Sand, Shlomo

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Prof. em. Dr. Shlomo Sand

Shlomo Sand (Lebensrune.png 10. September 1946 in Linz, Österreich) ist ein promovierter und inzwischen emeritierter Geschichtsprofessor in Tel Aviv (Israel). Er gilt als liberaler Anti-Zionist, obschon er die Bezeichnung nicht selbst verwendet, der die Gründung Israels mit einer Vergewaltigung verglich, was aber dessen Existenzrecht nicht in Frage stelle. Von seinen Kritikern wird dem unbequemen Akademiker reflexartig vorgeworfen, antisemitische Bestrebungen zu fördern.

Inhaltsverzeichnis

Werdegang

Shlomo Sand wurde 1946 in Linz geboren. 1949 siedelte die jüdische Familie nach Israel über. Er studierte Sozialwissenschaften in Paris und lehrte Geschichte an der Universität Tel Aviv und in Paris. Er zählt zu den führenden Intellektuellen Israels und ist ein scharfer Kritiker der israelischen Palästinenserpolitik.

Derzeit erregt er in Israel und Frankreich großes Aufsehen mit seinem Buch „Wann und wie wurde das jüdische Volk erfunden?“, in dem er nachweisen will, daß es ein jüdisches Volk (neben der jüdischen Religion) nie gegeben habe, sondern daß dies eine Erfindung sei, insbesondere der zionistischen Bewegung (Anfang des 20. Jahrhunderts). Seine Hauptthesen sind, es habe im Römischen Reich nie einen jüdischen Exodus gegeben und von einem jüdischen Volk im ethnisch-biologischen Sinn werde erst seit ca. Anfang des 20. Jahrhunderts gesprochen. Übersetzungen des Buches in weitere Sprachen sind geplant (u. a. englisch für Anfang 2009).

Shlomo Sand rüttelt radikal an diesem Gründungsmythos Israels. Ein historisches Anrecht auf das Land gibt es für ihn nicht. Dieses vermeintliche Recht sei ein Erbe des Nationalismus-Gedanken, sagt er. Es sei von den Zionisten jener Zeit aufgegriffen und weitergeführt worden. Das basiert auf der territorialen Idee, daß das Judentum nicht nur eine Glaubensgemeinschaft ist, sondern auch eine Nation sein will. Und als solche braucht sie Boden. Aber das Land Israel sei als Vaterland erschaffen worden und somit auch erfunden.

Werke

  • L'Illusion du politique: Georges Sorel et le débat intellectuel 1900 , Paris, La Découverte, 1984
  • Georges Sorel en son temps, mit Jacques Julliard (Hg.), Paris, Seuil, 1985
  • Intellektuelle, Wahrheit und Macht: Von der Dreyfus-Affäre zum Golfkrieg, Tel Aviv, Am Oved, 2000 (auf hebräisch)
  • Le XXe siècle à l'écran, Paris , Seuil, 2004 — auch als Film as History – Imagining and Screening the Twentieth Century, Tel Aviv, Am Oved & Open University Press, 2002 (auf hebräisch)
  • Kino und Erinnerung - eine gefährliche Beziehung?, mit Haim Bresheeth & Moshe Zimmerman (Hg.), Jerusalem, The Zalman Shazar Center for Jewish History, 2004 (auf hebräisch)
  • Historiker, Zeit und Vorstellung. Von der Annales-Schule zum postzionistischen Mörder, Tel Aviv, Am Oved, 2004 (auf hebräisch)
  • Les Mots et la terre - Les intellectuels en Israël, Paris, Fayard, 2006
  • Wann und wie wurde das jüdische Volk erfunden?, Tel Aviv, Resling, 2008 (auf hebräisch: Matai ve’ech humtza ha’am hayehudi?) - auch als Comment le peuple juif fut inventé - De la Bible au sionisme, Paris, Fayard, 2008 und englisch The Invention of the Jewish People

Filmbeitrag

„Die Erfindung des jüdischen Volkes“ (Shlomo Sand) - Die Nachkommen der Chasaren

Verweise

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