Bloomberg, Michael

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Michael Rubens Bloomberg
Bloomberg L.P. & Bloomberg Television

Michael Rubens Bloomberg (geb. 14. Februar 1942 in Medford, Massachusetts) ist ein jüdischer Finanzoligarch und Medieneigner in den Vereinigten Staaten. Von 2002 bis Ende 2013 war er Bürgermeister von Neu York.

Werdegang

Herkunft

Michael Rubens („Mike“) Bloomberg wurde am 14. Februar 1942 in Medford, einem Vorort von Boston geboren. Er ist Jude russischer und polnischer Herkunft. Bloombergs Vater, geboren am 19. Januar 1906 in Chelsea, Massachusetts, ein Nachfahre jüdischer Einwanderer, war als Buchhalter in einer lokalen Molkerei angestellt. Sein Großvater väterlicherseits war ein jüdischer Immigrant und Immobilienmakler aus Rußland. Seine Mutter, Charlotte (Rubens) Bloomberg, geboren am 3. Januar 1909 ist die Tochter eines russischen Immigranten und einer Mutter aus New Jersey.[1]

Ausbildung

Michael Bloomberg studierte an der Johns Hopkins University und schloß dort 1964 als Bachelor of Science im Fach Elektroingenieurwesen ab. An der Harvard University erwarb er 1966 den Grad eines Master of Business Administration.

Wirken

Ab 1966 arbeitete Michael Bloomberg als Aktienhändler bei der New Yorker Investmentbank Salomon Brothers (heute: Salomon Smith Barney) und stieg dort 1972 zum Partner und später zum Leiter des Aktienhandels (Wertpapierhändler) auf. Er lancierte dabei die Idee, Aktien gebündelt in Block Trades zu verkaufen. Als Technologiechef ab 1979 förderte er die rechnergestützte Aktienanalyse. Salomon Brothers wurde 1981 aufgekauft. Bloomberg überwarf sich mit dem neuen Salomon-Eigner, der Phibro Corp., und wurde entlassen - allerdings mit einer Abfindung von rund zehn Millionen US-Dollar.

Noch 1981 gründete Michael Bloomberg die „Innovated Market Systems“, die er bald in die Finanzdaten-Agentur Bloomberg L.P. umfirmierte - mit der er offenbar, vor allem in den Jahren des Börsen-Booms, ein mehrere Milliarden Dollar umfassendes Vermögen verdiente. Seine Geschäftsidee bestand darin, für Analysen leicht zugängliche Vergleiche mit früheren Daten zugänglich zu machen sowie - anders als die etablierten Börsendienste wie Reuters damals - Daten aus den einzelnen Börsen in Echtzeit zu übermitteln. Daher investierte er in ein neuartiges System mit vernetzten PC-Geräten (Rechner) auf Basis benutzerfreundlicher Software, die „Bloomberg-Terminals“. Über diese stellte er Kunden ein Rundumprogramm an Daten, Informationen und Analysen über Aktien- und Währungskurse, Ranglisten, Bilanzen, Kalkulationsprogramme und Nachrichten zur Verfügung. Am Anfang etwa stand ein Programm für Rechenoperationen über US-Regierungsanleihen, das Bloomberg 1982 beim Salomon-Konkurrenten Merrill Lynch anregte und kurzfristig realisierte. Der Finanzdienstleister, bei dem Bloomberg die ersten 20 Terminals installierte, erwarb - für angeblich Millionen US-Dollar - rund 30 % an Bloomberg. 1996 reduzierte sich dieser Anteil auf 20 %, Bloomberg erstand die freiwerdenden Anteile für 200 Millionen US-Dollar. Auch 2004 erzielte Bloomberg rund 90 % des Umsatzes über die mehr als 160.000 Terminals. Allerdings verschärften Wettbewerber inzwischen die Konkurrenz, indem sie nur die tatsächliche Nutzung berechneten.

Mediengeschäft

In den 1990er Jahren entwickelte Bloomberg das Unternehmen zusätzlich zum Medienkonzern. Auch diese Aktivitäten wuchsen weltweit, dienten aber nicht zuletzt dem Marketing. Schon 1989 startete Bloomberg die Nachrichtenagentur „Bloomberg Business News“, die später auch Politik und Sport aufnahm und in „Bloomberg News“ umfirmierte. 1992 gründete Bloomberg im Druck-Bereich das „Bloomberg Magazine“ und „Bloomberg Personal“. 1993 folgte „Bloomberg Radio“ und 1994 „Bloomberg TV“ sowie ein Buchverlag („Bloomberg Press“) und 1995 ein Weltnetzdienst („Bloomberg Online“). 1996 kamen der elektronische Brokerservice „Bloomberg Tradebook“ und 1998 die Tageszeitung „Bloomberg Money“ hinzu. Michael Bloomberg setzte auf eine schlanke Produktion, die rund 1.200 Journalisten verpflichteten sich, auch technische Tätigkeiten zu übernehmen.

1997 setzte „Bloomberg“ 1,5 Milliarden und 2001 2,5 Milliarden US-Dollar um. 1997 betrug der Konzerngewinn rund 200 Millionen US-Dollar, die Stellenzahl lag 2002 bei weltweit 8.000. Zur Gewinnlage äußert sich Bloomberg nicht.

Bloombergs Privatvermögen wuchs auf rund 4,5 Milliarden US-Dollar.

Arnold Schwarzenegger mit Michael Bloomberg

Im Jahr 2001 gewann Bloomberg die Bürgermeisterwahl von Neu York und trat die Nachfolge von Rudolph Giuliani an. Um nicht in den Vorwahlen antreten zu müssen, wechselte der Demokrat Bloomberg vor der Wahl die Partei und trat den Republikanern bei. Nirgends sonst, mit Ausnahme von Israel, leben so viele Juden wie in Neu York. In die Galerie jüdischer Bürgermeister der Stadt (Fiorello LaGuardia, Abraham Beame, Edward Koch usw.) reihte sich 2001 Michael Bloomberg ein. Kurz zuvor von den Demokraten zu den Republikanern gewechselt, weil er es dort bei den Vorwahlen mit schwächeren Mitbewerber zu tun hatte, investierte der Eigentümer eines weitverzweigten Medienkonzerns über 50 Millionen Dollar in seine Wahlkampagne. Da konnte sein (ebenfalls jüdischer) Gegenkandidat Green von den Demokraten auch mit dem Hinweis auf Bloombergs diverse Skandalaffären (u. a. drei Klagen wegen des Vorwurfs sexueller Nötigung) nichts ausrichten.[2]

Michael Bloomberg besuchte mit Grand Rabbi Moshe Leib Rabinovich die Munkacs Hasidic Sekte in Brooklyn, 2004 USA

2005 wurde Michael Bloomberg mit 58 Prozent als Bürgermeister wiedergewählt. Für seine Wahl 2001 und seine Wiederwahl 2005 soll er insgesamt mehr als 150 Millionen Dollar aufgewendet haben. Die Wahlkämpfe finanzierte er größtenteils aus eigener Tasche.

Am 20. Juni 2007 gab Bloomberg bekannt, daß er die Republikanische Partei verläßt und als unabhängiger Politiker auftreten werde.

Bloomberg trat unter anderem mit Vorschlägen zur Energie- und Klimapolitik und als Gegner von privatem Waffenbesitz hervor. Das brachte ihm Aufmerksamkeit: Das „Time“-Magazine hob ihn mit dem kalifornischen Gouverneur der Republikaner, Arnold Schwarzenegger, auf den Titel. Schwarzenegger ließ verlauten, Bloomberg sei ein exzellenter Kandidat.[3]

Der ehemalige Börsenhändler Bloomberg verdiente als Begründer der gleichnamigen Finanznachrichtenagentur ein Vermögen und gehört heute zu den reichsten Männern weltweit. Bloombergs Vermögen wurde 2010 auf 18,0 Milliarden Dollar geschätzt (2007: 11,5 Milliarden US-Dollar).[4]

Seinen Bürgermeister-Wahlkampf 2009 hatte Medienmogul Bloomberg sich umgerechnet knapp 70 Millionen Euro kosten lassen. Eigentlich verbieten die Stadtgesetze eine dritte Amtszeit; der Neu Yorker Stadtrat gab aber eine Ausnahmeregelung.[5] Ende 2013 endete Bloombergs dritte Amtszeit.

Klimabeauftragter der UNO

Seit 2014 ist Bloomberg UN-Beauftragter für Städte und Klimawandel.[6] Bloomberg führt die Kampagne „America’s Pledge“ an, mit der Unternehmen und lokale Gesetzgeber in den VSA zur Umsetzung der Pariser Klimaschutzziele ermutigt werden sollen. Im Dezember 2017 nahm er an dem vom französischen Präsidenten Emmanuel Macron initiierten Pariser Klimagipfel teil.[7]

Nach Angaben des Magazins „Forbes“ (Januar 2018) wird Bloomberg sein Vermögen auf 50,8 Milliarden US-Dollar (40,5 Mrd Euro) geschätzt.

Auszeichnungen

  • 11. Mai 2010: Henry A. Kissinger-Preis der American Academy - Mit dem Preis werden seine „herausragenden Verdienste“ in der Finanzindustrie, als Bürgermeister und als weltweit engagierter Wohltäter gewürdigt. Mit dem Preis ehrt die Akademie jedes Jahr eine „amerikanische“ oder „europäische“ Persönlichkeit für ihre Verdienste um die transatlantischen Beziehungen. [9]

Verweis

Fußnoten

  1. Munzinger-Archiv GmbH, 2005
  2. David Korn: Wer ist wer im Judentum? - FZ-Verlag ISBN 3-924309-63-9
  3. kurier.at, 20. Juni 2007: Bloomberg - Superreicher Querdenker - Der New Yorker Bürgermeister gehört zu den reichsten Männern der Welt
  4. Forbes Magazine, 2007: Weltrangliste der Milliardäre
  5. euronews.net, 4. November 2009: Bloomberg wiedergewählt – Demokraten verlieren
  6. Bloomberg soll unter anderem die Umsetzung der Pariser Klimaschutzziele vorantreiben.
  7. New Yorks Ex-Bürgermeister Bloomberg wird Klimabeauftragter der UNO, Epoch Times, 6. März 2018
  8. Sudan weist Journalistin wegen Darfur-Berichterstattung aus, Deutschlandradio Kultur - Kulturnachrichten, 10. Februar 2009
  9. 33-cabinet.png Archiviert im Internet-Archiv.Michael Bloomberg erhält Kissinger-PreisDie Welt, 4. Mai 2010