicht nur dieser Platz, sondern ganz Teupitz soll unserem Führer gehören. Und wir, wir geloben aufs Neue an dieser für uns heiligen Stätte: In unerschütterlicher, unwandelbarer Treue und unbedingtem Gehorsam stehen wir in guten und bösen Tagen zu Dir, unserem Führer Adolf Hitler.“

Teupitz und der Kessel von Halbe

Anfang April 1945 wurde die deutsche Oderfront von den Sowjets durchbrochen. Es entstand ein wandernder Halbkessel der im Raum Halbe von den Russen geschlossen wurde.

Ein Einwohner von Teupitz erinnert sich an diese Tage: „Ich habe im ersten Weltkrieg das Trommelfeuer in der Champagne erlebt, machte die Sommerschlacht mit und lag auch im zähen Ringen vor Verdun. Aber was sich an diesen Tagen im Halber Kessel zutrug, stellte alles Durchlebte in den Schatten. Mit der Präzision eines Uhrwerks rollte tagsüber bis in die Dunkelheit ein Bombengeschwader nach dem anderen heran, um seine todbringende Last in die Wälder um Halbe, Teupitz und Märkisch Buchholz und die mit Kolonnen vollgestopften Landstraßen abzuladen. Pausenlos fauchten die Raketengeschosse heran, zerhämmerten die Granaten der Geschütze die notdürftig ausgehobenen Stellungen der deutschen Truppen.“

Teupitz wurde am 27. April 1945 eingenommen. Unter beispiellosen Einsatz der Wehrmacht gelang es im Morgengrauen des 29. April 1945 den Riegel der Rotarmisten zu durchbrechen. Daraufhin gelang etwa 45.000 deutschen Soldaten und Zivilisten die Flucht. Über 23.000 deutscher Soldaten kamen dabei im Kessel von Halbe ums Leben und fanden ihre letzte Ruhe auf dem Soldatenfriedhof in Halbe.

1990 und 1991 kamen Sammler von Militaria aus ganz Europa in die Wälder von Halbe, Märkisch-Buchholz und Teupitz und durchsuchten sie nach Verwertbarem. Dieses verwerfliche Verhalten ist ganz klar die Schändung eines historischen Ortes. Während man davor den einen oder anderen Stahlhelm, Gebeine und der Gleichen mehr antraf war danach nichts mehr davon zu sehen. Heutige Besucher können noch Schützengräben, Panzersperrgräben und Bombentrichter entdecken.

Verbrechen und Verfehlungen der Sowjets ab dem 27. April 1945 in Teupitz

Nach der Einnahme von Teupitz und der Auflösung des Halber Kessels zog die Rote Armee schnell weiter um die flüchtenden Deutschen einzuholen und vor allem um bei der Erstürmung von Berlin dabei zu sein. Sie hinterließen aber eine kleine Einheit welche sofort mit den ersten Erschießungen und Vergewaltigungen begannen. Das Militärhospital war geräumt gewesen und nur die Irren der Landesklinik hat man zurück gelassen. Somit fanden die Rotarmisten ein leeres Militärhospital vor, daß sie gleich wieder mit ihren Verletzten auffüllten. Die deutschen Pfleger aus dem gegenüber liegenden „Pflegerdorf“ wurden zusammengetrieben und mußten ihre Zwangsarbeit für die sowjetischen Verletzten und Soldaten leisten.

Am 8. Mai 1945 erließ der sowjetische Ortskommandant den widerrechtlichen 3-Tages-Befehl woraufhin die totale Eskalation der Vergewaltigungen begannen. Die Frauen wurden überall und jederzeit von den Sowjets aufgegriffen. Mehrfachvergewaltigungen, Geschlechtsverstümmelungen und Morde waren an der Tagesordnung. Von Mädchen bis zu älteren Frauen wurde vor nichts haltgemacht. Einige Mädchen konnten versteckt werden oder konnten in den Wald flüchten. Nach dem 10. Mai 1945 begann die sowjetische Militärführung in Deutschland sich des Problems anzunehmen und auch in Teupitz wurden die Vergewaltigungen weniger. Dies entwickelte sich bis 1950 zum strikten Ausgangsverbot mit restriktiver Ausgangsregelung für Sowjetsoldaten in der inzwischen entstandenen sowjetischen Militärgarnison im Ostteil der Irrenanstalt. Selbst Partnerschaften mit Deutschen (es waren inzwischen auch wenige Frauen dabei) wurden mit der sofortigen Heimfahrt in die Sowjetunion bestraft. Das kommunistische Hirngespinst der „Freundschaft zur Sowjetunion“ wurde insgesamt makaber offenbar.

Vom Alltag in der Militärgarnison bekam der durchschnittliche Teupitzer nicht viel mit. Alle wußten aber, daß es in der Roten Armee eine extreme Hackordnung gab in der die Soldaten als Untermenschen behandelt wurden und die Offiziere sich wie Fürsten aufspielten. Man bekam auch mit, daß die Soldaten eine Viertelstunde vor den Mahlzeiten um 7, 12 und 18 Uhr auf dem Appellplatz anzutreten und bis zu den Mahlzeiten sehr laut zu singen hatten. War es dem Kommandeur nicht laut genug wurden so viele Viertelstunden hinten angehängt bis der Kommandeur zufrieden war. Bis Ende der siebziger Jahre gab es die Unsitte der Sowjetsoldaten, daß sie hinter der Garnisonsmauer stehend mit Tomaten und der Gleichen mehr deutsche Passanten bewarfen wo sie diese vermuteten. Zunehmend ließen sich die Teupitzer Kinder dieses nicht gefallen und starteten dem entsprechende Gegenangriffe. Dadurch hörte dies dann auf.

Teupitz hatte in der Besatzungszeit einiges an sowjetischer Unkultur zu erdulden. Die Wälder wurden flächendeckend von ihnen vermüllt, geangelt wurde mit für Deutsche verbotenen Methoden und einen Angelschein brauchten sie auch nicht. Die Krönung waren die allnächtlichen Schießübungen mit Maschinengewehren und Panzern auf dem kilometerlangen Militärgelände hinter der Garnison, von der Autobahn bis über Egsdorf hinaus. Nach der Wende kamen noch die Einbrüche und Autodiebstähle hinzu.

1970 wurde im Bereich der Zossener Straße in Egsdorf, ein gestellter sowjetischer Soldat als Deserteur sofort erschossen.

1975 wurde ein 15-jähriger Radrennfahrer der Radsportgruppe Teupitz-Groß Köris beim offiziellen Durchfahren des Militärgeländes von Egsdorf nach Zesch erschossen. Die Deutsche Volkspolizei durfte die Vernehmungen nicht aufnehmen und die Sowjets interessierten sich nicht dafür. Die Deutsche Volkspolizei zog aber Erkundigungen bei den Sowjets heran und richtete für diese Straße ein zeitweiliges Durchfahrtsverbot ein.

Teupitz-Massow

Teilobjekt 1 - Massow
Teilobjekt 2 - Massow / Bunkerzugang
Stasi-Bunker Massow

Ende der fünfziger Jahre plante das Ministerium für Staatssicherheit ein Objekt in dem es ein Teil seines Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ untergebracht werden konnte. Da dieses Objekt für das Einüben großer Geheimdienstoperationen gedacht war, überlegte man sich im Vorfeld einen volkstümlichen Tarnnamen und wählte sich Massow aus. Dieser Name war und ist auch noch in Mecklenburg zu Hause und führte Stasi-entsprechend auch zu eventuellen Verwechslungen.

Man wählte sich dafür die Autobahnabfahrt nach Teupitz aus, wo auf der Südseite der Landstraße nach Teupitz ein Waldstück war, welches im Osten durch die Autobahn, im Süden durch 7 km Wald bis in den nächsten Ort Baruth und im Westen durch das sowjetische Militärgelände vorerst natürlich begrenzt war. Im Vorfeld mußte es Gespräche mit der sowjetischen Tscheka über den Ort und die gemeinsame Nutzung des sowjetischen Militärgeländes gegeben haben.

Zusätzlich baute man einen etwa 3 km langen Betonweg von der Landstraße in den Wald hinein. Nach einigen Metern auf dem Betonweg erreichte man einen festen Posten, der einen zur Rückkehr aufforderte. Zusätzlich gab es lückenlose Umfeldbestreifung. Die Bauarbeiten der Kaserne dauerten bis ins Jahr 1960 und dann konnte das Wachregiment dort einziehen.

Dieses fand ein Stabsgebäude, Medizinischen Punkt, Speisesaal, Mannschaftsunterkünfte, Garagen, Schießstände, Bunker und noch andere Gebäude vor. In Neuendorf war das Offizierswohnhaus. Als Maximalbewaffnung waren Schützenpanzer vorrätig. Dieses Gelände beherbergte ab sofort das „Kommando 3“ des Wachregiments.

Dem „Kommando 3“ oblagen folgende Aufgaben und Operationen:

  • - Durchführung der Grundausbildung des gesamten Wachregiments „Feliks Dzierzynski“
  • - Schützenpanzerausbildung
  • - Ernstfallübungen
  • - Nahkampfausbildung
  • - Sprengstoffausbildung
  • - Ausbildung im Umgang mit chemischen Waffen
  • - Stellung und Unterbringung des Wachdienstes für den Außenring des Stasi-Gefängnisses in Berlin-Hohenschönhausen
  • - Stellung und Unterbringung des Wachdienstes für die MfS- Funkobjekte in Zeesen, Wernsdorf und Gosen
  • - Ausländerausbildung z.B. PLO, Irak, Libyen und Äthiopien.

Ende Juni 1990 wurde das „Kommando 3“ schließlich offiziell aufgelöst und das Einwohnerlose Massow wurde nach Teupitz eingemeindet. Die Stadt Teupitz erteilte schnell Gewerbegenehmigungen für einen Supermarkt, andere Märkte und Marktstände. Bis Mitte der neunziger Jahre war das Markttreiben dort komplett verschwunden. Dann wurde das Med.-Punkt-Gebäude zur Reha-Klinik umgebaut welche im Jahr 2012 in den Konkurs ging. Ende der Nuller Jahre wurde das Stabsgebäude zu einem Hotel umgebaut, welches aufgrund der Autobahnnähe gut läuft.

Das Teupitzer Lied

Teupitzer Lied
Fischerei Teupitz
Teupitz am See von der Anhöhe über "Tornows Idyll" (Egsdorf) aus gesehen - 1926
Teupitzer See - Bohrs Brücke
Bäckerei-Teupitz

Text & Musik Robert Meyer – Berlin am 26.1. 1929 [5]

1)

Sei gegrüßt liebes Teupitz am Teupitzer See,
ich grüß dich aus der Ferne!
Ach wie oft denke ich an den Wald auf der Höh`,
dort weilte ich so gerne.
Du bist ein Städtchen so niedlich und klein,
komm ich zu Dir, will fröhlich ich sein.

WECHSELREFRAIN

Sei gegrüßt, sei gegrüßt,
liebes Teupitz am Teupitzer See.

2)

Liebst du sehr die Natur, so recht einsam und still
und willst dich dran erfreuen,
fahr hinüber von Teupitz nach `Tornows Idyll`,
das wirst du nicht bereuen.
Und kehrst du abends gemütlich heim,
dann stimm´ mit mir das Liedchen ein.

WECHSELREFRAIN

Lebe wohl, lebe wohl
liebes Teupitz am Teupitzer See.

3)

Ich habe Sehnsucht, dich wieder zu sehen,
so schrieb schon einst Fontane.
Wenn Winde die weißen Segel bläh´n,
leicht schaukeln mit dem Kahne.
Wo einst regierte des Raubritters Faust,
ein friedliches Bürgervölkchen haust.

WECHSELREFRAIN

Oh wie schön, oh wie schön
ist Teupitz am Teupitzer See.

Quellen

  • s. g. persönlich
  • Ortschronik von Teupitz
  • Stadtführer, Teupitz

Anmerkung zu Quellen

Die Präsentation der Geschichte der Stadt Teupitz wird seit 5 Jahrzehnten von Lothar Tybl beherrscht. Tybl, Jahrgang 1937, wurde nicht in Teupitz geboren. Mitte der fünfziger Jahre fing er beim Ministerium für Staatssicherheit an und wurde 1960 zum Wachregiment „Feliks Dzierzynski“ nach Teupitz-Massow versetzt. Dort blieb er bis zur Auflösung des MfS im Jahre 1990 und zog dann nach Berlin.

Im Jahr 2012 gefiel es ihm und seinen früheren Stasi-Genossen illegal einen Gedenkstein zu Ehren des Wachregiments „Feliks Dzierzynski“ auf dessen früheren Gelände in Massow zu setzen. Auf Anweisung des neuen Eigentümers mußten sie diesen Gedenkstein wieder entfernen. Seitdem hat er im Teupitzer Stadtarchiv Hausverbot. Inzwischen kümmert sich ein Verein um die Stadtgeschichte.

Tybl interessierte sich nur am Rande für die Entstehungsgeschichte von Teupitz, ist kommunistischer Internationalist und machte als solcher selbstverständlich nach 1989 die Wendung zu den Linken mit. Aus der Perspektive seiner damaligen streng abgeschirmten und abseits gelegenen Massower Stasiunterkunft vermeinte er im Herzen von Teupitz zu liegen und die Geschehnisse im Ort beurteilen zu können. Dieses führte bei ihm zwangsläufig zu Wissenslücken und insbesondere für die Verbrechen der Rotarmisten an den Teupitzern interessierte er sich kaum.

Dazu:

33-cabinet.png Abgerufen am 21. November 2012. Bei WebCite® archivieren.Der Stein des AnstoßesBerliner Zeitung, 21. November 2012

Verweise

Fußnoten

  1. Der Tagesspiegel, 11. Mai 2008: Das verlorene Schloß
  2. Ortschronik von Teupitz
  3. Der Märker, 9. März 1933
  4. Brandenburgisches Landeshauptarchiv (BLHA), Rep. 8 Teupitz Nr. 117
  5. Spielmannverlag, Teupitz