Bundesstiftung Magnus Hirschfeld

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Magnus Hirschfeld, Namensgeber

Die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld ist eine mit zehn Millionen Euro[1] ausgestattete Stiftung mit Sitz in Berlin, die Steuergelder ausgibt, um den homosexuellen Lebensstil in der Öffentlichkeit zu propagieren, die Homosexualisierung des gesellschaftlichen Lebens zu fördern und shoaistische Vergangenheitsbewältigung mit Bezug zum jüdischen Namensgeber Magnus Hirschfeld zu betreiben.

Entstehung

Hauptinitiatorin und federführend für die Realisierung war die Blockparteifunktionärin (FDP) Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, die hierzu ihr Ministeramt (Bundesministerium der Justiz) einsetzte. Im November 2010 hatte der Haushaltsausschuß des Bundestages – entsprechend dem Koalitionsvertrag der CDU/CSU-FDP-Regierung vom Oktober 2009 – 10 Millionen Euro als Startkapital für die Gründung der Bundesstiftung bewilligt. Vorausgegangen war ein Beschluß des Bundestages vom Jahr 2000 sowie ein Gesetzentwurf der FDP im Jahr 2003. Die Gründung der Stiftung hat nach dem Beschluß der Bundesregierung am 27. Oktober 2011 stattgefunden.

Organisation und Sitz

Für die Errichtung wurde die Rechtsform der Stiftung bürgerlichen Rechts gewählt. Die Stiftung hat drei Organe: Vorstand, Kuratorium und Fachbeirat. Die für die Gremien benannten Personen eint außer dem gemeinsamen Interesse der Umstand, daß sie fast ausnahmslos vom Steuerzahler bezahlt werden bzw. ihre jeweilige Organisation mit Steuergeldern unterhalten bzw. gefördert wird. Der Sitz der Stiftung ist in der Mohrenstraße 63 in Berlin.

Im selben Gebäude befindet sich auch die Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V., die es sich nach eigener Aussage zur zentralen Aufgabe gemacht hat, „Entschädigungszahlungen“ für die Schließung von Hirschfelds „Institut für Sexualwissenschaft“ in Berlin im Jahr 1933 geltend zu machen.[2]

Die Stiftung soll offenbar nicht wie andere ihre Aufgaben aus den Erträgnissen ihres Stiftungsvermögens bestreiten, sondern wird bald weitere Steuergelder vereinnahmen können. Die aktuelle Bundesregierung der Blockparteien CDU und SPD hat laut dem Koalitionsvertrag für die 18. Wahlperiode der Bundesstiftung Magnus Hirschfeld weitere Fördermittel zugesagt.[3]

Selbstdarstellung vom Netzauftritt (März 2018)
Förderprojekte 2017 (Ausschnitt)

Vorstand

  • Jörg Litwinschuh

Kuratorium

Weitere Mitglieder (Auswahl):

Fachbeirat (Auswahl)[4]

  • Andrea Bieler (Kirchliche Hochschule in Wuppertal/Bethel)
  • Michael Schwartz (Institut für Zeitgeschichte)
  • Sabine Balke (i.d.a. Dachverband der deutschsprachigen Lesben/Frauenarchive, -bibliotheken und -dokumentationsstellen e.V.)
  • Lucie Veith (Intersexuelle Menschen e.V.)
  • Martin Dannecker (Deutsche Gesellschaft für Sexualforschung e.V.)
  • Nina Degele (Albert-Ludwigs-Universität Freiburg)
  • Gabriele Dennert (Verband von Lesben und Schwulen in der Psychologie e.V.)
  • Jens Dobler (Schwules Museum Berlin – eingerichtet und unterhalten unter Einsatz öffentlicher Mittel der Stadt Berlin – )[5]
  • Norman Domeier (Universität Stuttgart)
  • Ralf Dose (Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft e.V.)
  • Mari Günther (Zentrum QUEER LEBEN)
  • Gudrun Held (Bundesverband der Eltern, Freunde und Angehörigen von Homosexuellen e.V.)
  • Benjamin Kinkel (Bundesnetzwerk „Vielfalt macht Schule“)
  • Andreas Kraß (Humboldt-Universität Berlin)
  • Rainer Nicolaysen (Universität Hamburg)
  • Beate Tyralla, Wirtschaftsweiber e.V. Netzwerk lesbischer Fach- und Führungskräfte

Aktionen

Die Fußballer im Visier

Aktion für Homophilie im Fußballsport

Der Stiftungsvorstand Jörg Litwinschuh hat im März 2010 ein „Expertennetzwerk“ zur Integration von Homophilie in den Fußballsport („Fußball gegen Homophobie“) gegründet. Dafür hat er die Rechte an der Marke „Fußball gegen Homophobie“ an die Bundesstiftung Magnus Hirschfeld übertragen. Die Stiftung will nach ihren Angaben dort hineinwirken, wo es ihr am wichtigsten ist: ins Jugendtraining, in die Trainerausbildung, bei den Funktionären, den Fußballanhängern und bei den Eltern der Jugendlichen.

Da im Fußball noch selbstbewußtes männliches Verhalten dominiert, soll homosexueller Lebensstil innerhalb des Sports aktiv gefördert, ermuntert[6] und verankert werden sowie nach Aussage der Stiftung Funktionäre, Sportler, Trainer, Schiedsrichter, Vereine, Fanclubs, Eltern von jungen Sportlern, Sponsoren, Wissenschaftler und Medien in diesem Sinn vernetzt werden. Die seinerzeitige Kuratoriumsvorsitzende der Stiftung, damals Ressortchefin des Bundesjustizministeriums, Leutheusser-Schnarrenberger, bat 2013 den Bundestrainer der BRD-„National“mannschaft Joachim Löw über die BILD-Zeitung um Hilfe:

„Ich könnte mir sehr gut vorstellen, daß sich der DFB [Deutscher Fußball-Bund] mit einem eigenen Wagen, auf dem Bundestrainer Jogi Löw und Nationalspieler mitfahren, am Christopher Street Day in München, Köln, Berlin oder Frankfurt beteiligt.“[7]

Projektförderung

Mit einem Teil der erhaltenen Steuergelder fördert die Stiftung ihrerseits Vorhaben in ihrem Sinn. Beispiele für Empfänger von Fördergeldern[8]:

  • Katholische Hochschule für Sozialwesen Berlin: Anschubfinanzierung für Erarbeitung eines Forschungsdesigns „Lebenswelten von inter- und transgeschlechtlichen sowie genderqueeren Jugendlichen aus Menschenrechtsperspektive – ein partizipatives Forschungsprojekt“
  • Kristian Petersen Filmproduktion: Filmprojekt „Fucking different XXY“
  • Uli Aumüller, Filmemacherin: Filmprojekt „Aus eines Mannes Mädchenjahren“
  • „Vielfalt macht Schule“ (via Akademie Waldschlößchen, Reinhausen): Bundesvernetzungs- und Fortbildungstreffen

Hirschfeld Lectures

2012 startete eine Vortrags- und Schriftenreihe „Hirschfeld-Lectures“. Der Wallstein Verlag in Göttingen veröffentlicht Vorträge in einer gleichnamigen Schriftenreihe.

Biographien

Unter der Bezeichnung „Archiv der anderen Erinnerungen“ veröffentlicht die Stiftung Biographien von geschätzten „anderen“ Personen – beginnend im 19. Jahrhundert und in der Weimarer Zeit.

Siehe auch

Fußnoten

  1. Rainer Hörmann: Gelder für Bundesstiftung zur Gleichstellung Homosexueller bewilligt. In: Samstag ist ein Guter Tag. Das schwule Blog. 12. November 2011 (online).
  2. Angabe von der Netzpräsenz der Magnus-Hirschfeld-Gesellschaft [1]
  3. „Die Arbeit der ‚Bundesstiftung Magnus Hirschfeld‘ werden wir weiter fördern.“ Zitat aus dem Koalitionsvertrag 18. Wahlperiode.
  4. Namen und Fotos der Beiräte [2]
  5. Vgl. Angabe auf der Netzpräsenz „Schwules Museum Berlin“ [3]
  6. „Bundesstiftung Magnus Hirschfeld gratuliert Thomas Hitzlsperger zum Coming-out – Vorbildfunktion für andere Sportler“, Presseerklärung (presseportal.de/pm/111672/2635109) vom 8. Januar 2014
  7. Ministerin: „Löw zum Christopher Street Day“, Bild (bild.de), 17. Juli 2013
  8. Offizielle Projektbezeichnungen, Quelle: Netzpräsenz der Stiftung