Fürstenwalde/Spree

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Fürstenwalde/Spree

Wappen von Fürstenwalde/Spree
Staat: Deutsches Reich
Gau: Mark Brandenburg
Landkreis: Oder-Spree
Provinz: Brandenburg
Einwohner (2013): 30.967
Bevölkerungsdichte: 438 Ew. p. km²
Fläche: 70,55 km²
Höhe: 43 m ü. NN
Postleitzahl: 15517
Telefon-Vorwahl: 03361
Kfz-Kennzeichen: LOS
Koordinaten: 52° 22′ N, 14° 4′ O
Fürstenwalde/Spree befindet sich seit 1945 entweder unter Fremdherrschaft oder wird durch die BRD oder BRÖ staatsähnlich verwaltet.
Bundesland: Brandenburg
Bürgermeister: Hans-Ulrich Hengst (parteilos)

Fürstenwalde an der Spree ist die bevölkerungsreichste Stadt im Kreis Oder-Spree im Osten des Landes Brandenburg in Brandenburg. Bis 1939 gehörte die deutsche Stadt Preußens dem Kreis Lebus (Lebuser Kreis) an, der dann bis 1950 Landkreis Lebus hieß.

Lage

Furstenwalde (Spree), Kaffee Hag, Deutsche Ortswappen.jpg

Fürstenwalde liegt innerhalb des Berliner Urstromtales, welches in diesem Abschnitt von der Spree durchflossen wird. Typisch für eine Stadtgründung in einem Urstromtal entstand Fürstenwalde an einer Engstelle des Tales, an der es im Mittelalter vergleichsweise bequem zu durchqueren war.

Geschichte

Ältere Zeit

Im Jahre 1272 wurde Fürstenwalde erstmals urkundlich erwähnt. Die Stadt dürfte jedoch bereits zwischen 1225 und 1250 gegründet worden sein. Begünstigt wurde die Stadtgründung durch die Lage an einer Furt durch die Spree. Dies ist auch ein Ansatz für die Deutung des Stadtnamens. Ab hier war die Spree nicht mehr schiffbar, so daß die Waren umgeschlagen und auf dem Landweg bis zur Oder transportiert werden mußten.

So stieg Fürstenwalde rasch zu einer der wohlhabendsten Städte der Mark Brandenburg auf. In den Auseinandersetzungen um den Falschen Woldemar spielte Fürstenwalde eine wichtige Rolle. Im Jahre 1348 zog der Falsche Woldemar in die Mark und versuchte die Städte für sich zu gewinnen. Der Bischof von Lebus sprach sich für Woldemar aus. Mehrere Städte, darunter Fürstenwalde, widersetzten sich dem Bischof und hielten weiter zu dem Markgrafen Ludwig.

In den folgenden Auseinandersetzungen zogen die Anhänger Ludwigs den Kürzeren. Fürstenwalde mußte daraufhin Woldemar „ansehnliche Lieferungen“ leisten. Ende Oktober 1348 eroberte Ludwig aber Fürstenwalde wieder zurück und bestätigte Fürstenwalde daraufhin seine alten Rechte und Privilegien.

Im Jahre 1373 erwarb Kaiser Karl IV. im Vertrag von Fürstenwalde Brandenburg von den Wittelsbachern gegen eine Entschädigung von 500.000 Gulden. Bei seinem Einzug in die Mark hatten seine Truppen auch die bischöfliche Residenz und die Stiftskirche von Lebus zerstört. Die eilends einberufene Kapitelversammlung beschloß, die gutbefestige und reiche Stadt Fürstenwalde nun zum Sitz des Lebuser Domkapitels zu machen.

Fürstenwalde gehörte damit ab 1385 (nach Bestätigung durch den Papst) zu den drei märkischen Domstädten und Bischofssitzen neben Brandenburg an der Havel und Havelberg. Nach einer Brandschatzung durch die Hussiten begann 1446 der Neuaufbau des St.-Marien-Doms, der mit seinem 68 Meter hohen Turm zu den markantesten Wahrzeichen Fürstenwaldes gehört.

Aus dieser Zeit stammt auch das Alte Rathaus. Erst im Jahre 1624 wurde der Rathausturm ergänzt. Im Mittelalter genoss Fürstenwalde auch als Schulstadt einen guten Ruf. Unter anderem wurde in den Pestjahren 1613, 1625 und 1656 die Universität Viadrina aus dem nahen Frankfurt (Oder) hierher verlegt.

Jüngere Zeit

Mit dem Bau des Friedrich-Wilhelm-Kanals in den Jahren 1662 bis 1669, der die Oder mit der Spree verband, sank auch die Bedeutung Fürstenwaldes als Handels- und Warenumschlagplatz. Mit dem Bau der Spreemühlen 1837 und der dadurch anfallenden Gütermengen erlebte die Stadt erneut einen wirtschaftlichen Aufschwung. Auch deshalb wurde die Stadt 1842 an eine der ersten deutschen Eisenbahnstrecken von Berlin nach Frankfurt Oder angeschlossen.

Militär

Lange Zeit prägte Militär das Stadtbild. Waren früher die Ulanen-Regimenter der Preußischen Armee in der Garnisonsstadt stationiert und im Dritten Reich u. a. Kavallerie, Heeres-Pioniere, Landesschützen, Reserve-Flak, verschiedene Versuchs- und Lehr-Bataillone, eine Sanitäts-Staffel, eine Radfahr-Ausbildungs-Abteilung, eine Veterinär-Ersatz-Abteilung und die Heeresfachschule sowie auf dem Fliegerhorst zahlreiche Einrichtungen der Luftwaffe (Teile der Nahaufklärungsgruppen 3 und 8, Stab/Jagdgeschwader 27, Teile des Zerstörergeschwaders 1, der Schlachtgeschwader 1 und 2, des Schlachtgeschwaders 151, des Kampfgeschwaders 53 und des Flak-Regiments 14), aber auch die Luftkriegsschule 10, Fliegerhorst-Kommandantur 22/III, zwei Flugzeugführerschule, (B 10 und C 10) sowie das Außenkommando KL Sachsenhausen, so waren bis 1994 Truppen der Gruppe der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland in und um Fürstenwalde stationiert.

NKWD-Terrorlager

Das sowjetische NKWD richtete 1945 in einer Arbeitersiedlung der Deutschen Kabelwerke in Ketschendorf das Speziallager Nr. 5 ein. Hier wurden vor allem tausende unschuldiger deutscher Kinder und Jugendliche zu Tode gequält.

Bekannte, in Fürstenwalde geborene Personen

  • Wilhelm Burgdorf (1895-1945), General der Infanterie während des Zweiten Weltkrieges und Chefadjutant des Oberkommandos der Wehrmacht
  • Ottomar Geschke (1882–1957), Politiker
  • Paul Henze (1880–1966), Maschinenbauingenieur und Automobilpionier
  • Otto Hielscher (1922–1980), Offizier und Ritterkreuzträger der Heeres-Artillerie im Zweiten Weltkrieg
  • Theodor Jacobs (1824–1893), Reichstagsabgeordneter
  • Ernst Laas (1837–1885), Pädagoge und Philosoph
  • Christian Mentzel (1622–1701), Mediziner, Botaniker und Sinologe
  • Paul Rehbach (1874–1934), Politiker, Landtagsabgeordneter in Württemberg
  • Karl Rothenburg (1894–1941), Polizist und Generalmajor der Panzertruppe und Ritter des Ordens „Pour le Mérite“ mit dem Ritterkreuz des Eisernen Kreuzes