Globke, Hans

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Dr. Hans Josef Maria Globke

Hans Josef Maria Globke (Lebensrune.png 10. September 1898 in Düsseldorf; Todesrune.png 13. Februar 1973 in Bad Godesberg) war ein deutscher Jurist und Politiker, der es hervorragend verstand, sich unterschiedlichsten politischen Machtverhältnissen anzupassen.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Globke war der Sohn eines Tuchhändlers. Nach dem Abitur diente er in einer Artillerieeinheit des Deutschen Heeres an der Westfront im Ersten Weltkrieg.

Unmittelbar nach Kriegsende begann Globke ein Studium der Rechts- und Staatswissenschaften an den Universitäten von Bonn und Köln. Er war Mitglied der katholischen Studentenverbindung Bavaria Bonn. Nach seiner Promotion über „Die Immunität der Mitglieder des Reichstages und der Landtage“ in Gießen 1922 schlug er eine Karriere im öffentlichen Dienst ein. Im gleichen Jahr trat er der Zentrumspartei bei, der er bis zu deren Auflösung im Jahr 1933 angehörte.

Im Jahr 1925 wurde er stellvertretender Polizeipräsident in Aachen. Im folgenden Jahr sicherte die Ernennung zum Regierungsassessor seine endgültige Übernahme in den preußischen Staatsdienst. 1932 wurde er Referent für Staatsangehörigkeitsfragen im Reichsministerium des Innern, was er auch unter der nationalsozialistischen Regierung blieb.

Oberregierungsrat Dr. jur. Hans Globke unterzeichnete, wie Hunderttausende beamtete, später 131er genannte Staatsdiener, die für Personalakten bestimmte Vereidigungsbestätigung für den neuen Beamten-Diensteid und Treuegelöbnis auf den Führer des Deutschen Reiches und Volkes:

„Ich schwöre: Ich werde dem Führer des Deutschen Reiches und Volkes, Adolf Hitler, treu und gehorsam sein, die Gesetze beachten und meine Amtspflichten gewissenhaft erfüllen, so wahr mir Gott helfe.“

1936 erschien der von ihm und Staatssekretär Wilhelm Stuckart verfaßte offizielle Kommentar zu den Nürnberger Gesetzen. Globke war auch in der Folgezeit an der Ausarbeitung von Gesetzen beteiligt.

Nachkriegszeit

Nach Kriegsende wurde Globke als Belastungszeuge vor das Nürnberger Tribunal befohlen, wo er bekundete, daß ihm die „Massentötung von Juden“ bekannt gewesen sei. Bei der sogenannten Entnazifizierung wurde er als „Mitläufer“ eingestuft.

„Herr Ministerialrat Dr. Hans Globke ist mir persönlich bekannt. Ich achte ihn als einen überzeugten katholischen Christen, dessen Leben und Handeln von den Grundsätzen des katholischen Glaubens bestimmt war. Er hat die Gefahren und Irrtümer des Nationalsozialismus richtig eingeschätzt und verurteilt […] war stets bemüht, Übergriffe, Ungerechtigkeiten und Gewaltakte […] zu verhindern […] ist allen Nichtbeteiligten unbekannt […] was die Juden in Deutschland Herrn Dr. Globke zu verdanken haben.“ — Bischof von Berlin Graf von Preysing am 18. Januar 1946

Ab 1949 diente er als „graue Eminenz“ und rechte Hand von Konrad Adenauer, zunächst als Ministerialdirigent im Bundeskanzleramt, von 1953 bis 1963 als Staatssekretär. Mit Billigung Globkes sammelte der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz und Vaterlandsverräter Otto John Material gegen den Nachrichtendienstler Friedrich Wilhelm Heinz, was zu dessen Entlassung und Entmachtung führte.

Aus der DDR wurde er heftig attackiert und in einem Schauprozeß in Abwesenheit zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Globke beteuerte, kein eifriger Mitarbeiter im Nationalsozialismus gewesen zu sein. Im übrigen teilte er mit, daß er sich bei der Vereidigung auf das Staatsoberhaupt in eine Nische begeben und die Hand unten behalten habe. Für die sogenannte Wiedergutmachung war Globke gefragter Gesprächspartner der Juden, was die Allgemeine Jüdische Wochenzeitung so erklärte:

„Warum sollten wir einen Mann angreifen, der uns so viele Milliarden gebracht hat?“

Nahum Goldmann erklärte die Erfüllungspolitik Globkes so:

„Ich habe die Erfahrung gemacht, daß die Leute, die irgendwie eine Nazi-Belastung hatten, im Umgang am leichtesten waren.“[1]

Zitat

  • „Adenauers Zusammenarbeit mit Heinrich Globke war eine große staatsmännische Tat.“Egon Bahr

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