Erster Weltkrieg

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Als Erster Weltkrieg wird der vom 28. Juli/1. August 1914 bis 11. November 1918 in Europa, dem Nahen Osten, Afrika und auch Ostasien geführte Weltkrieg bezeichnet, welcher über neun Millionen Menschenleben forderte. Im Gesamtzusammenhang mit dem Zweiten Weltkrieg betrachtet spricht man auch vom Zweiten Dreißigjährigen Krieg. Wenngleich nicht so deutlich wie der Zweite Weltkrieg, so war der Erste Weltkrieg dennoch im wesentlichen ein gegen Deutschland gerichteter Vernichtungskrieg der führenden Großmächte des 20. Jahrhunderts, denen unter dem Eindruck der Zweiten Industriellen Revolution das Deutsche Reich zunehmend als unliebsamer, vielfach unabhängiger Konkurrent zum bereits damals weitgehend plutokratisch ausgerichteten Weltwirtschaftssystem erschien. Dies wird jedoch von der politisch „korrekten“ Geschichtsschreibung sowie in der Veröffentlichten Meinung regelmäßig verharmlost, verschwiegen oder geleugnet. Zu Beginn des Krieges gegen Deutschland erfolgte seitens deutscher Intellektueller ein verzweifelter Aufruf an die Kulturwelt, der jedoch erwartungsgemäß unbeachtet verhallte.

Als sich die Entente-Mächte im Jahre 1916 am Rande einer Niederlage befanden, machten ihnen die Mittelmächte ein Friedensangebot zur Beendung des Krieges. Über die Gründe, warum das Angebot von den Entente-Staaten abgelehnt wurde, sprach Benjamin Freedman (Jude) im Jahre 1961 anläßlich einer Rede im Willard Hotel in Washington D.C..

Vom lokalen Konflikt zum Weltkrieg

Einleitende Betrachtung

1. August 1914 in Berlin (1914) von Arthur von Kampf[1]
Bildende Kriegskunst: Ein Soldat des Deutschen Heeres mit Pickelhaube auf dem Weg zur Kriegsfront nimmt 1914 Abschied von seiner Familie

Die europäische Bündnispolitik, wie sie sich spätestens ab 1904 mit der Entente Cordiale auf Betreiben der späteren Kriegsgegner des Deutschen Reiches ausgeformt hatte, bildete eine Grundvoraussetzung für einen europäischen, gegen das Deutsche Reich gewollten Krieg. Bis 1912 war der Dreibund von feindlichen Staatenbündnissen weitgehend umgeben, wodurch die Voraussetzungen für einen gegen denselben gerichteten, europäischen Krieg grundsätzlich schon gegeben waren. Da die Kriegsparteien teilweise weltweite Beziehungen z. B. durch Besitz überseeischer Kolonien unterhielten, mußte im Kriegsfalle gewiß die Gefahr einer Ausweitung zum Weltkrieg befürchtet werden. Die Ursachen für den Ausbruch des Weltkrieges reichen daher, vielfach verflochten, weit vor das Jahr 1914 zurück.

Infolge des Attentates von Sarajewo hatte sich Italien vom Dreibund gelöst, zwischenzeitlich seine Neutralität erklärt und war danach zu den Entente-Mächten übergelaufen; damit waren die Mittelmächte, Deutsches Reich und Österreich-Ungarn, spätestens zu Beginn des Weltkrieges von Feinden völlig eingekreist[2].

Überwiegend machtpolitische Beweggründe der betreffenden europäischen Staaten und Staatenbündnisse duldeten kein starkes Deutschland. Aber auch der gegen Österreich-Ungarn und den Dreibund gerichtete Panslawismus schürte politisches und militärisches Konfliktpotential.

Das Attentat von Sarajewo war mitnichten die Ursache, sondern lediglich ein willkommener Auslöser zur Aktivierung der kriegseröffnenden, diplomatischen und militärischen Abläufe, wie sie in den betreffenden Bündnisvereinbarungen in den Vorjahren festgeschrieben worden waren.

Kaiser Franz Joseph äußerte sich in einem Brief an den deutschen Kaiser wie folgt:

Das gegen meinen armen Neffen ausgeübte Attentat ist die direkte Folge der von den russischen und serbischen Panslawisten betriebenen Agitation, deren einziges Ziel die Schwächung des Dreibundes und die Zertrümmerung meines Reiches ist.[3]

Der Erste Weltkrieg wurde zunächst geführt zwischen den Mittelmächten Österreich-Ungarn und Deutsches Reich einerseits und den Entente-Mächten Frankreich, Großbritannien und Russisches Kaiserreich sowie Serbien andererseits.

Luxemburg und Belgien wurden infolge der Umsetzung des Schlieffenplanes unfreiwillig in den Krieg miteinbezogen. Mit Italiens zwischenzeitlicher Neutralitätserklärung infolge des Attentates von Sarajewo war der Dreibund zerbrochen; übriggeblieben waren somit die Mittelmächte. Ihnen waren im Verlaufe der militärischen Auseinandersetzungen lediglich das Osmanische Reich und Bulgarien beigetreten, während die Entente-Mächte mit den Beitritten der Staaten Japan, Portugal, Rumänien, VSA und Italien im Vergleich zur Gegenseite deutlich stärker waren. Im Ersten Weltkrieg ging es im Wesentlichen um die zukünftige europäische Hegemonie und eine neue globale Machtordnung; nicht einmal 20 Jahre später vollendeten die Siegermächte ihre Kriegsziele mit dem wiederum durch sie entfesselten Zweiten Weltkrieg.

„Deutschland ist von allen kriegsführenden Mächten die einzige gewesen, die am Ausbruch des Krieges (1914) überhaupt keine Schuld trägt.“Harry Elmer Barnes in Nation Europa, 5/1954, S. 4
Kriegserklärung

Der Krieg begann am 1. August 1914 mit dem russischen Überfall auf Deutschland, nachdem am 28. Juli 1914 die Kriegserklärung Österreich-Ungarns an Serbien nach dem von serbischer Seite abgelehnten Ultimatum erfolgt war, das dem tödlichen Attentat von Sarajewo am 28. Juni 1914 auf den Österreichischen Thronfolger Erzherzog Ferdinand und dessen Gemahlin folgte.

Ultimatum

Im Ultimatum vom 23. Juli 1914 verlangte die österreichisch-ungarische Regierung Genugtuung von der serbischen Regierung, indem sie unter anderem forderte, eine gerichtliche Untersuchung einzuleiten und von der k. u. k.-Regierung delegierte Organe an den bezüglichen Erhebungen teilnehmen zu lassen. Die serbische Regierung lehnte dies als angebliche Beeinträchtigung ihrer Souveränität ab. Das Ultimatum bestand aus mehreren Punkten und Serbien akzeptierte einen Teil, aber nicht alle. Ungarns Ministerpräsident István Tisza hatte starke Bedenken gegen einen Krieg. Tisza wurde im Jahre 1919 in Budapest vom bolschewistischen Pöbel umgebracht und Graf Stürgkh wurde 1916 in Wien vom „sozialdemokratischen“ Juden Friedrich Adler ermordet.

Rußland

Mehrfach hatte der deutsche Kaiser erfolglos seinen Vetter, den russischen Kaiser, ersucht, Rußland möge seiner Bündnisverpflichtung gegenüber Serbien nicht nachkommen, um eine militärische Eskalation zu vermeiden; nachfolgende Briefe des Kaisers mit gleichlautendem Anliegen an das russische Außenamt erbrachten ebenfalls keinen Erfolg.

Am 30. Juli befahl Rußland trotzdem die Generalmobilmachung der Kaiserlich-Russischen Armee, da dies eine willkommene Ablenkung von den damaligen innenpolitischen Problemen Rußlands bedeutete. Daraufhin mußte das Deutsche Reich, entsprechend seiner Bündnisverpflichtung gegenüber Österreich-Ungarn, Rußland am 1. August den Krieg erklären. Bereits am selben Tag fielen russische Einheiten in Ostpreußen ein.

Technik

Der Erste Weltkrieg war der erste Krieg, der mit massivem Materialeinsatz mit Panzern, Flugzeugen und auch mit Giftgas geführt wurde. Im Gegensatz zur neuen Technik standen die bis dahin veralteten Militärstrategien, so daß es letztlich zum Stellungskrieg kam. Auf den Schlachtfeldern vor Verdun und in Flandern fielen auf beiden Seiten hunderttausende Soldaten, ohne daß sich grundlegend an der militärischen Lage etwas änderte.

Außenpolitik und Bündniskonstellationen am Vorabend des Krieges

Wilhelm II. - An mein Volk.jpg

Mittel- und Osteuropa

An der Schwelle des 20. Jahrhunderts gab es in Mittel- und Osteuropa wesentlich weniger Staaten als heute. Die beiden Vielvölkerstaaten Österreich-Ungarn und Rußland teilten sich das Gebiet im Wesentlichen untereinander auf.

Im Südosten Europas befand sich das Großmachtpolitik betreibende Osmanische Reich. Kleinere Staaten gab es nur auf dem Balkan, der in den Jahrzehnten zuvor wegen der Unabhängigkeitsbestrebungen der dortigen Völker und des Aneinandergrenzens der expansiven europäischen Mächte mit dem Osmanischen Reich in dieser Region ein ständiger Unruheherd gewesen war. Besonders im Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn gab es erhebliche Spannungen zwischen den verschiedenen Volksgruppen. Zudem befand sich die österreichisch-ungarische Monarchie im Gegensatz zum russischen Kaiserreich, das sich als Sprecher der sogenannten „slawischen Völker“ sah und als Schutzmacht des (unabhängigen) Königreichs Serbien auftrat. Das Verhältnis Österreich-Ungarns zu beiden Staaten war erst wenige Jahre zuvor, 1908, im Zuge der Bosnischen Annexionskrise erheblichen Belastungen ausgesetzt gewesen, die bereits damals leicht in einen Krieg hätten münden können.

Vereinigte Staaten von Amerika

Ein Grundpfeiler amerikanischer Außenpolitik bildete seit 1823 die Monroe-Doktrin, durch die jedwede politische Einmischung der Alten Welt in die Neue Welt als unfreundlicher Akt gegen die Vereinigten Staaten aufgefaßt werden konnte. Die Monroe-Doktrin wurde z. B. bemüht, nachdem sich Texas, ursprünglich mexikanisches Territorium, auf Betreiben nordamerikanischer Siedler von Mexiko losgerissen hatte und 1845 in die Vereinigten Staaten aufgenommen worden war. Im Verlauf des Mexikanisch-Amerikanischen Krieges annektierten die Vereinigten Staaten über 40 % des mexikanischen Territoriums. Die Monroe-Doktrin wurde wiederum bemüht, als Napoleon III. 1863 das Kaiserreich Mexiko ausrief und Erzherzog Maximilian, ein Bruder des österreichischen Kaisers, 1864 mexikanischer Kaiser wurde. Unter Berufung auf die Monroe-Doktrin setzten die Vereinigten Staaten den Abzug der französischen Truppen aus Mexiko durch, da befürchtet wurde, ein starkes Kaiserreich Mexiko könnte möglicherweise die annektierten Gebiete zurückverlangen. Maximilian wurde 1867 hingerichtet. Da Deutschland mit Österreich verbündet war, befürchteten die USA wegen der annektierten Gebiete eine Revision dieser Annexion.

Westeuropa

Großbritannien, das über besonders viele Kolonien in Afrika und Asien verfügte, war die führende Seemacht, die sich seit Beginn des Jahrhunderts durch das politisch und wirtschaftlich aufstrebende Deutsche Reich und das damit einhergehende reichsdeutsche Flottenbauprogramm in seiner globalen Vormachtstellung bedroht fühlte. Dies war der Hauptgrund der entstandenen Spannungen in Europa. Weiterhin hatte Frankreich seine Niederlage nach dem Überfall auf das Deutsche Reich im Krieg von 1870/71 nicht vergessen, dementsprechend wurden die Spannungen von französischer Seite gezielt geschürt. Das Deutsche Reich drohte durch den Bau der Bagdad-Bahn die Kontrolle der Ölvorkommen im Nahen Osten durch englische und amerikanische Ölkonzerne zu unterlaufen.

Einkreisung Deutschlands

Durch die Einkreisungspolitik gegen Deutschland hatten sich in Europa zwei Blöcke herausgebildet. Auf der einen Seite standen die Mittelmächte mit den Hauptverbündeten Deutsches Reich und Österreich-Ungarn sowie den später beigetretenen Staaten Osmanisches Reich und Bulgarien. Auf der anderen Seite stand der russisch-französische Zweiverband, der sich im Jahr 1907 mit dem Beitritt Großbritanniens zur Triple Entente erweitert hatte. Vor den Gefahren, die von solch einer Bündniskonstellation für Deutschland ausgingen, hatte bereits Bismarck gewarnt. Erschwerend kam hinzu, daß Frankreich seine Niederlage im von ihm selbst mit dem Überfall auf Deutschland ausgelösten Deutsch-Französischen Krieg von 1870/71 nicht vergessen hatte. Des weiteren hatten sich die Beziehungen Rußlands zum Deutschen Reich seit dem Berliner Kongreß verschlechtert, denn das Russische Kaiserreich fühlte sich von Bismarck bezüglich seiner Gebietsansprüche am Balkan, die es aus dem zuvor gegen das Osmanische Reich gewonnenen Krieg abgeleitet hatte, mißverstanden. Die Isolierung des Deutschen Reiches wurde offensichtlich, als der 1887 zwischen dem Deutschen Reich unter Kaiser Wilhelm II. und Rußland abgeschlossene Rückversicherungsvertrag 1890 vom neuen deutschen Reichskanzler Leo von Caprivi unter dem Einfluß Friedrich August von Holsteins nicht erneuert worden war.

Damit war das Deutsche Reich, welches z. B. im Gegensatz zu Großbritannien auf weitgehend friedlichem Wege erstarkt war, von Großbritannien, Frankreich und Rußland feindlich umzingelt; die drei Staaten duldeten kein Europa mit einem selbstbewußten und starken Deutschland.

Militärische Ausgangslage

Die Entente war zu Beginn des Krieges in einer deutlich stärkeren Ausgangslage als die Mittelmächte. Sie verfügte über mehr Soldaten (auch wegen ihrer Kolonien), größere Rohstoffreserven und hatte größere Reserven an Kriegsmaterial. Auch an Waffentypen, insbesondere schwerer Artillerie, mangelte es den westlichen Alliierten nicht. Österreich-Ungarn und Deutschland hatten in den Jahren zuvor erheblich niedrigere Rüstungsausgaben als die Entente-Staaten und waren auf einen Krieg dementsprechend überhaupt nicht vorbereitet. Die Ausbildung in der österreichisch-ungarischen Armee war teilweise veraltet, auf einen nicht mehr aktuellen „Heldenmut“ getrimmt. Deutsche Militärs sahen teilweise entsetzt, wie österreichisch-ungarische Soldaten unterminierte Schlachtfelder voll mit Stacheldrahthindernissen beritten. Der Organisationsgrad der deutschen Armee und deren Kampfmoral waren allerdings teilweise besser und ausgeprägter als bei der Entente. Die für den Transport der Truppen und den Nachschub erforderliche Logistik war durch den vorhergegangenen deutschen Wirtschaftsaufschwung vorhanden und wurde zudem durch ein gut funktionierendes Eisenbahnnetz unterstützt.

Die meisten kriegführenden Staaten gingen davon aus, einen kurzen Krieg zu führen und diesen noch im Jahre 1914 jeweils erfolgreich beenden zu können.

Mobilmachungsbefehl des Deutschen Reiches für das Kaiserliche Heer

Heeresstärke bei Kriegsausbruch

Quelle: Reichsarchiv, Bd. 1, 1930 (nach Kriegsrüstung und Kriegswirtschaft)

Kriegsstärke des Heeres Davon Feldheer Gesamtzahl der Ausgebildeten
Deutsches Reich 2.823.000 2.398.000 4.900.000
Österreich-Ungarn 2.500.000 1.421.000 3.034.000
Mittelmächte 5.323.000 3.819.000 7.934.000
Kriegsstärke des Heeres Davon Feldheer Gesamtzahl der Ausgebildeten
Frankreich 3.580.000 1.867.000 4.980.000
Rußland 4.800.000 3.420.000 6.300.000
Großbritannien 350.000 155.000 1.000.000
Belgien 222.000 117.000 400.000
Serbien 300.000 240.000 400.000
Triple Entente 9.292.000 5.824.000 13.140.000

Kriegsziele

Deutsches Reich

Sind wir die Barbaren? Vergleich zwischen Deutschland, England und Frankreich

Der Erste Weltkrieg hatte für das Deutsche Reich ursprünglich einen reinen Verteidigungscharakter, da Großbritannien und Frankreich Deutschland den Krieg erklärt hatten und es für das Deutsche Reich vorrangig weiterhin nur um die Wahrnehmung der Bündnisverpflichtung Österreich-Ungarn gegenüber ging. Kanzler Bethmann Hollweg hatte am 9. September 1914 in seinem „Septemberprogramm“ die Kriegsziele festgelegt. Deutschland wollte seine seit der Reichseinigung stark gewachsene Machtstellung sichern und seine berechtigten Ansprüche auf eine weltpolitische Rolle geltend machen.

Kriegsziele waren im Einzelnen:

  1. Die Abtretung des Erzbeckens von Briey an Deutschland sowie die wirtschaftliche Verknüpfung Frankreichs mit Deutschland.
  2. Die militärisch-politische und wirtschaftliche Kontrolle Belgiens durch Eingliederung von Lüttich und Antwerpen sowie der flandrischen Küste.
  3. Die Eingliederung Luxemburgs als weiteren deutschen Bundesstaat.
  4. Eine wirtschaftliche Einheit Mitteleuropas unter deutscher Führung.
  5. Freie Hand bei der Vergrößerung des deutschen Kolonialbesitzes in Afrika zu ungunsten Englands.
  6. Holland sollte in ein noch engeres Verhältnis zum Deutschen Reich gebracht werden.

Nachdem in der Euphorie der ersten Kriegswochen viele, meist unrealistische Kriegsziele aufgestellt worden waren, verbot Bethmann Hollweg Ende 1914 aus Rücksicht auf das neutrale Ausland und die deutsche Arbeiterschaft die öffentliche Kriegszieldebatte.

Ein großer Wunsch der deutschen Kriegszielpolitik im Westen war stets Belgien. Seit dem Septemberprogramm rückte keiner der politisch Verantwortlichen von dem Wunsche nach der Eingliederung des zwischen Frankreich und Deutschland gelegenen und in die beiden Volksgruppen Flamen und Wallonen zerrissenen Zwergenstaates Belgien in Deutschland ab. Ein zweites zentrales Kriegsziel war neben der Errichtung eines entsprechenden Grenzstreifens zur Sicherung der deutschen Ostgrenze die mehr oder weniger direkte Kontrolle des russisch beherrschten Polens.

Im Rahmen der Randstaatenpolitik Deutschlands – der Zurückdrängung Rußlands und der Schaffung einer Zone von Pufferstaaten von Finnland bis zur Ukraine gegenüber möglichen zukünftigen Feinden lag der Schwerpunkt der deutschen Sicherheitspolitik im Osten vor allem im Baltikum.

Das deutsche Ziel „Mittelafrika“ wurde besonders zielstrebig verfolgt. Ein Vorschlag Wilhelm Heinrich Solfs, des Staatssekretär des Reichskolonialamtes, der im August und September 1914 ein konkretes Mittelafrika-Projekt entwarf, enthielt die Verteilung der afrikanischen Kolonien Frankreichs, Belgiens und Portugals unter zukünftiges deutsches Protektorat, den Bethmann Hollweg damals in sein Septemberprogramm einschloß.

Der Frieden von Brest-Litowsk am 3. März 1918 mit Rußland sah vor, daß Polen, Litauen, Estland und Kurland von der russischen Herrschaft befreit und auch die Ukraine und Finnland unabhängig wurden. Um die zukünftige Bedrohung Deutschlands durch das russische Riesenreich zu mindern, wurden zu den russischen Randstaaten in Folge seitens des Deutschen Reiches vielfältige Beziehungen aufgebaut.

Die Frage, die damals in der deutschen Führung diskutiert wurde, war auch, ob sich ein deutsch geführtes Mitteleuropa zukünftig gegen die zwei größten Seemächte Großbritannien und die VSA durchsetzen könnte. Schließlich besaßen die beiden Weltmächte praktisch den unbegrenzten Zugriff auf das globale wirtschaftliche Potential mit seinen Ressourcen. Als Antwort darauf entwickelten die deutschen Planer die Idee eines europäischen wirtschaftlichen und militärischen Großraumes unter deutscher Führung von der Biskaya bis zum Ural. Dieser europäische Großraum sollte ein Gegengewicht zu den globalen Seemächten England und VSA darstellen.

Österreich-Ungarn

Österreich-Ungarn kämpfte mit der kaiserlichen und königlichen Armee um seine Interessen, die es insbesondere durch Rußlands Vormachtstreben auf dem Balkan bedroht sah und strebte vor allem die Eingliederung Serbiens, Montenegros, Rumäniens und Russisch-Polens in seinen Vielvölkerstaat an. Entgegen den nationalistischen Tendenzen der damaligen Zeit hielt Österreich-Ungarn an der universalen Idee vom Kaisertum und somit am Vielvölkerstaat fest. Wie bei keiner anderen Großmacht standen bei der Monarchie auch andere Kriegsziele im Vordergrund: die Behauptung des Trentino, des Küstenlandes mit Triest und Dalmatien sowie der albanischen Küste gegen Italien, die Abwehr der rumänischen Ansprüche auf Siebenbürgen und die Bukowina, die Zurückweisung der großserbischen und jugoslawischen Bestrebungen in Bosnien-Herzegowina, Dalmatien, Kroatien und Slawonien, die Verteidigung gegen die panslawistischen Pläne Rußlands in Galizien und Böhmen, auch um der reichsdeutschen Hegemonie zukünftig ein Gegengewicht entgegensetzen zu können. Aber die Hauptbestrebungen der österreichisch-ungarischen Monarchie richteten sich auf die Aufrechterhaltung ihres Bestandes, das heißt, ihre Integrität.

Frankreich

Frankreich suchte Vergeltung für die Niederlage im Krieg von 1871, bei dem es Deutschland zuvor überfallen hatte und besiegt wurde. Das deutsche Elsaß-Lothringen fiel danach vertraglich zugesichert endgültig an das Deutsche Reich. Frankreichs Ziel war darüber hinaus, die Vormachtstellung des Deutschen Reiches auf dem europäischen Kontinent zu brechen.

Das wichtigste Kriegsziel tauchte bereits in den ersten Kriegstagen auf: Die Annexion Elsaß-Lothringens, das von Frankreich 1871 vertraglich „für alle Zeit“ Deutschland zugesichert worden war. Diese Forderung blieb vom Anfang bis zum Ende des Krieges ein unverrückbares Kriegsziel. Als nach dem Sieg an der Marne beschlossen wurde, den Krieg bis zum Ende fortzuführen, traten bald auch weitere Ziele an die Öffentlichkeit, vom Saarbecken über linksrheinische Gebiete bis hin zur Zerschlagung der deutschen Reichseinheit oder zumindest der nachhaltigen Schwächung des Deutschen Reiches durch Erzwingung föderaler Strukturen, wie es dann auch nach 1945 endgültig geschah. Im Herbst 1915 zeichneten sich schließlich die endgültigen französischen Kriegsziele ab. Die Annexion Elsaß-Lothringens in den Grenzen von 1814 oder sogar 1790, also mit dem deutschen Saargebiet, die Abdrängung Deutschlands bis hinter den Rhein durch Annexion des Rheinlandes sowie eine wirtschaftliche und militärische Angliederung Belgiens und Luxemburgs an Frankreich.

Die kolonialen Kriegsziele Frankreichs waren ein geschlossenes französisches Westafrika, inklusive der bis dahin deutschen und britischen Kolonien. Auch im Orient war im Grunde Großbritannien mehr Konkurrent als der eigentliche Kriegsgegner, das Osmanische Reich.

Die günstige Kriegslage im Sommer 1916, insbesondere der Kriegseintritt Rumäniens, bewirkte weitere Diskussionen in Bezug auf die Friedensbedingungen. Zuerst entwarf Generalstabschef Joffre im August 1916 einen Plan der wünschenswerten Friedensbedingungen – mit Annexion des saarländischen Kohlebeckens, der Bildung von drei oder vier linksrheinischen Staaten mit Brückenköpfen am rechten Rheinufer sowie einer Verkleinerung Preußens zugunsten der anderen deutschen Staaten. Dieser Plan wurde im Oktober 1916 überarbeitet und verschärft, wobei eine dreißigjährige Okkupation des Rheinlandes und eine Teilung Deutschlands in neun voneinander unabhängige Staaten vorgesehen waren.

Das Kriegszielprogramm der Regierung Briand vom November 1916 beinhaltete Frankreich in den Grenzen von 1790, also inklusive des deutschen Elsaß-Lothringen mit dem deutschen Saarland. Belgien als Pufferstaat sollte formal unabhängig bleiben. Das Programm wurde im Januar 1917, in revidierter Form, zum offiziellen Regierungsprogramm erklärt. Die revidierte Form bezog sich jedoch in erster Linie auf die Verwendung subtilerer Formulierungen. So wurde das zumindest beim Anspruch auf die 1790er-Grenze weggelassen oder die Bezeichnung Pufferstaaten durch Neutralität und provisorische Okkupation ersetzt.

Alles sonstige sollte inter-alliierten Verhandlungen vorbehalten bleiben, was Frankreich freie Hand sicherte. Ein System von Pufferstaaten sollte jedoch spätere Annexionen erleichtern. Ein wichtiges Kapitel war die Mission des Kolonialministers Doumergue in Rußland im Februar 1917. Das französische Angebot an Rußland zur freien Festsetzung seiner Westgrenze war der Versuch, einen Sonderfrieden mit dem Deutschen Reich zu verhindern. Rußland sicherte seinerseits den Franzosen Unterstützung zu. Frankreich wurde Elsaß-Lothringen im Umfang des früheren Herzogtums Lothringen mit dem Saarbecken zugesichert, die nicht annektierten linksrheinischen Gebiete sollten ein autonomes und neutrales Staatswesen unter französischem Protektorat bilden, das besetzt bleiben sollte, bis alle Friedensbedingungen erfüllt sind. Wenige Wochen später wurde diese Vereinbarung durch die erste russische Revolution jedoch wieder hinfällig.

Der neue Ministerpräsident Ribot verkündete dann, die Stunde ist noch nicht gekommen, um über alle Friedensbedingungen zu diskutieren. Gleichzeitig ließ er aber die Möglichkeit unabhängiger Rheinstaaten offen und war für die Zerschlagung des Deutschen Reiches. Frankreich konnte seine damaligen Ziele in Versailles größtenteils durchsetzen. Zwar mußte das Land auf offene Annexionen im Saar- und Rheinland verzichten, hatte jedoch durch die Besetzung dieser Gebiete alle Möglichkeiten, den sogenannten Vertrag, wie 1923 bei der Ruhrbesetzung, zu unterlaufen.

Rußland

Rußland verlegte nach dem verlorenen Krieg gegen Japan seine Interessen auf den Balkan, als dessen angeblich natürliche Schutzmacht es sich sah. Dabei kam es unweigerlich zu starken Spannungen mit Österreich-Ungarn. Das Selbstverständnis Rußlands als Erbe der orthodoxen Kultur und die traditionelle Feindschaft gegen das Osmanische Reich kamen in den russischen Kriegszielen ebenfalls zum Ausdruck. Nach dem osmanischen Kriegseintritt erhoffte man sich auf russischer Seite den Gewinn Konstantinopels und der Meerengen zwischen der Ägäis und dem Schwarzen Meer. Die russischen Kriegsziele umfaßten neben dem alten Ziel der Meerengen aber auch Galizien und Ostpreußen. Im weiteren Sinne spielte auch die Idee des Panslawismus, einer Zusammenfassung aller sogenannten „Slawen“ in einem Kontinentalblock, eine Rolle.

Der russische Außenminister Sasonow erstellte am 14. September 1914 ein 13-Punkte-Programm der russischen Kriegsziele.

Sasonow sah in erster Linie territoriale Abtretungen Deutschlands vor. Rußland würde den Unterlauf des Njemen (Memelland) und den östlichen Teil Galiziens annektieren sowie dem russischen Königreich Polen den Osten der deutschen Provinz Posen, (Ober-) Schlesien und Westgalizien angliedern. Weitere Bestimmungen waren die oft genannten Punkte alliierter Kriegszielprogramme: Elsaß-Lothringen, das Rheinland und die Pfalz an Frankreich, ein Gebietszuwachs für Belgien bei Aachen, Schleswig-Holstein an Dänemark und die Wiederherstellung Hannovers. Österreich sollte dreigeteilt werden in die Königreiche Böhmen, Ungarn und Österreich (Alpenländer). Serbien erhielte Bosnien-Herzegowina, Dalmatien und Nordalbanien, Griechenland hingegen Südalbanien, Bulgarien einen Teil Mazedoniens. Die deutschen Kolonien sollten unter England, Frankreich und Japan aufgeteilt werden.

Großbritannien

Britische Soldaten der Royal Irish Rifles in einem Schützengraben, Herbst 1916

Großbritannien wollte endgültig den erstarkenden wirtschaftlichen Konkurrenten Deutschland nachhaltig schwächen und die deutsche Flotte ausschalten, da es seine bisherige globale Vormachtstellung bedroht sah. Der deutsche Durchmarsch durch Belgien war nur der vorgeschobene Grund für Großbritanniens Kriegseintritt.

Die englischen Interessen gegenüber Frankreich, Rußland und den anderen Verbündeten wurden insofern berücksichtigt, als daß vorrangig die deutschen Kolonien aufgeteilt werden sollten.

Nach dem Ausscheiden des kaiserlichen Verbündeten Rußland durch den Separatfrieden mit Deutschland konnte der Krieg propagandistisch hervorragend als angeblicher „Kreuzzug der Demokratie gegen Tyrannei und Despotismus“ geführt werden.

Am 20. März 1917 bezeichnete Lloyd George die Beseitigung der reaktionären Militärregierungen und die Etablierung von sogenannten populären Regierungen, als Basis des internationalen Friedens, als vordringlichste englische Kriegsziele. England unterstützte die französischen Bestrebungen auf das deutsche Elsaß-Lothringen sowie die Wiederherstellung Belgiens, Serbiens und Rumäniens. Später kamen, neben der Forderung nach Unabhängigkeit Polens von Rußland und der Völker der Donaumonarchie, auch eigene Expansionswünsche in Form von Forderungen nach Übernahme der deutschen Kolonien und der arabischen Teile der Türkei auf.

Das Sykes-Picot-Abkommen vom 3. Januar 1916 regelte dann die Interessensgebiete Großbritanniens und Frankreichs im Nahen Osten. Großbritannien erhielt das südliche Zweistromland, während Palästina internationalisiert werden sollte. Die deutschen Kolonien in Afrika und Übersee sollten aufgeteilt werden.

Durch den Austritt Rußlands aus dem Krieg fiel der russische Druck auf den deutschen Osten weg und ein System von neuen Staaten sollte zukünftig die Bindung deutscher Kräfte im Osten übernehmen. Da diese neuen Staaten nie die Macht des alten Russischen Reiches entwickeln konnten, sollte ein Netz von Kunststaaten der zu zerschlagenden Donaumonarchie Österreich-Ungarn gebildet werden, vorrangig der Kunststaat Tschecho-Slowakei und ein bis dahin unter russischer Herrschaft befindlicher, zukünftig eigenständiger, polnischer Staat als ständige Bedrohung im Osten und Süden des Deutschen Reiches. Im Westen war die Situation anders, da umfangreiche Annexionswünsche Frankreichs im deutschen Rheinland eine Hegemonie der Franzosen einzuleiten drohten. England versuchte durch Milderung der Friedensbedingungen für Deutschland ein zu großes Erstarken Frankreichs andererseits zu verhindern.

Der Autor Peter Haisenko beschreibt in seinem Buch „England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert“, wie das Deutsche Reich von England als Bedrohung für seine Vormachtstellung in der Welt erkannt wurde und deshalb vernichtet werden sollte. Anstatt sich dem wirtschaftlichen Wettbewerb zu stellen, wählte England als Mittel den Krieg, den es mit Lügen und Intrigen moralisch begründete.[4]

Pfeil 2 siehe auch.pngSiehe auch: Englands Blutschuld am Weltkrieg

Frz.1914-09-08a1.01 Eine Absage an England.jpg

Zur englischen Kriegserklärung an das Deutsche Reich am 1. August 1914 wurde unter der Überschrift Eine Absage an England eine Erklärung deutscher Intellektueller veröffentlicht, in der diese zuvor erhaltene englische „Ehrungen“ feierlich ablegten. Sie enthielt folgenden Wortlaut:

Nachfolgende Erklärung wird zur allgemeinen Kenntnis gebracht:
,,Unter einem nichtigen Vorwande, der am wenigsten vor der eigenen Geschichte standhält und der durch zahlreiche Dokumente in seinem wahren Wesen klargestellt wird, hat England uns den Krieg erklärt. Aus schnödem Neide auf Deutschland wirtschaftliche Erfolge hat das uns bluts- und stammverwandte England seit Jahren die Völker gegen uns aufgewiegelt und sich besonders mit Rußland und Frankreich verbündet, um unsere Weltmacht zu vernichten und unsere Kultur zu erschüttern. Nur im Vertrauen auf Englands Mitwirkung und Hilfe konnten Rußland, Frankreich, Belgien und Japan uns den Fehdehandschuh hinwerfen. England vor allem trifft die moralische Verantwortung für den Völkerbrand, der furchtbares Unheil für Millionen von Menschen zur Folge hat und unerhörte Opfer an Gut und Blut fordert. Der brutale nationale Egoismus Englands hat ihm eine untilgbare Schuld aufgeladen. Wir sind uns wohl bewußt, daß hochbedeutende englische Gelehrte, mit denen die deutsche Wissenschaft in fruchtbarer Arbeit jahrelang verbunden war, gegen den frevelhaft begonnenen Krieg gesinnt sind und sich gegen ihn ausgesprochen haben. Gleichwohl verzichten in deutschem Nationalgefühl diejenigen von uns, welchen Auszeichnungen von englischen Universitäten, Akademien und gelehrten Gesellschaften erwiesen worden sind, hierdurch auf diese Ehrungen und die damit verbundenen Rechte.
Unterzeichner: Emil v. Behring (Marburg a.d.L.), August Bier (Berlin), Moritz Cantor (Heidelberg), Vincenz Czerny (Heidelberg), Alfred v. Domaszewski (Heidelberg), Paul Ehrlich (Frankfurt a.M.), Wilhelm Erb (Heidelberg), Rudolf Eucken (Jena), Wilhelm Alexander Freund (Berlin), Max Fürbringer (Heidelberg), Ernst Haeckel (Jena), Engelbert Humperdinck (Berlin), Joseph Kohler (Berlin), Leo Koenigsberger (Heidelberg), Willy Kükenthal (Breslau), Paul Laband (Straßburg i.E.), Philipp Lenard (Heidelberg), Max Liebermann (Berlin), Franz v. Liszt (Berlin), Hermann Oppenheim (Berlin), Wilhelm Rein (Jena), Jakob Riesser (Berlin), Fritz Schaper (Berlin), Otto v. Schierning (Großes Hauptquartier), Gustav Schwalbe (Straßburg i.E.), Rudolf Sturm (Breslau), Adolf Wagner (Berlin), August Weismann (Freiburg i.Br.), Anton v. Werner (Berlin), Wilhelm Wundt (Leipzig), Rudolf Kobert (Rostock).[5]

Pfeil 2 siehe auch.pngSiehe auch: Aufruf an die Kulturwelt

Italien

Italien betrieb eine Politik, die auf die Gewinnung zum Teil italienisch besiedelter Gebiete unter österreichisch-ungarischer Herrschaft abzielte. Es hatte nach dem Attentat von Sarajewo zwischenzeitlich seine Neutralität erklärt, womit der Dreibund zerbrochen war. Nachdem Rußland den italienischen Ansprüchen auf Gebiete an der Adria zugestimmt hatte, kam schließlich der Geheimvertrag von London am 26. April 1915 zustande. Sodann erklärte Italien, nun als Bündnispartner der Entente-Mächte, Österreich-Ungarn am 23. Mai 1915 den Krieg, worauf der Angriff am Isonzo folgte.

Der Vertrag von London spiegelt die Kriegsziele Italiens wider, weil Italien durch seine günstige Verhandlungsposition fast alle seine Forderungen durchsetzen konnte. Italien sollte demnach erhalten: Südtirol (samt Welschtirol) bis zum Brenner, die Stadt und das Gebiet von Triest, die Grafschaft Görz und Gradisca, ganz Istrien, die istrischen und einige weitere kleinere Inseln, aber nicht Fiume. Ferner erhielt Italien große Teile der Provinz Dalmatien. Zuletzt erwarb es noch den strategisch bedeutsamen albanischen Hafen Valona mit seinem Hinterland. Nach der geplanten Aufteilung der Türkei sollte eine noch festzusetzende Region an der Südküste Kleinasiens an Italien gehen. Daß die Vereinbarung, insbesondere in Bezug auf Dalmatien im sogenannten Versailler Vertrag, nicht vollständig verwirklicht wurde, lag vor allem am Einspruch der Serben.

Vereinigte Staaten von Amerika

Ihren Ursprung hatte die amerikanische Kriegszielpolitik bereits vor Beginn des Krieges.[6] Nach dem Kriegseintritt der VSA führte Präsident Woodrow Wilson diese Politik fort. Genaue Vorstellungen über einen Frieden hatte er in der ersten Kriegszeit zwar auch nicht, aber deutsche Reparationen an Belgien und die Räumung französischen Territoriums waren zumindest die Grundbedingungen. Territoriale Fragen spielten zu diesem frühen Zeitpunkt noch keine Rolle.

Die Hauptziele Wilsons nach Kriegseintritt waren die grundsätzliche Schwächung des Deutschen Reiches und die sogenannte Demokratisierung, also Amerikanisierung, Deutschlands. Wilson wollte jedoch den Verbündeten gerade so viel Unterstützung zukommen lassen wie nötig, damit am Ende alle europäischen Staaten geschwächt aus dem Konflikt hervorgingen.

Formuliert wurde die amerikanische Kriegszielpolitik in dem 14-Punkte-Programm Wilsons vom 8. Januar 1918. Es wird darin die völlige Wiederherstellung der belgischen Unabhängigkeit gefordert sowie die Abtretung des deutschen Elsaß-Lothringens an Frankreich, die Festsetzung italienischer Grenzen entlang der Nationalitätengrenzen sowie die weitere Existenz Österreich-Ungarns, dessen Nationalitäten aber eine freie Entwicklung ermöglicht werden sollte. Der Türkei wird Selbständigkeit zugestanden, allerdings ohne Einschluß anderer Nationalitäten, die bis dahin türkisch kontrollierten Meerengen sollten durch internationale Garantien offen gehalten werden. Gefordert wurde auch die Errichtung eines von Rußland unabhängigen polnischen Staates, der das polnisch besiedelte Territorium mit einem freien Zugang zum Meer umfassen sollte.

Im Laufe des letzten Kriegsjahres wurde die Haltung Wilsons, vor allem durch den deutsch-russischen Separat-Frieden von Brest-Litowsk, gegenüber den Mittelmächten härter. Im Oktober 1918 ergänzten und erweiterten die Amerikaner Wilsons 14-Punkte-Programm. Italien wurde nun aus strategischen Gründen das deutsche Südtirol zugebilligt, dessen kulturelles Leben aber „autonom“ bleiben sollte. Weiterhin sollte Italien das Protektorat über Albanien übernehmen. Triest und Fiume sollten in Freihäfen umgewandelt werden. Die 14 Punkte und ihre späteren Ergänzungen waren nicht nur gegen die Mittelmächte, sondern ebenso gegen ein Erstarken der eigenen Verbündeten gerichtet. Die Bestimmungen über Österreich-Ungarn wurden gestrichen. Am 18. Oktober teilte Wilson dem Habsburgerstaat mit, die Nationalitäten sollten ihre Zukunft selbst bestimmen. Der verbliebene Rumpfstaat Deutschösterreich sollte jedoch die Möglichkeit haben, sich an Deutschland anzuschließen. Ostgalizien gehöre, da ukrainisch, nicht wie Westgalizien zu Polen.

Serbien sollte als ein zukünftiges „Jugoslawien“ einen Zugang zur Adria erhalten. Rumänien sollte die Dobrudscha, Bessarabien und Siebenbürgen erhalten, Bulgarien sollte eine Grenze in der Süddobrudscha, wie vor dem Zweiten Balkankrieg, erhalten, es sollte auch Teile von Thrazien besitzen. Mazedonien sollte hingegen aufgeteilt werden.

Der neue polnische Staat, dessen Zugang zum Meer westlich der Weichsel durch deutsches Gebiet noch nicht festgelegt wurde, sollte keine Gebiete im Osten bekommen, die hauptsächlich von Litauern und Ukrainern besiedelt waren. Posen und Oberschlesien sollten, trotz der dortigen deutschen Bevölkerung, Polen jedoch zugeschlagen werden.

Chronologischer Verlauf

Aufruf von Kaiser Wilhelm II. zur Mobilmachung: „An das deutsche Volk“, Plakat vom 6. August 1914 (Aufruf zum Herunterladen)

Kriegsauslöser (Julikrise)

Pfeil 2 siehe auch.pngSiehe auch: Julikrise

Friedrich August von Kaulbach:
Deutschland – August 1914
Der Schlieffenplan mit der zwingend notwendigen westlichen Umfassung von Paris

Aufruf Kaiser Wilhelms II. an das Deutsche Volk zu den Kriegserklärungen an Deutschland im August 1914:

Die innereuropäischen Spannungen um die hegemoniale Vormachtstellung hatten sich seit dem Aufstieg des Deutschen Reiches seit seiner Neugründung 1871 ständig verschärft, da weder Frankreich seine kontinentale Vormacht, noch Großbritannien seine globale Vormacht teilen wollten. Zu Deutschland als neuem Anwärter kamen nun auch Rußland und die VSA hinzu, die alle ein Interesse hatten, bei einer Neuverteilung der Einfluß- und Interessensphären dabeizusein. Das Osmanische Reich kam als weiterer Machtfaktor hinzu. Zusätzlich aufgeheizt wurde die Lage durch ungelöste Nationalitätenprobleme vorrangig auf dem Balkan.

In dieser Situation setzte der von serbischen Armeeoffizieren unterstützte Mord am österreichischen Thronfolger Franz Ferdinand in Sarajevo am 28. Juni 1914 durch den jüdischen Attentäter in Serbien Gavrilo Princip eine Kettenreaktion in Gang. Kaiser Franz Joseph in einem Brief an den deutschen Kaiser:

„... Das gegen meinen armen Neffen ausgeübte Attentat ist die direkte Folge der von den russischen und serbischen Panslawisten betriebenen Agitation, deren einziges Ziel die Schwächung des Dreibundes und die Zertrümmerung meines Reiches ist. Nach allen bisherigen Erhebungen hat es sich in Sarajewo nicht um die Bluttat eines Einzelnen sondern um ein wohlorganisiertes Komplott gehandelt, dessen Fäden nach Belgrad reichen ...“[7]

Tatsächlich hatte es kurz vor dem Mordanschlag bereits ein Attentat gegeben. Auf der Fahrt durch Sarajewo hatte schon am Morgen um 10 Uhr ein anderer serbischer Attentäter, der Schriftsetzer Nedeljko Čabrinović, am Appelkai eine Bombe auf den Wagen geworfen, die den Adjutanten des Gouverneurs von Bosnien schwer verletzte. Der nachfolgende Empfang beim Bürgermeister und dessen tapfer mit altem Text verlesene Rede, in der „alle Bürger Sarajewos überglücklich und voller Begeisterung den ehrenvollen Besuch empfangen“ geriet entsprechend peinlich. Hinter den terroristischen Umtrieben stand der Geheimbund „Schwarze Hand“, der von serbischen Militärs organisiert wurde. Leiter der Operationen der Schwarzen Hand war der Oberst im serbischen Generalstab Dragutin Dimitrijewitsch; eine Absprache mit dem russischen Gesandten in Belgrad, Hartwig, wird vermutet. Die hektischen und komplizierten diplomatischen und geheimdienstlichen Aktivitäten, die zwischen den europäischen Mächten stattfanden, markierten dabei nur den Beginn der Krise.

Den Anfang bildete das Österreichische Ultimatum an Serbien vom 23. Juli 1914. Es enthielt eine Frist von 48 Stunden. Das Ultimatum forderte die Bekämpfung der gegen Österreich-Ungarn agierenden Organisationen und beinhaltete weitere Bedingungen, welche die serbische Seite als Einschränkung ihrer Souveränität ablehnte und die Teilmobilmachung der Armee beschloß. Daraufhin brach Österreich-Ungarn die diplomatischen Beziehungen zu Serbien nach Ablauf des Ultimatums am 25. Juli ab und ordnete ebenfalls die Teilmobilmachung an. Die österreichischen Ziele sahen zunächst einen lokalen Krieg um die Vorherrschaft auf dem Balkan vor, zumal die Hauptstadt Belgrad nur unweit der österreichisch-ungarischen Grenze lag. Die deutsche Seite sicherte in dieser Situation Treue zu ihrer Bündnisverpflichtung Österreich-Ungarn gegenüber im Falle eines russischen Eingreifens. Am 25. Juli beschloß Rußland Serbien militärisch zu unterstützen. Gleichzeitig wurde sowohl von russischer als auch von englischer und deutscher Seite eine Botschafterkonferenz vorgeschlagen. Von deutscher Seite betrachtete man jedoch die Angelegenheit zunächst ausschließlich als einen lokalen österreichisch-serbischen Konflikt. Österreichs Kriegserklärung an Serbien erfolgte am 28. Juli. Bereits zuvor, am 27. Juli erfolgte die Teilmobilmachung der russischen Armee. Der Befehlshaber der Mobilisierungsabteilung der russischen Armee, Sergej Dobrorolski, äußerte rückblickend, daß der Krieg bereits seit dem 25. Juli für den russischen Generalstab beschlossene Sache gewesen sei. Trotz wiederholter Bitten des deutschen Kaisers an den russischen Kaiser und auch nachfolgende Briefe an das russische Außenamt, seiner Bündnisverpflichtung gegenüber Serbien nicht nachzukommen um eine Eskalation des Krieges zu vermeiden, stellte sich Rußland taub.

Kaiser Wilhelm II. an den Staatssekretär des Auswärtigen, Handschreiben vom 28. Juli 1914, 10 Uhr vormittags
Ew. Exzellenz
Nach Durchlesung der Serbischen Antwort, die ich heute Morgen erhielt, bin ich der Überzeugung, daß im Großen und Ganzen die Wünsche der Donaumonarchie erfüllt sind. Die paar Reserven, welche Serbien zu einzelnen Punkten macht, können M. Er. nach durch Verhandlungen wohl geklärt werden. Aber die Kapitulation demütigster Art liegt darin orbi et urbi verkündet, und durch sie entfällt jeder Grund zum Kriege.
Falls Ew. Exz. diese meine Auffassung teilen, so würde ich vorschlagen Österreich zu sagen: Der Rückzug Serbiens in sehr demütigender Form sei erzwungen, und man gratuliere dazu. Natürlich sei damit ein Kriegsgrund nicht mehr vorhanden. (...) Auf dieser Basis bin ich bereit, den Frieden in Österreich zu vermitteln.[8]

Den russischen Militärs war bekannt, daß Deutschland im Falle einer Generalmobilmachung Rußlands ebenfalls seine Truppen mobilisieren würde, worauf sie auch konsequent abzielten. Als am 30. Juli die Generalmobilmachung der russischen Armee erfolgte, war die Kettenreaktion nicht mehr aufzuhalten. Noch am selben Tag wollte der russische Kaiser zwar die Generalmobilmachung wieder rückgängig machen, wurde jedoch von seinen Militärs davon abgehalten. Selbst die den Frieden beschwörenden Briefe Kaiser Wilhelms II. an Kaiser Nikolaus II. konnten nun nichts mehr bewirken. Das Deutsche Reich forderte nun in einem Ultimatum die sofortige Rücknahme der russischen Mobilmachung. Nachdem diese ausblieb, machte das Reich ebenfalls mobil und erklärte Rußland getreu seiner Bündnisverpflichtung Österreich gegenüber am 1. August den Krieg, woraufhin das mit Rußland verbündete Frankreich nun ebenfalls mobilmachte. Ohne zu zögern fielen bereits am selben Tage russische Truppen in Ostpreußen ein.

Daraufhin setzte das deutsche Oberkommando eine modifizierte Version des Schlieffenplanes in Kraft, der als einzige Siegeschance für den nun drohenden Zweifrontenkrieg angesehen wurde. Dieser Plan setzte allein auf Geschwindigkeit, um der langsamen russischen Mobilmachung durch eine schnelle Besetzung Frankreichs zuvorzukommen, damit zusätzlich zur Front im Osten eine weitere Front im Westen noch verhindert werden konnte. Dieser mögliche Zweifrontenkrieg war bereits von Bismarck vorausgesagt worden. Nachdem Belgien, das durch ein geheimes Abkommen an Frankreich gebunden war, die deutsche Bitte um Truppendurchmarsch verweigerte, mußte das Reich den Durchmarsch ohne die erteilte Genehmigung durchführen, da ein direkter Angriff gegen Frankreich über die stark befestigte deutsch-französische Grenze keine Aussicht auf den unbedingt benötigten schnellen Erfolg hatte. Belgien wurde von deutscher Seite Wiedergutmachung für alle dabei entstehenden Kriegsschäden in Aussicht gestellt. Für Großbritannien war dies jedoch der willkommene und vorgeschobene Anlaß, um nun seinerseits in den Krieg einzutreten.

Kriegstreiber Rußland

Während der russische Außenminister dem deutschen Botschafter am russischen Kaiserhof, Graf Friedrich Pourtalès, noch am 27. Juli 1914 verkündete, es gebe keine Generalmobilmachung, erfuhr der deutsche Botschafter von seiner Frau, daß am Bahnhof Munitionskolonnen und Geschütze vorbeigerollt sein sollen. Emsig wurde zwischen Sankt Petersburg und Berlin hin und her telegraphiert, der russische und der deutsche Kaiser tauschten sich höflich aus und gaben dem jeweils anderen Hoffnung, daß ein Krieg noch abzuwenden wäre. Inwieweit hatte die Friedenszusicherung an das Deutsche Reich nur den Zweck, Zeit zu gewinnen? Immer wieder wies Pourtalès den russischen Außenminister Sergeij Sasonow darauf hin, daß eine Generalmobilmachung und russische Soldaten nahe der reichsdeutschen Grenze für Berlin einer Kriegserklärung gleich kämen. Und immer wieder wiederholte Sasonow, aus russischer Sicht sei das nicht so. Ratlos bat Pourtalès dann ohne vorherige Absprache mit Berlin um ein Gespräch mit dem russischen Kaiser, der ihn höflich empfing, jedoch ausweichend meinte, daß ein Stopp der Generalmobilmachung laut Aussagen seiner Militärs „technisch“ nicht möglich sei.

In der Folge telefonierte der deutsche Kaiser Wilhelm II. persönlich mit dem russischen Zaren, woraufhin der Zar tief bewegt war und erstens dem Kriegsminister und zweitens dem Generalstabschef den Befehl gab, die Generalmobilmachung aufzuhalten. Dem Einwand, dass das nicht möglich sei, begegnete er damit, dass "sie sie trotzdem aufhalten sollen". Der Kriegsminister und der Generalstabschef sprachen sich ab und taten daraufhin nichts. Am nächsten Morgen würden sie den Zaren davon überzeugen, dass es so richtig gewesen wäre.

Hatte es anfangs noch geheißen, Sankt Petersburg benötige eine Zusage Wiens, daß es im militärischen Konflikt mit Serbien am Ende keine territorialen Ansprüche stelle, mußte Pourtalès erleben, daß, als Wien diese Zusage tatsächlich auf Drängen Berlins gab, die Russen sie nicht akzeptieren wollten, da man ihr nicht glauben könne. Am 31. Juli brauchte Pourtalès dann nur noch aus dem Fenster zu schauen. Dort war über Nacht der Mobilmachungsbefehl für die gesamte russische Armee und Flotte angeschlagen worden. Und obwohl noch Telegramme zwischen dem russischen und dem deutschen Kaiser hin und her gingen, ahnte der deutsche Botschafter, was auf ihn zukommen würde. Am 1. August um 17.45 Uhr erreichte ihn das Telegramm des Staatssekretärs des Auswärtigen Amtes, Gottlieb von Jagow. Hierin hieß es, daß Rußland trotz mehrfacher Bitten Deutschlands nicht von der Mobilmachung abgesehen habe, obwohl das Deutsche Reich immer wieder betont habe, daß es sich dadurch bedroht fühle. Und da es auch der ausdrücklichen Forderung eines Stops nicht nachgekommen sei, bleibe Deutschland nur die Interpretation, die Generalmobilmachung als gegen sich gerichtet zu betrachten.[9]

Juden und Freimaurer

Thomas Mann schreibt in „Betrachtungen eines Unpolitischen“ (1918):

„Die Geschichtsforschung wird lehren, welche Rolle das internationale Illuminatentum, die Freimaurer-Weltloge, unter Ausschluß der ahnungslosen Deutschen natürlich, bei der geistigen Vorbereitung und wirklichen Entfesselung des Weltkrieges, des Krieges der ‚Zivilisation‘ gegen Deutschland, gespielt hat.“

Matthias Erzberger, Reichsfinanzminister, Zentrumspolitiker und Logenmitglied, erklärte:

„Es ist wahr (...) Den Krieg mit Österreich und also auch mit Deutschland wollen in erster Linie die Freimaurer, oder besser, der Teil der Freimaurer, der, wurmstichig und angefault, nicht zaudert, seine vermeintlichen Ideale – Frieden und Menschlichkeit – im Interesse der Fremden, denen er Untertan ist, preiszugeben. Die italienische Freimaurerei ist käuflich heute, wie sie immer gewesen ist. (...) Der Großorient Rom darf von sich sagen, daß das Werk des Kriegsausbruchs im Mai sein Werk ist.“[10]

Die freimaurerischen Mörder Franz Ferdinands, Gavrilo Princip und die beiden anderen Beteiligten, waren Juden und bereiteten somit den Krieg ursächlich vor. Nach dem Attentat tat die überwiegend jüdisch kontrollierte Presse ihr bestes, um die angeblichen Gegensätze hochzuspielen und die Völker in den Krieg zu hetzen. Gegen Ende des Krieges waren es wiederum Juden und allen voran die jüdische Presse, die sich für „Pazifismus“ einsetzte, damit der Weg frei wurde für die Unterwanderung der Staaten durch bolschewistisch-jüdische Terrorgruppen, denen nun nichts mehr entgegenzusetzen war. Auch Juden in Deutschland kämpften in geringer Zahl an der Front. Dies geschah aber nicht aus besonderem „Patriotismus“ für ihr Wirtsland, sondern schlichtweg, weil sie sich der allgemeinen Wehrpflicht nicht entziehen konnten.

Julius Streicher sagte später dazu:

„Der Jude hat niemals an den Geschicken unseres Volkes Anteil genommen. Während des Krieges sollte die prozentuale Beteiligung der Juden am Weltkrieg statistisch festgestellt werden. Als die Juden von dieser Absicht erfahren hatten, wandten sie sich an den deutschen Kaiser und drohten im Falle der Durchführung mit der Einstellung der Zeichnung der Kriegsanleihe. Tatsächlich wurde von der Feststellung der Anteilnahme der Juden am deutschen Lebenskampf Abstand genommen. Es ist mir heute möglich, Ihnen eine Aufstellung mitzuteilen: von hundert deutschen Soldaten sind drei[11], von hundert jüdischen Soldaten ist einer[11] gefallen. Wundern wir uns nicht darüber! Ebenso wie ein Deutscher, der sich zu Geschäftszwecken in China aufhalten würde, gar kein Interesse hätte, an einem Krieg des chinesischen Volkes mit einem anderen Staate teilzunehmen, so hat auch der Jude als Angehöriger eines fremden Stammes keine Veranlassung, für Deutschland in den Krieg zu ziehen. Der Jude ist ein Fremder, deshalb muß er auch als Fremder behandelt werden. Der Jude ging aber nicht nur in Deutschland aus dem Kriege wohlhabend hervor, sondern auch in den anderen Ländern. Es ist deshalb unrichtig zu sagen, Frankreich, England und die übrigen Alliierten hätten den Weltkrieg gewonnen. GESIEGT HAT EINZIG UND ALLEIN DER INTERNATIONALE JUDE! Dieser ist auf der ganzen Welt der gleiche und hat überall, wo er sich auch aufhält – ob in Deutschland, England, Frankreich oder in anderen Staaten – gleiche Ziele.“[12]

Jüdische Zahlengaben gehen davon aus, daß ungefähr 100.000 Juden auf deutscher Seite am Weltkrieg teilnahmen und im gesamten Weltkrieg auf deutscher Seite ca. 12.000 dabei gefallen sein sollen.[13] Nach der „Jüdischen Volkszeitung“ vom 10. Mai 1917 waren bis zu diesem Tag 3.131 Juden gefallen, ihren Wunden erlegen oder infolge einer Krankheit gestorben. Nach den damaligen Angaben waren im Ganzen etwa 1.200.000 Deutsche gefallen, bei einer Bevölkerung von 64.925.993 Einwohnern.[14]

Im Aufruf des „Central-Vereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens“ vom September 1914 wurde der damaligen nationalen Geschlossenheit der Deutschen mit einem angeblichen jüdischen Bekenntnis zu Deutschland Rechnung getragen:

„Deutschland ist zu den Waffen gerufen worden. Was wir lange kommen sahen und was kommen mußte, ist eingetroffen; die niedrigsten Instinkte der Menschheit, Habsucht und Neid, haben Deutschlands Gegner zur Herausforderung veranlaßt... Über die deutschen Juden und den Krieg zu sprechen, erübrigt sich für den, der die Verhältnisse einigermaßen kennt. Die deutschen Juden waren und sind deutsch bis auf die Knochen. Sie sind im Laufe der Geschichte ein unlösbarer Bestandteil des deutschen Volkes geworden. (...) Besondere Begeisterung führte die Juden ins Feld: Die unmenschliche Behandlung der Juden in Rußland gibt dem Kampf gegen das russische Moskowitertum für die Juden eine besondere Bedeutung.“[15] Zur Erinnerung wurde 1919 der Reichsbund jüdischer Frontsoldaten gegründet.

Kriegsjahr 1914

Erste Soldauszahlung nach der Mobilmachung, Berlin, 1914

Aufgrund seiner ungünstigen geographischen Lage war Deutschland in der Gefahr, von zwei Fronten gleichzeitig angegriffen zu werden. Darum mußte der schon vor dem Krieg ausgearbeitete Schlieffen-Plan umgesetzt werden. Dieser Plan beinhaltete eine schnellste Besetzung Frankreichs, während an der Ostfront gleichzeitig nur mehr die Stellung gehalten werden sollte. Um diesen Plan umzusetzen, mußte das starke französische Verteidigungssystem im Norden mit einer weit ausgreifenden Bewegung über Belgien umgangen und schnellstmöglich gegen Paris vorgestoßen werden.

Am 3. August 1914 sandte Reichskanzler Bethmann Hollweg ein diesbezügliches Begründungsschreiben für den Durchmarsch durch Belgien an den englischen Außenminister Edward Grey. Bethmann-Hollweg an den Botschafter Lichnowsky, London: Einmarsch in Belgien infolge militärischer Zwangslage

„Bitte Sir Edward Grey sagen, daß, wenn wir zu Neutralitätsverletzung von Belgien schritten, wir dazu durch die Pflicht der Selbsterhaltung gezwungen würden. Wir befänden uns in militärischer Zwangslage. Die unselige russische Mobilmachung hätte uns, die wir bis dahin militärisch und auf die dringendsten militärischen Defensivregeln beschränkt hätten, plötzlich in die Gefahr gesetzt, nachdem auch Frankreich schon vorher stark militärisch gerüstet hätte, von den Fluten von Ost und West verschlungen zu werden. Die Vorgänge der französischen Mobilmachung hätten gezeigt, daß Mobilmachung eben fatalistisch den Krieg nach sich zieht. Jetzt müßten wir, eingekeilt zwischen Ost und West, zu jedem Mittel greifen, um uns unserer Haut zu wehren. Es liege keinerlei absichtlicher Verletzung des Völkerrechts vor, sondern die Tat eines Menschen, der um sein Leben kämpft. Ich hätte meine ganze Arbeit als Reichskanzler daran gesetzt, in Gemeinschaft mit England allmählich einen Zustand herbeizuführen, der den Wahnsinn einer Selbstzerfleischung der europäischen Kulturnationen unmöglich machte. Rußland habe durch verbrecherisches Spielen mit dem Feuer diese Absichten durchkreuzt. Ich hoffte bestimmt, daß England durch seine Haltung in dieser Weltkrisis einen Grund legen werde, auf dem nach ihrem Abschluß wir gemeinsam verwirklichen könnten, was jetzt durch die russische Politik zerstört worden sei.“

Ziel des Schreibens war es, die Engländer dazu zu bewegen, sich in dem Krieg neutral zu verhalten, um eine weitere Eskalation zu vermeiden. Großbritannien befahl dennoch am 4. August die Mobilmachung seiner Armee und setzte Deutschland ein Ultimatum bis Mitternacht. Nach Ablauf dieses Ultimatums erklärte England dem Kaiserreich am 5. August den Krieg und verschiffte umgehend Truppen nach Frankreich. Deutschland mußte nun, nach der bereits von Frankreich erfolgten Kriegserklärung, seinerseits am 5. August Frankreich den Krieg erklären. Am 6. August erfolgte Wilhelm II. Aufruf „An das deutsche Volk!“.

Seit dem Tage der französischen Mobilmachung hatte es in Deutsch-Lothringen französische Truppenbewegungen und erste Feuergefechte mit deutschen Verbänden gegeben. Die Aufklärung ergab, daß sich die Deutsche 6. Armee im Bereich zwischen Metz und Saarburg zwei französischen Armeen mit mindestens neun aktiven Armeekorps gegenüber sah – allerdings mit dem Unterschied, daß die 6. Armee „allein“ war und sich der größte Teil der 7. Armee, die zur Verstärkung angefordert worden war, noch auf dem Weg nach Nordosten befand. Nachdem es am 12. August bei Badonviller zu einem Sieg über französische Truppen gekommen war, wurde entschieden, die große Streitmacht des Gegners erst auf deutsches Gebiet vorrücken zu lassen, um Zeit zur Heranführung der 7. Armee zu gewinnen. Die deutschen Truppen zogen sich daraufhin wieder in ihre Stellungen zurück.

Der deutsche Vormarsch im Westen. Die zwingend notwendige westliche Umfassung von Paris konnte nicht erreicht werden

Am 16. August beschloß der Kommandierende der 6. Armee Kronprinz Rupprecht von Bayern befehlswidrig, die französischen Verbände im Widerspruch zum Schlieffen-Plan, der ihm strengste Defensive auferlegte, so bald wie möglich in Lothringen anzugreifen. Im Verlauf des 18. August entwickelten sich dann erste Gefechte. Daraufhin begann die deutsche Großoffensive zur Umfassung der alliierten Armeen, wobei man sehr schnell bis Brüssel vorstieß.

Am 20. August befahl der französische General Joffre die schon lange vor dem Krieg vorgesehene Offensive in Richtung Deutsch-Lothringen und Saar-Ruhr-Gebiet. Daraus und aus einer Reihe weiterer Schlachten bei Saarburg, bei Longwy, an der Maas, zwischen Sambre und Maas und bei Mons entwickelten sich für beide Seiten verlustreiche Kämpfe zwischen den Vogesen und der Schelde, die sogenannten Grenzschlachten. Trotz der unerwarteten Aktionen der Franzosen und Briten glaubte die Oberste Heeresleitung (OHL) an einen raschen Vorstoß nach Paris.

Am 4. September gelang es den Deutschen, die Marne zu überschreiten, woraufhin es zwei Tage später zur Marneschlacht kam. Kurz danach gab die OHL den Schlieffen-Plan auf, da es den Truppen nicht gelungen war, weit genug vorzustoßen, um Paris zu isolieren oder gar zu umfassen. Als sich die deutschen Truppen, für die Alliierten überraschend, von der Marne zurückzogen, reichten die französischen Munitionsvorräte nur noch für zwei Tage.

Gegen Ende September setzte der Stellungskrieg ein. Ebenfalls schweren Widerstand gab es bei Ypern, weshalb der am 14. September zum Chef des Generalstabes ernannte General von Falkenhayn die Angriffe einstellen mußte. Von Ende Oktober bis zum 10. November kam es bei Ypern wiederholt zu schweren Kämpfen, in denen bei Langemarck junge deutsche Regimenter unter dem Gesang „Deutschland, Deutschland über alles“ bis in die gegnerischen Stellungen vorrückten.

Pfeil 2 siehe auch.pngSiehe auch: Mythos von Langemarck

Da die Russen unerwartet schwere Angriffe gegen Deutschland führten, war die Lage an der Ostfront für die Mittelmächte zunächst schlecht. Die Deutschen waren aufgrund des Schlieffenplans gezwungen, an ihrer Ostfront defensiv zu handeln, was sich jedoch aufgrund einer gewaltigen russischen Offensive im Nordosten als Fehler erwies. Kurz nach Kriegsbeginn waren zwei russische Armeen in Ostpreußen eingefallen und standen somit auf Reichsgebiet. Als Folge dessen wurden die Truppen verstärkt und die alten Befehlshaber durch Generalmajor Erich Ludendorff und Generaloberst Paul von Hindenburg ersetzt. Ihnen war es zu verdanken, daß sich die Lage an der Ostfront schnell änderte, besonders der Sieg in der Schlacht bei Tannenberg vom 26. bis 31. August war für Deutschland ein entscheidender Erfolg. Dabei gelang deutschen Truppen die Einschließung und weitgehende Vernichtung der russischen Narew-Armee. Vom 6. bis 15. September folgte die Schlacht an den Masurischen Seen, die mit der Niederlage der russischen Njemen-Armee endete. Die russischen Truppen räumten daraufhin einen großen Teil Ostpreußens. Russische Truppen hatten kurz nach Kriegsbeginn auch das zu Österreich-Ungarn gehörende Galizien besetzt. Die k. u. k. Armee mußte sich nach einem Vorstoß auf die galizische Stadt Lemberg aufgrund der erdrückenden russischen Übermacht im September bis an die Karpaten zurückziehen. Am 1. November wurde Generaloberst von Hindenburg zum Oberbefehlshaber Ost des Deutschen Heeres ernannt. Am 11. November begann eine deutsche Gegenoffensive an der Ostfront, welche die russischen Verbände bis östlich von Lodsch zurückdrängte. Im November 1914 erklärte die britische Kriegsmarine die gesamte Nordsee zur Kriegszone, die sofort vermint wurde. Schiffe, die unter der Flagge neutraler Staaten fuhren, konnten in der Nordsee ohne Vorwarnung das Ziel britischer Angriffe werden. Dieses Vorgehen der britischen Regierung verletzte geltendes Völkerrecht, darunter die Deklaration von Paris von 1856, die Großbritannien ebenfalls unterzeichnet hatte. Vom 5. bis 17. Dezember gelang es österreichisch-ungarischen Truppen, einen russischen Vorstoß auf Krakau abzuwehren. Danach begann auch im Osten der Übergang zu einem Stellungskrieg. Vom Dezember 1914 bis zum April 1915 tobte die Winterschlacht in den Karpaten, in der sich die Mittelmächte gegen Rußland behaupten konnten.

Der eigentliche Ausgangspunkt des Krieges, der Konflikt zwischen Österreich-Ungarn und Serbien, geriet angesichts der großräumigen Eskalation ab August eher zum Nebenschauplatz. Die drei Offensiven der österreichisch-ungarische Armee unter Potiorek zwischen August und Dezember 1914 scheiterten wegen verfehlter Planung und aufgrund des erbitterten serbischen Widerstands, obwohl im Dezember kurzzeitig Belgrad eingenommen werden konnte. Die kaiserliche und königliche Armee mußte einen schweren Mißerfolg hinnehmen.

Die Regierung des Osmanischen Reichs versuchte zunächst, sich in einer „bewaffneten Neutralität“ aus den Kampfhandlungen herauszuhalten. Auf Betreiben Enver Paschas kam es jedoch zum Kriegsbündnis mit Deutschland und Österreich-Ungarn. Im Oktober 1914 beschossen die Osmanischen Türken mit den zwei vom Deutschen Reich zur Verfügung gestellten Kriegsschiffen „Goeben“ und „Breslau“ russische Küstenstädte. Daraufhin erklärten Anfang November Frankreich, Großbritannien und Rußland dem Osmanischen Reich ebenso den Krieg. Am 23. November eroberten britische Truppen die osmanische Stadt Basra am Persischen Golf.

Bereits am 5. August hatte Großbritannien unter Bruch der Verträge der Berliner Afrikakonferenz von 1884/85 beschlossen, den Krieg auszudehnen und alle deutschen Kolonien anzugreifen. Dabei kam es insbesondere in Afrika zu teils schweren Kämpfen. Die von allen Seiten umzingelte deutsche Kolonie Togo wurde sofort eingenommen. Um Kamerun stand es genauso schlecht, bis zum Ende des Jahres 1914 zogen sich die deutschen Truppen in den Dschungel zurück, wo sich ein zermürbender Kleinkrieg entwickelte. Deutsch-Südwestafrika wurde von der südafrikanischen Union angegriffen. Bis zum Jahresende bestand keine Möglichkeit mehr, das Gebiet zu halten. Einzig Deutsch-Ostafrika verteidigte sich unter Paul von Lettow-Vorbeck verbissen. Diese deutsche Kolonie konnte sich demzufolge auch bis zum Kriegsende halten.

Die deutschen Kolonien im Pazifik wurden aufgrund eines japanischen Ultimatums kampflos übergeben. Einzig die deutsche Kolonie Kiautschou wurde während der Belagerung von Tsingtau erbittert verteidigt, bis Material und Munition aufgebraucht waren.

Am 24. Dezember und den beiden folgenden Tagen kam es an einigen Abschnitten der Westfront zum sogenannten Weihnachtsfrieden, einem unautorisierten Waffenstillstand über Weihnachten unter den Soldaten.

Kriegsjahr 1915

Franz Joseph: „An meine Völker!“

Am 23. Mai 1915 kam es zum Frontwechsel Italiens, das bereits zuvor unter fadenscheinigen Ausflüchten seinen Bündnisverpflichtungen gegenüber Deutschland nicht nachgekommen war.
Bereits im November 1914 erklärte die britische Kriegsmarine die gesamte Nordsee zur Kriegszone, die sofort vermint wurde. Schiffe, die unter der Flagge neutraler Staaten fuhren, konnten in der Nordsee ohne Vorwarnung das Ziel britischer Angriffe werden. Dieses Vorgehen der britischen Regierung verletzte geltendes Völkerrecht, darunter die Deklaration von Paris von 1856, die Britannien mitunterzeichnet hatte. Woodrow Wilson lehnte es ab, sich dem Protest der neutralen skandinavischen Länder gegen die Sperrung der Nordsee anzuschließen. Als jedoch im Februar 1915 die deutsche Regierung dem schlechten britischen Beispiel folgte und ihrerseits die See um die britischen Inseln zur Kriegszone erklärte, reagierte Wilson völlig anders als im britischen Präzedenzfall. In einer Note ließ er Berlin wissen, daß Deutschland zur strikten Rechenschaft gezogen werde, falls US-Schiffe oder US-Bürger durch deutsche Kriegsschiffe zu Schaden kämen. Wilson nahm für sich überdies das Recht in Anspruch, US-Bürger auch dann zu schützen, wenn sie sich freiwillig auf einem Schiff aufhielten, das die Flagge einer kriegsführenden Nation trug.

Im Januar 1915 kam es im Kaukasus zu ersten größeren Kampfhandlungen zwischen osmanischen und russischen Truppen. Dabei wurde das Osmanische Reich in der Schlacht von Sarıkamıs geschlagen. Osmanische Truppen verübten im Verlauf desselben Jahres den Völkermord an den Armeniern. Die überlebenden Armenier wurden vertrieben.

Deutschland besiegte vom 2. bis 27. Februar in der Winterschlacht in Masuren endgültig die kaiserlich-russischen Truppen, wobei Ostpreußen wieder befreit wurde.

Im November 1914 erhielt Erich von Ludendorff als Chef des Stabes gemeinsam mit Paul von Hindenburg das Oberkommando über alle deutschen Truppen der Ostfront. Anschließend wurden das damalige Russisch-Polen, fast ganz Kurland und Litauen besetzt. Die besetzten Ostgebiete wurden unter dem Begriff Ober Ost zusammengefaßt.

Ab Herbst 1914 kam es an der Westfront in Ypern zum ersten Giftgaseinsatz in der Menschheitsgeschichte durch die Franzosen. Verwendet wurde zuerst Tränengas, das jedoch seine beabsichtigte Wirkung nicht entfaltete.

Am 25. April begann die Schlacht von Gallipoli der Alliierten mit dem Ziel, nach Konstantinopel durchzubrechen. Alliierte Truppen hatten zuvor unter Mißachtung der griechischen Neutralität die Insel Lemnos erobert, um sie als Stützpunkt nutzen zu können. Die zerklüfteten Felsen von Gallipoli boten zwar einen guten Unterschlupf, aber bei den Angriffen waren sie wenig hilfreich. Der unerwartet schwere türkische Widerstand führte am 9. Januar 1916 dann zum Abbruch der Aktion.

Die britische Fernblockade, die am 2. November 1914 die Nordsee zum Kriegsgebiet erklärte, wurde am 4. Februar 1915 erwidert durch die deutsche Erklärung der Gewässer rings um Großbritannien zum Kriegsgebiet. Am 22. Februar 1915 befahl die deutsche Reichsregierung den uneingeschränkten U-Boot-Krieg gegen Handelsschiffe kriegführender und neutraler Staaten innerhalb dieser Gewässer.

Zeitungsmeldung vom Untergang der Lusitania
Veröffentlichte Reisewarnung der Deutschen Botschaft in den VSA

Am 7. Mai versenkte ein deutsches Unterseeboot den schwerbewaffneten britischen Munitionstransporter Lusitania, auf dem sich zur Tarnung der wahren Absichten der Überfahrt auch Zivilisten befanden, darunter ca. 200 VS-Amerikaner. Den Passagieren wurde der zusätzliche Munitionstransport nach England bewußt verschwiegen. Trotz eindringlicher Warnungen von deutscher Seite befuhr dieses Schiff zum Kriegsgebiet erklärte Gewässer. Bereits am 22. April 1915 veröffentlichte die Kaiserliche Deutsche Botschaft eine Warnung in den fünfzig größten amerikanischen Zeitungen, die direkt neben die Abfahrtszeiten der Transatlantikdampfer gesetzt wurde:

„ACHTUNG! Reisende, die vorhaben, den Atlantik zu überqueren, werden daran erinnert, daß Deutschland und seine Alliierten und Großbritannien und seine Alliierten sich im Kriegszustand befinden; daß das Kriegsgebiet auch die Gewässer rings um die Britischen Inseln umfaßt; daß in Übereinstimmung mit der formellen Bekanntgabe der Kaiserlichen Deutschen Regierung alle Schiffe, die die Flagge Großbritanniens oder eines seiner Verbündeten führen, Gefahr laufen, in diesen Gewässern zerstört zu werden, und daß Reisende, die im Kriegsgebiet auf Schiffen aus Großbritannien oder seiner Verbündeten reisen, dies auf eigene Gefahr tun. KAISERLICHE DEUTSCHE BOTSCHAFT, WASHINGTON D. C., 22. April 1915.“

Am 13. Mai 1915 wurde der U-Boot-Krieg aufgrund des Vorfalls mit der Lusitania wieder eingeschränkt. Mit dem Ziel der Vermeidung eines Krieges mit den VSA zog das Deutsche Reich seine U-Boote für ein halbes Jahr zurück.

Am 23. Mai erklärte Italien Österreich-Ungarn, trotz des gemeinsamen Bündnisses, des Dreibundes, den Krieg. Die Front verlief über Tirol, entlang des Isonzo zur Küste der Adria. Damit befand sich Österreich-Ungarn ab sofort in einem Dreifrontenkrieg, was die Lage der Mittelmächte verschlechterte. Bis zum Sommer 1917 versuchten die italienischen Truppen jedoch vergeblich, die österreichisch-ungarischen Stellungen zu stürmen. Diese konnten die Gebirgshöhen wirkungsvoll zur Verteidigung nutzten. Die dortigen Kämpfe gingen als Alpenkrieg in die Geschichte ein und forderten hohe Verluste.

Anfang Juli starteten die Mittelmächte eine Großoffensive an ihrer Ostfront. Bis zum September gelang ihnen dabei die Einnahme wichtiger Städte wie Warschau, Brest-Litowsk und Vilnius. Die Mittelmächte drückten die russische Front um teilweise mehrere hundert Kilometer ein. In der Schlacht bei Tarnopol konnte jedoch die russische Armee den Vorstoß aufhalten. Im selben Monat übernahm Kaiser Nikolaus II. den Oberbefehl über das russische Heer. Trotz der großen russischen Gebietsverluste strebte er weiterhin keinen von den Mittelmächten erhofften Separatfrieden an.

Verstärkung erhielten die Mittelmächte am 14. Oktober 1915 durch den Kriegseintritt Bulgariens. Bereits am 6. September hatte sich Bulgarien zu einer Zusammenarbeit mit den Mittelmächten bereit erklärt, die durch einen Angriff auf Serbien eine Landverbindung zum verbündeten Osmanischen Reich herstellen wollten. Am 6. Oktober begann die Offensive gegen Serbien, in deren Verlauf die Mittelmächte bis November die serbische Armee bis nach Albanien zurückdrängten. Bis zum Dezember 1915 besetzten österreichisch-ungarische, deutsche und bulgarische Truppen ganz Serbien. Die Reste der serbischen Armee konnten sich nach Korfu absetzen.

Zwischen dem 25. September und dem 13. Oktober kam es zu letzten größeren Kampfhandlungen an der Westfront des Kriegsjahres 1915, ohne daß es jedoch zu nennenswerten Verschiebungen der Frontlinie kam.

Kriegsjahr 1916

Der im Oktober 1915 begonnene Balkanfeldzug der Mittelmächte endete im Februar 1916 mit der Besetzung Montenegros und Albaniens durch das österreichisch-ungarische Heer.

Bahnhof Langemarck 1916:
Von Engländern und Franzosen zerschossen

Zu Beginn des Jahres 1916 wurde eine neue Offensive bei der französischen Festung Verdun nördlich der Maas eingeleitet. Ziel war die endgültige Entscheidung durch stärkste Truppenkonzentration. Am 21. Februar begann die Schlacht um Verdun mit einem gewaltigen, über achtstündigen Trommelfeuer aus 1.500 Geschützrohren. Kurz danach griffen acht deutsche Divisionen an und schlugen die letzten gegnerischen Einheiten. Am 25. Februar wurde Fort Douaumont von deutschen Truppen erobert. Daraufhin wurde beschlossen, Verdun um jeden Preis zu verteidigen.

Am 29. Februar 1916 verschärfte die deutsche Admiralität den U-Boot-Krieg durch warnungsloses Versenken bewaffneter Handelsschiffe, da diese zuvor ihrerseits durch Tarnung deutsche U-Boote versenkt hatten. Im Mai 1916 kam es zur größten Seeschlacht der Weltgeschichte, der Seeschlacht vor dem Skagerrak.

Im Juni 1916 folgte die Einnahme von Fort Vaux und im Juli von Fort Thiaumont durch deutsche Truppen. Aufgrund der Schwächung der Franzosen vor Verdun starteten die Engländer eine Entlastungsoffensive an der Somme. Nach achttägiger, ununterbrochener Artillerievorbereitung durch über 1.400 Geschütze, bei der etwa 1,5 Millionen Granaten verschossen wurden, begann am 1. Juli 1916 der Angriff auf die deutschen Stellungen. Trotz des schweren Geschützfeuers waren jedoch zahlreiche deutsche Unterstände intakt geblieben, so daß die deutschen Soldaten dem englischen Angriff mit MG-Feuer begegnen konnten. Aufgrund der Schlacht an der Somme und der „Brussilow-Offensive“ an der Ostfront mußte das deutsche Heer jedoch Truppen vor Verdun abziehen und konnte den Angriff nicht fortführen.

Im Juni 1916 kam es auch zu ersten Luftschlägen gegen die deutsche Zivilbevölkerung, vor allem im Südwesten des Reichs. Ein französischer Zeppelinangriff auf Karlsruhe tötete am 22. Juni 1916 über 100 Menschen, darunter 71 Kinder nach einem Zirkusbesuch.[16]

Im Herbst kam es dann zur französischen Gegenoffensive. Fort Douaumont, Fort Thiaumont und Fort Vaux fielen wieder in französische Hand. Während dessen hatte sich auch der Kampf an der Somme zu einer gewaltigen Materialschlacht entwickelt. Wegen der extremen Verluste mußte die Somme-Schlacht Ende November 1916 abgebrochen werden. Aufgrund des Verlaufs der Schlacht von Verdun wurde Erich von Falkenhayn als Generalstabschef des deutschen Heeres im August 1916 von Generalfeldmarschall Paul von Hindenburg abgelöst.

Ansichtskarte zur Proklamation von Polen durch das Deutsche Reich im Jahre 1916 durch Hans von Beseler
14. (oder 15.) März 1916: Angriff deutscher Infanteristen auf die Höhe Toter Mann

Auch an den anderen Kriegschauplätzen kam es 1916 zu schweren Kämpfen. Von Mai bis Juni führte die österreichisch-ungarische Armee eine Offensive gegen die italienischen Stellungen durch. Die italienische Armee unternahm von Juni bis November mehrere Großangriffe am Isonzo. In diesem Jahr wurde der heute fast vergessene russische Staatsmann Boris Stürmer für kurze Zeit russischer Ministerpräsident. Sein Vorhaben, einen Separatfrieden mit den Mittelmächten abzuschließen, hätte, wäre es erfolgreich gewesen, laut Aussage von Emil Ludwig dem Verlauf des Krieges eine entscheidende Wendung geben können.

Im Juni begann die russische Armee die nach dem zuständigen General benannte Brussilow-Offensive. Das russische Heer eroberte größere Gebiete in Wolhynien und Galizien, konnte jedoch von den österreichisch-ungarischen Truppen mit deutscher Hilfe im August aufgehalten werden. Die zweite Brussilow-Offensive, die von September bis Oktober geführt wurde, scheiterte ebenso wie die dritte Offensive von Oktober bis Dezember. Am 5. November wurde durch das Deutsche Reich und Österreich-Ungarn das zuvor russische Polen für unabhängig erklärt. Die dabei von den Mittelmächten erhoffte militärische Unterstützung durch die Polen erwies sich hierbei als Trugschluß!

Am 28. August 1916 erklärte das vormals verbündete Italien dem Deutschen Reich den Krieg.

Am 27. August 1916 erfolgte der Frontwechsel Rumäniens, das nun auf der Seite der Entente-Mächte in den Krieg gegen Deutschland eintrat. Daraufhin fielen rumänische Truppen in Siebenbürgen ein und kurz darauf folgte die Gegenoffensive der Mittelmächte. Innerhalb kurzer Zeit eroberten österreichisch-ungarische, deutsche und bulgarische Truppen einen Großteil Rumäniens. Am 6. Dezember wurde die rumänische Hauptstadt Bukarest erobert. Während sich die Entente-Mächte nun am Rande einer Niederlage befanden, machten ihnen die Mittelmächte am 12. Dezember ein Friedensangebot zur Beendung des Krieges:

Der furchtbarste Krieg, den die Geschichte je gesehen hat, wütet seit bald zwei und einem halben Jahr in einem großen Teil der Welt. Diese Katastrophe, die das Band einer gemeinsamen tausendjährigen Zivilisation nicht hat aufhalten können, trifft die Menschheit in ihren wertvollsten Errungenschaften. Sie droht, den geistigen und materiellen Fortschritt, der den Stolz Europas zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts bildete, in Trümmer zu legen. Deutschland und seine Verbündeten, Österreich-Ungarn, Bulgarien und die Türkei, haben in diesem Kampf ihre unüberwindliche Kraft erwiesen. Sie haben über ihre an Zahl und Kriegsmaterial überlegenen Gegner gewaltige Erfolge errungen. Die letzten Ereignisse beweisen, daß auch eine weitere Fortdauer des Krieges ihre Widerstandskraft nicht zu brechen vermag. Getragen von dem Bewußtsein ihrer militärischen und wirtschaftlichen Kraft, und bereit, den ihnen aufgezwungenen Kampf nötigenfalls bis zum äußersten fortzusetzen, zugleich aber von dem Wunsch beseelt, weiteres Blutvergießen zu verhüten und den Greueln des Krieges ein Ende zu machen, schlagen die vier verbündeten Mächte vor, alsbald in Friedensverhandlungen einzutreten. Die Vorschläge, die sie zu diesen Verhandlungen mitbringen werden, und die darauf gerichtet sind, Dasein, Ehre und Entwicklungsfreiheit ihrer Völker zu sichern, bilden nach ihrer Überzeugung eine geeignete Grundlage für die Herstellung eines dauerhaften Friedens. Wenn trotz dieses Anerbietens zu Frieden und Versöhnung der Kampf fortdauern sollte, so sind die vier verbündeten Mächte entschlossen, ihn bis zum siegreichen Ende zu führen. Sie lehnen aber feierlich jede Verantwortung dafür vor der Menschheit und der Geschichte ab.

Am 30. Dezember 1916 wurde dieses von deutscher und österreichischer Seite vorgelegte Friedensangebot der Mittelmächte von der Entente abgelehnt.

Kriegsjahr 1917

Die wirtschaftlichen Probleme Deutschlands aufgrund der englischen Hungerblockade wurden größer.
Flandernschlacht: Erfolgloser französischer Sturmangriff auf eine deutsche, durch Trommelfeuer nahezu vollständig eingeebnete Stellung

Im Juni 1917 begann eine britische Großoffensive in Flandern. Die Flandernschlacht wurde im Herbst 1917 abgebrochen.

Deutscher Landser 1918 in Nordfrankreich mit Stahlhelm und mit Maschinenpistole Bergmann MP18/1 „Kugelspritz(e)“
Eine deutsche Mutter 1937, immer noch tief in Gedenken an ihre im Ersten Weltkrieg gefallenen Söhne.

Im März 1917 zogen sich die an der Somme stehenden deutschen Truppen in die stark ausgebaute Siegfriedstellung zurück. Im selben Monat wurde Bagdad von englischen Truppen erobert.

Am 8. März (23. Februar nach russischem Kalender) kam es in Sankt Petersburg zur Februarrevolution, in deren Folge eine neue provisorische Regierung aufgestellt werden mußte. Am 15. März dankte Kaiser Nikolaus II. ab. Zur Enttäuschung großer Teile der russischen Bevölkerung entschied sich die provisorische Regierung zur Weiterführung des Krieges. Aus diesem Grunde ermöglichte die Deutsche Oberste Heeresleitung im April einem im Schweizer Exil lebenden Bolschewiken namens Lenin die Durchreise mit dem Zug nach Rußland, um Rußland durch Verschärfung seiner inneren Spannungen endlich aus dem Kriegsgeschehen herauszubekommen. Am 16. April traf Lenin in Sankt Petersburg ein, wo er zur sozialistischen Revolution aufrief.

Bereits am 19. Januar erging die sogenannte Zimmermann-Depesche an die Regierung von Mexiko, worin ihr die Rückgewinnung ihres nach dem VS-amerikanischen Überfall auf Mexiko von den VSA annektierten Territoriums in Aussicht gestellt wurde für den Fall, daß die VSA in den Krieg eintreten sollten und sich dann Mexiko entschließen würde, auf der Seite Deutschlands gegen die VSA zu kämpfen. Im Verlauf des Überfalls auf Mexiko von 1846/48 hatten die VSA über 40 % des mexikanischen Territoriums annektiert. Die Depesche wurde jedoch abgefangen und konnte entschlüsselt werden.

Am 6. April 1917 erklärten die VSA dem Deutschen Reich den Krieg. Die Kriegserklärung war Teil der zwischen Großbritannien und den zionistischen Führern getroffenen Vereinbarungen (→Balfour-Deklaration) und bewirkte, wie beabsichtigt, die Abwendung der drohenden Kriegsniederlage Großbritanniens. Im Dezember 1917 folgte dann die Kriegserklärung der VSA an Österreich-Ungarn. Die VSA sahen in einem etwaigen Sieg Deutschlands eine Gefahr ihrer bereits getätigten Investitionen in Großbritannien und Frankreich. Deshalb unterstützten sie durch Anleihen, Kredite und Materiallieferungen die Entente. Der Kriegseintritt der VSA sicherte der Entente eine wachsende Überlegenheit und beschleunigte die Niederlage der Mittelmächte.

Im Jahre 1917 gab es mehrere Großoffensiven an der Westfront. Die Offensiven der Alliierten in der Schlacht bei Arras und der Schlacht an der Aisne begannen im April und mußten bereits im Mai nach hohen Verlusten abgebrochen werden. Das deutsche Heer war noch tiefer und dichter gestaffelt als je zuvor. Zudem setzten die Deutschen mobile Reservedivisionen ein, die mit großer Schnelligkeit an hart umkämpfte Frontabschnitte herangeführt werden konnten.

Als Folge der gescheiterten Offensiven kam es in der französischen Armee zu Meutereien. Durch eine Defensivhaltung konnten die Unruhen in der französischen Armee vorerst eingedämmt werden. Gegen meuternde Soldaten wurde mit äußerster Härte vorgegangen, hunderte französische Soldaten wurden hingerichtet. Obwohl deutsche Verbände gemeldet hatten, daß der französische Widerstand an größeren Frontabschnitten praktisch zusammengebrochen war, nutzte die deutsche Oberste Heeresleitung die Meutereien in der französischen Armee nicht aus.

Durch Verbesserung von Verpflegung und Ruhezeiten besserte sich in der Folge wieder die Moral der französischen Truppe.

Am 31. März 1917 schrieb der österreichische Kaiser Karl an seinen Schwager Sixtus von Parma in einer geheimen Mitteilung, dieser sei beauftragt „geheim und inoffiziell Herrn Poincare, dem Präsidenten der französischen Republik, mitzuteilen, daß ich mit allen Mitteln und unter Aufbietung allen meines persönlichen Einflusses, bei meinen Verbündeten die gerechten französischen Ansprüche hinsichtlich Elsaß-Lothringens unterstützen werde.“[17] Die Echtheit des Briefes wurde im folgenden vehement geleugnet.

Am 27. Juni 1917 trat Griechenland auf Seiten der Alliierten in den Krieg ein. Das neutrale Griechenland stand bereits seit 1916 unter alliiertem Druck, da britische und französische Schiffe die griechische Küste blockierten. Nach der darauffolgenden Abdankung des griechischen Königs im Juni 1917 folgte die Bildung einer neuen, den Alliierten wohlgesinnten Regierung, die den Mittelmächten den Krieg erklärte.

Die Westmächte drängten nun Rußland zu einer Offensive, die am 30. Juni begann. Nach Anfangserfolgen lief sich die Offensive schon im Juli wieder fest. Bereits am 19. Juli gingen deutsche und österreichisch-ungarische Truppen bei Tarnopol zum Gegenangriff über. Dabei gelang ihnen die Rückeroberung Ost-Galiziens und der Bukowina. In Rußland selbst kam es am 17. Juli zu einem Putschversuch durch Lenin, der durch das Militär niedergeschlagen wurde. Lenin floh daraufhin nach Finnland, während die neue russische Kerenski-Regierung eingesetzt wurde. Kerenski beharrte ebenso auf einer Weiterführung des Krieges. Im September eroberten deutsche Truppen die Stadt Riga und im Oktober die baltischen Inseln Ösel, Dagö und Moon, woraufhin der militärische Widerstand der russischen Armee nahezu zusammenbrach.

Am 1. August 1917 bot sich der damalige Papst Benedikt XV. erfolglos als Vermittler umfassender Friedensverhandlungen an. Ende Oktober 1917 gelang am Isonzo österreichisch-ungarischen Truppen der Durchbruch bei Flitsch und Tolmein. Die Italiener wurden bis an die Piave zurückgeworfen. Nur durch massive französische und britische Unterstützung konnte die Front wieder stabilisiert werden.

Die militärische Lage der Mittelmächte war Ende 1917 nicht ungünstig. Anfang November wurde unter Führung Lenins die provisorische Regierung gestürzt und die Macht von den Bolschewisten in der sogenannten Oktoberrevolution übernommen. Bereits am 8. November wurde das „Dekret über die Beendigung des Krieges“ erlassen, wodurch sich für die Mittelmächte eine militärische Entlastung an ihrer Ostfront ankündigte.

Am 20. November unternahm die britische Armee nach kurzer Artillerievorbereitung einen Überraschungsangriff auf die deutschen Stellungen bei Cambrai an der Westfront und setzte dabei mehrere hundert Panzer ein. Dadurch gelang den Briten ein tiefer Einbruch in die deutsche Front. Wenige Tage nach Beginn der Schlacht gingen die Deutschen zum Gegenangriff über. Am 3. Dezember endete die Schlacht von Cambrai mit annähernd unveränderten Fronten. Aus taktischer Sicht hatte die Schlacht jedoch großen Einfluß auf das weitere Kriegsgeschehen. Ein nach kurzem Geschützfeuer schnell vorgetragener Angriff mit Panzern und Sturmtruppen schien einen Durchbruch in dem völlig statisch gewordenen Grabenkrieg wieder möglich zu machen.

Im Dezember 1917 kam es zum britischen Angriff auf Palästina, der am 10. Dezember mit der Eroberung Jerusalems durch britische Truppen endete.

Am 15. Dezember wurde ein Waffenstillstand zwischen den Mittelmächten und Rußland vereinbart und eine Woche später in Brest-Litowsk die Friedensverhandlungen eröffnet.

Die bolschewistische Seite unterbreitete folgendes Angebot: Verzicht auf Annexionen, schnelle Räumung der besetzten Gebiete, Selbstbestimmungsrecht der Völker, keine russischen Reparationen. Die deutschen Forderungen beinhalteten unter anderem die Unabhängigkeit für Polen, die baltischen Staaten und die Ukraine. Ottokar Graf Czernin, österreichisch-ungarischer Außenminister und Delegationsführer, notierte anläßlich eines Gespräches mit dem russischen Delegationsleiter Adolf Joffe:

„Merkwürdig sind diese Bolschewiken. Sie sprechen von Freiheit und Völkerversöhnung, von Friede und Eintracht, und dabei sollen sie die grausamsten Tyrannen sein, welche die Geschichte gekannt hat – sie rotten das Bürgertum einfach aus, und ihre Argumente sind Maschinengewehre und der Galgen. Das heutige Gespräch mit Joffe hat mir bewiesen, daß die Leute nicht ehrlich sind und an Falschheit alles das übertreffen, was man der zünftigen Diplomatie vorwirft – denn eine derartige Unterdrückung des Bürgertums zu betreiben und gleichzeitig von weltbeglückender Freiheit zu sprechen, sind Lügen.“

Die Ukraine, die zuvor bereits mit Unterstützung der Mittelmächte ihre Unabhängigkeit von Rußland erklärt hatte, erklärte kurz darauf am 9. Februar 1918, ebenfalls in Brest-Litowsk, einen Separatfrieden mit den Mittelmächten.

Kriegsjahr 1918

Der Kaiser dankt ab!
Marschall Foch unterzeichnet in seinem Eisenbahnwagen das Abkommen.

Nach dem Sonderfrieden mit der Ukraine vom 9. Februar 1918 wurde auch am 3. März der Friedensvertrag von Brest-Litowsk unterzeichnet. Durch das Ausscheiden Rußlands wurde es der deutschen Heeresleitung möglich, einen Großteil der Truppen von der Ostfront an die Westfront zu verlegen. Um dem ständigen Nachschub durch VS-Truppen zuvorzukommen, wurde eine neuerliche Großoffensive an der Westfront geplant.

Am 21. März 1918 begann die Deutsche Frühjahrsoffensive mit dem stärksten Trommelfeuer, das die Westfront bis dahin erlebt hatte. Die deutschen Sturmtruppen erzielten einen tiefen Einbruch in die britische Front, die sich an mehreren Abschnitten nahezu auflöste. Innerhalb weniger Tage rückte das deutsche Heer fast 70 Kilometer vor. Doch die deutschen Angriffskeile verloren durch ihr strahlenförmiges Auseinanderstreben rasch an Wucht. Weitere deutsche Offensiven ab 9. April in Flandern und ab 27. Mai an der Aisne liefen sich letztendlich ebenso fest. Die Übernahme eines längeren alliierten Frontabschnittes in Lothringen durch VS-Verbände ermöglichte es den Franzosen, Kräfte zu verlagern und so zur Abwehr der deutschen Offensiven beizutragen. Am 3. Juni endete die deutsche Frühjahrsoffensive.

Die letzten deutschen Großoffensiven vom 15. Juli 1918 bei Reims und in der Champagne verfehlten ebenfalls ihr Ziel. Begünstigt durch die immer stärkere VS-amerikanische Unterstützung konnten die Alliierten bereits am 18. Juli zwischen Marne und Aisne zur Gegenoffensive übergehen. In der Panzerschlacht bei Amiens vom 8. August 1918 mußten die Deutschen eine schwere Niederlage hinnehmen, so daß dieser Tag „der schwarze Tag des deutschen Heeres“ genannt wurde. Die deutschen Truppen zogen sich mehr und mehr zurück. Im November 1918 konnte jedoch immer noch ein Teil Nordostfrankreichs und gut die Hälfte Belgiens sowie Luxemburg gehalten werden. Die Deutschen leisteten trotz der hohen Verluste und abnehmender Truppenstärke bis zum Schluß hartnäckigsten Widerstand. Bis zuletzt gelang den Alliierten kein entscheidender Durchbruch!

Ab dem 15. September 1918 brach der Widerstand der bulgarischen Armee nach einem Durchbruch der Alliierten in der mazedonischen Front komplett zusammen. Vor diesem Hintergrund verlangten Hindenburg und Ludendorff am 29. September ultimativ die Ausarbeitung eines Waffenstillstandsangebotes durch politische Vertreter des Reiches. Um Verhandlungen nur auf der Basis des vom amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson aufgestellten 14-Punkte-Programmes führen zu können, empfahl Ludendorff deshalb, die Reichsregierung vom Vertrauen des Parlamentes abhängig zu machen. Daraufhin forderte der Kaiser mit Erlaß vom 30. September die Einführung eines parlamentarischen Regierungssystems, um damit den Gegnern entgegenzukommen und die Hungerblockade gegen das deutsche Volk zu beenden. Der neue Reichskanzler Max von Baden hatte Woodrow Wilson bereits am 4. Oktober ein Waffenstillstandsangebot unterbreitet. Die VSA forderten daraufhin die Räumung der durch die Deutschen besetzten Gebiete, die Einstellung des uneingeschränkten U-Boot-Krieges und die Abschaffung der Monarchie. Gerade die Abschaffung der Monarchie wurde jedoch Parteiübergreifend abgelehnt.

Am 3. November unterzeichnete General Viktor Weber Edler von Webenau den Waffenstillstand von Villa Giusti mit den Alliierten. Acht Tage später dankte Kaiser Karl I. ab und verzichtete auf jegliche Beteiligung an der neuen österreichischen Regierung.

Ungeachtet der deutschen Waffenstillstandsbemühungen wurde das Auslaufen der Flotte zu einer letzten, verzweifelten Schlacht gegen die „Royal Navy“ in Erwägung gezogen. Daraufhin kam es in Wilhelmshaven zu Meutereien. Man verlegte die Flotte deshalb zum Teil nach Kiel und wollte die Meuterer bestrafen. Es brach ein Matrosenaufstand aus, der sich innerhalb weniger Tage zur Novemberrevolution entwickelte. Die Revolte erfaßte am 9. November auch Berlin, wo Reichskanzler Max von Baden aus Sorge vor einem radikalen politischen Umsturz eigenmächtig die Abdankung des Kaisers bekanntgab und die Reichskanzlerschaft auf den Vorsitzenden der SPD, Friedrich Ebert, übertrug. Am Nachmittag desselben Tages rief Philipp Scheidemann die deutsche Republik aus. Karl Liebknecht vom Spartakusbund proklamierte die Freie Sozialistische Republik Deutschland. Kaiser Wilhelm II. ging daraufhin am 10. November ins niederländische Exil.

Ab 7. November verhandelten der französische Marschall Foch und vier deutsche Politiker der Regierung Max von Badens unter Führung von Matthias Erzberger in einem Eisenbahnwagen im Wald von Compiègne über den vorübergehenden Waffenstillstand zwischen den Alliierten und dem Deutschen Reich. Nach dem Regierungswechsel drängte Friedrich Ebert auf eine Unterzeichnung des von Frankreich diktierten Vertrages. Am 11. November um 5 Uhr früh unterzeichneten die beiden Parteien den Waffenstillstandsvertrag. Dieser sah unter anderem die Räumung der von der deutschen Armee besetzten Gebiete und des linken Rheinufers vor, das zusammen mit drei Brückenköpfen in Mainz, Koblenz und Köln von den Alliierten besetzt wurde. Zudem wurde der Friedensvertrag von Brest-Litowsk aufgehoben.

Durch die Verpflichtung zur Abgabe großer Mengen von Transportmitteln und Waffen sowie die Internierung der Hochseeflotte wurde dem Reich die Weiterführung des Krieges praktisch unmöglich gemacht, obwohl der Waffenstillstand immer nur für 30 Tage galt und dann verlängert werden mußte. Im Interesse des Friedens und um die englische Hungerblockade zu beenden, ließ sich die deutsche Seite auf die Vorabbedingungen jedoch ein. Schon die Bedingungen des Waffenstillstandes sprachen dem deutschen Ansinnen auf einen gerechten Friedensvertrag Hohn. Obwohl kein einziger Soldat der Entente jemals deutsches Reichsgebiet betreten hatte, benahmen sich diese wie Sieger einem geschlagenen Land gegenüber. Die englische Hungerblockade wurde nicht aufgehoben, so daß weiterhin Tag für Tag Deutsche verhungern mußten. Das 14-Punkte-Programm des amerikanischen Präsidenten Wilson, auf dem der deutsche Wille zum Waffenstillstand aufbaute, wurde vorrangig durch Frankreich völlig ignoriert.

Aufgrund dieses unglaublichen Vorganges übersandte bereits am 10. November der deutsche Staatssekretär Solf eine Note über den VS-amerikanischen Staatssekretär Lansingan an den amerikanischen Präsidenten Wilson mit folgendem Inhalt:

„Herr Staatssekretär. Überzeugt von der Gemeinsamkeit der demokratischen Ziele und Ideale hat sich die deutsche Regierung an den Herrn Präsidenten der Vereinigten Staaten mit der Bitte gewandt, den Frieden wiederherzustellen. Dieser Friede sollte den Grundsätzen entsprechen, zu denen Präsident Wilson sich stets bekannt hat. Er sollte eine gerechte Lösung aller strittigen Fragen und eine dauernde Versöhnung der Völker zum Zwecke haben. Der Präsident hat ferner erklärt, daß er nicht mit dem deutschen Volke Krieg führen und es in seiner friedlichen Entwicklung nicht behindern wolle. Die deutsche Regierung hat die Bedingungen für den Waffenstillstand erhalten. Nach einer Blockade von 50 Monaten würden diese Bedingungen, insbesondere die Abgabe der Verkehrsmittel und die Unterhaltung der Besatzungstruppen bei gleichzeitiger Fortdauer der Blockade, die Ernährungslage Deutschlands zu einer Verzweifelten gestalten und den Hungertod von Millionen Männern, Frauen und Kindern bedeuten. Wir mußten die Bedingungen annehmen. Wir machen aber den Präsidenten Wilson feierlich und ernst darauf aufmerksam, daß die Durchführung der Bedingungen im deutschen Volke das Gegenteil der Gesinnung erzeugen muß, die eine Voraussetzung für den Neuaufbau der Völkergemeinschaft bilden und einen dauerhaften Rechtsfrieden verbürgt. Das deutsche Volk wendet sich daher in letzter Stunde nochmals an den Präsidenten mit der Bitte, auf eine Milderung der vernichtenden Bedingungen bei den alliierten Mächten hinzuwirken.“[18]

Trotz der schlechten Bedingungen für Deutschland trat der Waffenstillstand am 11. November in Kraft. Auch im darauffolgenden sogenannten Versailler Vertrag sollte sich der unselige Geist des Verrats und der Ungerechtigkeit dem deutschen Volke gegenüber fortsetzen und in Europa für alle Zeit eine Saat des Hasses und der Feindschaft zwischen den Völkern säen.

Bildergalerie

Unsere Gegner im Kriege

Bedeutende deutsche Soldaten des Weltkrieges (Auswahl)[19]

Begleiterscheinungen

Propaganda

Diffamierung einer Krankenschwester des Deutschen Roten Kreuzes: englisches Propagandaplakat aus der Zeit des Ersten Weltkrieges. Im Zweiten Weltkrieg wurde solche antideutsche Hetzpropaganda mit noch größerer Perfektion und Infamie fortgeführt.

Der Erste Weltkrieg zählt zu den „modernen Kriegen“, die als charakteristische Folgeerscheinung eine stark ausgeprägte psychologische Kriegsführung aufweisen. Der Feind wird als entmenscht dargestellt und zum vogelfreien Tötungsobjekt erniedrigt. Einige Propagandalügen halten sich bis heute. Speziell wurde und wird der deutsche Soldat als Verbrecher dargestellt, das deutsche Volk insgesamt „schuldig“ gesprochen, die Nachkommen eingeschlossen.

Antideutsche Greuelpropaganda

Dum-Dum-Geschosse

Abgehackte Hände:
Behauptet wurde, die deutschen Soldaten hätten belgischen Kindern die Hände abgehackt. Die „abgehackten Hände“ spielten in der deutschfeindlichen Propaganda 1914 bis 1918, aber auch lange Zeit danach, eine erhebliche Rolle. Tatsächlich handelte es sich bei der Greueltat um ein belgisches Kolonialverbrechen, das man den deutschen Soldaten anlastete. Im Jahre 1895 wurden die Belgier in englischen Zeitungen angeklagt, Frauen und Kindern der Eingeborenen zum Zwecke der Einschüchterung die Hände abgeschnitten zu haben. (Siehe auch: abgehackte Kinderhände)

Vergasung von Zivilisten:
Am 22. März 1916 erschien in der Londoner Zeitung „The Daily Telegraph“ die Meldung, daß die Deutschen 700.000 Serben in Gaskammern umgebracht hätten.

Lazarettbombardierung:
Am 24. Mai 1918 berichtete die „Times“ von gezielten und wiederholten Fliegerattacken der Deutschen auf englische Lazarette. Das Londoner Blatt fügte außerdem hinzu, daß die Deutschen nach der Niederlage „aus der Gesellschaft der zivilisierten Völker auszuschließen“ seien. Am 15. Juli 1918 mußten britische Zeitungen eingestehen, daß es sich um eine „irrtümliche Meldung“ gehandelt habe.

Seife und Fett aus Leichen:
Im Jahre 1917 erschienen in der englischen Presse Berichte, daß in Deutschland die Leichen der gefallenen Soldaten zur Fettgewinnung benutzt würden. Die New York Times schrieb in einer Erklärung zu diesen Behauptungen in ihrer Ausgabe vom 20. Oktober 1925, daß es sich bei den „Meldungen“ um gezielte Lügenpropaganda gehandelt hatte.

Innerdeutscher Dolchstoß

siehe: Dolchstoß

Kriegsverbrechen an Deutschen

Die Engländer setzten in diesem Krieg gegen deutsche Soldaten völkerrechtswidrig verbotene sogenannte Dumdumgeschosse ein, die schrecklichste Verletzungen nach sich zogen.

Die Ermordung der Besatzung des deutschen Luftschiffes L19:
Am 31. Januar 1916 brach das deutsche Luftschiff L19 unter seinem Kommandanten Odo Loewe zu einer Aufklärungsfahrt auf. Durch schlechtes Wetter bedingt fielen die Motoren und die Funkanlage aus. Nach erfolgter Mission wurde das Luftschiff manövrierunfähig auf die Nordsee hinausgetrieben. Der Kapitän des englischen Fischdampfers „King Stephen“ fand das Luftschiff und sprach auch mit der Besatzung, die sich auf den noch nicht versunkenen Teil des Luftschiffes in vorläufige Sicherheit bringen konnte. Eine Rettung der deutschen Besatzung lehnte er jedoch ab. Am 2. Februar 1916 ertranken alle Männer beim Untergang ihres Luftschiffes in der Nordsee.[21]

Die Parole der Woche zur englischen Hungerblockade
Die englische Hungerblockade
Hauptartikel: Hungerblockade

Das Deutsche Reich und Österreich hatten im Ersten Weltkrieg mehr als eine Million zivile Opfer zu beklagen, die allesamt der völkerrechtswidrigen englischen Hungerblockade zum Opfer fielen. Diese Blockade war ein Verstoß gegen die Londoner Seerechtsdeklaration und ein Völkermord an der deutschen Zivilbevölkerung. Ohne Proklamation schnitt England das Deutsche Reich von seinen Nahrungsmitteleinfuhren über See ab. Die Hungerblockade wurde zum Zwecke der Erpressung Deutschlands auch noch nach Kriegsende 1918 beibehalten. Erst im Sommer 1919 wurde sie wieder aufgehoben.[22]

Bei Kriegsausbruch erklärte die britische Regierung, daß sie sich nicht an Geist und Buchstaben der Deklaration von London halten werde, sondern für sich das Recht beansprucht, Nahrungsmittel auf See zu erbeuten und zu beschlagnahmen, auch wenn diese auf neutralen Schiffen zu neutralen Häfen transportiert werden. Der Vorwand für diesen Bruch des Völkerrechts war, daß die nicht ausdrücklich für britische Häfen bestimmten Güter letztendlich der deutschen Armee hätten zugute kommen können.

Der wahre Grund dieser staatlichen Piraterie lag in der Absicht „...to starve the whole population – men, women, and children, old and young, wounded and sound – into submission“, wie Winston Churchill, damals Marineminister, offenherzig bekannte. Nach Gunnar Heinsohns „Lexikon der Völkermorde“ (1998) starben etwa eine Million Zivilisten im Deutschen Reich und im österreichischen Teil Deutschlands an Unterernährung, „weil die Lebensmittelblockade der Alliierten ungemein effektiv funktionierte“. Festgehalten wird dort auch, daß diese Blockade erst Ende März 1919 gelockert wurde.[23]

Folgen

Der Verrat von Wilson

Nach dem Vorschlag des 14-Punkte-Programmes durch den damaligen VS-amerikanischen Präsidenten Woodrow Wilson erklärten sich die Mittelmächte zu Friedensverhandlungen bereit. Auch, um die englische Hungerblockade zu beenden, die unendlich viel Leid und Entbehrung über das Deutsche Volk gebracht hatte. Bis dahin standen die deutschen Truppen im Felde unbesiegt und kein feindlicher Soldat hatte Reichsgebiet betreten. Nachdem die deutschen Truppen freiwillig die Waffen niedergelegt hatten, war von den Versprechen Wilsons plötzlich keine Rede mehr und Frankreich und England, die ja Deutschland erst den Krieg erklärt hatten, konnten ihr Werk der Zerstörung Deutschlands fortführen, das bis heute anhält. Adolf Hitler bezog sich in seiner Rede vom 19. Juli 1940 nochmals auf diesen ungeheuerlichen Wortbruch Wilsons, indem er sagte: „Diesem Vertrauen in das Wort demokratischer Staatsmänner war unser Untergang zuzuschreiben!“ Dieser Verrat an der Friedensbereitschaft Deutschlands wird für alle Zeiten die untilgbare Schande jener Staaten bleiben, denen es niemals um den Frieden, sondern nur um die Vernichtung Deutschlands aus Rachsucht, Neid und Gier ging.

Deutschlands Verluste und Repressalien

Pfeil 2 siehe auch.pngSiehe auch: Versailler Diktat, Deutsche Reparationen nach dem Ersten Weltkrieg

Siehe auch

Zitate

  • „Ein Freiheitskampf war angebrochen, wie die Erde noch keinen gewaltigeren bisher gesehen; denn sowie das Verhängnis seinen Lauf auch nur begonnen hatte, dämmerte auch schon den breitesten Massen die Überzeugung auf, daß es sich dieses Mal nicht um Serbiens oder auch Österreichs Schicksal handelte, sondern um Sein oder Nichtsein der deutschen Nation.“Adolf Hitler[24]
  • „Dieser Krieg bezeichnet das Ende aller Traditionen der großen Diplomatie, deren letzter Repräsentant Bismarck gewesen war. Keiner der jämmerlichen Staatsmänner begriff mehr die Aufgaben seines Amtes und die geschichtliche Stellung seines Landes. Mehr als einer hat es seitdem zugestanden, daß er ratlos und ohne sich zu wehren in den Gang der Ereignisse hineingetrieben wurde. So ging die Tatsache ‚Europa‘ dumm und würdelos zu Ende.“Oswald Spengler[25]
  • „Ein Friede mit dem zaristischen Rußland war möglich – aber wenn Bethmann unter dem Beifall seiner linksorientierten Mehrheit Polen selbständig machte und den Juden Warburg zu dem russischen antisemitischen Beauftragten Protopopoff schickte; wenn die ganze Sozialdemokratie als Beherrscherin des Bethmannkurses, sich gegen jeden Sonderfrieden, insbesondere gegen einen solchen mit Rußland wandte, dann war der Frieden eben nicht möglich, dann wurde der Krieg verlängert, wie ihn Haase und Trotzki einträchtiglich verlängert haben, um der Revolution in Deutschland willen.“Ferdinand Werner[26][27]

Literatur

Abbildung eines Buchtitels zum Ersten Weltkrieg
Englischsprachig
  • Gerry Docherty / James MacGregor: Hidden History: a compelling and captivating study of the causes of WW1 that turns everything you think you know on its head, Mainstream Publishing; Reprint Edition, 2013, ISBN‎ 978-1780576305 [464 S.]
  • Nick Kollerstrom: How Britain Initiated both World Wars, CreateSpace Independent Publishing Platform, 2016, ISBN 978-1530993185 [98 S.]
  • Justus D. Doenecke: Nothing Less Than War: A New History of America's Entry into World War I. University Press of Kentucky, 2014, ISBN 978-0813145501 – US-Professor zeigt auf, wie zielstrebig die US-Regierung in den Krieg steuerte.
  • Thomas Dalton: The Jewish Hand in the World Wars. Clemens & Blair, 2019, Inhaltsverzeichnis und Leseprobe auf thomasdaltonphd.com, Bezugsnachweis – der Verfasser ist Universitätsprofessor in den USA

Weitere Schriften

  • Alfred Wegerer:
    • Kriegsschuldforschung, 1933 (Mit zip gepackte PDF-Datei)
    • Zentralstelle für Erforschung der Kriegsursachen. Schriftleitung: Alfred von Wegerer. „Berliner Monatshefte“ Jahrgang I und II (1923 und 1924) (PDf-Datei)
  • Wilhelm Reetz: Eine ganze Welt gegen uns; eine Geschichte des Weltkriegs in Bildern; eingeführt von Werner Beumelburg
  • Otto Hintze: Ursprung und Bedeutung des gegenwärtigen Krieges in: Hohenzollern-Jahrbuch. Forschungen und Abbildungen zur Geschichte der Hohenzollern in Brandenburg-Preussen, 1914 (PDF-Datei)
  • Das Verhalten der Tschechen im Weltkrieg, Deutschnationale Geschäftsstelle, Wien 1918 (PDF-Datei)
  • Die Bestie im Weltkriege. Verbrechen an deutschen Volksgenossen, 1920 (HTML-Version)
  • Deutschlands Verbündete im Weltkrieg:
    • Ernst Jäckh: Der aufsteigende Halbmond Auf dem Weg zum deutsch-türkischen Bündnis (1916) (PDF-Datei)
    • August von Cramon: Unser österreichisch-ungarischer Bundesgenosse im Weltkriege; Erinnerungen aus meiner vierjährigen Tätigkeit als bevollmächtigter deutscher General beim k.u.k. Armeeobercommando (1922) ( PDF-Datei)
    • Ivan A. Georgow: Die bulgarische Nation und der Weltkrieg Mit einem Vorwort von Gustav Stresemann (1918) (PDF-Datei)
  • Amerika ohne Maske. Neutrale Feststellungen. Aus dem Holländischen übers. von Adolf Teutenberg (1917) (PDF-Datei)
  • Hans Clockener: Warum und wie muß Deutschland annektieren? Deutschlands brennendste Frage volkstümlich beleuchtet und dargestellt (1917) (PDF-Datei)
  • Theodor Schiemann: Ein Verleumder Glossen zur Vorgeschichte des Weltkrieges (1915) (PDF-Datei)
  • Rudolf Theuden: Was muß uns der Krieg bringen? (1914) (Netzbuch)
  • Jonas Kreppel: Der Weltkrieg und die Judenfrage (1915) (PDF-Datei)
  • Bernhard Wilhelm von Bülow: Die ersten Stundenschläge des Weltkrieges (1922) (PDF-Datei)
  • Gustaf Fredrik Steffen:
    • Weltkrieg und Imperialismus (1915) (PDF-Datei)
    • Demokratie und Weltkrieg (1916) (PDF-Datei)
    • Der Weltfriede und seine Hindernisse. (1918) (PDF-Datei)
  • Hans Kantorowicz d. i. Franz-Josef Sontag (auch Junius alter): Die Alleinschuld der Entente am Weltkrieg. Tatsächliche Wahrheit über den Kriegsanfang. Nachdruck von 1922, Archiv Edition, Viöl 2006, ISBN 9783939312086 (Bestellmöglichkeit)
  • Karl von Einem: Ein Armeeführer erlebt den Weltkrieg Herausgeber: Junius alter d. i. Franz Sontag Verlag von Hase/Koehler, Leipzig 1938
  • Hermann Stegemann: Geschichte des Krieges (PDF-Dateien: Band 1, Band 2, Band 3, Band 4)
  • Franz Schrönghamer-Heimdal: Kriegssaat und Friedensernte [microform]: gesammelte Kriegsaufsätze eines Mitkämpfers (1915) (Netzbuch)

Verweise

Weltnetz

Englischsprachig

Tondateien

Filmbeiträge

Fußnoten

  1. Erster Weltkrieg: Rußland mobilisierte am 31. Juli 1914 seine Truppen gegen Österreich-Ungarn. Die Deutschen reagierten am Abend des 1. August 1914 mit der Mobilmachung ihrer Truppen. Dieses Gemälde von Arthur Kampf (1864–1950) mit dem Titel „1. August 1914 in Berlin“ fängt den Moment zwischen beiden Mobilmachungsbefehlen ein. Vor dem Berliner Schloß hat ein Mann mit der schwarz-weiß-roten Flagge des Deutschen Kaiserreiches in der linken Hand einen Laternenpfahl erklommen und spricht zu einer Menschenmenge.
  2. Rolf-Josef Eibicht: Die Einkreisung Deutschlands und Österreichs-Ungarns vor dem Ersten Weltkrieg, vho.org
  3. vgl.: Ingmar Knop: Die Lüge von der deutschen Kriegsschuld (PDF-Datei)
  4. Peter Haisenko: „England, die Deutschen, die Juden und das 20. Jahrhundert“ (Leseproben und Bestellmöglichkeit)
  5. erschienen u.a. in: Heidelberger Tageblatt, Dienstag 8. September 1914, S. 5 (Faksimile des Originaldokuments)
  6. John V. Denson: Sie sagten Frieden und meinten Krieg: Die US-Präsidenten Lincoln, Wilson und Roosevelt. Übersetzt von Gerd Schultze-Rhonhof, 2013
  7. vgl.: Ingmar Knop: Die Lüge von der deutschen Kriegsschuld (PDF-Datei)
  8. zitiert in: Karl Kautsky: „Wie der Weltkrieg entstand, dargestellt nach dem Aktenmaterial des deutschen Auswärtigen Amts“ (1919); PDF-Datei
  9. vgl.: PAZ, 1. August 2014: „Deutsche Warnungen verhallten“
  10. Matthias Erzberger: Erlebnisse im Weltkrieg, Stuttgart 1920, S. 138f
  11. 11,0 11,1 Die hier genannte Relation stammt aus der in einem Polizeibericht des Kriminalkommissars Hans Hösl (Polizeidirektion Nürnberg-Fürth) festgehaltenen Rede Streichers vom 22. November 1922 in Nürnberg. Angesichts der tatsächlich gegebenen Gefallenenzahlen ist anzunehmen, daß im Protoll jeweils eine Null unterschlagen wurde. So sind vermutlich 30 % (statt 3 %) deutsche Gefallene und 10 % (statt 1 %) jüdische Gefallene gemeint, was allerdings am Verhältnis nichts ändert: es gab demnach dreimal mehr umgekommene Deutsche in Relation zur Gesamtzahl der jeweiligen Soldatenstärke.
  12. Julius Streicher: „Reden aus der Kampfzeit“, Rede vom 22. November 1922 in Nürnberg
  13. Franz Oppenheimer: „Die Judenstatistik des preußischen Kriegsministeriums“ (1922), S. 40 (PDF-Datei)
  14. Vgl.: Alfred Roth: „Die Juden im Heere. Eine statistische Untersuchung nach amtlichen Quellen“, Deutscher Volks-Verlag, 1919, S. 47 (PDF-Datei)
  15. Christian Zentner: „Der Erste Weltkrieg, Daten, Fakten, Kommentare“, Moewig, 2000, S. 338
  16. Junge Freiheit, 14. Februar 2014, S. 12: „Vergessene des Feuersturms“
  17. vgl.: Karl Helfferich: Fort mit Erzberger!, S. 8f. (PDF-Datei)
  18. zitiert auf Stahlgewitter.com
  19. Kommandeure und ausgewählte Verwendungen in der Zeit des Ersten Weltkrieges; zumeist ist der letzte Dienstgrad aufgeführt.
  20. Gewesener General der Kavallerie
  21. Die letzte Fahrt der Männer des Luftschiffes L19
  22. Der große Wendig, Richtigstellungen zur Zeitgeschichte, Band I, Seite 221
  23. Die Hungerblockade gegen Deutschland
  24. In: Mein Kampf, 22. Auflage 1944, S. 177
  25. In: Jahre der Entscheidung, 45.-60. Tsd., C.H. Beck'sche Verlagsbuchhandlung, München, Seite 22 unten
  26. In Der Wahrheit eine Gasse, 1919 S. 87
  27. Die Bankster finanzierten die Oktoberrevolution 19. Mai 2010 Alles Schall und Rauch