Tschubais, Anatoli

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Anatoli Tschubais
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Anatoli Borissowitsch Tschubais (Lebensrune.png 16. Juni 1955 in Borissow, Oblast Minsk, Weißrussische SSR, Sowjetunion, heute Baryssau, Weißruthenien) ist ein jüdischer Politiker und Oligarch in Rußland. Er gilt als einer der wichtigsten „Reformer“ der Nachsowjetzeit und betrieb den Übergang vom abgewirtschafteten egalitären Sowjetsystem zur westlichen Plutokratie. Seine Privatisierungen führten zur Entstehung der (mehrheitlich jüdischen) Oligarchenkaste in Rußland – zu der er mittlerweile als Präsident des größten Stromversorgers ebenfalls zählt.

Werdegang

Tschubais entstammt der sowjetischen Elite, denn sein Vater war ein Politkommissar beim Militär. Nach seinem Doktor der Ökonomie arbeitete Tschubais als Dozent an einem Leningrader Institut. Dort baute er nach der Machtübernahme von Michail Gorbatschow einen informellen Kreis von Reformern auf, aus dem später zahlreiche führende Minister und einflußreiche Unternehmer hervorgingen. Als Verantwortlicher für die Wirtschaftsreformen in Leningrad holte er ab 1989 zahlreiche Reformer in die Stadt, um Leningrad zu einem Modell für die Reformen zu machen. 1991 wurde der Reformer Anatoli Sobtschak zum Oberbürgermeister von Leningrad gewählt, und Tschubais galt als einer seiner engsten Mitarbeiter.

In Rußland wird Tschubais zu den führenden Reformern neben Jegor Gaidar, Boris Nemzow und Alfred Koch gezählt. Gaidar war in der Anfangszeit der Hauptverantwortliche für die Wirtschaftsreformen und übertrug Tschubais den Bereich der Privatisierung der russischen Konzerne. Tschubais entwickelte das Programm für die Voucher-Privatisierungen und war auch mitverantwortlich für die sehr umstrittenen Kredite für Aktien-Privatisierungen. Anfang 1998 bezeichnete der in Amerika lebende jüdische Finanzier und Spekulant George Soros, der Hunderte Millionen Dollar für die Unterstützung der russischen Reformen stiftete, Tschubais als „verdorben durch seine Handhabung der Privatisierungen“.

Ab 1992 besetzte Tschubais den Posten eines Vizepremiers und stieg 1994 zum Finanzminister auf, doch Ende 1995 entließ Boris Jelzin Tschubais, da seine Reformen sehr unpopulär waren. Der Oppositionspolitiker führt die liberale Partei „Union der Rechten Kräfte“ (SPS).[1] Seine organisatorischen Fähigkeiten zeigte Tschubais 1996 als Wahlkampfleiter für Jelzins Wahlkampf. Nach dem Wahlsieg leitete er zusätzlich auch die Präsidialverwaltung und stieg damit zum zweitmächtigsten Mann im Staat auf. In dieser Zeit stiegen einige der Finanziers durch Privatisierungen zu superreichen Oligarchen auf. 1997 schließlich stürzte Tschubais als Finanzminister über eine Finanzaffäre, behielt jedoch seinen Posten als Vizepremier (bis 1998).

Tschubais diente Jelzin als Aushängeschild für den Westen, der Tschubais als Garanten für die Reformen ansah. Mit Erfolg konnte Tschubais Rußland durch die Verhandlung eines 22-Milliarden-$-Kredites in Krisenzeiten finanziell absichern.[2]

Fußnoten