Kutisker, Iwan Baruch

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Iwan Baruch Kutisker (Lebensrune.png 1873 im Weichselland, Russisches Kaiserreich; Todesrune.png 13. Juli 1927 in Berlin) war ein jüdischer Betrüger, Großhändler und Bankier. Zunächst in Lettland tätig, agierte er direkt nach dem Ersten Weltkrieg in Deutschland, wo er mittels Ausverkaufs von reichsdeutschen Heeresbeständen, Betrugs und Bestechung ein Vermögen machte. In diesem Zusammenhang steht sein Name für den sogenannten Barmat-Kutisker-Skandal, dessen anderer Namensgeber der ebenfalls seit 1919 in Berlin ansässige jüdische Inflationsgewinnler Julius (eigentlich: Judko) Barmat war.

Leben

Kutisker war seit 1891 als Händler im kurländischen Libau tätig und betrieb zudem eine Fabrik (Öl- und Fässerherstellung). Bereits vor Ausbruch des Ersten Weltkrieges war er Heereslieferant für die russische Armee.

Unmittelbar nach Kriegsende wechselte er im Jahre 1919 seinen Aufenthaltsort bzw. seine geschäftlichen Unternehmungen nach Berlin, wo er den Verkauf von deutschem Heeresmaterial betrieb[1] und 1921 Generaldirektor der Bankfirma „E. v. Stein & Co. AG“ wurde und in einträglichen Geschäftsverbindungen zur Preußischen Staatsbank stand.[2]

Barmat-Kutisker-Skandal

Am 10. Dezember 1924 wurde Kutisker von der Berliner Kriminalpolizei unter dem Vorwurf von Vermögensdelikten zum Schaden der Preußischen Staatsbank verhaftet. Die gerichtlichen Voruntersuchungen und die Ermittlungen des Untersuchungsausschusses des Preußischen Landtages ergaben, daß er von der Preußischen Staatsbank ungedeckte Wechselkredite in Höhe von 14,2 Millionen Reichsmark erhalten hatte. Der Verdacht der Bestechung führender Mitglieder der SPD durch Kutisker konnte während der Ermittlungen weder bestätigt noch ausgeräumt werden, der Verdacht der Beamtenbestechung wurde hingegen bestätigt.

Nach dem bis dahin längsten Strafprozeß der deutschen Justizgeschichte mit 198 Verhandlungstagen wurde Kutisker am 30. Juni 1926 wegen Betrugs und Bestechung zu fünf Jahren Zuchthaus, zehn Jahren Ehrverlust, einer Geldstrafe von 4,5 Millionen RM sowie zur Landesverweisung nach der Strafverbüßung verurteilt.[3] Sein Prozeßverteidiger war der jüdische Rechtsanwalt Johannes Werthauer.

Fußnoten